Trumps Lieblingssender vielleicht bald mit deutscher Filiale

Fox News contra ARD und ZDF – helfen uns die Amis noch einmal?

Von DR. VIKTOR HEESE | Die Corona-Hysterie hat derzeit alle wichtigen Themen verdrängt. So wurde kürzlich an den Medien vorbei die GEZ-Erhöhung ab 2021 wie gehabt durchgewunken. Einige Wochen zuvor blieb ebenso fast unbemerkt die spektakuläre Bitte deutscher Juden an US-Botschafter Grenell, sich bei US-Präsident Donald Trump für ein Äquivalent von Fox News in Deutschland einzusetzen. Wie realistisch ist diese Hoffnung? Ein Blick auf die Weltkarte zeigt, dass ein solcher Schritt eigentlich überfällig wäre, sind die Amerikaner doch selbst in der Türkei oder China präsent.

Profit, keine Missionierung – harte Wirtschaftsfakten zur Fox News

Die Jüdische Rundschau holt weit aus. Sie appelliert an die Verantwortung Amerikas – wie einst im Kalten Krieg mit dem Radio Free Europe – für die Bewahrung der Meinungsvielfalt in Deutschland.  Anders als damals sind heute keine amerikanischen Steuergelder nötig. Fox News könnte es richten.

Der weltweit ausstrahlende TV-Sender ist in Bezug auf Einnahmen, Gewinne und Zuschauerzahlen mittlerweile die Nr. 1 in den USA und finanziert sich ausschließlich aus Werbegeldern. Hinter dem großen Teich herrscht ein harter Wettbewerb und die drei Konkurrenten von Fox News – CNN, ABC und NBC – kämpfen mit dem Sender verbissen um Marktanteile. Konkrete Finanzzahlen sind nur als Schätzung zu erfahren. Mit einem Jahresgewinn von 700 Millionen Euro soll Fox News aber die Konkurrenz um Wellenlängen schlagen.

Profil – was macht „Trumps Liebling“ so beliebt?

Was die „rechten Meinungsmacher“ trotz konzentrierten Dauerbeschusses erfolgreich bleiben lässt, beschreibt sehr anschaulich der Artikel „Fox News: Die Geschichte einer Machtübernahme“ auf republik.ch. In Zeiten der Migrations- und Klimahysterie, des Multi-Kulti, Populismus und Nationalismus – erfreulicherweise auch des unerfreulichen Massensterbens linker Medienadressen – belegt FOX eindrucksvoll, wie sich das Konservative auch ohne Staatsgelder (ARD lässt grüßen!) behauptet und durchsetzt.

Die Branche kämpft gegen den erfolgreichen Parvenü daher mit harten Bandagen: Vorwürfe über Skandale, Propaganda, Fake News und nicht zuletzt hochkarätige Androhung gerichtlicher Schritte gibt es wie Sand am Meer und nicht erst seit heute.

Gewinnchancen und Zuschauerpotential in Deutschland unstrittig

Warum der US-Sender in Deutschland noch nicht Fuß gefasst hatte, bleibt ein Rätsel. Vielleicht halten die Amerikaner den deutschen Michel noch nicht reif genug für den kritischen Fernsehkonsum? Vielleicht sind sie mit ihren bisherigen Investitionen in Westeuropa (Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien) unzufrieden? Schließlich gibt es ja offiziell keine Renditezahlen.

Dennoch sei in der aktuellen Corona-Krise auch wegen der offensichtlichen Angst unserer und der EU-Eliten vor „Fake News“ aus nicht autorisierten Stellen (Alternativer Medien) folgende These gewagt: Die Gefahr, die für sie von Andersdenkenden ausgeht, ist – auch im Fox News-freien Osteuropa – klar bemerkt worden. Die Dauerkritik gegen das Politsystem und das systemhörige ARD-Monopol in Deutschland könnten in eine neue bedrohliche Phase – die „Gefahr sozialer Unruhen“ wird urplötzlich in Italien entdeckt – geraten. Das Nachfragepotential für ein unabhängiges Bürgerliches Fernsehen – und damit für üppige Werbeeinnahmen des risikobewussten Anbieters – ist gestiegen.

Fernsehen ist kein Youtube-Kanal – die New Yorker könnten die Medienlandschaft durchrütteln

Summa summarum: Die New Yorker Nachrichten- und Talk-Profis hätten das Potential, die Karten in einer von Gutmenschen, ARD und Soros beherrschten hiesigen Medienwelt krass durchzumischen. Ein TV-Sender richtet sich anders als ein Youtube-Kanal an den passiven Nachrichtenkonsumenten und ist imstande, hohe Neukundenzahlen zu akquirieren. Mit der Wut lassen sich dicke Milliarden verdienen, stellen selbst neidische Konkurrenten fest.

Bereits der erste Vergleich der Abo- und Klickzahlen der Youtube-Kanäle von ARD/ZDF und Fox News zeigt die enormen Dimensionen für eine geschäftliche Expansion in den ergiebigen deutschen Markt. Folgende Erleichterung kommt hinzu: Vor dem politischen und wirtschaftlichen Druck sowie juristischen Tricks des Establishments wären die Amerikaner schon wegen ihrer wirtschaftlichen Potenz und des Standings geschützt.

Auch wenn damit ein politischer Umsturz gänzlich unrealistisch ist und die AfD keine Verdoppelung ihres Stimmenanteils erfährt, bleibt immer noch die latente Bedrohung unserer Politeliten – wie einst das Westfernsehen für die DDR-Oberen. Der Feind sitzt dauernd im Rücken.

Die geschäftstüchtigen Amis machen ihr Geschäft mit den Werbeeinnahmen und der deutsche Michel freut sich über Merkel-Witze und Kabaretts, in denen die Arbeitsmoral der Neubürger durch den Kakao gezogen werden darf – wie wäre es mit dieser Minimalerwartung? Als klassischer Nachrichtensender ist Fox News durchaus in dieser Sparte mit ARD/ZDF gleichzuziehen.

Heute möchte der eingesperrte Untertan ohnehin zuerst Meinungen von regierungsunabhängigen (bitte kein Prof. Dr. Lesch oder der RKI-Papst Prof. Dr. Wieler!) zur „Corona-Krise“ hören, die ihm seine Bewegungsfreiheit wiedergäben.

Fazit

Die Initialidee der Jüdischen Rundschau sollte unbedingt weiterverfolgt werden. Auch ohne explizite Hilferufe kann den geschäftstüchtigen Amerikanern durch ein Aktivitätenbündel das deutsche Zuschauerinteresse an der TV-Investition (Presse, Marktanalysen, Fox News-Fanclubs, Petitionen usw.) kundgetan werden. Die Befürchtung einer zu starken Kommerzialisierung der deutschen Nachrichtenszene ist unbegründet – im Wettbewerb liefert der Anbieter dem Publikum weitgehend das, was dieses wünscht, sonst brechen die Werbeeinnahmen weg.


Dr. Viktor Heese.

Dr. Viktor Heese ist Dozent und Fachbuchautor. Spezialisiert hat er sich auf dem Gebiet der Börsen und Banken. Für Börsenanfänger hat er das Buch „Fundamental- versus Charttheorie. Methoden der Aktienbewertung im Vergleich“ (Springer 2015) verfasst. Er betreibt die Blogs prawda24.com und finanzer.eu und gibt den Börsenbrief „Der Zinsdetektiv“ heraus. Heese kommt aus Masuren und lebt seit über 40 Jahren in Köln. Kontakt: heese1@t-online.de.