Markus Söder und Jens Spahn unter Druck

Zwei Corona-Helden, vorerst abgeschminkt

Von WOLFGANG HÜBNER | Schadenfreude und Sozialneid gehören nicht zu den edelsten menschlichen Regungen. Deswegen soll diesen hier auch kein Ständchen gesungen werden. Gleichwohl fällt es auch lauteren Charakteren nicht leicht, solche verachtenswerte Regungen zu unterdrücken, wenn sie aktuelle Meldungen über zwei der großen politischen Profiteure des Corona-Jahres 2020 zur Kenntnis nehmen.

Da ist einmal Bayerns erster fränkischer Monarch, der Söder-Markus aus Nürnberg. Er ist bekannt und beliebt in ganz Deutschland als unermüdlicher Virusbekämpfer und Propagandist jener Leben rettender Teilgesichtsverhüllung, die Chancen hat, als „Söder-Windel“ in die Geschichtsbücher einzugehen. Bekanntlich strebt der Bayernmonarch selbst noch ganz andere historische Ziele an (auch wenn er es immer vehement abstreitet), nämlich Angela Merkel im Bundeskanzleramt zu beerben. Dass diese Chance überhaupt besteht (bestand?), hat er ausschließlich dem unsichtbaren kleinen Teufel namens Covid-19 zu verdanken.

Den wollte der Söder-Markus so radikal aus seinem schönen Reich vertreiben, dass er ganz vergaß, dabei nicht ohne die Hilfe seiner verwaltenden Untertanen auskommen zu können. Weil deren Ehrgeiz nicht annähernd so groß ist wie der des Nürnbergers, steht dieser jetzt ziemlich blamiert da wegen der Großpanne mit nicht rechtzeitig informierten Testierten. Und da nur gekrönte Monarchen nicht für die Unfähigkeiten ihrer Untertanen verantwortlich gemacht werden konnten, der Söder-Markus aber „nur“ ein gewählter, also selbst in Bayern noch limitiert der Kritik ausgesetzter Monarch ist, hat er jetzt ein paar schwere Tage. Doch Helden wie er stehen gewiss immer wieder auf.

Der andere Corona-Profiteur, offenbar auch und gerade im finanziellen Sinne, trägt sich hingegen mit Plänen, sich luxuriös in den eigenen Wänden ausstrecken zu können. Deshalb hat sich seriösen Berichten zufolge Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, zusammen mit seinem Mann Daniel Funke, in Berlin-Dahlem eine denkmalgeschützte Villa im Wert von rund vier Millionen Euro (!) gekauft. Auf über 300 Quadratmetern Wohnfläche will sich das bislang noch kinderlose Paar auf ein langes glückliches Eheleben einrichten. Außerdem können in dem Dahlemer Eigenheim die Abstandsregeln bei der Wohnfläche jederzeit problemlos einhalten werden. Ein Minister und Kanzleraspirant wie Spahn legt eben auch im Privatleben Wert auf vorbildliches Verhalten.

Der erst 40-jährige Spahn hat schon vor zwei Jahren Aufsehen mit der Behauptung erregt, mit Hartz IV auskömmlich leben zu können. Jetzt will er offenbar beweisen, wie man mit einem Ministereinkommen von rund 20.000 Euro im Monat eine Villa kaufen und unterhalten kann, die das 200-fache seines Gehalts kostete. Nun ist Spahn allerdings gelernter Bankkaufmann und weiß also, wie man günstige Kredite bekommt. Und sein Liebster ist als Chef-Lobbyist für Burda-Media tätig, da kommt auch ein wenig am Monatsende zusammen. Doch ist zu vermuten, dass gute Beziehungen des Ministers zur nicht allzu mittellosen Pharmaindustrie nicht sonderlich hinderlich waren bei dem Hauskauf.

Wie schon oben gesagt: Schadenfreude und Sozialneid sind keine guten Regungen im Menschen. Deswegen sollten wir an diesem Wochenende ein wenig Mitleid haben mit dem Söder-Markus und uns ein wenig freuen über das schöne Haus von Jens Spahn. Wir sind schließlich das Volk und haben zwar immer weniger zu sagen, aber selbstlos Anteil nehmen am Leben der Mächtigen und Reichen sollen wir schon noch!


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.