Wurde mit seinem hellseherischen Werk "Das Heerlager der Heiligen" auch in Deutschland bekannt - Jean Raspail.

Von GÖTZ KUBITSCHEK (Antaios-Verlag) | Am Freitag ist der französische Schriftsteller, weltreisende Entdecker und Generalkonsul von Patagonien, Jean Raspail, im Alter von 94 Jahren verstorben.

Antaios pflegt sein Werk seit sieben Jahren, und bevor wir in den kommenden Tagen Würdigungen aus den Federn seiner Übersetzer veröffentlichen (die ihn besser kennen als ich), will ich als Verleger einige Stationen notieren:

Ich las Raspail, bevor ich ihn als den kennenlernte, der er für unsere Sache als Autor ist. Sie waren die Ersten lautet der Titel eines vergriffenen Buches, das Raspail über seine Fahrt zu den Alakalouf, den ebenso unansehnlichen wie unvorstellbar abgehärteten Feuerlandindianern schrieb.

Diese Reise und der Bericht über einen Franzosen, der sich zum König von Patagonien ausrief, begründete jenes „Anderland“, zu dem sich hingezogen fühlt, wer etwas für Kämpfe auf verlorenen Posten übrig hat. Raspail trat dieses Erbe aus Traum, Lächerlichkeit und heiligem Ernst an, und ich habe von ihm vor drei Jahren endlich meine zweite Staatsbürgerschaft anerkannt bekommen …

Konrad Weiß hat für unsere Zeitschrift über dieses königliche Spiel des „Patagonismus“ einen feinsinnigen und umfassenden Aufsatz geschrieben – man kann ihn hier lesen.

Jedenfalls fiel mir diese frühe Raspail-Laktüre erst wieder ein, als mich ein begeisterter Leser davon überzeugte, die von ihm nach Feierabend mit großer Sorgfalt und sprachlicher Kraft fertiggestellte Übersetzung des Romans Sieben Reiter verließen die Stadt zu veröffentlichen. Dieses Buch ist insofern typisch für Raspails Werk, als in ihm ein bestimmter Typ Mann in aussichtsloser Mission Haltung bewahrt bis zum bitteren, aber außerordentlich verblüffenden Ende.

Es geht darin um ein Fürstentum, dessen Bewohner (vor allem die jungen Leute) von einer unerklärlichen Raserei befallen worden sind und die Ordnung zerstört haben. Der Fürst schickt nun die letzten sieben Reiter seiner Garde ins Land. Sie sollen ergründen, was geschah und wie es geschehen konnte:

Wir werden suchen müssen, jenseits dessen, was wir kennen und dessen, was wir nicht kennen. Zuerst innerhalb unseres eigenen Landes und dann auch außerhalb der Grenzen. Was geschieht um uns herum? Was ist die Bedeutung von alledem? Es wäre dieser Stadt nicht würdig, das Ende untätig abzuwarten, ohne nach einem Ausweg zu suchen. Das ist der Befehl, den ich Ihnen gebe.

Die Sieben Reiter liegen mittlerweile in der dritten Auflage vor und haben zusammen mit Joachim Fernaus Hauptmann Pax die „edition nordost“ innerhalb von Antaios begründet. In dieser Reihe veröffentlichen wir literarische Werke, die wir entweder künstlerisch illustrieren lassen oder mit Fotos bebildern. Im Falle der Sieben Reiter ging die russische Künstlerin Kristina Zieber ans Werk, und mir wurde berichtet, daß Raspail zunächst skeptisch, nach Begutachtung aber sehr zufrieden mit Ziebers kosakischem Stil war.

Ebenfalls in der „edition nordost“ ist vor zwei Jahren Raspails Roman Die blaue Insel in deutscher Übersetzung erschienen. Darin sind die für Frankreich katastrophalen und demütigenden Wochen im Mai und Juni 1940 geschildert, in denen die deutsche Wehrmacht das französische Heer niederwarf. Raspail stellt seinen Landsleuten kein gutes Zeugnis aus, stellt mangelnde Haltung und Verfeinerungen von Ausrede und Verweigerung heraus – und findet in einem widerständigen, tapferen Knaben und Träumer wiederum die für ihn typische Haupt- und Hoffnungsfigur.

Der Sechzehnjährige mit dem Karabiner trifft auf den Panzer eines Leutnants v. Pickendorff, jenes von Raspail erschaffenen ostelbischen Adels, dessen Angehörige sich durch sein Werk ziehen. Der Leutnant aus der Blauen Insel muss ein Nachfahre des Obersten v. Pickendorff sein, der die Sieben Reiter anführte…

Für wen sind solche Bücher geschrieben? Jedenfalls für Männer, denn auch die Hauptfiguren, die Helden sind immer Männer – stets gebildet, stets vornehm, stets nicht Masse, stets vorbereitet für die paar Augenblicke oder Szenen, in denen sie ihren Text aufsagen und ihre Rolle spielen sollen. Manchmal stehen sie einander feindlich gegenüber, aber sie erkennen dabei eine tiefere Form der Verbundenheit: So sein kann man nie allein.

Es lag vor dieser Grundstimmung auf der Hand, die kleine Textsammlung aus Gesprächen und Aufsätzen, die in der Reihe kaplaken erschienen ist, Der letzte Franzose zu nennen. Soviel Abbruch, soviel Desillusion, soviel Wahrnehmung von großartiger Verborgenheit wie in der Person Raspail und in seinen Stellungnahmen ist kaum ein zweites Mal möglich. Aus seinem Text über „Die Tyrannei des Duzens“ leiteten jedenfalls Ellen Kositza und ich zunächst spielerisch, mittlerweile ernst und fremd das „Sie“ füreinander ab.

Mit in Raspails kaplaken aufgenommen ist der umfangreiche Essay „Big Other“. Raspail stellte ihn einer Neuausgabe seines ohne Zweifel berühmtesten und berüchtigten Werks voran: Das Heerlager der Heiligen liegt seit 2015 in der vollständigen und autorisierten Übersetzung vor. Martin Lichtmesz hat sie besorgt und im Arbeitsprozeß festgestellt, daß die erste deutsche Ausgabe aus den früheren Achtzigern auf eine entlarvende Art und Weise unvollständig war: Was weggelassen wurde, damals, nahm dem Buch seine Differenziertheit und den kritischen Blick auf die Dekadenz und Daseinsverfehlung jenes liberalen Westens, der die Auflösung aller Dinge für Fortschritt hält.

Fast jeder, der uns kennt, kennt dieses Buch, dessen Handlung darin besteht, daß eine Million Inder auf klapprige Kähne steigen, das Kap der guten Hoffnung umfahren und an der französischen Mittelmeerküste anlanden. Raspail schrieb diesen Roman 1973. Der Jargon der Zivilgesellschaft von heute, die den ungebremsten Zustrom nach Europa in den Medien, Parlamenten, Kirchen und Schulen beklatscht und moralisch verkauft, ist unfassbar hellsichtig vorweggenommen – aber nicht einmal karikiert.

Jedenfalls kam unsere neue, vollständige Ausgabe nur ein paar Monate vor Merkels Grenzöffnung in die Buchläden: Das Heerlager der Heiligen wurde als Buch zur Stunde wahrgenommen und ist nach Rolf Peter Sieferles kaplaken Finis Germania der bestverkaufte Titel von Antaios. Dieser Erfolg gipfelte in einer Theaterinszenierung, zu der Lichtmesz, Kositza und ich nach Recklinghausen fuhren (ich habe hier darüber berichtet).

Im Zusammenhang mit dem Heerlager muss nun noch ein verborgenes Spiel ans Licht, das ich trieb: Raspail schrieb mir seine Briefe natürlich auf Französisch, und weil ich kein Wort davon kann, übersetzte mir stets Benedikt Kaiser Raspails Zeilen ins Deutsche und meine Antworten ins Französische. Ich schrieb sie mit Füller auf gutes Papier und schickte sie nach Paris. Raspail lobte zwei, drei Mal meine vorzüglichen Sprachkenntnisse und lud mich eines Tages zu sich ein, weil er mir eine französische Erstausgabe des Heerlagers mit handschriftlichen Anmerkungen übergeben wollte.

Ich fuhr nicht, sondern sandte eine der Töchter, die, der Sprache mächtig, meine dringenden Hinderungsgründe vortrug und das Spiel fortsetzte. Ich bekam drei Tage später einen sehr vorwurfsvollen Brief, in dem Raspail mich fragte, wie ich dazu käme, eine Nachfahrin der v. Pickendorffs alleine durch Paris zu schicken, noch dazu mit einem so schweren Rucksack und ohne ein Zimmer in einem angemessenen Hotel. Er persönlich habe eines ausgesucht und die junge Dame mit dem Wagen dorthin gefahren.

Ich sandte ihm ein Original der Zeichnungen zu den Sieben Reitern und bat förmlich um Entschuldigung für die Hemdsärmeligkeit Ostelbiens – das Ganze natürlich handschriftlich und in meinem feinsten Französisch …

Was bleibt? Der Ring des Fischers, neben den Sieben Reitern mein liebstes Buch aus der Feder Raspails. Dieser Titel ist vor unseren Lesern seltsam verborgen geblieben – aber wer zugriff, hat Zugang gefunden zu dem, was den eigenwilligen Autor auch als Gläubigen umtrieb: dass das, was wir an gefallener Würde und Institution vor allem dadurch bewahren können, dass wir es aus dem „Reich der ungelebten Möglichkeiten“ herüberziehen in eine Geschichte, einen Roman.

Was also wäre, wenn die Avignon-Päpste eine geheime Linie ausgebildet hätten, wahrhaftig und ohne Prunk, eine Benedikt-Linie bis in unsere Tage? Der Gedanke, dass unter uns Gläubige leben und wanderten, die einander an Zeichen hinter Efeu und über Türen erkennten: Was für ein Trost!

Dass Antaios der Verlag werden konnte, der Raspails Werk in Deutschland maßgeblich pflegt, ist eine großartige Sache, und Raspail war immer sehr zufrieden mit der Gestaltung seiner deutschen Bücher. Bald ist die Übersetzung eines neuen Titels abgeschlossen. Er wird nun postum erscheinen.

Bestellmöglichkeiten:

» Sieben Reiter verließen die Stadt. Roman, 248 Seiten. Übersetzt von Horst Föhl – hier bestellen
» Die blaue Insel. Frankreich 1940. Roman, 264 Seiten. Übersetzt von Konrad Hermann Weiß – hier bestellen
» Der letzte Franzose. kaplaken 41, 96 Seiten. Übersetzt von Benedikt Kaiser und Martin Lichtmesz – hier bestellen
» Das Heerlager der Heiligen. Roman, 416 Seiten. Übersetzt von Martin Lichtmesz – hier bestellen
» Der Ring des Fischers. Roman, 352 Seiten. Übersetzt von Joachim Volkmann und Horst Föhl – hier bestellen

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27 KOMMENTARE

  1. Raspail könnte ein französischer Ernst Jünger sein.
    Viele tiefe Wahrheiten, Lebenserfahrung und Geistesschärfe.
    Bon voyage Jean.

  2. „Der Krieg reinigt die Athmosphäre wie Gewitterstürme, stärken die Nerven, erschüttern die Gemüter, stellen die heroischen Tugenden wieder her, auf welche die Staaten ursprünglich gegründet gewesen, gegenüber Entnervung, Falschheit und Feigheit.
    Der lange Friede bring nicht nur Entnervung hervor, sondern er lässt das Entstehen einer Menge jämmerlicher, angstvoller Notexistenzen zu, welche ohne ihn nicht entstünden und die sich dann mit lautem Geschrei um „ihr Recht“ irgendwie an das Dasein klammern.“
    Jakob Burckhardt, schweizer Philosoph

    Wenn man diese simplen Wahrheiten nicht mehr kennt oder zur Kenntnis nimmt, zerfällt eben eine Gesellschaft. Die alte Generation wie Respail oder Ernst Jünger, wussten um diese Dinge und konnten sie Literarisch verwerten.

  3. RIP, alles sehr sehr Schlimm, doch Gretha sagt jetzt das ultimative Ende von uns allen voraus, also keine Abo´s mehr bestellen und einen neuen Glasfaseranschluss bracuht es auch nicht mehr – wir sind am Ende:

    Greta Thunberg meldet sich mit erschütternder Nachricht

    Stockholm (Schweden) – Die Klimawandel-Aktivistin Greta Thunberg (17) meldet sich am Samstag mit einer erschütternden Nachricht auf ihrem Twitter-Account. Demnach könnte die globale Erwärmung noch viel schlimmer ausfallen als bisher angenommen.
    Greta Thunberg (17) warnt vor noch schlimmeren Folgen des Klimawandels.
    Greta Thunberg (17) warnt vor noch schlimmeren Folgen des Klimawandels. © Virginia Mayo/AP/dpa

    Die Schwedin bezieht sich in ihrem neuen Tweet auf einen aktuellen Bericht des britischen „Guardian“.

    Das Blatt sprach unter anderem mit dem Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Professor Dr. Johan Rockström (54), dieser berichtete, dass neue Klimamodelle gezeigt hätten, dass es die Menschheit noch viel härter treffen könnte.

    Thunberg hob in ihrem Tweet folgende Worte des Wissenschaftlers hervor: „‚Jetzt sehen wir plötzlich große Klimamodelle auf den besten Supercomputern, die zeigen, dass die Dinge schlimmer sein könnten, als wir dachten.'“

    Thunberg ergänzte: „Die Ergebnisse der neuesten Forschung sind so alarmierend, dass Wissenschaftler dachten, es gäbe ‚einen Fehler im Code‘.“

  4. @erich-m 10:30
    „Der Krieg reinigt die Athmosphäre wie Gewitterstürme, stärken die Nerven, erschüttern die Gemüter, stellen die heroischen Tugenden wieder her, auf welche die Staaten ursprünglich gegründet gewesen, gegenüber Entnervung, Falschheit und Feigheit.„
    ——————————————————————
    Es bedarf Krieg, Not und Elend, damit irgendwelche „Tugenden“ entwickelt werden?
    Wie pervers ist das denn!
    Es gibt da nur zwei Kategorien, in die so ein krankes Gedankengut eingeordnet werden kann:
    – intellektuelles Fäkalniveau
    – pathologische Perversität des Denkens
    Ich bin verwundert, dass so eine gedankliche Diarrhoe hier bei PI veröffentlicht wird.

    MOD: Ja, wird es, weil das eben die Meinung des Lesers erich-m ist. Ihr Kommentar hingegen zielt nur darauf ab den Leser persönlich zu beleidigen und zeugt von Intoleranz gegenüber anderen Meinungen. Bitte unterlassen Sie derartige Beschimpfungen gegenüber anderen Kommentatoren (siehe §2 der Leitlinien).

  5. … Raspail schrieb diesen Roman 1973. Der Jargon der Zivilgesellschaft von heute, die den ungebremsten Zustrom nach Europa in den Medien, Parlamenten, Kirchen und Schulen beklatscht und moralisch verkauft, ist unfassbar hellsichtig vorweggenommen – aber nicht einmal karikiert.

    Und genau darüber sind sie noch viel mehr fuchsteufelswild als über jegliche inhaltliche Kritik. Die Reaktionen sind ad hominem, wie bei Linken üblich. Es ist eine Gnade für Raspail, die Vollendung seines Orakels nicht mehr miterleben zu müssen. RIP.

  6. Ein großer Franzose ist von uns gegangen. Man kann getrost davon ausgehen, daß er vom Mainstream seines Heimatlandes nicht als solcher gewürdigt werden wird (was allerdings an sich schon eine Würdigung ist!).
    Tun wir es, indem wir seine Bücher lesen!!!

    SALUT L’ARTISTE

  7. ChrisOausH 15. Juni 2020 at 11:03
    @erich-m 10:30
    „Der Krieg reinigt die Athmosphäre wie Gewitterstürme, stärken die Nerven, erschüttern
    ——————————–
    Jede Menge Schmähungen und Aufgeregtheit in ihrem „Kommentar“ aber kein einziges Argument gegen die Richtigkeit meiner Behauptung.
    Typisch für die heutige Zeit.

  8. Die Gnade der frühen Geburt. Er muss den kulturellen Untergang Europas nicht mehr mitansehen.

  9. Dieser große Dichter lebt in seinen Werken fort. Ich habe die von Antaios veröffentlichten verschlungen und etliche Bücher verschenkt. Jeder kann so mithelfen, Jean Raspails Vermächtnis zu erhalten.

  10. Ruhe in Frieden!
    Ich hoffe das ich endlich wieder zum lesen komme und „Das Herrlager der Heiligen „ aus seiner Schutzfolie befreien kann in der das Buch schön über ein Jahr bei mir schlummert.

  11. Schwarzer Aktivist rettet Rechten
    https://youtu.be/C-ZpxKkVzrI

    Im Beitrag behauptet der Sprecher, der Rechte sei sogar ein Rääächtzextremer, denn er sei ja im Gerangel zu Boden gegangen (..was ist das denn für eine Logik? Zu Boden gehen = Rechtsextrem?)

    Der „Hero of color“ ist natürlich (wie könnte es anders sein) ein „Aktivist“

    Ich wusste ja, dass der Spiegel links ist, aber dass er so abgrundtief bis in die letzte Hautpore linksversifft ist, dass er Menschen als Rechtsextreme verunglimpft, nur weil sie verhindern wollen dass Denkmäler und Statuen zerstört werden, ist schon eine neue Stufe der Dreistigkeit.

  12. Ich habe alle seine Bücher gelesen, schade das so ein großer
    Meister seines Faches uns jetzt verlassen hat.
    Er möge in Frieden Ruhen, insofern die dreckigen
    linksrotgrün Versifften und Verschissten ihn in Ruhe lassen.
    Ob seine Bücher schon auf der Liste der zu verbennenden
    Bücher steht ?

  13. # Jens Eits 15. Juni 2020 at 12:06

    Meiner Meinung nach gebietet es die Pietät, hier ausnahmsweise mal beim Thema zu bleiben (wobei Ihr OT natürlich auch einen Bezug zum Artikel hat)!

    „Das Heerlager der Heiligen“ in Martin Lichtmesz‘ exzellenter Übersetzung sollte Pflichtlektüre eines jeden Patrioten sein. Auch und gerade eines deutschen.

  14. Ein Nachruf in “ Le Monde “ zum Tode Jean Raspails :

    Titel : La famille nationaliste pleure la mort de Jean Raspail , prophète du
    “ grand remplacement “ .
    (Die Nationalisten beklagen den Tod von Jean Raspail , des Propheten des
    “ großen Austauschs “ .)

    Weiter heißt es : “ … le sulfureux Camp des saints imaginant l´arrivée
    d´un million de migrants sur la Cote d´Azur . “ ( … der hetzerische (Roman) Camp des Saints , in dem die Ankunft einer Million Migranten
    an der Cote d´Azur berschrieben wird .)

    https://www.lemonde.fr/culture/article/2020/06/13/la-famille-nationaliste-pleure-la-mort-de-jean-raspail-prophete-du-grand-remplacement_6042772_3246.html

    Da braucht man nicht mehr weiterzulesen …

    Der Prophet – und das war er gewiß – gilt nichts im eigenen Land.

    Wie wahr …

  15. Heisenberg73 15. Juni 2020 at 11:35

    Die Gnade der frühen Geburt. Er muss den kulturellen Untergang Europas nicht mehr mitansehen.

    .
    Wieso ?!
    Raspail hat
    genug gesehen
    und das traurige
    Ende in seiner ganzen
    Widerwärtigkeit kraß
    zur Darstellung
    gebracht.
    .

  16. @Erich-m 11:23
    Menschen, die anders als Sie und ich, die Gräuel des Krieges erlebt haben (Vater, Großvater in WK2; Bruder in Afghanistan), bestätigen, dass Kriege niemals „Tugenden“ hervorbringt, sondern die Menschen unter die Stufe des Tieres bringt.
    Krieg vernichtet nachweisbar alle „Tugenden“ und wirft Menschen auf ihre primitivsten Instinkte zurück.
    „Nachkriegszeit“ bedeutet zunächst, die beteiligten Menschen von ihrer Entmenschlichung wieder auf die moralische Ebene des normalen Menschseins hochzubringen

  17. # ChrisOausH 15. Juni 2020 at 15:14

    Ihre pazifistische Haltung ist aller Ehren wert, aber eben auch ein Stück weit naiv, wenn Sie gestatten. So funktionniert das Leben eben nicht. Das kann man bedauern, aber nicht wegleugnen. Ihnen wäre die Lektüre des weltweit anerkannten Militärhistorikers Martin van Crefeld zu empfehlen! Meiner Meinung nach sollte man Kriege weder pauschal verherrlichen noch verdammen. Sie gehören einfach zur menschlichen (und nicht nur menschlichen!) Natur dazu, wie z.B. auch die Sexualität.
    Wie würden Sie denn die Befreiungskriege 1813 gegen die napoleonische Fremdherrschaft einschätzen, um nur ein Beispiel zu nennen?
    „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte“ (Ernst Moritz Arndt – auch einer, der auf der Abschußliste der linksgrünen Bilderstürmer“ steht!)

  18. “ Kadiem 15. Juni 2020 at 13:09

    Ein Nachruf in “ Le Monde “ zum Tode Jean Raspails “

    Verlogener und heuchlerischer wäre gewesen, sie hätten ihr gelobt.

  19. Danke an GÖTZ KUBITSCHEK, der dieses Andenken am Leben erhält. Darüber hinaus 1000 Dank für die Möglichkeit auch viele weitere wichtige Werke über Antaios beziehen zu können.

  20. Die neue Mittelmeerroute
    Stand: 15.06.2020 | Lesedauer: 4 Minuten
    Von Virginia Kirst, Marcel Leubecher, Tim Röhn

    Italien schlägt Alarm, seit Jahresbeginn sind dort mehr als doppelt so viele Bootsflüchtlinge angekommen wie im Vorjahreszeitraum. Die Daten weisen darauf hin, dass Libyen als bevorzugtes Abfahrtsland abgelöst wurde. Das hat vor allem drei Gründe.
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    Während sich die Corona-Krise in Italien zusehends entspannt, nimmt eine andere Krise Fahrt auf. Seit April versuchen wieder deutlich mehr Migranten, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren. Zahlen des italienischen Innenministeriums zufolge sind in diesem Jahr bereits 5472 Menschen auf diesem Weg nach Italien gekommen – mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2019.

    Doch vielen von ihnen wird die gefährliche Überfahrt zum Verhängnis. So starben in der ersten Juniwoche bei einem Bootsunglück vor der tunesischen Küste 50 Menschen. Die meisten von ihnen waren aus afrikanischen Staaten südlich der Sahara unterwegs und scheiterten an dem letzten Stück ihrer Reise nach Europa.

    Unter den Opfern des Unglücks, die die tunesische Küstenwache geborgen hat, befanden sich 22 Frauen – eine von ihnen hochschwanger – und drei Kinder, die zwischen drei und vier Jahre alt waren. Das Boot war in der tunesischen Stadt Sfax aufgebrochen und auf dem Weg nach Sizilien.

    Das tragische Unglück richtet den Fokus damit erneut auf die erhöhte Anzahl an Flüchtlingen, die in diesen Wochen versuchen, von Tunesien nach Italien zu kommen. Der Flüchtlingsagentur der Vereinten Nationen (UNHCR) zufolge stieg die Anzahl der Menschen, die auf dieser Route versuchen nach Europa zu gelangen, in den ersten vier Monaten des Jahres im Vorjahresvergleich um 150 Prozent. Die Daten weisen darauf hin, dass Tunesien dabei ist, das von einem Bürgerkrieg zerrüttete Libyen als bevorzugtes Abfahrtsland für Bootsflüchtlinge abzulösen.

    Dieser Trend zeichnete sich bereits im vergangenen Jahr ab. So kamen im gesamten Jahr mit 4122 Menschen zwar die meisten Bootsflüchtlinge über Libyen, aber weitere 3633 legten in Tunesien ab. Von Algerien aus erreichten 894 Menschen die italienische Küste, aus der weit entfernten Türkei 1921 Menschen. Hanan Hamdan, die Sprecherin des UNHCR für Tunesien, sagte der italienischen Tageszeitung „La Stampa“, sie sei besorgt über diese neue Tendenz bei den Abfahrten.

    „Wir müssen den Menschen sinnvolle Alternativen bieten, damit sie auf der Suche nach einem besseren Leben keine extremen Entscheidungen treffen müssen“, sagte sie. Doch Tausende von Migranten haben in den vergangenen Wochen diese extreme Entscheidung offenbar bereits getroffen und ihr Leben bei einer Überfahrt über das Mittelmeer riskiert.

    Dafür, dass die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr so deutlich gestiegen sind, gibt es mehrere Gründe. Einer ist, dass die Lage der Migranten in Tunesien wegen des Ausbruchs von Covid-19 zusehends prekärer wird – nicht zuletzt, weil etwa die Hälfte von ihnen, die sich zumindest vorübergehend in Tunesien niedergelassen hatten, ihren Job wegen der Corona-Krise verloren hat.

    „Die Situation verletzlicher Tunesier und Migranten in Tunesien ist schwierig“, erklärt Paola Pace, Vizechefin der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Tunesien, WELT. „Viele von ihnen haben wegen Covid-19 ihre Jobs und Perspektiven verloren und sind so in ernsthafte Bedrängung geraten.“

    Eine weitere Rolle bei der zuletzt stark gestiegenen Zahl der Überfahrten spiele neben dem Coronavirus auch der Fastenmonat Ramadan, der in diesem Jahr vom 23. März bis zum 23. April dauerte. Beide Ereignisse resultierten in geringeren Kontrollen der Abfahrten der Flüchtlinge durch die tunesischen Sicherheitskräfte, die diese normalerweise verhindern. Diese Argumentation bestätigt auch Slim Mongi, Chef der Nichtregierungsorganisation Roter Halbmond in Tunesien, gegenüber WELT.

    Auch die Reisebeschränkungen wegen des Corona-Ausbruchs tragen dazu bei, dass die Situation in Tunesien zunehmend schwieriger wird. „Durch das Inkrafttreten der Beschränkungen wenden sich verzweifelte Menschen – Einheimische ebenso wie Migranten – in Tunesien an Schmuggler, und manche von ihnen fallen in die Hände von Menschenhändlern“, sagt Pace.

    Die Kombination aus Pull-und-Push-Faktoren sei aber sehr komplex, so Pace. „So befinden sich beispielsweise unter den Menschen, die die Überfahrt im Boot wagen, viele Migranten, die Familienmitglieder in Europa haben und für die Familienzusammenführungen auf legalen Wegen unmöglich erscheinen.“

    Vergangene Woche schlugen italienische Nachrichtendienste Alarm. Die Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete, dass einem Bericht des italienischen Auslandssicherheitsdienstes Aise zufolge derzeit etwa 200.000 Migranten in Nordafrika auf eine Überfahrt nach Europa warteten. Viele von ihnen hätten sich dort in den vergangenen Monaten wegen des weltweiten Lockdowns regelrecht aufgestaut und warteten nun, da die Pandemielage sich entspannt, auf eine Möglichkeit der Überfahrt, so die Zeitung.

    Seit vergangener Woche haben außerdem die Seenotrettungsschiffe der Nichtregierungsorganisationen ihre Arbeit auf dem Mittelmeer wieder aufgenommen. So stach die deutsche „Sea Watch 3“ nach drei Monaten Lockdown wieder in See, und weitere NGOs werden ihrem Beispiel in den kommenden Tagen folgen

    Sea-Watch International @seawatch_intl

    The #SeaWatch3 sets sail!
    After more than 3 months in the port of #Messina, we are finally heading to the search and rescue zone north of the Libyan coast again, where we are urgently needed. Support our mission now with your donation: https://sea-watch.org/en/donate/

    Die Zeitung geht davon aus, dass auch die Präsenz der Seenotretter in einem weiteren Anstieg der Überfahrten resultieren wird.

    Zeitgleich mit dem Bekanntwerden dieser Zahl appellierte die italienische Regierung in einem Brief gemeinsam mit Spanien, Griechenland, Malta und Zypern an die Europäische Union, endlich obligatorische Quoten für die Verteilung von Bootsflüchtlingen an andere EU-Länder einzuführen. Im September vergangenen Jahres hatten sich Deutschland, Frankreich, Italien und Malta bereits mit dem sogenannten Malta-Abkommen auf einen freiwilligen Schlüssel geeinigt.

    Doch auf diese freiwillige Lösung will sich Italien im Angesicht der stark steigenden Ankunftszahlen offenbar nicht mehr verlassen.

    https://www.welt.de/politik/ausland/plus209602605/Migration-Die-neue-Mittelmeerroute.html

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