Demo-Verbot „Inakzeptabler Angriff“

BILD „meint“ und greint (mal wieder)

Von PETER BARTELS | Gestern hätte unsereiner noch gegluckst vor Staunen: „Endlich!“ Springer ist doch noch nicht verloren … Heute? BILD kreißt und gebiert eine Maus: „Inakzeptabler Angriff auf unsere Grundrechte“. Über allem aus hohler Brust: „Das meint BILD“. Um dann wenig später den Titel in „Demo-Verbot macht Corona-Gegner zu Märtyrern“ zu ändern. BILD Dir meine Meinung…

O-Ton BILD:

Die deutsche Hauptstadt verbietet Demonstrationen gegen die Corona-Regeln der Bundesregierung und der Länder. Das ist ein inakzeptabler Angriff auf eines unserer höchsten Grundrechte, gegen jede Verhältnismäßigkeit und obendrein an politischer Dummheit kaum zu überbieten.“

O-Ton BILD:

„Eine unbequeme, in Teilen extrem unappetitliche, aber vor allem (noch) eher kleine Gruppe wird hier in die Lage versetzt, sich als Kämpfer für unser Grundgesetz aufzuspielen. Und die Stadt Berlin hat ihr alle Argumente geschenkt und alle Gefallen getan, die man einer populistischen und wenig geeinten Bewegung schenken und tun kann.“

Bild Dir DEINE Meinung …

„Unbequem“ … „unappetitlich“ …“kleine Gruppe“ … „populistische Bewegung“ … So würgt und kotzt BILD in einer Art Prolog los. Und lügt, wie seit Jahren immer öfter. „Unbequem“? Ja! Und wie!! Gott sei Dank!!! „Unappetitlich“? Weil Schwule Fahnen neben der der Alten Kaiserflagge flatterten? Weil LINKE friedlich und fröhlich neben (angeblich) Rechten auf der Strasse des 17.Juni flanierten? Querdenker neben Quatschköpfen? Arbeiter neben Angestellten? Reiche neben Armen? Mütter neben Lesben? Homos neben Heteros? Menschen halt, Menschen! Und weit und breit keine AfD … Aber alle geeint unter Spruchbändern wie: „Wir sind die 2.Welle“. Oder: „Für Freiheit und Demokratie“. Oder: “Corona-Panik beenden“. Oder: „Grundrechte zurück“

Es waren Abertausende! BILD von heute wollte mal wieder seinen eigenen Augen nicht trauen, als es die Hunderttausenden auf der Straße des 17. Juni am 1. August sah, eierte stattdessen „korrekt“ drauflos: „Während die Polizei von 20 000 sprach, wurde auf der Kundgebungsbühne erst von 800 000, dann von 1,3 Millionen Menschen geredet … Auf Fotos war zu sehen, dass auf der Straße des 17. Juni zwar viele Menschen standen. Bei genauerer („politisch korrekter“, PI-NEWS) Betrachtung wurde aber klar, dass die Menge keineswegs dicht gedrängt stand, sondern besonders im hinteren Teil große Lücken waren…“ BILD Dir meine Meinung!

Sein Name ist Nobody…

Nachdem SPD (!!)-Innensenator Andreas Geisel, der augenscheinlich immer feister, faktisch immer  dreister durchs Grundgesetz geistert, die Anti-Corona-Demo am kommenden Samstag wegen „vermuteter Verstöße“ gegen das Vermummungs-Gebot verbot, holte BILD, offenbar dank Sauerstoff-Beatmung von SPRINGER-„CEO“ (Vorsitzender) Mathias Döpfner, tief Luft. Ein „namenloser“ Autor (Flurfunk: Nobodytov) subsumierte:

  1. Die reine Annahme, dass gegen geltende Regeln verstoßen werden könnte, kann kein Anlass sein, ausgerechnet in der Stadt des Mauerfalls die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit so brutal zu beschneiden…
  2. Berlin hat in den vergangene Monaten unzählige politische und unpolitische Versammlungen erlebt und zugelassen … Ständig wurde gegen Regeln verstoßen, manche Demos (Black Lives Matter), bei denen kaum Masken getragen wurden, wurden von der Politik sogar gefeiert und gepriesen … Die Demonstranten werden behaupten, dass die Absage politisch motiviert ist – und es fällt schwer, da selbst dem irrsten Wirrkopf zu widersprechen.
  3. Die Testpflicht für Urlaubsrückkehrer … wurde als Pflicht bezeichnet, aber so gut wie nie durchgesetzt. Unzählige Male wird jeden Tag im ganzen Land gegen die Maskenpflicht verstoßen … Ausgerechnet hier greift der Staat nun mit maximaler Härte durch, weil ihm die Demonstranten politisch nicht passen. Das ist ein unerträglicher Tabubruch.
  4. Ich bin nicht bereit, ein zweites Mal hinzunehmen, dass Berlin als Bühne für Corona-Leugner, Reichsbürger und Rechtsextremisten missbraucht wird“, rechtfertigt Andreas Geisel (SPD) das Verbot. Sprache und Denken wie aus der DDR. Es entscheidet nicht der Geschmack von Politikern darüber, welches Grundrecht gerade einzuschränken ist, nicht mal mehr in Ostberlin.
  5. Gerade Berlin hat in den vergangenen Jahren noch jede Demo genehmigt, von der Gewalt mit Ansage ausging. Kaum eine Demo war Berlin zu radikal, selbst solche nicht, auf denen zur Vernichtung Israels aufgerufen wurde, israelische Fahnen verbrannt wurden.

Und dann die BILD-Schalmeie der Political Correctness:

„Dass nun Verstöße gegen die Maskenpflicht, die erst noch geschehen müssen, bemüht werden, ist auf demokratieverachtende Weise lächerlich … Ja, Zehntausende Menschen ohne Maske, dicht gedrängt, sind Anlass zur Sorge … Ja, mit sehr vielen Menschen, die in Berlin demonstrieren wollen, möchte man rein gar nichts zu tun haben … Aber wahrlich politische Bedeutung haben sie erst jetzt bekommen durch dieses Irrsinnsverbot…

 BILD macht den Merkel-Flüsterer…

  • „Sie werden trotzdem kommen, sie werden mobilisieren durch das Verbot, und sie wähnen sich jetzt im legitimen Widerstand gegen „die Politik“ …
  • „Man hätte nicht mehr Menschen schneller, unnötiger und auf dümmere Weise radikalisieren können …
  • „Politischer Streit, Konfrontation und auch Demonstrationen schützen unser freiheitliches System davor, im Angesicht einer Bedrohung in Ideologie zu verfallen …
  • „Wer Demonstrationen … verbietet, schwächt unser Land, unser politisches System … macht die Corona-Gegner zu Märtyrern … Das Demonstrationsverbot von Berlin gehört … sofort gekippt.

Was lehrt uns BILD?

Leute, geht zur Demo! Wenn Innensenator Geisel ein eine Million in Geisel-Haft nehmen will, braucht er Panzer. Und dann ist nicht nur er, sondern alle Merkels dieses Landes am Ende…


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (KOPP-Verlag) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor. Kontakt: peterhbartels@gmx.de.