Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen...

Rassismus-Alarm in Mannheim: „Sarotti-Mohr“ soll verschwinden

Von CANTALOOP | Kein Platz für Rassismus! Die im Foyer der Mannheimer Event-Location „Capitol“ befindlichen Werbefiguren des über 100 Jahre alten Aushängeschildes von Sarotti sollen nun auf Wunsch zahlreicher Eiferer, die darin rassistische Stereotype zu erkennen glauben, komplett verschwinden.

Bis es so weit ist, wurden die seit Jahrzehnten dort befindlichen Werbeträger erst einmal verhüllt, um selbige so aus der „Schusslinie“ zu nehmen. Auch die 1864 gegründete, ehemals in der Berliner Mohrenstraße ansässige Schokoladenmanufaktur mit dem Traditionsnamen, die mittlerweile allerdings in belgischen Händen ist, wird von „besorgten Aktivisten“ mit dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit konfrontiert.

Es geht zuvorderst um die Auslöschung deutscher Kultur und Werte

Da verstehen sie keinen Spaß – und kennen keine Gnade, die Tugendwächter des neuen, geläuterten und überaus bußfertigen Deutschlands. Mea Culpa! Symbole aus der Kolonialzeit gehören ihrer Ansicht nach rigoros abgeschafft, ohne Wenn und Aber. Traditionen, Sitten und Gebräuche sollen hierzulande idealerweise keine Rolle mehr spielen. Außer natürlich, es sind die Gepflogenheiten und Riten der Eingewanderten. Ganz im Sinne einer einmaligen, bunten und zutiefst demütigen Gesellschaft von Restdeutschen. Von „Weltbürgern“ ohne anrüchige Vergangenheit – und demzufolge auch ohne Zukunft.

Wie geht es nun weiter in der Mohren-Causa? Ein Grünen-Stadtradt ist der Wortführer einer empörten Schar von besonders Anständigen. Deren Gruppe „Monnemer of Coulors“ sieht seit kurzem in der drolligen Werbefigur einen Angriff auf Dunkelhäutige und kritisiert gleichwohl das rassistische Bild. Das Zurschaustellen des „dienstbaren Negers“ erinnere an Sklaverei und Kolonialismus. Das „Capitol“ will jetzt das Schicksal ihrer Sarotti-Mohren am runden Tisch debattieren. Sollten die Werbeträger ins Museum müssen, kann es auch fürs „Mohrenköpfle“ eng werden; das Ur-Mannheimer Café, nur einen Steinwurf vom „Capitol“ entfernt.

Hektischer Aktioninsmus der edlen Rassimusbekämpfer

Bis zum 8. März findet im so gescholtenen Mannheimer Capitol wieder die beliebte Veranstaltungsreihe „Kein Platz für Rassismus“ statt. Für Menschen, die sonst keine Sorgen mehr haben.

So lange soll der „Sarotti-Mohr“ auf jeden Fall verhüllt bleiben. Anschließend soll das putzige Kerlchen nebst Schriftzug wieder im Original zu sehen sein, bevor es erneut verändert wird.

Vielleicht ist dies nur eine unscheinbare Regionalmeldung am Rande. Nichtsdestotrotz: wenn tatsächlich Begrifflichkeiten wie Neger, Mohrenkopf, Zigeunerschnitzel und ähnliches die wohlmeinenden Gutbürger so aufregen, dass man diese Banalitäten am liebsten vollumfänglich ausmerzen möchte, dann befindet man sich zweifellos im kuriosesten Deutschland, dass es je gegeben hat. Und was erregt als Nächstes euren Unmut, werte Linksbürger? Vielleicht Shakespeares Othello? Pippi Langstrumpf? Man darf gespannt sein.