Integrationsdesaster im hohen Norden

Die grüne Vollverschleierungs-Komödie

Von WOLFGANG HÜBNER | Deutschland macht dank der Grünen jeden Tag wundersame Fortschritte: Nun steht sogar schon die Vollverschleierung junger muslimischer Schülerinnen und Studentinnen in Frage! Winfried Kretschmann (Ministerpräsident), Cem Özdemir (Flugmeilenkönig), Robert Habeck (Kanzlerkandidat) und auch Katharina Fegebank (kurz vor der Hamburg-Wahl) sind dagegen oder tun wenigstens so. Das ist lustig. Denn gibt es doch wenig Zweifel, dass es ohne die langjährige grüne Anti-Integrationspolitik ein Problem überhaupt nicht geben würde, das ausgerechnet die Multikulti-Vielfalt-Partei nun lösen will. In einem auch nur halbwegs normalen Land wäre den Grünen lautes Hohngelächter der politischen Konkurrenz und der kritischen Medien gewiss bei diesem Unterfangen, Herausforderungen zu meistern, die von dem grünen Wahnsinn erst geschaffen wurden.

Nicht so in Merkel-Deutschland. Hier finden in Hamburg und Kiel aufgeregte Parteisitzungen und Koalitionsrunden statt, weil eine 16-jährige Schülerin in Hamburg und eine studierende deutsche Konvertitin in der schleswig-holsteinischen Hauptstadt nur totalverhüllt am Unterricht bzw. Studium teilnehmen wollen. Da irrlichternde Gerichte unter Verweis auf fehlende Gesetze und den Klassiker „Religionsfreiheit“ den jungen gesichtsverweigernden Damen Recht gegeben haben, müssen nun Gesetze verändert werden. Damit tun sich vor allem die Grünen im hohen Norden ganz schwer. Und in Kiel müssen deshalb CDU und FDP ihre Koalitionspartner anbetteln, doch bitte etwas Vernunft zu zeigen, damit das deutsche Integrationsdesaster nicht allzu sehr ins Gerede kommt.

Wenn nun Winfried Kretschmann dröhnt: „In einer offenen Gesellschaft muss man sein Gesicht zeigen“ und Katharina Fegebank bekennt: „Burka und Niqab sind für mich Unterdrückungssymbole“, dann sollte sich niemand über die niederen Motive solcher späten Einsichten Illusionen machen. Denn Kretschmann will 2021 Ministerpräsident bleiben; Fegebank die Wahl im Februar gewinnen; Habeck, unrasierter Medienliebling aus Kiel, hat die Umfragen im Blick, aber seine Heimatfraktion nicht im Griff; Özdemir will unverändert Karriere wie und wo auch immer machen.

All diese grünen Spitzengewächse hätten seit vielen Jahren jede Gelegenheit gehabt, sich öffentlich und offensiv gegen die Islamisierung samt Vollverschleierung Deutschlands auszusprechen. Sie haben es nicht oder bewusst sehr leise getan. Deshalb ist die grüne Inszenierung der Vollverschleierungs-Besorgnis nur billige Komödie oder, etwas grob gesagt, nur eine freche Publikumsverarschung und deshalb völlig unglaubwürdig. Das wissen übrigens sogar die radikalislamischen Idlib-Syrer, wenn sie derzeit im Chor rufen: „Berlin, Berlin, wir wollen nach Berlin!“


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.