Gottesdienste in Corona-Zeiten

In Kirchen sind diesen Winter maximal zehn Grad erlaubt

Von CANTALOOP | Wer sich einmal die Mühe macht, die altersmäßige Zusammensetzung eines Sonntagsgottesdienstes genauer anzusehen, wird sehr schnell feststellen, dass dort insbesondere die Alterskohorte 60 plus stark vertreten ist. Welche Gründe hierfür genau ursächlich sind, sollte bekannt sein. Diese treuen und bibelfesten Generationen, die noch über ein stabiles Werte- und Moralgefüge verfügen, sehen es eben als wichtig an, die überlieferten kirchlichen Traditionen ihrer Vorfahren gerade auch in Krisenzeiten zu pflegen und weiterzuführen.

Nun gilt leider gerade diese Bevölkerungsgruppe auch als besonders anfällig für das allgegenwärtige Virus. Womit wir wieder mitten in der aktuellen Corona-Krise wären. Denn exakt diese physisch eher empfindliche Gruppe von Trost- und Beistandssuchenden soll gemäß des Willens der katholischen Kirche in Freiburg fortan auf eiskalten Kirchenbänken sitzen.

Weitere Schikanen und Einschränkungen für Gläubige

Selbst wenn es winters in hohen Kirchengebäuden sicher noch nie kuschelig warm war, muss nun aufgrund spezifischer Vorschriften und Gegebenheiten hinsichtlich der Virengefahr auf sämtliche Warmluftheizungen während der Messe vollständig verzichtet werden. Nicht mehr als zehn Grad darf die Temperatur in den Gotteshäusern dieses Jahr betragen. Mehr wäre angeblich gefährlich für die Besucher. Trotz Maskenpflicht sind deshalb nicht einmal mehr punktuelle Wärmequellen wegen der Gefahren einer verstärkten Aerosol-Ausdehnung erlaubt.

Zustände wie im Mittelalter: eiskalte Schulen und Kirchen

Gerade aber ältere Menschen sind bekanntlich weitaus anfälliger für die im Winter üblichen Erkältungskrankheiten, die durch eine entsprechend ausgekühlte Umgebung und Bewegungsarmut zusätzlich noch begünstigt werden. Wer längere Zeit sitzend in einem großen ungeheizten Raum verbringt und darüber hinaus nicht einmal singen darf, dem hilft schon nach kurzer Zeit auch keine entsprechend angepasste Garderobe mehr. Man wird frieren – und könnte dementsprechend leichter krank werden. Deshalb mutet auch der gutgemeinte Ratschlag des katholischen Ordinariats Freiburg eher als wohlfeil an. Der Schwarzwälder Bote berichtet:

Die römisch-katholische Kirchengemeinde bittet Besucher der Gottesdienste, zukünftig entsprechend warme Kleidung zu tragen.“

Inwieweit sich unter diesen Umständen überhaupt noch ein Kirchenbesuch empfiehlt, muss jeder selbst für sich entscheiden. Zweifellos bekommt hier die alte Redensart „zieht euch warm an“ eine neue Bedeutung. Es bleibt abschließend nur zu hoffen, dass sich durch diese Schutzmaßnahme nicht noch zahlreiche betagtere Gläubige, die zumeist auch noch sehr leidensfähig sind, in den eiskalten Kirchenhallen zusätzlich eine typische Wintererkältung holen. Die dann womöglich als Beschleuniger für weitere Coronainfekte dient. Angesichts dieser Situation wäre es wohl angemessener, die Gotteshäuser ganz zu schließen. Oder die heilige Andacht gleich im Freien zu feiern.