Kommentar zur neuerlichen AfD-Selbstzerlegung

Mit Einigkeit zurück zu Recht und Freiheit!

Von SELBERDENKER | Der patriotische Widerstand beschäftigt sich gerne damit, sich selbst zu bekämpfen. Oder sagen wir besser, er wird damit beschäftigt – und möchte es nicht merken. Der radikale Rauswurf des „Radikalen“ Kalbitz war eine falsche Entscheidung und hatte etwas von „Reinigung“. Jörg Meuthen hatte ich bislang als Teamplayer geschätzt, der für Zusammenhalt kämpft und zur sachlichen Diskussion ebenso bereit wie befähigt ist. Wer sich plötzlich als Führer aufspielt, ist mir generell unheimlich. Besonders in der kurzen Geschichte der AfD liegen von dieser Sorte schon zwei auf der Strecke. Ich hoffe, Meuthen geht diesen Weg nicht.

Die Auflösung des Flügels fand ich dagegen richtig. Die AfD muss sich zusammenraufen, statt auseinanderdriftende Clubs zu zementieren, die Ansatzpunkte für feindliche Spaltkeile sind und sich durch interne Grabenkämpfe gegenüber dem wahren Gegner zu schwächen. Das haben im Grunde auch Höcke und Kalbitz erkannt, wie es den Anschein erweckt. Beide haben sich bei Anfeindungen aus dem AfD-Westen besonnen geäußert, statt noch weiter zu eskalieren, wie es vielleicht erwartet wurde. Das rechne ich ihnen positiv an, weil es dafür spricht, dass sie nicht an Spaltung interessiert und in der Lage sind, persönliche Eitelkeiten für das Ganze zurückzustellen. Selbst nach seinem rabiaten Rauswurf hat Kalbitz sich besonnen geäußert, was von Reife und Weitsicht zeugt. Ein Punkt also für die „Radikalen“!

Schiffe versenken mit Merkel?

Deutschland fährt auf falschem Kurs! Eisberge sind in Sicht und der Rumpf des Schiffes hat bereits durch im Wasser treibende Eisschollen ernsten Schaden genommen. Kapitänin Merkel behauptet jedoch, die Eisberge gäbe es nicht und die Erschütterungen lägen nicht an ihrem Kurs, sondern allein an der aktuellen Corona-Pandemie. Die Kapitänin lässt sich kaum noch an Deck blicken und hat das Ruder festzurren lassen.

Ihr destruktiver Kurs lässt für mich inzwischen die Annahme zu, dass sie bereit ist, den Dampfer zu versenken, um die Überlebenden dann nach ihrem Willen umzuschiffen zu können. Deutschland ist jedoch ein guter, ein solider demokratischer Dampfer. Die AfD will kein neues Schiff, sie will einen anderen Kurs! Dazu muss die Kapitänin abgewählt werden, da ihr der Kurs wichtiger zu sein scheint, als das Schiff und die Menschen an Bord.

Zerstrittene Meuterer verlieren

Einige an Bord haben die Gefahr erkannt und möchten den Kurs ändern, um das Schiff zu schützen. Merkel und ihre Profiteure sind keine Herrscher durch Erbfolge, sie sind abwählbar. Das gleicht einer Meuterei auf der Titanic. Die Meuterei auf der legendären Bounty konnte nur Erfolg haben, weil im entscheidenden Augenblick die Reihen geschlossen waren und die Meuterer Rücken an Rücken aufgetreten sind. Es sah mal so aus, dass auch Meuthen das verstanden hat. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Eine repräsentative Demokratie ist nicht perfekt. Zahlreiche Beispiele dafür sitzen in den Parlamenten. Wer dort die Sessel belegt, die fetten Staatssaläre abgreift und klug schwätzen darf, muss nicht zwangsläufig besondere Eignung oder Kompetenz besitzen – weder in charakterlicher noch in fachlicher Hinsicht. Es sitzen dort vielmehr eine Menge ausgesprochener Dummköpfe. Das ist ein echtes Problem. Deshalb brauchen wir mehr demokratische Kontroll- und Einflussmöglichkeiten für den Souverän, den Bürger.

Es steht ja theoretisch auch so im guten Parteiprogramm der AfD! Doch in der Praxis hat sich bei der AfD eine gewisse Trägheit breit gemacht. Wer Berufspolitiker ist, wer seine Karriere mit der AfD verknüpft, möchte seine gewonnenen Pfründe nicht gefährden. Das ist einerseits verständlich, andererseits auch eine Gefahr. Es liegt nahe, dass es Beamte und andere AfD-Mitglieder gibt, die ihre persönliche Zukunft wegen der drohenden Verfassungsschutzbeobachtung durch Merkels Schranze Haldenwang bedroht sehen. Um das abzuwenden, sind sie bereit, Parteikollegen zu opfern und auch eine Spaltung der AfD in Kauf zu nehmen. Damit hätte Merkel ihr Ziel erreicht und ihr Ruder bliebe festgezurrt.

Es sollte uns um unsere Heimat gehen

Diese Kritik erlaube ich mir als einfaches Mitglied der AfD, das noch an die Demokratie glaubt, sich weder als besonders rechts oder besonders links sieht, sondern einfach in allen Fragen den eigenen gesunden Menschenverstand vorzieht, brav seine Mitgliedsbeiträge bezahlt, sich auf seine bescheidene Weise seit Jahren einsetzt und dafür nie irgendeine Entlohnung erhalten oder verlangt hat. Ich will einfach mein Deutschland zurück, so wie es von den Verfassern des Grundgesetzes gedacht war.

Das geht nur gemeinsam. Es geht nicht um Geld, um Egoismen, um Pfründe oder um persönliche Eitelkeiten: Es geht um unsere Heimat Deutschland! Dafür müssen die Wenigen zusammenstehen und miteinander reden, die das auch oder wenigstens nur so ähnlich sehen.

Man muss miteinander reden. Es gibt politisch viel mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes. Nur Einigkeit wird wieder zu Recht und Freiheit führen!