Von NADINE HOFFMANN | Verzeihen Sie, wenn ich zum Ende des Jahres philosophisch werde. Auch an mir geht die vorweihnachtliche „Gefühlsduselei“ nicht vorbei. Und immerhin passt das Thema zu dieser Zeit, es geht etwas vorbei, etwas anderes beginnt und dazwischen steht das Innehalten.

Eine der ersten, mir später bewusst gewordenen Gefühle nach der Wende war das Staunen über die (vermeintliche) Erfolgssträhne des Westens.

Es ging immer nach oben, man war immer erfolgreich, es gab keine Zweifel, es gab kein Scheitern. Das von Höhen und Tiefen geprägte Leben schien sich auf überirdischem Level zu bewegen und sich nirgends als Falte auf der Stirn abzuzeichnen. Zunächst war diese Täuschung faszinierend, dann folgten Desillusion und Abkehr. Denn die Aalglätte war das Fehlen von Tiefe, nicht die Spiegelung des Inneren.

Damals war ich zu jung, um zu merken, dass das, was wie der goldene Spiegel des Dorian Gray glänzte, ein mit Aufwand ausgearbeitetes Zerrbild des Menschen darstellte, der in einer Gesellschaft voller künstlicher Höhen mithalten wollte. Um den Preis der Selbstverleugnung. Oder weil das gierige Ego es so wollte.

Wenn ich mir eine Eigenschaft von damals bewahrt habe, dann die, dass mir Leute, die sich nie infrage stellen, suspekt sind. Ich rede nicht von denen, die in sich selbst gekehrt Seelenhygiene betreiben und der Welt ihre Vielschichtigkeit nur nicht offenbaren, sondern von jenen, die sich tatsächlich für unfehlbar halten und alles daran setzen, dieses Eigenbild aufrecht zu erhalten, die dabei keine Skrupel kennen und auch vor Intrigen nicht zurückschrecken und dabei Schönes zerstören. Natürlich lässt sich dies sowohl auf die Politik wie auch auf das Private beziehen. Aber in der Politik ahnt man, was auf einen zukommt, privat trifft es einen, trifft es mich immer wieder wie ein Donnerschlag.

Mit Menschen, die wenigstens einmal gewaltig „auf die Fresse“ flogen (weil das Leben ihnen übel mitspielte oder sich die mühsam antrainierten Schutzmechanismen als überflüssiges Rudiment erwiesen haben) und die daraus lernten, kann man Pferde stehlen.

Fremdverschuldet oder selbstverschuldet, egal. Und Scham über eigenes Verhalten, die Vorstufe zur Besserung, gehört dazu. Es ist das wortlose Verständnis untereinander derer, die Narben auf ihrem Herzen haben, auch wenn sie dies mitunter durch Ruppigkeit kaschieren. Es ist, wenn man so will, wie mit „dem Osten“: die Leute dort wissen, dass ein System, dass man selbst scheitern kann und man weiter lebt, weil dieses System etwas Konstruiertes war, das sich nicht auf die Menschen übertragen ließ. Die einen wissen es, die anderen wollen es gar nicht wissen. Genauso gibt es Leute, die sich lieber von den penetranten Dauererfolgsinhabern als gescheitert, weil systemuntauglich, beschimpfen lassen als Fehlerlosigkeit vorzuspielen.

Der „tiefe Westen“, die grünen Vorstädte voller pensionierter Lehrer und Irgendwasmitmedienschaffender kennen diesen für sie als Schwäche geltenden Zustand nicht und halten sich weiter für das Maß aller Dinge. Dort käme man nie auf den Gedanken, dass Scheitern keine Schande ist und zum Dasein gehört, dass Vielschichtigkeit sexy ist.

Leider hat das falsche Bild auch zunehmend den Osten ergriffen und Misstrauen beherrscht die Republik. „Mut zur Schwäche“ tut Not.

Insofern ist das Scheitern notwendig, unabhängig, von welcher Seite man es betrachtet. Man kann es ja auch anderes nennen: Die Schule des Lebens. Wichtig ist, dass man Gleichgesinnte um sich hat, für die das Leben ebenso eine Ansammlung vieler Ebenen ist und keine gerade Linie der Selbstvergessenheit. Früher suchte ich solche Wesen in Büchern, mittlerweile weiß ich, dass sie leben, auch wenn sie nicht so zahlreich sind.

In diesem Sinne, ich hoffe Sie verbringen die Feiertage unter Gleichgesinnten!


(Nadine Hoffmann, geb. 1979 in Hildburghausen, ist Diplom-Biologin und wurde für die Landtagswahl in Thüringen auf Listenplatz 19 der AfD und als Direktkandidatin im Wahlkreis Hildburghausen I – Schmalkalden-Meiningen III aufgestellt. Mit einem Erststimmenergebnis von 29,0 Prozent zog sie am 27. Oktober 2019 als Direktkandidatin in den Thüringer Landtag ein)

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35 KOMMENTARE

  1. Als Ossi muss ich 15 Jahre nach der Machtergreifung von Merkel begreifen, dass ich die DDR nie verlassen habe. Die SED regiert mittlerweile nicht mehr nur auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, sondern in allen Bundesländern. Auch die Stasi wurde erfolgreich restauriert und besser aufgestellt als noch vor 30 Jahren.

  2. Frau Dr Merkel scheitert mit Leidenschaft.

    Wer es nicht glaubt, sucht kurz nach den Stichworten „Merkel macht zur Chefsache“.

    Eine fantastische Ansammlung von gescheiterten Plänen. Alles, buchstäblich alles ist gescheitert was Frau Dr Merkel selber zur Chefsache erklärte und lösen wollte. Die Links sind eine einzige Ansammlung von Peinlichkeiten. Erstaunlich, dass diese Unfähige immer noch so fest im Sattel sitzt.

    Trotzdem Frau Dr Merkel dauernd auf die Fresse fällt, kann man mit ihr immer noch keine Pferde stehlen.

  3. Das Scheitern muss man einkalkulieren. Es klappt nicht immer alles. Eine Firmengründung kann scheitern, dann gibt es viele, die sind schadenfroh, sie kann auch gelingen, dann sind viele neidisch. Die Angelsachsen sehen das nüchterner und das finde ich gut so.

  4. Trotzdem Frau Dr Merkel dauernd auf die Fresse fällt, kann man mit ihr immer noch keine Pferde stehlen.

    Ich würde auch ohne Frau Merkel keine Pferde stehlen.

  5. Was ist das für ein aufgezwungenes Schmutzzwangslügenfernsehen?
    Gerade „Berlin Direkt“. Antisemtismus in DE wurde tatsächlich auf die AfD zurechtgeschustert. Kein Sterbenswort über den ständig steigenden Import von moslemischen Antisemiten. Die indische oder was auch immer Moderatorin hat eine fürchterlich schräge Brücke gebaut, der sie wahrscheinlich selbst nicht traut.
    Schaut Euch den Müll in der Mediathek selbst an. Ich kann nicht mehr, jeden Tag eine neue Unverfrorenheit gegen die AfD seitens des „Demokratiezwangsfernsehens“.

  6. Sieh´ mal einer an ….
    Taqiyya?

    .

    „Oberbürgermeister Onay: „Hannover ist etwas Besonderes“

    Einige Hundert Menschen haben am Sonntag auf dem Opernplatz das jüdische Chanukka-Fest gefeiert. Oberbürgermeister Belit Onay bekräftigte die Verbundenheit Hannovers: „Die Stadt feiert mit Ihnen.“

    „Diese Kulisse zeigt, dass Hannover etwas Besonderes ist“: Oberbürgermeister Belit Onay (Mitte) war erstmals zu Gast beim Chanukka-Fest, Zuhörer sind Rabbiner Benjamin Wolff (links) und Ministerpräsident Stephan Weil. Quelle: Christian Behrens
    Hannover
    Die Zahl der Oberbürgermeister, die Rabbiner Benjamin Wolff beim traditionellen jüdischen Chanukka-Fest auf dem Opernplatz empfangen konnte, wächst. Seit 13 Jahren trifft sich die Gemeinde in der Mitte der Stadt, Belit Onay war am Sonntag bereits der dritte Rathauschef auf dem Podium. Wie seine Vorgänger Stephan Weil und Stefan Schostok entflammte Onay eine Kerze auf der leuchtenden Menora.
    Land will jüdische Gemeinden stärker unterstützen
    Zuvor hatte Rabbiner Wolff am frühen Abend einige Hundert Menschen in gewohnter Art begrüßt: „Dass so viele Menschen aus so vielen Religionen feiern, das ist ein Wunder. Die Dunkelheit vertreiben wir mit Licht.“ Weil, mittlerweile als Ministerpräsident regelmäßiger Gast der Chanukka-Feier, nahm das Motiv auf. „An Dunkelheit hat es in diesem Jahr nicht gemangelt.“ Er erinnerte an Angriffe auf Kippa tragende Juden „und den Tiefpunkt Halle“. Er kündigte an, dass das Land Niedersachsen bei Antisemitismus nicht tatenlos zusehe. „Wir werden die Unterstützung für die jüdischen Gemeinden verstärken. Wo nötig, mit mehr Sicherheitskräften.“

    Belit Onay, wie Stephan Weil trug er eine Kippa, freute sich über die zahlreichen Gäste vor der Oper. „Diese Kulisse zeigt, dass Hannover etwas Besonderes ist.“ Man lebe in einer bunten Gesellschaft, und wollten Rechtsextreme marschieren, seien aus dem Stand viele Tausend Menschen dagegen auf der Straße. „Antisemitismus ist ein Problem der gesamten Gesellschaft“, sagte Onay.

    Fürst will Partnerstadt aus Israel

    Michael Fürst, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hannover, gab dem Oberbürgermeister eine Art Arbeitsauftrag mit auf den Weg. Er erinnerte daran, dass die Stadt „noch immer“ keine Partnerschaft mit einer israelischen Stadt habe.

    Das Chanukka-Fest dauert acht Tage, in diesem Jahr vom 22. Dezember bis zum 30. Dezember, an jedem dieser Tag wird eine Kerze angezündet. Es soll an die Freiheit der Religionsausübung und den Sieg des Geistes über die Diktatur erinnern. Am Sonntag wurde Chanukka mit Musik und Tanz und Geschenken für die Kinder gefeiert.“
    Von Gunnar Menkens
    https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Chanukka-Fest-auf-dem-Opernplatz-Hannover-ist-etwas-Besonderes

  7. Islamistengruss und Propagandarede
    Erdogan warnt Türken in der Schweiz vor Integration

    Linientreue Auslandstürken waren schon immer Erdogans Ideal. Bereits 2008 rief er seinen Landsleuten bei einer Rede zu: «Niemand kann erwarten, dass Sie sich einer Assimilation unterwerfen. Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!»

    Als Verbindungsmann im Hintergrund agierte der Aargauer Murat Sahin, Erdogans verlängerter Arm in der Schweiz. Sahin ist langjähriger Präsident der Union Internationaler Demokraten, einer Lobbyorganisation der türkischen Regierungspartei AKP. Er pflegt enge Beziehungen zum Machtapparat von Ankara.

    Auf Facebook schwor er Erdogan bedingungslose Treue: «Solange ich atmen kann, werde ich mit meinem ganzen Dasein dort stehen, wo du mir befiehlst, und zusammen mit dir auf diesem Weg kämpfen!»

    https://www.blick.ch/news/schweiz/westschweiz/islamistengruss-und-propagandarede-hier-warnt-erdogan-tuerken-in-der-schweiz-vor-integration-id15675869.html

  8. Die Möglichkeit des Scheitern ist zwingend notwendig für die Weiterentwicklung von Personen, Systemen, Gesellschaften, etc.
    Die Realität in all ihrer Komplexität kann in Wirklichkeit nur durch Trial und Error gemeistert werden.
    Selbst die Theorien der Physik wurden auf erstaunlich krummen Wegen mit viel Probieren, mit vielen Sackgassen und Irrtümern entdeckt; das glatte, elegante Bild der fertigen Theorien täuscht über diesen holprigen Prozess hinweg.
    Die gesamte biologische Evolution beruht auf Trial und Error (Richard Dawkins: Der blinde Uhrmacher).

    Und deswegen ist Meinungsfreiheit extrem wichtig für eine Gesellschaft.
    Meinungsfreiheit bedeutet Diskussion und Ausprobieren.
    Meinungsfreiheit bedeutet daher auch das Recht auf Irrtum.
    Ohne Meinungsfreiheit wird eine Gesellschaft bestenfalls stagnieren, schlimmstenfalls untergehen.

    Ganz wichtig ist natürlich, dass man aus Fehlern lernt.
    Und da habe ich leider starke Zweifel.

  9. Naja, könnte was „Philosophisches“ sein. Entschuldigt bitte, aber das hört sich für mich eher nach „midlife crisis“ an.

  10. Der „tiefe Westen“, die grünen Vorstädte voller pensionierter Lehrer und Irgendwasmitmedienschaffender kennen diesen für sie als Schwäche geltenden Zustand nicht und halten sich weiter für das Maß aller Dinge. Dort käme man nie auf den Gedanken, dass Scheitern keine Schande ist und zum Dasein gehört, dass Vielschichtigkeit sexy ist.

    Leider hat das falsche Bild auch zunehmend den Osten ergriffen und Misstrauen beherrscht die Republik. „Mut zur Schwäche“ tut Not.
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    Was für ein Blödsinn. Was hat bitte aufgeblasene, immer-tolle Borniertheit mit Ost und West zu tun? Sie ist weder im Westen geboren und zuhause, noch hat sie den Osten leider auch ergriffen. Die gibt es hier wie da. Ich kenne hochgepushte, gender-lesbische „Wissenschaftlerinnen“, die mit ihrer 30-jährigen „Lebenserfahrung“ jeden gestandenen Mann selbstbewußt unter den Tisch quatschen (zumindest meinen sie das). Die stammen aus dem Osten, was aber kein Hindernis ist, sich für das Maß aller Dinge zu halten. Ebenso kamen nach der Wende promt Sanierer in westdeutsche Unternehmen, die Methoden anwandten, von denen man hier schon vergessen hatte, daß es sie gibt (alte Stasioffiziere). War damals auch ein schönes neues „Maß aller Dinge“.

  11. Das Scheitern gehört zum Leben. Das stellt die Autorin sehr gut dar. Entscheidend ist, wie man damit umgeht. Es beginnt mit dem Eingestehen einer Niederlage, geht weiter mit dem Nachsinnen, was man falsch gemacht hat, über die Schmerzen hilft oft ein wenig Selbstironie (darin sind die Brits unschlagbar), manchmal muss man sich einfach mit Demut und Bescheidenheit mit einem Platz zufrieden geben, der nicht ganz vorne ist.

    Am besten zeigt sich das beim Sport. Wer keinen Willen zum Sieg mitbringt, hat schon verloren. Die Mutter, die ihrem Jungen erklärt, dass es im Fussball nicht auf das Gewinnen ankommt, sondern auf die Teilnahme, muss sich nicht wundern, wenn er mit der Fresse in der Pfütze landet und sollte ihn lieber zum Ballettunterricht schicken. Freilich wird nicht jeder als Beckenbauer, Maradona oder Messi geboren. Wichtig ist, aus den gegebenen Talenten möglichst viel zu machen, vielleicht die Sportart zu wechseln, dabei den Spass und den Humor nicht zu verlieren und sich irgendwann selbst richtig einzuschätzen. Das alles meine ich auch im übertragenen Sinne.

    Das wichtigste ist, mit der Niederlage seinen Frieden machen zu können.

  12. “ Früher suchte ich solche Wesen in Büchern, mittlerweile weiß ich, dass sie leben, auch wenn sie nicht so zahlreich sind.“

    Man findet sich. Früher oder später.

    Schöner Beitrag übrigens.

  13. @Nadine Hoffmann: „In diesem Sinne, ich hoffe Sie verbringen die Feiertage unter Gleichgesinnten!“ – Na, schönen Dank auch, bloß nicht !????? ?? – Gott behüte! Schon lange habe ich keine “Freunde“ mehr. Heute waren Gratulanten hier, und ich habe mich mehr geärgert als gefreut. Ich ziehe als Gesellschaft meinen göttlich angetrauten Mann vor und unsere vielen Tiere – vice versa.
    Frei nach Schopenhauer hat die menschliche Einsamkeit nämlich zwei große Vorteile, erstens, daß man alleine und zweitens daß man nicht mit anderen zusammen ist.
    Chanukka Sameach!

  14. Fein geschrieben!; und es hätte ruhig an Text länger sein dürfen, die Gedankendichte gäbe locker mehr Artikel her (das ist doch eine schöne Art der Kritik, mehr vom Guten einzufordern).

  15. Aus dem Artikel:

    Mit Menschen, die wenigstens einmal gewaltig „auf die Fresse“ flogen (weil das Leben ihnen übel mitspielte oder sich die mühsam antrainierten Schutzmechanismen als überflüssiges Rudiment erwiesen haben) und die daraus lernten, kann man Pferde stehlen.
    ——–

    Meine Erfahrung ist, dass die Wenigsten aus ihrem Scheitern lernen und man mit denen Pferde stehlen kann. Viele sind nach ihrem Scheitern eher hinterhältig, link und abgebrüht. Klar, die wollen u.a. ihr Scheitern vertuschen und die Starken spielen. Ich gehe solchen Menschen möglichst aus dem Weg, denn die schaden mir nur und ziehen mich auch noch runter.

  16. Die eine Idee des Textes – daß man die Vielschichtigkeit des Lebens und die anderer Personen erst erkennt, wenn man mal ganz „oben“ und ganz „unten“ gewesen ist – werden wohl viele hier wahrlich unterschreiben können. Aber das ist kein „Ost/West“ Ding. Auf eine merkwürdige Art erwischt es die meisten von uns, egal, wo man seine Kindheit und Jugend verbracht hat.

    Ich habe Mitte der 2000er Jahre mal ein Jahr in einer WG am Alexanderplatz gelebt, zusammen mit einer Iranerin, die mit Foroutan bekannt war; das „Alexa“ wurde gerade gebaut, wir schauten dabei zu. Foroutan hatte gerade promoviert, war nun in Berlin und brauchte ein Fahrrad. Wir hatten eines in einer Kellerecke stehen und machten es wieder flott für sie – „um ihrer schönen Augen willen“ wie ich gerne eingestehe.

    Es ist sonderbar, daß ihre Arbeit heute darin besteht, einen Keil zwischen West- und Ostdeutsche treiben zu wollen, während ich, in der AfD engagiert, das Glück habe, täglich gegen die sinistre Ideologie des Multikulturalismus wirken zu können.

    Foroutan (MHG, Beredsamkeit, gewinnendes Äußeres) hatte alles, um eine Zukunft zu schaffen, in der Rechte keine Rolle mehr spielen würden, in der man diese entgültig an die Wand gequetscht hätte. Nur leider lag in der besagten WG inzwischen die „Junge Freiheit“ im Briefkasten, die ich bestellt hatte. Weil langsam Metal – „Valkyrie rising“ – an die Stelle der Opiumphantasien, des „Orientalismus“ trat.

  17. Die Bundesrepublik hatte etwas, woran sie sich messen konnte, nämlich die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die Bundesrepublik konnte nicht scheitern, weil sie es nicht wollte, weil sie nicht so wie die DDR werden wollte. Überall war in der DDR das Scheitern des Kommunismus zu beobachten, und das westdeutsche System war besser, objektiv und subjektiv.

    Und jetzt, nachdem es die DDR nicht mehr gibt, gibt es auch kein schlechtes Beispiel mehr und die Bundesrepublik selbst wird nun zu einer großen DDR. Man will einfach wieder einen Versuch machen und es „besser“ machen. Damit ist ein Scheitern nicht nur möglich, sondern vorgegeben. Denn der Kommunismus ist immer und überall ein Verbrechen und immer und überall Armut für alle. Und bisher verantwortlich für viele Millionen von Toten.

  18. Sehr schöner Artikel, der zum Nachdenken anregt und einiges ins Bewußtsein rücken kann.
    Für mich war und ist das Streben nach immer „mehr“ nach wie vor nicht zu begreifen. Mit der Schnelligkeit der letzten Jahrzehnte hat der normale Mensch doch seine Schwierigkeiten. Er wird einem Druck ausgesetzt, dem er eigentlich gar nicht standhalten will. Was muß er alles aufgeben. Z. B., was es heißt, seine Eltern und Großeltern im Haus zu haben, für sie da zu sein und umgekehrt. Zu sehen, wie Großeltern sich um die Enkel kümmern, wie sich gegenseitig gekümmert wird. Das kann und will eine junge Familie heute nicht mehr leisten, weil der Druck zu groß ist, erstens Geld herbeizuschaffen für Hauskredit, Miete, Lebenshaltungskosten und zweitens, mitzumischen im Konsumgeschehen. Da bleiben „Alte“ auf der Strecke. Für die ist keine Zeit da.
    Die Gier nach „mehr und höher“ spielt da eine große Rolle, weil sie verbunden wird mit dem herrschenden Zeitgeist von Unabhängigkeit. Die daraus entstehende Abhängigkeit wird nicht erkannt. Nach wie vor.
    Ich verstehe auch, was die Autorin damit meint, daß man Pferde stehlen kann mit Menschen, die schon mal „unten“ waren. Ich differenziere hier aber, da bin ich sehr vorsichtig geworden, weil überhebliche Menschen selten aus ihrer Lebenserfahrung lernen. Nicht nur Mut zur Schwäche, vor allem Demut tut Not.
    „Früher suchte ich solche Wesen in Büchern, mittlerweile weiß ich, dass sie leben, auch wenn sie nicht so zahlreich sind.“
    Ein wahrer Satz.
    Danke für den Artikel.
    Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

  19. Erika Steinbach ist heute vormittag im Deutschlandfunk

    Kontrovers 10:10 h

    Politisches Streitgespräch mit Studiogästen und Hörern

    Beschimpfen, bedrohen, ausgrenzen – Wie tief ist Deutschland gespalten?

    Gesprächsgäste:
    Stephan Grünewald, Geschäftsführer des Markt- und Medienforschungsinstituts rheingold
    Ruprecht Polenz, ehemaliger CDU-Generalsekretär
    Erika Steinbach, Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung
    Am Mikrofon: Martin Zagatta

    Hörertel.: 00800 – 4464 4464
    kontrovers@deutschlandfunk.de

    Wie tief ist Deutschland gespalten?

    https://www.deutschlandfunk.de/programmvorschau.281.de.html

  20. Vielen Dank liebe Frau Hoffmann für ihren Beitrag.
    Obwohl meine Nichte im Ausländeramt arbeitet und unsere neuen Mitbewohner empfängt, darf ich das Thema nicht ansprechen. Ihre Eltern sehen das nicht so tragisch und haben auch keine Ahnung was da auf uns zukommt. Gehören auch zu denen, welche viel herumreisen. Ich bin also leider
    nicht unter Gleichgesinnten. Werde das Buch „Mein Weckruf für Deutschland – Neverforgetniki“
    verschenken – mit Vorwort von der Lehrerin Petra Paulsen.
    Das Buch von Petra Paulsen „Deutschland ausser Rand und Band: Zwischen Werteverfall, Political (In) Correctness und illegaler Migration hatte ich letztes Jahr auch an Bekannte verschenkt. Leider bis heute ungelesen, wurde mir gesagt. Diese Leute haben Angst, dass sie ihre Komfortzone verlassen müssen.

    Dafür freue ich mich wieder auf die Stammtische der AfD mit einem jungen Bundestagsabgeordneten. Ich habe den damals 23-jährigen schon 2012 auf einem Freidenker Stammtisch kennengelernt. Er erzählte damals, dass er mit 18 Jahren schon über 9/11 Bescheid wusste.
    Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches neue Jahr 2019.

  21. Vielen Dank für Ihren Beitrag, Frau Hoffmann.

    Nicht nur tut es immer gut, offene und ehrlichen Artikel zu lesen, sie tragen meiner Meinung nach auch wesentlich dazu bei, die Ursachen zu verstehen, welche unser Land an den Rand einer Katastrophe gebracht haben.
    Die Berichterstattung über den Alltagswahn und den ständigen Terror ist wichtig zur Information und Dokumentation, werden aber oft nur als Sensationstourismus konsumiert. Die schier übermächtige PC kann nur besiegt werden, wenn es gelingt, die Zusammenhänge zu begreifen, welche dazu geführt haben, dass solche unfähigen Figuren so viel Macht erringen konnten.

    Ihre Beschreibung von Scheitern und Erfolg, Frau Hoffmann, ist ein wichtiger Mosaikstein, die Wirkungsmechanismen zu verstehen, um diesen schrecklichen Zustand verändern zu können. Nur durch zielgerichtetes Handeln kann ein scheinbar übermächtiger Gegner besiegt werden. In Wahrheit ist er ein charakterschwacher, phrasendreschender Papiertiger.

    Vielen Dank und Gesegnete Feiertage!

  22. „Es ging immer nach oben, man war immer erfolgreich, es gab keine Zweifel, es gab kein Scheitern. Das von Höhen und Tiefen geprägte Leben schien sich auf überirdischem Level zu bewegen und sich nirgends als Falte auf der Stirn abzuzeichnen. Zunächst war diese Täuschung faszinierend, dann folgten Desillusion und Abkehr. Denn die Aalglätte war das Fehlen von Tiefe, nicht die Spiegelung des Inneren.“
    —————————————————–
    Tja, das waren die 80er. Bret Easton Ellis „Unter Null“.
    Geile Zeit. 🙂

  23. johann 23. Dezember 2019 at 01:11
    Erika Steinbach ist heute vormittag im Deutschlandfunk. Kontrovers 10:10 h
    Politisches Streitgespräch mit Studiogästen und Hörern
    Hörertel.: 00800 – 4464 4464 kontrovers@deutschlandfunk.de
    —————————
    Da kommt man kaum durch. Die haben ihre eigenen Anrufer.
    Ansonsten muss man vor der Liveschaltung irgendetwas hirnloses von den Linken oder Grünen schwafeln.
    Sonst kommt man nicht durch.
    Wenn man durch gekommen ist, kann in der Sendung Tacheles reden!

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