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Asylbewerber lehnen häufig zugewiesene Wohnungen ab

Von CANTALOOP | Die Diskrepanz könnte in der Tat kaum größer sein. Während die Einen verzweifelt nach bezahlbarem Wohnraum in unseren dichtbepackten Großstädten suchen, sind unsere neu Hinzugekommenen oftmals in der Auswahl ihrer zukünftigen Destination deutlich selektiver.

Vor allem in Ballungsräumen wie Berlin, Köln oder Frankfurt kommen schon mal mehrere hundert Interessenten zu einer Wohnungsbesichtigung. Hauptsächlich „Alteingesessene“ versteht sich. Denn das frisch eingewanderte Klientel aus Afrika und Arabien ist diesbezüglich sehr viel anspruchsvoller – und weist vom Amt zugeteilte Wohnungen gerne auch zurück, wenn diese nicht ihren Vorstellen entsprechen.

Die BILD berichtet tagesaktuell aus Leipzig:

(…) Nachdem die Software-Voraussetzungen für die Erfassung der Anfragen geschaffen worden waren, gingen in den letzten neun Monaten 370 Anfragen von Flüchtlingen ein.

Es wurden 30 Mietverträge abgeschlossen. Die Nachfrage bestehe vorrangig für 1-Raum- oder sehr große Wohnungen. Die LWB: „Vor allem 4-Raum-Wohnungen und größere sind im LWB-Bestand aber kaum vorhanden.“

Zudem erhält die LWB von Flüchtlingen viele Absagen für die ihnen angebotenen Wohnungen. Wenn dafür überhaupt Gründe genannt werden, dann sind es laut LWB am häufigsten diese:

  • Die Wohnung ist zu weit vom Stadtzentrum entfernt.
  • Wohnungsangebot lag in der falschen Etage und es gibt keinen Aufzug.
  • Die Wohnung wird den individuellen Ansprüchen nicht gerecht.

Soweit der BILD-Artikel. Was für eine grotesk verzerrte Situation. Die #WirHabenPlatz-Rufer suchen zum Teil selbst verzweifelt nach adäquaten Unterkünften – und die so Gerufenen befinden den mühsam vom Markt abgerungenen Wohnraum oftmals als nicht gut genug für ihre Belange.

Dies kennzeichnet jedoch die Gesamtlage am deutschen Wohnungsmarkt überdeutlich. Diejenigen, die ohnehin alles kostenlos bekommen, haben darüber hinaus noch hochtrabende Vorstellungen von Größe, Lage und Beschaffenheit ihrer zukünftigen Bleibe. Unterdessen müssen insbesondere Studenten, Senioren und Geringverdiener schon mächtig Glück und Ausdauer besitzen, um überhaupt eine angemessene Unterkunft in Stadtnähe beziehen zu können.

Diese Gegenüberstellung drückt den Irrsinn recht treffend aus (gefunden bei Michael Klonovskys Acta Diurna).

Zu sehen, wie sich diese Gegebenheiten in naher und ferner Zukunft entwickeln werden, ist zweifellos eine spannende gesellschaftliche Betrachtung. Aber – alles nicht so schlimm, sagen die vereinigten Linksparteien unisono. Denn nach deren Ansicht gilt weiterhin die Devise: #WirHabenPlatz. Im Überfluss. Nur eben nicht für uns selbst.