Buchtipp

Neues aus Absurdistan: Luc Bürgin hält der Menschheit den Spiegel vor

Von TORSTEN GROß | Sind wir noch zu retten?, fragt Bestsellerautor Luc Bürgin im Untertitel seines neuen Buches Neues aus Absurdistan, das gerade erschienen ist. Wahrscheinlich nicht, wird man als Leser nach der Lektüre antworten müssen. Was der findige Autor an Auswüchsen unserer modernen Zivilisation ausgegraben hat und mit spitzer Feder in zahlreichen Anekdoten kommentiert, lässt intelligenzbegabte Zeitgenossen mitunter sprachlos zurück.

Wussten Sie beispielsweise, dass jedes Jahr 23 Millionen Europäer krank werden und mehrere Tausend davon versterben – nicht etwa an irgendwelchen Viren, sondern an verseuchten Lebensmitteln? Dass die EU-Nuckelkettenverordnung umfangreicher ist als das deutsche Grundgesetz? Dass der von Ökologiebewegten gepriesene Jutebeutel 20.000-mal umweltschädlicher ist als eine Plastiktüte? Oder dass Google in seinem Dienst Maps internationale See- und Ländergrenzen in Abhängigkeit von der regionalen Herkunft des Nutzerzugriffs unterschiedlich darstellt?

Solche und andere Absurditäten finden sich im Buch des aus der Schweiz stammenden Autors zuhauf. Bürgin will aber nicht nur unterhalten, sondern auch aufklären. Ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten von Greta & Co. nimmt er die Klimahysterie und die Energiewende ins Visier. Er prangert politische Korrektheit und Sprachzensur an, die gerade in Deutschland immer groteskere Züge annehmen, was anhand von zahlreichen Beispielen verdeutlicht wird. Viele davon sind in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Auch der zwangsgebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk und die linkslastige Pseudo-Enzyklopädie Wikipedia bekommen ihr Fett weg.

Bürgin mokiert sich über die gerade in Deutschland ausgeprägte Regulierungswut des Staates und fördert zahlreiche Stilblüten zutage, die im deutschen Paragrafendschungel verborgen sind. Man erfährt unter anderem, dass die deutsche Straßenverkehrsordnung das Radfahren auf Helgoland verbietet, dafür aber Blinden das Parken im Halteverbot erlaubt, »soweit der Parkausweis gut lesbar angebracht ist«. Dass die Bestechung von Abgeordneten in Deutschland erst seit 2014 unter Strafe steht, dürfte eine für viele Leser überraschende Information sein. Und dass Gefängnisausbrüche in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine strafrechtlichen Konsequenzen für die entwichenen Knackis haben, selbst wenn man sie später wieder dingfest machen kann.

Auch Religionen und ihre teilweise kruden Lehren nimmt Bürgin scharfzüngig aufs Korn. Erstaunt nimmt der Leser zur Kenntnis, dass die katholische Kirche nach wie vor an der Vorstellung festhält, dass die in der Bibel versprochene Auferstehung der Toten »im körperlichen Sinn« stattfinden werde. Das wirft durchaus Fragen auf, die der Autor spitzbübisch stellt.

Was ebenfalls kaum bekannt ist:

In Deutschland existiert ein sogenannter »Feiertagsindex«, der 750 Filmklassiker umfasst, die an christlichen Festtagen nicht in Kinos gezeigt werden dürfen. Welche das sind, erfährt man im Buch. Bürgin setzt sich auch mit dem Islam auseinander und äußert sich kritisch zum Verbot des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, die historische Person des Propheten Mohammed zu kritisieren.
Mit Neues aus Absurdistan liefert Luc Bürgin aber nicht nur ein Sammelsurium verrückter Begebenheiten und närrischer Wahrheiten, die ernsthaft daran zweifeln lassen, dass es auf der Erde tatsächlich intelligentes Leben gibt. Sein Buch enthält auch viele Lebensweisheiten, die nachdenklich stimmen und dem Leser neue Sichtweisen auf sein eigenes Dasein eröffnen.

Ein amüsantes, mit bissigem Humor geschriebenes Buch, das dem Leser die Augen für den Zustand unserer Welt öffnet. Seine Quintessenz lautet: »Dummheit bleibt eine menschliche Tugend!«

Ein empfehlenswertes weil kurzweiliges Lesevergnügen für den Corona-Urlaub 2020!

Bestellinformationen:
» Luc Bürgin: Neues aus Absurdistan, 151 Seiten, 12,99 Euro – hier bestellen!


(Dieser Beitrag ist zuerst bei KOPP Report erschienen).