Von AKIF PIRINCCI | Ich erinnere mich an eine Zeit, es waren die 70er, in der, man möge mir bitte glauben, das öffentlich-rechtliche Fernsehen stundenlang live von der Frankfurter Buchmesse berichtete. Mit stundenlang meine ich keineswegs zwei oder drei Stunden, sondern mindestens 12 Stunden am Tag, praktisch eine jährliche televisionäre Mondlandungs-Euphorie.

Das lag daran, daß damals das Medium Buch sowohl im unterhaltenden als auch im nicht-fiktionalen Bereich das Non plus ultra war. Selbstverständlich gab es daneben auch die Musik, das Fernsehen, das Kino und das Theater. Doch wenn man geistige Reisen und Abenteuer unternehmen oder Wissen in sich aufsaugen wollte, griff man zum Buch. Selbst der Asi las hin und wieder.

Das Ganze hatte einerseits damit zu tun, daß das deutsche Volk damals gebildeter war – sogar ein Hauptschul-Abgänger konnte einem die Inhalte von deutschen Literaturklassikern annährend wiedergeben –, und anderseits mit dem Fehlen der totalen, ablenkungsaffinen Kommunikation der heutigen Internet-Technologie.

Jemand mit einem eine ganze Wand einnehmenden Bücherregal galt automatisch als schlau, ja, anziehend, und ehrfürchtig fragte man ihn “Hast du das alles wirklich gelesen?” Heute betrachtet man so einen mitleidigen Blickes, weil man sich unweigerlich vorstellt, was für Qualen wohl die arme Sau mit solch einem Ballast bei einem Umzug erleidet. Wenn es solche armen Säue überhaupt noch gibt.

Für alle gestaltete sich seinerzeit die Frankfurter Buchmesse wie eine geistige Wallfahrt, auf die man sich als Buchleser über alle Maßen freute. Autoren waren so berühmt und von einer unnahbaren Aura umgeben wie Filmstars und Verlage richtige kleine Konzerne, deren Namen in der Wahrnehmung den Marken heutiger High-Tech-Größen in nichts nachstanden.

Man träumte als Nachwuchsautor in diese erlauchten Kreise aufgenommen zu werden, und hatte man ein einigermaßen gut gehendes Buch bei einem dieser Spitzen-Verlage veröffentlicht, konnte man sich beruhigt zurücklehnen, weil die Chancen dafür bestens standen, daß man seine Leidenschaft nun mehr zu einem Brot-Beruf machen konnte.

Bücher verkauften sich damals in Hunderttausender-, wenn nicht in Millionen-Dimension und die Autoren bekamen riesige Vorschüsse. Mit dem Vorschuss von FELIDAE II (“Francis”) habe ich mir 1992 eine Altbau-Villa gekauft. Mit den Vorschüssen von heute könnte ich mir nicht einmal einen Kleinwagen leisten.

Alles aus und vorbei. Die Verlage sind nur noch ein Schatten ihrer selbst, und es leben in Deutschland vielleicht noch 20 Autoren, die vom reinen Verkauf ihrer Bücher wirtschaftlich existieren können. Die Leute lesen einfach keine Bücher mehr bzw. sie lesen Jahr um Jahr immer weniger. Das Buch, so scheint es, wird den Weg der Schallplatte gehen, die es weiterhin noch gibt, aber nur noch 4,4 Prozent des Umsatzes der gesamten Musikindustrie ausmacht und allein von schrulligen Liebhabern geschätzt wird.

(Weiterlesen bei der-kleine-akif.de)

 

 

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38 KOMMENTARE

  1. Die Lesekompetenz sinkt dramatisch und immer mehr Spitzenpolitiker sind stolz darauf, was ist die Schule oder nach Studium abbrechen mussten, weil sie keine zusammenhängenden Texte verstehen konnten.

    Man verstehe mich richtig! Sie sind nicht stolz darauf, dass sie dumm sind, sondern sie sind stolz drauf dass sie doch trotz ihrer Dummheit ein hohes politisches Amt erringen konnten.

    Natürlich suggerieren diese Einkommensmillionäre dass jegliche Bildung offensichtlich nur hinderlich ist. Der überführte Brüsseler Spesenbetrüger ist nur ein Beispiel

  2. Heute kanm die Meldung, dass die Eltern ihren Kindern nicht mehr vorlesen.‘
    Nur noch 50% lesen ihren Kindern eine Abendgeschichte vor.
    Sie haben keine Zeit, heisst es da.

    Ich habe viele bekannte bei AUDI, alle jenseits der 50 Jahre, die sind alle stolz darauf kein Buch mehr gelesen zu haben, seit sie aus der Schule sind.
    Tja, so siehts aus!

  3. Nun ja, ich habe schon viel gelesen. Aber meistens Sachbücher. Aber da habe ich allerdings Regale voll von Physik und Philosophie und Mathematik. Eine kleine Renaissance hatte ich, als ich im Zuge meines politischen Durchblicks auf Kleine-Hartlage usw. stieß. Aber bei Sieferle usw. wußte ich ja schon alles. Und vom Akif habe ich auch nur 1 Buch bestellt, aber nie gelesen.
    Man weiß das ja alles. Das ist jetzt alles vorbei, ich mach nur noch Denksport und Mathe und Corona. Irgendwie muß man sich die Zeit vertreiben. An Politik hab ich auch keine Lust mehr.

  4. INGRES 27. Oktober 2020 at 17:31

    Natürlich hatte ich viel zu Gesellschaftstheorie und Sozialphilosophie, aber das habe ich alles 1984 verkauft und in den Erwerb eines Apple2e gesteckt 5000 DM hat der mich gekostet. Vorher hatte ich mir einen Taschenrechner zugelegt. Und da habe ich erst danach gemerkt, das der programmierbar war. Damit bin ich auf Informatik gekommen. Und dann ging alles ruckzuck.
    Aber die Philosophie und Physik hat mir bis zu Sarrazin Spaß gemacht. Aber jetzt ist das alles vorbei.

  5. Was müssen das für Zeiten gewesen sein, als Südstaaten-Aristokrat Tom Wolfe auf der Buchmesse umjubelt wurde. Heute würden die politkorrekten , oh Pardon, großen Verlage „Fegefeuer der Eitelkeiten“ meiden wie der Teufel das Weihwasser und der Gute hätte in der heutigen Zeit Probleme ein solches Werk publizieren zu können.

  6. „Jemand mit einem eine ganze Wand einnehmenden Bücherregal galt automatisch als schlau…..“

    Tja, früher galt der Gebildete, der Kultiviert, der Ehrliche, der Mutige, der Tapfere als Vorbild.
    Heute ist das Idol der Prolet, der Stutzer, der Geck, der Schwätzer, der Poser, der tätowierte Gansterrapper, das Girlie, der Hartz-IVler, der verschwitze Fußballer, der Fließbandarbeiter bei eine Automobilkonzern.
    Es zeigt wie Krank unsere Gesellschaft ist, dass alle Werte in ihr Gegenteil verkehrt wurde.
    Der Schaden ist Irreversibel.

  7. Bei der Musik kann man ja noch mit Fug und Recht sagen, es ist nur das Übertragungsmedium, das sich modernisiert hat. Aber Bücher, auch in elektronischer Form, werden tatsächlich immer weniger gelesen, geschweige denn verstanden. Es macht Mühe, ob auf Papier oder Bildschirm, und das wird immer weniger toleriert. Und diese denkfaule Sorte Mensch macht die Massendemokratie aus. Das wird bald noch viel mehr zum Problem, als sich die meisten vorstellen können.

  8. erich-m
    27. Oktober 2020 at 17:42

    „Jemand mit einem eine ganze Wand einnehmenden Bücherregal galt automatisch als schlau…..“

    „Tja, früher galt der Gebildete, der Kultiviert, der Ehrliche, der Mutige, der Tapfere als Vorbild.“

    Es ist heute alles soweit zurück und völlig unvorstellbar. Früher wurden die Professoren an ihren Universitäten von ihren Studenten zum Geburtstag öffentlich gefeiert.

    Und bei runden Geburtstagen in großem Wichs mit Fackel Zügen.
    Vergangene Zeiten. Heute kennt man nicht mal mehr die Namen wichtiger Professoren an den Universitäten, aber wenn eine unbekannte Tussi einen Schlagersänger heiratet, dann ist das das Thema in allen Zeitungen.

  9. Aber Jack London habe ich erst gelesen, nachdem ich die Serie gesehen hatte. Das war nicht langweilig danach, im Gegenteil, aber das war auch privat eine andere Zeit. Da hatte man noch alles vor sich und unendlich viel Zeit und man wußte noch nicht alles, bzw. wurde durch die Bücher in seinen Lebensgefühl bestätigt. Heute weiß man alles (und wie es möglich ist, dass es die Welt gibt wird man doch nicht raus kriegen) und man kann die Zukunft ziemlich genau voraussagen. Was passiert ist zwar interessant, aber perspektivlos.

  10. Da muss ich dem Akif Recht geben-in der Hauptschule gab es bei mir noch etwas Literatur.Thomas Mann, Faust, Blechtrommel und ein paar andere Titel wurden besprochen.Aber aus damals Hauptschülern wurden auch meistens ordentliche Handwerker und Facharbeiter.Heute undenkbar….

  11. Massenmedien sind der Tod jeder Kultur.
    Kunst lebt aber vom Unterschied.
    Mit Massenmedien hat jeder Mensch auf der Welt die gleiche Information in sekundenschnelle.
    GLEICHHEIT ist der Tod aller Kultur.
    Seit dem Aufkommen des TV gibt es nur noch Schund.

  12. Interessant in diesem Zusammenhang is auch, dass exakt das eintrat, was einst Orwell und Magnus Enzensberger prophezeiten – dass die Massen mit elektronischen Medien wesentlich einfacher zu dressieren sind als durch gedruckte Schriften.
    Mit kurzen (einprägsamen) Kommentaren untermalte laufende Bilder scheinen die Wahrnehmung wesentlich intensiver zu beeinflussen als der Schmöker, durch den man sich wälzen muss, um sich anhand der eigenen Urteilskraft eine Meinung zu bilden.

  13. Und wenn jemand sich die Mühe macht, ein Buch -z.B. einen aktuellen ‚Bestseller‘- zu lesen, wird ihm der hoch erhobene moralische Zeigefinger der Linksgrünen vor die Augen gehalten während er den sauren, ungenießbaren Buchstabenbrei herunterwürgen muß und sich anschließend schuldig für Alles fühlt.

  14. INGRES 27. Oktober 2020 at 17:52
    Aber Jack London habe ich erst gelesen, nachdem ich die Serie gesehen hatte.
    […]

    Heute würde man Jack London nicht mehr verfilmen – zu brutal und zu politisch inkorrekt.
    Alleine die Beschreibung der Hundekämpfe in „Wolfsblut“ würde heute PETA auf den Plan rufen, würde ein Regisseur sich wagen, sie wie im Buch beschrieben darzustellen

  15. Das_Sanfte_Lamm 27. Oktober 2020 at 17:57
    […]
    Mit kurzen (einprägsamen) Kommentaren untermalte laufende Bilder scheinen die Wahrnehmung wesentlich intensiver zu beeinflussen als der Schmöker, durch[…]

    scheinen scheint man

  16. Übrigens man bekommt nach wie vor keine Kommentare durch, die auf Jou-Watch verlinken. Hat einer eine Idee wieso das so sein könnte. Ich meine einige Artikel erscheinen ja sowohl hier wie dort. Ist es das irgendwie. Aber es ist ein Feature.
    Nun hier paßte der Artikel aber. Aber ich kann ihn ja nicht vollständig kopieren, das wäre ja auch zu aufdringlich. Nein, wenn jemand interessiert ist, soll er sich das selbst ansehen.

    Es geh tim dem Artikel darum, weil wir in Zeiten von Corona Flüchtlinge brauchen. Wers wissen will, der geht zu Jou Watch und blättert sich durch. Ich hatte das jetzt nur verlinkt weil es Bertelsmann so schön charakterisiert.

  17. INGRES 27. Oktober 2020 at 18:23

    Wenn man Berteksmann zum Kulturbetrieb rechnet, so könnte man das alles jenseits der reinen Scheiße die es repräsentiert ja als Wandel der Kultur bezeichnen den Unsereiner, weil schon älter halt nicht mehr verstehen kann.
    Nun so was gibt es sicher. Aber das Problem ist, dass die offizielle Kultur nur noch aus reiner ideologisierter Scheiße besteht und damit das physische Ende dieser Gesellschaft und der westlichen Gesellschaft besiegelt ist. Nun, das ist der Lauf der Weltenläufte.

  18. Gedruckte Bücher kann man zudem nicht so leicht und unauffällig „modernisieren“ und abändern- ich erinnere mich , wie viele Unis ihre Bibliotheksbestände „aktualisiert“ haben (sprich: missliebige Titel, alles was der „aufgeklärte“ Student besser nicht ausleihen dürfen soll, werden periodisch aussortiert, entfernt und z.T. vernichtet). Alte Versionen (v.a. z.B. Kinderbücher, alte deutsche Literatur, Märchen etc.) von Büchern werden ja systematisch durchgegendert und auf buntistische Linie gebracht und neu veröffentlicht, aus all diesen Gründen ist es offensichtlich ungern gesehen, wenn Menschen noch Bücher lesen, deren Verbreitung, Grad des individuellen Verständnisses, Schlussfolgerungen etc. so gar nicht abzuschätzen oder gar zu prognostizieren sind- alles viel zu unsicher für die Machthabenden- digitale Dauerberieselung mit Seelenschrott, Niedertrachts-TV, zurechtgebogenen Geschichtsbrocken, hysterischen Befindlichkeiten und Schund aller Art… reicht für’s Schlafschaf-TV um die Menschen einzulullen, sie ruhigzustellen und zu beschäftigen.

  19. Naja, Bücher…
    Da habe ich wahrscheinlich einige Hundert, von denen ich eine Reihe noch nie gelesen habe. Ich müßte mal eine Bestandsaufnahme machen, um zu sortieren unter verschiedenen Gesichtspunkten. Wenn ich in der Kiste liege, landen die meisten eh in der blauen Tonne.
    Zum Einschlafen habe ich immer ein Buch griffbereit.
    Neben Forschungen im Stadtarchiv lese ich dann noch hier auf verschiedenen Seiten.
    Man sieht, ich lese in Vertretung von vielen, die nie lesen.

  20. Nach acht Jahren Volksschule hab ich es tatsächlich noch bis zum Ingenieurberuf geschafft. Heute undenkbar!
    Wir hatten damals ein Unterrichtsfach dass hieß Raumlehre. Danach konnten wir alle möglichen Flächen und Rauminhalte von komplizierten Körpern berechnen. Frag danach heute mal einen Abiturienten. 😉

  21. Akif, tröste Dich, das Büchlein unseres Außenministerleins ist auch ein Ladenhüter.

    Mit Mathematik, Denksportaufgaben und Mathematik und Physik hatte ich mich, wie Kollege INGRES, auch viel beschäftigt, allerdings berufsbedingt. Eine von mir erdachte Mathenmatikaufgabe wurde in „Bild der Wissenschaft“ abgedruckt, eine andere als „Die besondere Aufgabe“ in einer Mathematikzeitschrift. Aber wen interessiert das heute noch?

    Ein anderes Spezialgebiet von mir ist die Lyrik. Da habe ich mich mich mit verschiedenen Gedichtformen auseinandergesetzt und diese in eine ganz spezielle Reimart umgesetzt, was sehr drollig wirkt. Obwohl mein Taschenbuch bei Amazon eine sehr gute Bewertung erhalten hat, wird es kaum gekauft.

    Glücklicherweise hatte ich einen Beruf, der mich über Wasser hielt, denn von meinen Gedichten hätte ich nicht leben können. Vielleicht hätte es von fünfzig Jahren anders ausgesehen, aber da war ich noch nicht produktiv.
    Trotzdem plane ich für das nächste Jahr ein Büchlein nur mit Limericks. Ich weiß, die sind mittlerweile auch etwas aus der Mode gekommen, aber es werden Limericks darin enthalten sein, die die Welt noch nicht gelesen hat.

  22. erich-m 27. Oktober 2020 at 17:29; Und das bei Audi was ja im Original Horch heisst. Was ja die Voraussetzung beim lauten vorlesen ist.

  23. An INGRES 17:31

    So geht es mir auch.
    Ich besitze so an die Tausend Bücher, aber zu 99 Prozent Sachbücher.
    Romane, oder Autobiographien von irgend welchen Eierköpfen interessieren mich nicht.
    Einmal hat ein Besucher, der wohl selbst keine Bücher hat, mich gefragt, ob ich auch alle Bücher gelesen habe.
    Ich antwortete ihm: „Natürlich nicht, denn wer liest schon alle Sachbücher komplett durch.“
    Ich weiß natürlich, dass hier einige Teilnehmer unter uns sind, die deutlich mehr Bücher besitzen.
    Meine Bücher sind, nach eigenem Interesse, alle selbst gekauft.
    Ich besitze keine Erb-Bücher von Großeltern, die nur die Regale füllen.
    Trotzdem habe ich beschlossen einige Bücher demnächst auszurangieren.
    Z.B. sind Wörterbücher durchs Internet besser zu ersetzen.

  24. An Frank Castle 17:55

    Ich bin in Unterfranken geboren und dann nach der zweiten Klasse, nach Niedersachsen gezogen.
    In der Ferienzeit (´70 er Jahre) habe ich meine Ferien immer im Heimatdorf verbracht.
    Mein dortiger bester Kumpel Walter, hat die Schule nach zehn Jahren, mit dem Abgangszeugnis der 7. Klasse, verlassen.
    Er hat sowohl die erste, als auch die fünfte und letztendlich noch die siebte Klasse doppelt „gemoppelt“.
    Da könnte man sagen, dass es praktisch Hilfs-, Sonder-, Förderschulniveau war.
    Bis auf die allgemeinen Dialektbesonderheiten sprach er grammatikalisch ein ganz anständiges Deutsch.
    Ich weiß nicht wieso er diese Schulprobleme hatte, aber er war ganz bestimmt nicht blöd.
    Wenn er so ein asoziales Deutsch gesprochen hätte, wie heutzutage diese Kanaksprache, hätte ich es niemals mit ihm ausgehalten.
    Das erinnert mich wieder an eine Sondersendung von “ Wer wird Millionär“.
    Da hat eine zehnte Klasse, eines Kölner Gymnasium, ihren Lehrer angemeldet.
    Günter Jauch, fragte eine Schülerin dieser Klasse, warum sie ihn angemeldet hätten.
    Ihre Antwort war wortwörtlich:
    “ Der muss das machen, weil der ist charmant !“
    Und das war jetzt Gymnasialniveau vor ca. fünf Jahren.

  25. Ich habe ein 3jähriges Patenkind, einen Buben.
    Obwohl er es kaum verstehen kann, lese ich ihm jeden Abend eine Geschichte aus dem Buch vor, das mir im Alter von sieben Jahren meine eigene Taufpatin als mein erstes eigenes Buch geschenkt hat:
    Das Eselchen Grisella.
    Mein Patenbub weigert sich, ohne meine allabendliche Geschichte einzuschlafen.
    Ich werde ihm dereinst meine gesamte – überwiegend wissenschaftliche – Bibliothek (ca. 1.500 Bücher) vererben.
    Warum?
    Darum: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ (Joh. 12,24)

    Don Andres

  26. Ein Buch zu lesen – es zu verstehen, sich quasi hineinzudenken – beschäftigt den Verstand.

    Einen Film zu sehen hingegen beschäftigt – meistens jedenfalls – nur das Gehirn.

    Das ist dasselbe?
    :mrgreen:
    Nein, es gibt keinen Verstand ohne Hirn, aber jede Menge Hirne ohne Verstand.

  27. Ja, man kann der scheidenden Lesekultur nachweinen. Man kann aber auch verstehen dass wir uns jetzt durch das Internet plötzlich in einem anderen geistigen Raum befinden. Denn diese Lesekultur entstand in der Renaissance durch die technische Entwicklung Gutenbergs. Eine Lawine von ausgedachten Welten, Fiktion, Belletristik erfüllte die gebildeten Menschen. Heute braucht man das nicht mehr, denn all die interessanten bunten Welten und Menschenschicksale sind alle in Sekundenschnelle auf dem Internet vertreten und erreichbar. Was dort alles täglich vor unseren Augen abläuft konnte sich früher kaum ein einzelner Schriftsteller ausdenken und vorstellen.

  28. „Mit dem Ar…loch sieht man besser“ durfte er 2014 im ZDF-Mittagsmagazin sagen und seitdem gibt es ihn im Merkel-TV nicht mehr.

    Naja, er durfte wohl nicht gerade, sondern er hat es einfach gesagt. Er hat seine Gelegenheit genutzt.

    Und das war 2014! Die Zeit rennt uns davon!

  29. Akif hat Recht. Die Zeiten der Vielleser sind vorbei.
    Und die Die Zeiten des Trainings mit der deutschen Sprache.
    Damit ist die Zeit der Meister auch irgendwann vorbei.
    Sloterdijk und Safranski, bald werden sie auch gestorben
    sein, und niemand wird ihnen nachfolgen.

    Ich habe einige tausend Bücher gelesen in meinem Leben.
    Von Schund bis zu Richard v. Weizsäcker. Man hat sich
    über mich amüsiert, ich mit Richard von Weizsäcker
    am Stand in der Normandie. Mit 20.
    Unvergessen ein Erlebnis in meiner Stadtteilbibliothek,
    ich, 7 jähriger Knirps, legte ein Exemplar „das Boot“
    auf den Thresen, Verfasser Lothar Günther Buchheim.
    Ein ziemlich vulgärer Weltkriegs- und U-Boot Schmöker,
    damals ziemlich angesagt.
    Daraufhin erhielt ich einen Tadel von der entsetzt blickenden
    Stadteiilbibliothekarin: “ Das Buch ist aber noch nichts für
    Dich“. Nach kurzer Diskussion zog ich, von großer Genugtuung
    erfüllt, dennoch mit dem Buch nach Hause, und verschlang
    es in wenigen Tagen…

    Ich vermisse hier auf PI-News Aufsätze zu Steinmeiers
    letzter Rede, und zu Erdogan aktuellem Treiben. Lasst uns
    unsere Feinde zerfleischen..

  30. Die sog. „starken“ Generationen von heute können kaum noch ricthtig lesen, kaum einen ganzen Satz formulieren, ohne zu stocken, noch einmal von vorn zu beginnen, oder nach jedem zweiten Wort ein „äh“ einzufügen. Bücher finden sie uncool, günstigstenfalls. Den schlechtesten Fall will ich gar nicht wissen. Die Bildung im Land ist auf gut Deutsch unter aller Sau, die Intelligenz ebenso. Das Anpassen der Deutschen an den Rest der Welt ist gelungen, voll aufgegangen. Nun sind alle gemeinsam dämlich.

  31. @INGRES Geht mir genau so. Ich war früher Zeitungsfetischist. Ohne Tageszeitung ging gar nix. Heute weiß bis auf den regionalen Teil alles aus dem Internet.
    Dafür ist mir die Zeitung zu teuer. Und in der Qualität nicht ausreichend.
    Bücher haben wir als Kinder/Jugendliche verschlungen.
    Erklär das mal den heutigen Kindern. Die wollen lieber Trash-TV

  32. Sprachlich nicht ausdrucksfähig und geistig minderbemittelt, so ist es um die ach-so-tollen Digital Natives (Generation Y und Z) bestellt.
    Den ganzen Tag auf dem Handy rumdaddeln, Berufswunsch Influencer, Youtuber oder „digitaler Nomade“ mit ReiseVblog.
    Die können zwar mit ihren Smartphones alles, sind aber ohne die Geräte aufgeschmissen.
    Rechtschreibung ohne Autokorrektur? Fehlanzeige
    Klar, bildungsferne Elternhäuser gab es schon immer, aber was da heute auf die Gesellschaft losgelassen wird, ist m.E. nicht mehr lebensfähig.
    Wenn man es schafft sich die gestammelten Werke 10 Minuten anzuhören, dann kommt man unwideruflich zu dem Schluß, daß das politisch gewollt sein muß.
    Sprach der König zum Priester: Halte du sie dumm, ich halte sie arm.
    Dumme sind halt leichter zu regieren, glauben jede Behauptung ohne sie zu hinterfragen (Klimawandel, Migrationsmärchen usw.).
    Die Generation der Baby-Boomer ist zum Mond geflogen
    Die Generation X hat das Internet erschaffen
    Die Generation Z und Generation Y bestreiten alles, nur nicht den eigenen Unterhalt.

  33. Frank 28. Oktober 2020 at 09:03
    Ein seriöser Akif? SAU-LANGWEILIG
    —————————–

    Ja, viele Leute finden tiefes Denken langweilig! Darauf bauen die LÜGENMEDIEN und Merkelisten ja.

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