Martin E. Renner.

PI-NEWS-Kolumne von Martin E. Renner

Hassrede, Desinformation und die Gräueltat von Limburg

Von MARTIN E. RENNER | Erst am Freitag sprach ich im Deutschen Bundestag über den Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung 2018. Diesem Bericht lag ein ausführliches wissenschaftliches Gutachten des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung zugrunde. Als Abgeordneter des Deutschen Bundestages habe ich nun schon unzählige „wissenschaftliche“ Gutachten und Evaluationen zur Kenntnis genommen. Das hier angesprochene Gutachten war bisher eines von sehr wenigen, die das Prädikat „wissenschaftlich“ verdienen.

In diesem Gutachten stimmen die Daten und Fakten, die Themenbereiche, die Definitionen und die Darstellungen höchst komplexer Sachzusammenhänge. Hervorragend. Eines enthielt dieses Gutachten allerdings nicht: Mehr oder minder deutlich ins Auge springende, ideologisch-motivierte Subtexte mit moralisch überhöhtem Indoktrinationsauftrag.

Bundesregierung fehl-interpretiert Gutachten

Wer nun meint, dass die Bundesregierung dieses hervorragende Datenmaterial heranzieht, um die dort zahlreich beschriebenen Problemstellungen anzugehen und entsprechende Lösungswege mindestens im Ansatz zu planen, der irrt gewaltig.

Im Gegenteil: Als einen von drei maßgeblichen Punkten entnimmt die Bundesregierung dem Gutachten, dass man dringend gegen „Hassrede“, „Desinformation“ und „Cyber-Mobbing“ vorgehen müsse.

In aller Deutlichkeit: Bei entsprechender ideologischer Verstrahlung der Geisteskapazitäten und böswilligen Absichten kann man das machen. Aber mit dem Gutachten hat das wahrhaftig nicht das Geringste zu tun!

Menschen doch nicht alle gleich?

Was ich während meiner Rede nicht wusste: Zum beinahe gleichen Zeitpunkt rangen Polizeibeamte und Feuerwehrleute angesichts einer unfassbaren Gräueltat mit ihrer Fassung: In Limburg hatte ein „Mann“ offenbar seine Frau erst mit hoher Geschwindigkeit mit dem Auto überfahren – und sie anschließend mit einer Axt zu Tode gehackt. Die Presseberichte reichen derzeit von „massiven Schnittverletzungen im Kopfbereich“ bis hin zu einem „fast enthaupteten Opfer“.

Leider ist dies nicht der erste Fall, der ein Maß an bestialischer Brutalität, Grausamkeit und Menschenverachtung aufzeigt, welches unserer Nation seit vielen Jahrzehnten unbekannt war. Oder schlimmstenfalls einmal in 20 Jahren geschah. Heute geschehen solche Taten regelmäßig alle paar Tage.

Kann man es einem zivilisierten, empathischen Menschen verdenken, dass er angesichts dieser bestialischen Tat mindestens vorübergehend Probleme hat, den tatverdächtigen „Mann“ und die dieser Tage permanent bemühte Würde des Menschen in einem zusammenhängenden Satz denken zu können? Kann man es ihm verdenken, dass dem Einen oder Anderen zumindest vorübergehend der Gedanke kommen könnte, dass Menschen – in Bezug auf kulturelle Herkunft und insbesondere aufgrund einer für uns völlig fremden Sozialisation – doch nicht alle gleich sind?

Was, wenn man nichts von der Tat erfährt?

Wir müssen diese Frage nicht beantworten. Wir sind (mit-)fühlende, mit Empathie begabte, soziale Wesen. Und wir haben einen Rechtsstaat etabliert, der unweigerlich aufwallende Emotionen in seiner Urteilsfindung objektiviert. Das ist richtig und es ist gut so.

Dennoch bleiben wir Menschen. Wir haben Emotionen. Wir freuen uns mit anderen, scherzen und lachen mit ihnen. Wir leiden mit anderen, sorgen uns und weinen mit ihnen. Der Rechtsstaat wird die Tat dieses „Mannes“ beurteilen und entsprechend verurteilen. Ein etwaiges Strafmaß zu bestimmen und durchzusetzen obliegt alleine dem Rechtsstaat. Auch das ist richtig und gut so.

Dennoch werden wir alle – jeder für sich alleine und rein subjektiv – diesen Mann und dessen Tat bewerten und auch verurteilen. Das ist menschlich – niemand kann uns das verwehren, niemand hat das Recht, uns das vorzuwerfen. Wir reden mit anderen über diese Tat. Wir tauschen uns aus und wir bewerten und verarbeiten gemeinsam. Weil wir soziale Wesen sind. Das kann alleine im stillen Kämmerlein geschehen, es kann innerhalb privater – oder eben auch in öffentlicher Kommunikation geschehen. Wir sind Menschen.

Was aber, wenn man nichts von der Tat erfährt? Was, wenn uns wesentliche Informationen vorenthalten werden? Was, wenn Zusammenhänge verschwiegen werden? Dann wird unsere subjektive Bewertung immer ein falsches Ergebnis liefern.

Bürger wird vorsätzlich für dumm verkauft

Öffentliche Meinungsbildung setzt zwingend voraus, dass der Bürger sich frei informieren kann. Das kann er aber hierzulande nicht immer. Zur Information über das nationale oder auch internationale Tagesgeschehen ist der Bürger auf die Berichterstattung der Medien angewiesen. Wenn deutsche Medien unisono die Herkunft von Tätern derartiger Gruseltaten verschweigen, dann unterschlagen sie wesentliche Informationen.

Sie tun dies aus einem bestimmten Grund, den sie auch offen nennen: Sie möchten verhindern, dass die Allgemeinheit bei freier Berichterstattung Rückschlüsse zieht, die unerwünscht sind. So sagen sie es zwar nicht, sondern flüchten in Aussagen, wie: „Die Herkunft eines Täters steht in keinem Zusammenhang mit der Tat.“

Letzten Endes aber wird der Bürger so vorsätzlich für dumm verkauft – und dumm gehalten. Und zwar wegen der berechtigten Sorge, dass selbst der politisch uninteressierteste Bürger irgendwann eins und eins zusammenrechnet. Dass man Muster erkennt. Jedermann weiß heute, wer in unserem Land mit Messern, Äxten, Schwertern derartige Gewalttaten begeht. Doch die mediale Desinformation geht weiter. Dass dies mehr den Regierenden als dem Bürger helfen soll, liegt wohl auf der Hand.

Identitätsdiebstahl der deutschen Kultur

Das permanente und geplante Verschweigen, dass wir es hier oftmals mit „Männern“ zu tun haben, die nicht unserem Kulturkreis entstammen, folgt einem ganz bestimmten, perfiden Plan: Alle „Männer“ sind gleich. Da gibt es keine Unterschiede, keine Zusammenhänge, keine Besonderheiten und erst recht keine Auffälligkeiten. Diese Taktik über 25 Jahre hinweg angewandt – und Staat und Medien haben eine Generation herangezogen, die dieses tatsächlich für wahr und für bare Münze nimmt.

Das ist nicht nur staatliche mediale Desinformation – das ist kulturmarxistisch begründete Gleichmacherei, Entmündigung und Bevormundung des Bürgers. Aber es ist auch der perfide und perfekt verschleierte Identitätsdiebstahl einer ganzen Kultur, nämlich der unsrigen, der deutschen Kultur.

So vollbrachte eine vielgelesene Boulevard-Zeitung am Freitag das mehr als zweifelhafte Kunststück, innerhalb einer Stunde aus „der Mann mit Migrationshintergrund“ nur noch „der Mann“ zu machen. Unterdessen liest man im neuen „Westfernsehen“, also in Publikationen des benachbarten Auslandes, dass es sich bei dem „Mann“ offenbar um den Sohn tunesischer Zuwanderer handelt. Na sowas.

In Deutschland werden mittlerweile auch Menschen gespalten

Andere Medien verschweigen die Tat gleich komplett oder berichten – wie sattsam und leidlich bekannt – vom heute offenkundig allgegenwärtigen, allzeit bewaffneten „Mann“. Wir kennen das ja bereits.

Immerhin laufen wir Deutschen ja von Kindesbeinen an mit Messern, Schwertern und Äxten bewaffnet durch die Welt – und haben nicht die geringsten Skrupel, diese Waffen auch einzusetzen. Oder nicht?

Derweil im Deutschen Bundestag sämtliche Parteien unisono auf die „Alternative für Deutschland“ eindreschen – ob unserer „Hassreden“. Weil wir das Land damit spalten würden. Kein Wort darüber, dass in unserem schönen Land, das voll garstiger Deutscher ist, mittlerweile auch Menschen gespalten werden – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Unsere Medien, in vorauseilendem Gehorsam oder auch auf Anweisung – wer weiß das schon so genau? – sollen und werden weiter desinformieren. „Unabhängige Faktenfinder“ werden weiter im Netz für die einzig richtige Wahrheit sorgen. Die richtige Wahrheit der Etablierten. Und die alarmierte Zivilgesellschaft wird mit voller Unterstützung des Staates weiterhin gegen „Hassrede“ und die „Hassredenden“ vorgehen, wenn Sie sich wieder einmal in emotionalem Ausnahmezustand über „Männer“ mokieren sollten.

Der Bürger wird bedroht und eingeschüchtert

Du sollst gehorchen, garstiger Bürger! Du sollst nicht selbst urteilen, denn Du bist ohnehin nicht fähig dazu! Du sollst täglich laut Hosianna singen und die Regierung preisen, die nichts anderes und nur Dein Wohl im Blick hat!

So will es jedenfalls unsere Bundesregierung, nimmt man den eingangs angesprochenen Bericht ernst. Der Bürger wird bedroht und eingeschüchtert. Die Polizei Westhessen twitterte, dass es „gegen JEDEN“ (Großschrift im Original) Anzeigen geben werde, der das offenbar kursierende Handyvideo dieser Tat in Umlauf bringe. Ist das jetzt schon Behörden-Hassrede?

Man kann nur noch ungläubig den Kopf schütteln. Verkehrte Welt. Einschüchterung, Kontrolle und Zensur im Netz auf der einen Seite – gegen den eigenen Bürger gerichtet. Staatliche Hassrede, Hetzerei, Desinformation gegen jedermann, der es wagt, diese haarsträubenden, jedes Menschenverstandes spottende Absurditäten und Zustände öffentlich zu benennen.

Warum das so ist und warum wir als „Alternative“ und dann auch noch „für Deutschland“ offenkundig die einzige Partei sind, die derartige Sachverhalte klar sieht – dazu mehr in einem der kommenden Artikel.


(Martin E. Renner ist Bundestagsabgeordneter der AfD. Er war Anfang 2013 einer der 16 Gründer der Partei in Oberursel. Seine Kolumne auf PI-NEWS erscheint alle zwei Wochen)