In der Nacht zu Karfreitag

Schafbock in Kornwestheimer Streichelzoo grausam geschächtet

Von CANTALOOP | Für die einen mag es nur eine kleine Randmeldung aus der schwäbischen Provinz sein. Und dennoch zeigt diese mit einer beängstigenden Deutlichkeit den Grad der Verrohung, der in unserer (bunten) Gesellschaft zwischenzeitlich Usus geworden ist. Auch wenn es nicht das erste Mal ist, dass wir derartige Grausamkeiten zu lesen bekommen, so ist es doch immer wieder erschreckend, zu welchen Verhaltensweisen hier lebende Menschen imstande sind.

Ausgerechnet in einem Streichelzoo für Kinder und Jugendliche ein zahmes und zutrauliches Schaf bei lebendigem Leibe derart bestialisch zu schächten, und dessen Überreste wie Kopf und Fell, deutlich sichtbar zurück zu lassen, ist in der Tat starker Tobak und eigentlich nur von tribalistisch geprägten Stammeskulturen fernab jedweder Zivilisation bekannt.

Der Mensch als Bestie

Welch barbarisch veranlagte Personen zu solch einer abscheulichen Tat überhaupt fähig sind, mag jeder für sich selbst entscheiden. In der Meldung der Kornwestheimer Lokalpresse heißt es lapidar: „Unbekannte schächten Schafbock im Streichelzoo“.

Hört sich ein bisschen an wie die berühmt-berüchtigte „Männergruppe“.  Angesichts der Tatsache, dass ein komplettes, ausgewachsenes Schaf beim Züchter, bzw. vom Landwirt gerade einmal zwischen 100 und 200 Euro kostet, ist der finanzielle Verlust sicherlich zu ertragen. Aber, man stelle sich vor, die Betreiber des Streichelzoos – oder vielmehr die mithelfenden Kinder – finden die blutverschmierten Überreste eines ihrer geliebten Tiere auf diese Art und Weise auf. Man möchte es sich gar nicht vorstellen.

Für brutale Menschen aus völlig verrohten, zurückgebliebenen und unzivilisierten Gesellschaften mag solch ein Verhalten vielleicht angemessen sein. Nichtsdestotrotz muss die Frage speziell für Tierfreunde erlaubt sein: zu welchen Taten gegenüber Menschen sind solcherart verkommene, eiskalte Subjekte im Blutrausch ebenfalls noch willens und in der lage? Leider wird man solchen Unholden, die oftmals nicht nur wehrlose Tiere aus reinem Vergnügen quälen, nur in den seltensten Fällen habhaft.

Abschließend noch die knappe, unemotional gehaltene Meldung im Wortlaut. Man achte auch auf das Bild der verfassenden Redakteurin – allerdings ohne weitere Wertung ihrer Person:

Vermutlich in der Nacht zum Karfreitag (10.04.) haben noch unbekannte Täter auf dem Gelände der Jugendfarm Kornwestheim e.V. einen etwa zweijährigen Schafbock geschächtet. Wie die Polizei mitteilt, stand das Tier mit mehreren Artgenossen und Hühnern gemeinsam auf einem eingezäunten Wiesengrundstück. Der Zaun weise laut Polizei keine Beschädigungen auf. Möglicherweise kletterten die Täter über die Zugangstore, um so auf das Gelände der Jugendfarm zu gelangen.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurde das Tier fachmännisch ausgenommen. Das Fleisch samt Gerippe und das Blut des Schafes stahlen die Unbekannten. Das Fell, die Innereien, der Kopf und die Läufe wurden zurückgelassen. Hinweise zu der Tat nimmt der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Ludwigsburg unter der Telefonnummer 07142/405-0 entgegen.“