Irritierende Aussagen von Volker Bouffier

Ein Politikertod, der nach Aufklärung verlangt

Von WOLFGANG HÜBNER | Der hessische Finanzminister Thomas Schäfer ist tot aufgefunden worden (PI-NEWS berichtete). Die Umstände, Schäfers Leiche wurde an einer Bahnstrecke gefunden, sollen für einen Selbstmord sprechen. Der CDU-Politiker, verheirateter Vater von zwei Kindern und nicht als krank oder depressiv bekannt, war erst 54 Jahre alt. Er galt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Volker Bouffier im Amt des hessischen Ministerpräsidenten.

Bouffier hat in seiner Reaktion auf den Tod des Ministers Formulierungen gebraucht, die Fragen aufwerfen. Demnach habe Schäfer „bis zuletzt Tag und Nacht dafür gearbeitet, diese Krise finanziell und organisatorisch zu bewältigen“. Er soll große Sorgen gehabt haben, die Erwartungen der Bevölkerung in Bezug auf finanzielle Hilfen nicht erfüllen zu können. „Ich muss davon ausgehen, dass ihn diese Sorgen erdrückt haben. Er fand keinen Ausweg mehr, er war verzweifelt und ging von uns. Das erschüttert uns und mich.“

Ob sich Bouffier in seiner Stellungnahme auf einen möglichen Abschiedsbrief Schäfers bezieht, ist derzeit nicht bekannt. Sicher ist aber: Wenn sich ein Politiker im besten Alter mit hervorragenden Karriereaussichten und noch kleinen Kindern plötzlich umbringt, dann sind die möglichen Ursachen dieses tragischen Todes von öffentlichem Interesse. Das gilt umso mehr, da Schäfer auch in einen CDU-Skandal um eine Villa in Marburg verwickelt war, in der sein Wahlkreisbüro untergebracht ist. Die Immobilie hatte jahrzehntelang in den Vermögensbilanzen der Partei gefehlt. Deswegen hat die CDU nun Strafgelder zu erwarten.

Es ist aber mehr als zweifelhaft, ob dieser wenig spektakuläre Skandal Schäfer sonderlichen Schaden hätte zufügen können oder gar als Motiv für seinen Selbstmord in Frage käme. Wesentlich irritierender sind die Aussagen Bouffiers, der den Tod seines Parteifreundes in direktem Zusammenhang mit den finanziellen Folgen der Virus-Krise bringt. Ein mit allen auch unsauberen Wassern gewaschener Politiker wie Bouffier macht das nicht leichtfertig: Entweder hat Schäfer dieses Motiv tatsächlich dokumentiert. Oder der Ministerpräsident will aus der Tragödie noch politisches Kapital schlagen.

Die erste Möglichkeit wäre für die Bürger mehr als beunruhigend, die zweite mehr als verwerflich. Es besteht also Grund genug, die Hintergründe dieses Todes zu klären. Fest steht jedenfalls: Wären diese Hintergründe nur ganz privater, intimer Natur, hätte sich Bouffier deutlich anders ausgedrückt in seiner Reaktion auf den Tod von Finanzminister Thomas Schäfer.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.