Ursache und Wirkung: Wenn die „Mitte der Gesellschaft“ dauerhaft tatenlos zusieht

Deutschlands neue Barbaren

Von WOLFGANG HÜBNER | Sie heißen nicht mehr Adolf, Rudolf, Hermann oder Joseph, sondern Lukas, Leon, Yannick, Anna, Sarah oder Laura. Diese beliebten Vornamen der Zeit um das Jahr 2000 gehören oft denjenigen neuen deutschen Barbaren, die es an den verkommenen Massenuniversitäten oder auf den Straßen nicht mehr hinnehmen wollen, dass dort die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit nicht nur gelten, sondern auch praktiziert werden kann.

Die Vorgänge um den AfD-Gründer Bernd Lucke, den Historiker Jörg Baberowski oder den ehemaligen CDU-Minister Thomas de Maiziere, aber auch eigenmächtige Verkehrsblockaden haben deutlich gemacht, wie gefährdet Deutschlands Zukunft von einem heraufkommenden Totalitarismus ist.

Es ist ausgerechnet die mit Abstand verwöhnteste Generation, die je zwischen Flensburg und Konstanz aufwuchs, die mit blindwütiger Heilsgewissheit und unzureichenden Geschichts-, Demokratie- wie Rechtschreibekenntnissen das Land in einen weiteren Abgrund zu befördern droht.

Es kann keinen Zweifel geben, dass die Mentalität und Intoleranz der neuen Barbaren denen ihrer unseligen historischen Vorgänger gleichen, die einst jüdische und kritisch gesinnte Professoren terrorisierten sowie die Werke unliebsamer Schriftsteller ins Feuer von Scheiterhaufen auf öffentlichen Plätzen warfen.

Und natürlich bewegen sich Lukas und Laura auch in der unguten Tradition jener Studentengeneration der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, die selbst einen ihrer geistigen Väter, den Sozialphilosophen Theodor W. Adorno, in die Verzweiflung und vorzeitigen Herztod trieben. Von den systematisch niedergebrüllten konservativen Köpfen jener Zeit wie Ernst Nolte, Andreas Hillgruber und etlichen mehr ganz zu schweigen.

Gab es seinerzeit wenigstens einige Kritik in den noch nicht linksgrün-linksliberal gleichgeschalteten Medien, so haben die neuen Barbaren schlimmstenfalls vorsichtige Ermahnungen zu „befürchten“, es nicht zu offen allzu weit zu treiben.

Ansonsten erhalten ihre militanten Stoßtrupps jede Menge direkte oder indirekte Ermutigung wie auch Förderung aus Redaktionen, Parteien und Institutionen der verwahrlosten Republik, die auf dem schlechtesten Weg in eine DDR 2.0 ist. Der besänftigende Hinweis, bei den neuen Barbaren handele es sich ja nur um eine besonders aktivistische Minderheit und die schweigende Mehrheit sei ganz anders, zeugt nur von Realitätsverdrängung und Illusionen: Auch in den dreißiger Jahren waren die meisten Studenten keine überzeugten Nazis, ebenso wenig gehörte die Mehrzahl der Studenten der späten sechziger Jahre aktiv der APO (Außerparlamentarischen Opposition) an. Es waren und sind jedoch immer tatkräftige Minderheiten, die den Takt angeben und bestimmen – die Ergebnisse sind leidvoll bekannt.

Und wieder ist es die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“, die faktisch tatenlos zusieht und zulässt, dass die Minderheit der neuen deutschen Barbaren schalten und walten kann, wie und wann sie will. Das wird auf Dauer nicht auf die Universitäten beschränkt bleiben. Denn die Grundgesetz- und Kapitalismusverächter werden bald in den Medien, Politik und öffentlichen Dienst Schlüsselpositionen erobern. Dann nutzen Fleiß, Bravheit und Konfliktscheu der Mehrheit nicht mehr viel, erst recht kein Gejammer.

Und selbstverständlich werden etliche derer, die heute noch klammheimlich von der militanten Intoleranz der neuen Barbaren zu profitieren glauben, dann auch noch beiseite geräumt. Die verbreitete Meinung unter Patrioten, eine künftige große Wirtschaftskrise werde schon noch für Ernüchterung in der Generation „Fridays for Future“ & Co. sorgen, kann auch gewaltig in die Hose gehen: Die neuen Barbaren sind nicht zufällig sehr sozialismusfreudig.

Wenn in Deutschland in 20, 30 Jahren die Parole „Armut für alle“ angesagt ist, werden sich diejenigen, die das verschuldet haben, nach bekannten Vorbildern gemäß der Devise „Armut für fast alle außer uns“ bestens versorgt wissen.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.