Man darf nicht „Neger“ sagen

Volkswagen entschuldigt sich für „rassistischen“ Werbespot

Von MANFRED ROUHS | Der Volkswagen-Konzern stolpert von einem Fettnapf in den nächsten. Nach dem Dieselskandal und dem vorschnellen Buhlen um staatliche Verkaufshilfe im Zusammenhang mit Corona hat sich das Unternehmen jetzt mit einem Werbespot auf Instagram in die Nesseln gesetzt und den Vorwurf des Rassismus eingehandelt. Da schiebt doch tatsächlich eine übergroße weiße Hand einen Menschen mit dunkler Hautfarbe durch’s Bild und schnippt ihn am Ende auch noch in einen Hauseingang. Zudem kann sich der Zuschauer im letzten Teil des Spots das Unwort „Neger“ zusammenreimen, er muss dafür nur einige Buchstaben aus der Darstellung streichen.

Der absichtsvolle Weg hin zum Unwort über das Wegstreichen von Buchstaben funktioniert übrigens (fast) immer: Nehmen Sie die Bibel zur Hand. Schlagen Sie das Buch der Bücher bitte an einer beliebigen Stelle auf. Stets wird es Ihnen gelingen, durch das Wegstreichen von Buchstaben ein böses Wort sichtbar werden zu lassen, sei es „Neger“, „Hitler“ oder „Teufel“ – es funktioniert garantiert.

Kein Zweifel: Der Werbespot ist idiotisch. Aus Autos und Gullivers Hand mag ein pfiffiger Werbestratege einiges herausholen können. Aber unabhängig von der Frage nach der Hautfarbe der Beteiligten macht es schlicht keinen Sinn, eine Person, deren Rolle sich dem Betrachter nicht erschließt, um ein Fahrzeug herumzuschieben. Insofern ist der Spot offensichtlich misslungen, weil sinnlos.

Aber bemerkenswert ist, dass nun ausgerechnet jene Gut- und Bessermenschen, die stets eine „Verschwörung“ wittern, wenn irgendwo öffentlich Einschätzungen geäußert werden, die ihren Horizont übersteigen, selbst zu klassischen Verschwörungstheoretikern werden. Denn die Annahme, hinter dem Spot verberge sich eine rassistische politische Absicht, ist nichts als eine durchschnittliche, ganz normale Verschwörungstheorie, willkürlich wie alle anderen: Welchen Vorteil hätte ein global aufgestellter Automobilhersteller davon, verklausuliert Menschen mit dunkler Hautfarbe herabzusetzen? Also: Dummheit ja. Plan eher nicht.

Schon witzig: Die größten Kritiker der Elche sind am Ende selber welche …
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PI-NEWS-Autor Manfred Rouhs, Jahrgang 1965, ist Vorsitzender des Vereins Signal für Deutschland e.V., der die Opfer politisch motivierter Straftaten entschädigt. Der Verein veröffentlicht außerdem ein Portal für kostenloses Online-Fernsehen per Streaming. Manfred Rouhs ist als Unternehmer in Berlin tätig und vermittelt Firmengründungen in Hong Kong.