Steuerpflichtige subventionieren fragwürdigen Kunstgenuss per Zwangsabgabe

Die teuersten Opern aller Zeiten

Von WOLFGANG HÜBNER | In den hochsubventionierten deutschen Staats- und Stadttheatern hat die Aufführungssaison 2020/21 begonnen. Selbstverständlich unter den amtlichen Corona-Auflagen, also mit kontrollierten Einlassregeln, stark verminderter Zuschauerzahl in den jeweiligen Vorstellungen, Wegfall der Pausen, mit gekürzten Stücken bzw. Opern. Es handelt sich also um mehrfach kastrierte Veranstaltungen, die nur einem Zweck dienen: Es muss einfach weitergehen. Denn wenn das nicht der Fall wäre, müssten auch in den unzähligen Kulturtempeln der Republik Kurzarbeit für das technische und künstlerische Personal eingeführt, ja sogar Entlassungen erwogen werden. Das aber darf im öffentlichen Dienst nicht sein. Und außerdem würde das politisch lästige Unruhe in einem stark linksgrün geprägten Bereich der Kulturindustrie erzeugen.

Deshalb bekommen die wenigen Besucher, die nun zu Aufführungen zugelassen werden, die teuersten Schauspiel- und Opernaufführungen aller Zeiten zu sehen und zu hören. Denn der gesamte technische und künstlerische Apparat wird ja gemäß Tarifen und Verträgen weiterbezahlt. Die mögliche Alternative zu diesem Übelstand, nämlich vielfach erhöhte Eintrittspreise, wäre selbst den zahlungskräftigsten Besuchern kaum zuzumuten. Da im Gegensatz zum Profifußball kein Fernsehsender Millionen für die Bühnen locker macht, müssen eben für den fragwürdigen Kunstgenuss von wenigen alle Steuerpflichtigen viel mehr über ihre Zwangsabgaben dazu beitragen, dass Schauspiel und Oper Corona trotzen können.

Über diesen finanzpolitischen, sozialen und auch kulturellen Skandal herrscht allerdings in den gleichgeschalteten deutschen Medien völliges Schweigen. Niemand dort stört es offenbar, dass Millionen Lohnabhängige und Selbständige, die von Kurzarbeit, Entlassungen und Insolvenzen betroffen oder bedroht sind, für kulturelle Veranstaltungen blechen müssen, die ein noch wesentlich geringerer Teil des Volkes als bislang schon der Fall in Anspruch nimmt.

Doch die Regierenden in Bund, Ländern und Kommunen wissen: Solange Beamte und der öffentliche Dienst von coronabedingten finanziellen Einbußen verschont werden, bleibt die Lage im Land unter Kontrolle und können die Bußgeldexzesse gegen Masken- und Abstandsverweigerer ungehindert fortgesetzt werden. Für die „progressiven“ Kulturschaffenden mit Tarifverträgen kommt die jetzige Situation einer besonderen Demaskierung gleich: Denn sie halten brav die sonst so kritische Klappe, schlucken „Aida“ oder „Faust“ in der Kurzfassung und auch den spärlichen Applaus des reduzierten Publikums, nur um am Monatsende keine gekürzten Gehaltsüberweisungen auf dem Konto zu haben. Das ist menschlich verständlich, moralisch und künstlerisch jedoch ein Offenbarungseid.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.