Buchtipp

Kinder müssen (!) lesen – ein Vorschlag zu Weihnachten

Man muss keine aufwendigen Untersuchungen anstellen, um einen dramatischen Verlust an Lesefähigkeit und Leselust unter den Kindern und Jugendlichen wahrzunehmen. Smartphone-Kultur ist Häppchenkultur: rasch mal dies, schnell mal das, immer bereit, sich ablenken zu lassen – geschickt mögen sie sein, die Kinder, aber das darf man keinesfalls mit Bildung oder Gründlichkeit verwechseln.

Kinder und Jugendliche sind immer weniger in der Lage, sich über eine halbe Stunde, Stunde, anderthalb Stunden zu konzentrieren und sich von nur einem einzigen Buch fesseln zu lassen. Wenn es blinkt, schießt, hin und her fetzt, dann geht das. Aber dieses sich Verkriechen mit einem Buch?

Die Entwicklung ist dramatisch: Deutschland war immer ein Leseland, und bis heute ist die flächendeckende Ausstattung mit Buchhandlungen und Leihbibliotheken eine weltweit in dieser Dichte einmalige Kulturleistung. Über die Vorteile des Lesens als eines Teils des Lebens muss man kein Wort verlieren. Wie wichtig die Kulturtechnik „Lesen“ ist, liegt auf der Hand.

Aus dem Verlag Antaios kommt dazu das passende Buch, auf das wir im Oktober schon einmal hingewiesen haben: Die beiden Publizistinnen (und Mütter!) Ellen Kositza und Caroline Sommerfeld haben einen Leitfaden für Eltern und Großeltern zusammengestellt – „Vorlesen“ heißt das Buch – und darin gliedern die Autorinnen rund 180 Bücher für vier Altersgruppen, also vom Bilderbuch bis zu den Schmökern für 15-Jährige.

Kositza und Sommerfeld haben also aus der fast unüberschaubaren Masse an Kinder- und Jugendbüchern dasjenige ausgewählt, was entweder seit 100, 50 oder 30 Jahren zeitlos gut vorgelesen oder hingelegt werden kann oder was in den vergangenen Jahren an Gutem dazukam. Denn noch immer gibt es empfehlenswerte Neuerscheinungen, großartige Geschichten mit glänzenden Illustrationen, und die Autorinnen verweigern sich mit ihrem Buch bewusst der allgemeinen Klage darüber, dass nichts Gutes mehr gedruckt würde.

Ein paar Beispiele, ein paar Weihnachtsempfehlungen:

  •  Einer der Klassiker, eher für Jungs, ist Otfried Preußlers Sage „Die Abenteuer des starken Wanja“ – eine wunderbare Geschichte darüber, wie aus einem Träumer und Faulpelz ein Held und Zar wird, und zwar einer mit einem immer gütigen und dem einfachen Volk zugewandten Herzen. Zum Vorlesen und Selberlesen ab neun Jahren – hier bestellen!
  •  Für etwas jüngere Kinder gibt es das ebenso lustige wie beflügelnde Buch „Matilda“ von Roald Dahl. Ein kleines Mädchen ist klug und liest sehr gern, aber die anderen finden das komisch. Nur die Bibliothekarin und eine junge Lehrerin nicht. Also wird gelesen. Und gezaubert. Und begriffen: Wer richtig liest, lebt nicht nur in einer Welt … Ab acht Jahren – hier bestellen!
  • Oder ein Comic, eine „Graphik Novel“ für Jugendliche, so ab 13 Jahren: Riad Sattoufs „Der Araber von morgen“, mittlerweile auf vier Bände angewachsen – ein sehr, sehr lehrreicher Blick auf das, was irgendwie, aber doch irgendwie nicht funktioniert in den Ländern, aus denen die meisten „Fachkräfte“ einreisen – hier bestellen!

Der Verlag Antaios hat rund um Kositzas und Sommerfelds Vorlesen einen Bücherschrank eingerichtet, in dem man für Weihnachten in rund 100 lieferbaren Kinderbüchern stöbern kann. Dort findet man natürlich auch die drei eben vorgestellten Bücher. Wer bis Anfang kommender Woche bestellt, kriegt die Bücher noch bis Heiligabend.

» „Vorlesen“ von Kositza und Sommerfeld ist hier erhältlich!