Impfkampagne rollt, „Querdenker“-Fehler vermeiden

Von WOLFGANG HÜBNER | Die Massenimpfung gegen das Corona-Virus wird in den nächsten Monaten mit Sicherheit „das“ große Thema werden. Viele sind ganz ungeduldig, endlich geimpft zu werden. Sie hoffen damit, nicht nur gegen eine Erkrankung geschützt zu werden, sondern auch bald wieder den „Lockdown“-Alptraum hinter sich lassen zu können. Durchaus verständlich. Nicht wenige andere stehen jedoch der Impfung skeptisch-abwartend oder ablehnend gegenüber. Es droht eine abermalige Spaltung unter der Bevölkerung in Deutschland.

Diese Spaltung wird insbesondere von Politikern, Medizinern und Medien betrieben, die in einer staatlich kontrollierten Zwangsimpfung die einzige Rettung sehen. Es ist deshalb ratsam für Impfskeptiker und Impfgegner Fehler zu vermeiden, die es den Befürwortern von Zwangsimpfungen erleichtern, ihre Forderung durchzusetzen. Aus dem faktischen politischen Scheitern der „Querdenker“ sollte gelernt werden, dass das „System“ am längeren Hebel sitzt, wenn dessen Kritiker und Gegner es in Überschätzung der eigenen Kräfte auf offene Kraftproben ankommen lassen. Klugheit und Mäßigung sind deshalb anzuraten. Das ist keine Schwäche, sondern Realismus.

Erstens: Jeder Mensch in Deutschland muss selbst die Entscheidung treffen, sich impfen zu lassen oder nicht. Wer sich für die Impfung entscheidet, ist zu respektieren. Kritik an diesen individuellen Entscheidungen wird in der Regel nur das Gegenteil bewirken. Deshalb ist unbedingt davon abzuraten, Anti-Impfkampagnen zu starten. Hingegen ist sachliche Aufklärung über die Risiken der Impfung selbstverständlich notwendig.

Zweitens: Für Menschen in Deutschland, die die Impfung ablehnen, darf es keinen Zwang und keinerlei Diskriminierung (beruflich, touristisch usw.) geben.  Das Virus ist zwar bedrohlich, aber für weit über 90 Prozent weder stark gesundheitsgefährdend noch lebensgefährlich. Deshalb ist es politisch und gesellschaftlich zu akzeptieren, dass die keineswegs ausreichend in ihren Folgewirkungen erprobte Impfung verweigert wird. Wer das tut, ist keine Begründung schuldig.

Drittens: Solange nicht zweifelsfrei erwiesen ist, dass die Impfung sowohl den Geimpften dauerhaft immunisiert als auch bewirkt, andere Menschen nicht zu infizieren, gibt es kein überzeugendes Argument, die Impfung mit Rücksicht auf die Mitmenschen auf sich nehmen zu müssen. Es gibt folglich zumindest vorläufig keine moralisch-solidarische Verpflichtung zur Impfung.

Viertens: Wer der Impfung skeptisch, aber nicht absolut ablehnend gegenübersteht, tut gut daran, einige Monate mit der eigenen Entscheidung zu warten. Das ist schon deshalb kein Problem, weil die geplante Durchimpfung der Bevölkerung ohnehin etliche Monate beanspruchen wird.

Fünftens: Gegen jede Bestrebung gleich welcher Art, einen Impfzwang durchzusetzen, ist parlamentarischer wie außerparlamentarischer Widerstand gerechtfertigt. Das Recht auf den eigenen Körper und die Entscheidung auf den Umgang mit diesem Körper ist ein unverzichtbares Menschenrecht.

Sechstens: Selbstverständlich müssen herausgehobene Befürworter der Impfung aus Politik, Medizin und Gesellschaft mit gutem Beispiel vorangehen und sich öffentlich, von unabhängigen Personen bezeugt und kontrolliert, impfen lassen – vorneweg Befürworter des Impfzwangs.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.