„Greta und Kenny hassen E-Scooter“

Hamburg: War E-Scooter-Demolierer ein FFF-Aktivist?

In der Nacht zum Sonntag sind in Hamburg mehrere E-Scooter beschädigt worden, wie der NDR berichtet:

Gegen 4.15 Uhr wurde ein 24-Jähriger am Jungfernstieg von Zeugen dabei beobachtet, wie er mehrere E-Scooter den Treppenabgang zur U-Bahn-Station hinunterwarf. Die Polizei nahm ihn daraufhin fest. Zeitgleich meldeten sich mehrere Zeugen bei der Polizei und gaben an, dass ein junger Mann bereits gegen 3.40 Uhr E-Scooter von der Brücke bei den St. Pauli Landungsbrücken auf die Fahrbahn geworfen habe. Ihre Beschreibungen passten zu dem Verdächtigen.

Der NDR rapportiert also brav, wer da wann, wo, was gemacht hat, vier der sieben journalistischen „W-Fragen“. Einige fehlen jedoch, zum Beispiel „Warum?“ Also, warum schmeißt einer E-Scooter einen Treppenabgang hinunter und keine Mülltonnen oder Fahrräder? Was ist das Besondere an den Rollern?

Der NDR fragt nicht nach und die Polizei gibt sich ebenfalls verwundert bei der Motivsuche: „Laut Polizei besteht der Verdacht, dass der Mann psychisch krank ist“, zitiert der NDR die ahnungslosen Kollegen bei der Wahrheitssuche. So wie immer, wenn es Denkverbote gibt, kann man sich nahe liegende Lösungen nicht vorstellen, weil sie dem eigenen Weltbild widersprechen, wir kennen das von anderen Gelegenheiten. Wir helfen aber dem NDR und auch der Polizei mal auf die Sprünge:

Die edlen FFF-„Aktivisten“, die über jeden Zweifel erhaben und von jeder Kritik ausgenommen sind, diese Supermoralisten, an denen weder Polizei noch Fernsehen auch nur den Hauch einer Kritik wagen, die haben in ihrer Einteilung der Welt in Gut und Böse die E-Roller auf die Seite des Teufels gestellt.

Angeregt durch das letzte Propaganda-Video des WDR und in Absprache mit den gewaltbereiten Kollegen von der Antifa wurden die E-Roller bzw. ihre Besitzer als „Klimaschweine“ klassifiziert:

Auf der Plattform „Indymedia“ rufen die Vandalen zur politisch motivierten Sachbeschädigung auf. […] Unter der Überschrift „Greta und Kenny hassen E-Scooter“ wird darauf hingewiesen, dass die neuen Leihroller umweltschädlicher sind als gedacht. Die Roller verschleißen schnell und die Rohstoffe für die Batterien, die verbaut werden, belasten die Umwelt. Die E-Scooter seien deshalb „Klimaschweine“.

Als Mittel gegen die E-Scooter werden unter anderem […] das Anbinden gleich mehrerer Roller durch Kabelschlösser oder aber eine besonders radikale Lösung [angegeben]: „In vielen Städten Europas werden die Scooter in Gebüschen oder Flüssen versenkt.“ Insbesondere in Paris wurden in den vergangenen Monaten tatsächlich viele Roller in die Seine geworfen, wie diverse Medien berichteten. In Marseille landeten die Scooter im Hafenbecken.

Auch das Durchschneiden von Bremskabeln haben die edlen Kämpfer für eine bessere Welt schon praktiziert und man mag sich dann nur wünschen, dass es letztendlich eher solche Verbrecher in den Rollstuhl verschlägt, nach einem Unfall mit Querschnittslähmung, als die ahnungslosen Opfer dieser „Klimaschützer“.

Aber menschlich ist es den radikalen Fanatikern soundso egal, wen sie wie schädigen, ob nur materiell oder an Leben und Gesundheit, ebenso natürlich wie die Umweltverschmutzung, die sie durch das Versenken der E-Scooter in Gewässern bewirken. Die Akkus seien hochgiftig und belasten das Wasser im Hafenbecken, gibt n-tv in seinem kritischen Artikel zu bedenken. Doch selbst das ficht echte FFF-Aktivisten nicht wirklich an.