Grüner Klimaschutz in Schleswig-Holstein

Mobile Methanmessgeräte für Kühe

Wie überall in Deutschland wollen auch die Grünen in Schleswig-Holstein die Welt retten, dort in persona des Landwirtschaftsministers Jan Philipp Albrecht. Der besichtigte am Montag ein Projekt auf einem landwirtschaftlichen Versuchshof. Den grasenden Rindviechern wurde dort schon vor einem Jahr eine Apparatur umgehängt, mit der das ausgestoßene Methan der Tiere gemessen werden konnte. Mittlerweile hat sich die Forschung weiterentwickelt und man kann „in Echtzeit“ den Ausstoß einer ganzen Herde auf bestimmten Futterflächen überprüfen, ohne die einzelnen Tiere anzuschließen.

Die Idee dahinter: Es könnte sich eine Einsparmöglichkeit für den (Begriff des NDR:) „Klimakiller“ Methan ergeben, je nachdem, welche Gras- oder Kleesorte die Rinder gerade wiederkäuen. Die Kühe werden also über verschiedene Futterquellen geführt und die Methanmessgeräte messen („in Echtzeit“), den Ausstoß des Gases, das bei der Verdauung des Futters in den Mägen der Kühe entsteht. Der NDR lobt das Projekt und der grüne Landwirtschaftsminister gibt sich begeistert. Man wisse jetzt genauer, was auf den Äckern (!) passiere:

Die Landesregierung finanziert die Geräte. „Mit diesen Messstationen haben wir einen echten Einblick darin, was auf unseren Äckern passiert, welche Treibhausgasemissionen bei welcher Fütterung und bei welchem Anbau zu erwarten sind“, sagt Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne), der das Gut am Montag besuchte.[…]

„Spannend“, sagt Minister Albrecht. Von der neuen Methode hält er viel. Insgesamt hat die schleswig-holsteinische Landesregierung das Ziel, eine klimafreundlichere Landwirtschaft zu schaffen. Deutschland und damit auch Schleswig-Holstein hat das Ziel, die Treibhausgase im Vergleich zu 1990 bis Ende dieses Jahres um 40 Prozent zu reduzieren.

Es soll hier einmal kurz die Frage beiseite gelassen werden, wie hoch der Einfluss des Menschen auf den Klimawandel ist. Setzen wir ihn einmal hoch an, so wie die Klimaheuchler von FFF und der Herr Minister Albrecht. Dann ergibt sich folgendes Bild:

Der weltweite Anteil an der CO2-Produktion beträgt für Deutschland ca. zwei Prozent. Würde also die komplette Wirtschaft, die ganze Landwirtschaft, alle Haushalte, jeder Verkehr in Deutschland stillgelegt, würden wir gerade einmal ein Fünfzigstel des weltweiten Ausstoßes verringern. Vermutlich würde das nicht ins Gewicht fallen.

Der Anteil von Methan (umgerechnet in CO2-Äquivalente) an unserem mageren Ausstoß von zwei Prozent beträgt laut Bundesumweltamt ca. 1/16. Es geht also jetzt um ein Achthundertstel der weltweiten Treibhausgase oder um 1,25 Promille.

Das eben war aber das gesamte Methan. Auf die Wiederkäuer in der Landwirtschaft entfallen davon 40 Prozent, sagen wir mal ruhig die Hälfte. Das in Deutschland durch die Wiederkäuer ausgestoßene Methan hat dann einen Anteil an den weltweiten Treibhausgasen in Höhe von 0,63 Promille.

Wenn man jetzt noch die Größenordnung der Einsparmöglichkeiten durch verschiedene Kleesorten auf 20 Prozent ansetzt (diese Zahl geht aus einem früheren NDR-Bericht hervor), dann sind wir bei ca. 0,125 Promille oder einem Achttausendstel der weltweiten Klimagase, die man im günstigsten Falle in der deutschen Landwirtschaft bei Wiederkäuern einsparen kann. Und dafür ein Aufwand, den weder der Landwirtschaftsminister noch der NDR in seinen Kosten hinterfragt oder auch nur ansatzweise benennt.

Vielleicht sollte man ja dieses Geld besser in Forschungen zum Deichbau oder in den Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen stecken und so die (vorgeblichen) Folgen des Klimawandels angehen.

(Abgelegt unter „Klimaschwindel“)