"Vielleicht würden Sie besser wissen, was ich tun sollte, als ich das selbst weiß"

Kurz‘ Klatsche für Claus Kleber

Claus Kleber ist bekanntlich Moralist und Betroffenheits-Journalist und deshalb auch Propagandist beim ZDF, stets unterwegs gegen das Böse und für das Gute. Kleber ist so gut, dass er vor Mitleid schon mal eine Träne verdrückt, wenn ein einfacher Busfahrer zu armen Flüchtlingen „Welcome“ sagt.

Nichts ist umsonst auf dieser Welt, auch Klebers grandiose und einfühlsame Art nicht, auch nicht sein edler Kampf gegen das Böse. 50.000 Euro von den GEZ-Beiträgen werden dafür fällig. Jeden Monat versteht sich, nicht im Jahr.

Das hat eine psychologisch interessante Wirkung. Im Umkehrschluss, weil er das Geld tatsächlich erhält, glaubt Kleber nun von sich selbst, er sei „gut“, fachlich und moralisch erst recht. Und so bekommt er immer wieder und immer öfter Anwandlungen, dass er die Welt retten müsse, zuletzt am Sonntag, im Interview mit dem österreichischen Wahlsieger Sebastian Kurz (Video oben).

Es galt, „rechts“ zu verhindern, in Österreich. Seinen Kampf begann Kleber sogleich in der ersten Frage: Kurz schließe eine Koalition mit der FPÖ nicht aus, „nach allem, was geschehen ist.“ Damit meint Kleber das Ibiza-Video. Kurz versteht das absichtlich anders, „was geschehen ist“, und antwortet mit der “guten inhaltlichen Zusammenarbeit“, die es mit der FPÖ gegeben habe. Die Kontrahenten im Wortlaut:

Kleber:  Sie bräuchten nach diesem grandiosen Wahlergebnis die FPÖ nicht mehr. Und trotzdem schließen Sie heute Abend auch eine Koalition mit den Rechtsnationalen nicht aus, nach allem was geschehen ist. Warum nicht?

Kurz: Ja, schaun Sie, die inhaltliche Zusammenarbeit mit der Freiheitlichen Partei, die hat in den letzten beiden Jahren sehr gut funktioniert. Wir haben sehr viel weitergebracht. Und die Zustimmung für diese Regierung war extrem hoch. […]

Erste Klatsche für Kleber. Der 64-Jährige im zweiten Versuch, deutlicher: Aber da gab es doch „Ibiza“, und das ging doch auch weiter, und die FPÖ wolle doch selbst gar nicht mitregieren. Kurz rekurriert auf sein Versprechen vor der Wahl, mit allen Parteien zu reden. Im Wortlaut:

Kleber: Nun haben … nun hat man deutlich gemerkt, wie Sie versucht haben, die Geschichte mit Ibiza und so weiter als eine kleine Blessur in einer in der Sache doch erfreulichen Zusammenarbeit darzustellen, aber es hat ja mit Ibiza nicht aufgehört, die Skandale gingen danach immer weiter, und selbst der FPÖ-Generalsekretär sagt heute, das Wahlergebnis ist für uns, die FPÖ, ganz gewiss kein Auftrag zum Weiter-Mitregieren. Wäre jetzt nicht von Ihnen klare Ansage genau das Richtige?

Kurz: Ja, vielleicht würden Sie besser wissen, was ich tun sollte, als ich das selbst weiß. Ich hab’ mich immer daran gehalten, nicht zu schnell meine Meinung zu ändern, sondern einfach das zu tun, was ich vorher auch versprochen hab. Und ich hab vor der Wahl ein Versprechen abgegeben, nämlich dass ich mit allen Parteien Gespräche führen werde. Dass ich unvoreingenommen in all diese Gespräche hineingehen werde und dass ich versuchen werde, mit allen Parteien eine Schnittmenge zu finden. […] Respektvoll mit dem Ergebnis umzugehen heißt aus meiner Sicht, nach der Wahl das zu tun, was man vor der Wahl versprochen hat. Und das ist: mit allen zu sprechen.

Zweite Klatsche für Kleber. Wie kommt man dagegen an, dass einer sein Versprechen halten will? Kleber schaltet nun, nachdem er sich bescheiden „einen ausländischen Reporter“ nennt, in den Messias-Gang. Jetzt spricht er nicht mehr nur für das ZDF und seine Kanzlerin, sondern schon gleich mal für ganz Westeuropa.

Alle würden doch auf ein Ende der „zweifelhaften rechtsnationalen“ Allianz hoffen, so der heilige Claus inständig. Kurz, der den Braten riecht, klärt daraufhin auf, wie eine Regierungsbildung vonstatten geht und welche Aspekte dabei zu berücksichtigen sind, untersetzt mit feinen, kleinen Spitzen. Hier der Dialog im Wortlaut:

Kleber: Nun haben Sie große Kraft gewonnen heute, zweifellos, erlauben Sie da einem ausländischen Reporter die wichtigste ausländische Frage. Sie wissen, dass die deutsche Regierung, die Benelux-Regierungen und die Frankreich-Regierung und so weiter sehr darauf hoffen, dass die Allianz mit den zweifelhaften Rechtsnationalen in Österreich aufhört. Spielt ein solcher Gesichtspunkt bei den Überlegungen, die Sie jetzt anstellen werden, überhaupt eine Rolle?

Kurz: Nein. Ich bin meinen Wählerinnen und Wählern verpflichtet und nicht dem Ausland. Und auch nicht irgendwelchen Medienvertretern und anderen „Tipp-Gebern“. […]  Ich kann Ihnen nur sagen: Ich stehe zu meinem Wort. Und mein Wort im Wahlkampf war, wir sprechen mit allen im Parlament vertretenen Parteien. Das werden wir tun und ich werde dann versuchen abzuwägen, mit welcher Partei gibt es die größten inhaltlichen Übereinstimmungen, mit welcher Partei ist auch die notwendige Stabilität vorhanden, um eine Regierung bilden zu können, mit welcher Partei finden wir auch Personen, die die charakterlichen Eigenschaften haben, die es braucht um ein Regierungsamt auszuüben. Und all das gilt es dann abzuwägen und zu beraten. Sie müssen sich vorstellen, wir haben heute als Volkspartei einen historischen Tag erlebt und ich könnt’ jetzt natürlich mich ausgelassen freuen, das werde ich heute hoffentlich nach dem Interview auch noch tun können. Aber neben dieser unendlich großen Freude, die ich empfinde, und der unendlich großen Dankbarkeit, spür’ ich schon eine starke Verantwortung. Das ist ja keine Kleinigkeit, eine Regierung zu bilden. Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Da geht’s um die Zukunft unseres Landes und die nächsten 5 Jahre unseres Landes und das gilt es ganz behutsam und ordentlich zu machen. Und dafür wird’ ich mir auch die entsprechende Zeit nehmen und mich jetzt sicherlich nicht zu Schnellschüssen hinreißen lassen: irgendwelche Parteien ausschließen, irgendwelche Parteien präferieren, weil das vielleicht das Ausland oder irgendein Medium sich wünschen würde.

Dritte und finale Klatsche für Kleber und der verliert nun endgültig die Fassung. So, wie es seine Kollegen in den primitiven Talk-(Brüll)Shows vorexerzieren, redet er nun Kurz dazwischen, der sich aber nicht aus der Ruhe bringen lässt. Wenn Kleber Kurz hochnehmen wollte, so geschah das genaue Gegenteil. Der alte Propagandist des ZDF mit seinem Repertoire an Sprechblasen, läuft beim jungen und rhetorisch geschulten Sebastian Kurz gehörig auf. Um das zu vergessen, muss er zu Hause erst mal auf den Kontoauszug gucken. Heute ist der Erste, 50.000 Euro für Santa Claus. Denn auch das Wollen ist wertvoll.




ARD: Wir wollten doch nur die Hände von Gottschalk zeigen

PI-NEWS hat am Sonntag über die herabwürdigende Darstellung des AfD-Abgeordneten Kay Gottschalk in der Tagesschau berichtet. Gottschalk war perspektivisch so dargestellt worden, dass er möglichst klein erscheint und in einem Zwischenschnitt wurde mehrere Sekunden lang sein Hosenstall eingeblendet.

Sein Hosenstall? Nein, soo war das ja gar nicht gemeint, schreibt jetzt Daniel Pokraka, der verantwortliche Autor. Nicht der Hosenstall wurde gezeigt, sondern: die Hände!

Ist Ihnen denn nie aufgefallen, wie oft man in der Tagesschau Hände vor einem Interview zu sehen bekommt? Sie wurden abgewogen gegen den „prominent“ dargestellten Hosenstall und der Korrespondent entschied, dass die Hände von Gottschalk so sehr wichtig wären, dass sie also gezeigt werden sollten.

Hier die Ausrede von Pokraka im Originalton:

Sehr geehrter Herr *****

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Als Autor des kritisierten Beitrags möchte ich Ihnen antworten.

In Fernsehbeiträgen ist es üblich, unmittelbar vor O-Tönen von Politikern (oder anderen) so genannte „Antexter“ zu verwenden. Nicht immer, aber häufig sind das Bilder vom Politiker selbst. Dem Autor gibt das die Möglichkeit, Fakten zum Thema und für das Verständnis des O-Tons notwendige Informationen unterzubringen.

Im Fall von Kay Gottschalk haben wir zwei Antexter verwendet: das Bild (länger), auf dem er im Gespräch mit mir zu sehen ist und das (kürzer) von Ihnen kritisierte, das seine Hände zeigt.

Wenn Sie darauf achten, werden Sie feststellen, dass Sie Bilder von Händen in Nachrichtenbeiträgen häufig sehen. Dass in unserem Fall die Hände wahrnehmungstechnisch in den Hintergrund treten, weil tatsächlich der Lendenbereich prominent zu sehen ist, kann man kritisieren. Ich fand das Bild aber in der Abwägung vertretbar.

Ich würde mich freuen, wenn Sie der Tagesschau auch als kritischer Zuschauer gewogen bleiben.

Daniel Pokraka
Fernsehkorrespondent
ARD-Hauptstadtstudio
Wilhelmstraße 67a / 10117 Berlin
E-Mail:  daniel.pokraka@ard-hauptstadtstudio.de
Twitter: @PokrakaD

Wahrscheinlich lachen sie sich nach dem Ansehen des Beitrags jetzt noch einmal in ihrer Redaktion über die super Ausrede kaputt, die Prokaka da eingefallen ist. „Publizistische und gestalterische Qualität“ nennen sie das feixend bei der Tagesschau.




„Publizistische und gestalterische Qualität“ bei der Tagesschau

Vor dem Hintergrund nett lächelnder Moderatoren der Tagesthemen erläutert die ARD ihre Grundsätze für die journalistische Programmgestaltung so:

Kern unserer Qualitäts­sicherung in der ARD […] ist die kontinuierliche und systematische Sicherung der publizistischen und gestalterischen Qualität der journalistischen Programme. 

Diese Qualität wird in ganz besonderem Maße durch die Redaktionen gestaltet, denn die Journalistinnen und Journalisten sowie Produktionsteams treffen täglich Entscheidungen über die Auswahl und die Gestaltung von Themen und Sendungen.

In den regelmäßigen Redaktionskonferenzen nehmen daher der Austausch und die Diskussion über unsere journalistische Qualität sowie ihre Evaluation einen wichtigen Stellenwert ein.

So viel zur Theorie. Es folgt ein aufgeblasener Wust von Kriterien und Qualitätsmessungen, die sicherstellen sollen, wie phantastisch deren Nachrichtensendung war und ist. Man bemüht sich also sehr.

Praktisch sieht das dann so aus, dass während des Interviews mit dem AfD-Politiker Kay Gottschalk die Kamera den Bereich um seinen Hosenstall erfasst und abbildet, während die anderen interviewten Politiker in gewohnter Weise mit Gesicht und Oberkörper abgebildet werden.

Burkhard Müller-Ullrich erläutert auf der Achse des Guten die angewandte „publizistische und gestalterische Qualität“ der Tagesschau vom 24.09. im Detail.

Wir bitten unsere Leser, sich mit entsprechenden Nachfragen an die Redaktion der Tagesschau zu wenden. Reaktionen der ARD werden wir gerne hier veröffentlichen. Sollten Stellungnahmen der Tagesschau ausbleiben, bitten wir ebenfalls um Mitteilung.

» redaktion@tagesschau.de




Phoenix: Keine Bauchbinden für AfD-Abgeordnete im Bundestag

Bei der Befragung des Bundesfinanzministers Olaf Scholz am Mittwoch im Bundestag hat sich der live übertragende Sender Phoenix (Video oben) etwas ganz Besonderes ausgedacht, um der AfD indirekt zu schaden: Bei nahezu allen Rednern der AfD wurde – im Gegensatz zu nahezu allen Vertretern der Altparteien – die sogenannte Bauchbinde, also die Einblendung am unteren Bildrand, die den Namen und die Funktion einer Person erklärt, NICHT eingeblendet. Folgende Liste zeigt, von wann bis wann es bei den jeweiligen Politikern die Bauchbinde gab:

  • Stefan Keuter, AfD (ab 5:23 min.) – keine Bauchbinde
  • Christian Dürr, FDP – Bauchbinde von 8:53 – 8:58, von 9:01 – 9:08 und von 10:45 – 10:54 min.
  • Carsten Träger, SPD – Bauchbinde von 12:01 – 12:04 und von 12:06 – 12:13
  • „Gesine Lötzsch, DIE LINKE  Stellv. Fraktionsvorsitzende“, Anmoderation durch Phoenix-Sprecherin Katharina Kühn, Bauchbinde von 14:08 – 14:16 und 15:21 – 15:28 min.
  • „Stefan Schmidt, GRÜNE  Sprecher für Kommunalfinanzen“, Anmoderation durch Phoenix-Sprecherin Katharina Kühn, Bauchbinde von 17:05 – 17:14  und 19:14 – 19:24 min.
  • Albrecht Glaser, AfD (ab 22.20 min.) – keine Bauchbinde.

Angekündigt wird Glaser mit folgenden vor Gift triefenden Worten durch den Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble: „Die nächste Frage stellt der Kollege Albrecht Glaser, AfD – wenn er mag. Er muss nicht. Herr Mag? Sie sind so erschrocken.“

  • Bettina Stark-Watzinger, FDP, 26:29 – 26:39 und 28:07 – 28:17 min.
  • Matthias Miersch, SPD, 30:20 – 30:26 min.
  • „Fabio De Mari, DIE LINKE  Stellv. Fraktionsvorsitzender“, Anmoderation durch Phoenix-Sprecherin Katharina Kühn, Bauchbinde von 33:27 – 33:36 und 35:19 – 35:19 min.
  • Lisa Paus, GRÜNE, 36:30 – 36:39 min.
  • Dr. Bruno Hollnagel, AfD (ab 39:21 min.) – keine Bauchbinde
  • „Florian Toncar, FDP Sprecher für Finanzpolitik“, Anmoderation durch Phoenix-Sprecherin Katharina Kühn, Bauchbinde von 42:39 – 42:46 min.

Es folgen ein SPD-Abgeordneter ohne Bauchbinde und ein LINKEN-Abgeordneter ohne Bauchbinde (der zuständige Phoenix-Mitarbeiter war wohl gerade anderweitig beschäftigt).

  • Anja Hajduk, GRÜNE, Bauchbinde von 50:56 – 51:00 min.
  • „Beatrix von Storch, AfD  Stellv. Faktionsvorsitzende“ wird so von 54:11 – 54:20 als Bauchbinde gezeigt.

Sie bildet die letzte im Video dargestellte Rednerin der AfD gegen Ende der Fragestunde. Wie zufällig wirken diese letzten gegebenen oder nicht gegebenen Bauchbinden, und deswegen haben wir uns die Arbeit gemacht, hier einen kompletten Überblick zu geben.

Und diesem nach zu urteilen, steht doch mehr System hinter den vom Sender Phoenix ausgelassenen Namens- und Parteieinblendungen für die AfD, als es zum Schluss den Anschein hat. Es ist auch kaum vorstellbar, dass der moderierenden Phoenix-Mitarbeiterin Katharina Kühn das nicht aufgefallen ist, selbst wenn sie auf einer „Evangelischen Journalistenschule“ volontierte.

Die „freie Moderatorin und Journalistin […] für Politik, Gesellschaft und Spaß“ widmet sich schließlich neben Prostituierten in Flatrate-Bordellen oder Samenspendern zu gerne auch dem „Kampf gegen Rechts“, wie man an ihren Beiträgen unschwer erkennen kann: „Populisten verstehen. Die Erfolgsrezepte neuer Parteien“ oder  „Der neue Hass. Ressentiments als Gesellschaftsvertrag“ heißen ihre Werke. Der Verdacht liegt nahe, dass sie „ihren Kampf“ hier im Kleinen bei Phoenix weiterführt und sich so in die romantischen Revolutionsmarschierer auf ihrer Webseite und in die Herzen ihrer Vorgesetzten einreihen wollte.

Kontakt:

Phoenix
Der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF
Langer Grabenweg 45-47
53175 Bonn
Telefon: 0228-9584-192
Fax: 0228-9584-198
info@phoenix.de




„Ich fürchte, der SPIEGEL hat seinen Wesenskern verloren“

Es ist der größte Fälschungsskandal seit Jahrzehnten: Ein Reporter des SPIEGEL hatte Reportagen und Interviews aus dem In- und Ausland geliefert, bewegend und oftmals mit dem Anstrich des Besonderen. Sie alle wurden vom SPIEGEL und seiner legendären Dokumentation geprüft und abgenommen und sie wurden gedruckt. Claas Relotius war mit seinen Geschichten zum Superstar unter den Reportern aufgestiegen und wurde mit mehr als 40 Preisen überhäuft.

Aber: Die Geschichten waren – ganz oder zum Teil – frei erfunden.

Nun hat der Reporter, der Relotius fast im Alleingang und gegen heftige Widerstände beim SPIEGEL zur Strecke brachte, ein Buch über den Fall geschrieben. Juan Moreno erzählt hier die ganze Geschichte vom Aufstieg und Fall des jungen Starjournalisten, dessen Reportagen so perfekt waren, so stimmig, so schön.

Claas Relotius schrieb immer genau das, was seine Redaktion haben wollte

Es stellt sich die Frage, wieso diese Fälschungen jahrelang unentdeckt bleiben konnten. Juan Moreno schreibt mehr als die unglaubliche Geschichte einer beispiellosen Täuschung, er fragt, was diese über den Journalismus und den SPIEGEL aussagt.

Macht und Einfluss im Vordergrund

Für Matthias Geyer, den damaligen Leiter des Gesellschaftsressorts, für das Claas Relotius schrieb, wie für Ullrich Fichtner, den Entdecker und Förderer des Reporters, standen zum Jahreswechsel Beförderungen an – zum Blattmacher und zum Co-Chefredakteur. Und damit sollte auch Relotius selbst aufsteigen, zum Ressortleiter. Mit nur 33 Jahren.

Als nur wenige Wochen vor Erreichen der Ziellinie der freie Mitarbeiter Moreno mit schwerwiegenden Hinweisen auf mögliche Fälschungen quer auf die Bahn gelaufen kam, wurde er erst von Geyer und dann von Fichtner scharf kritisiert. In einem Gespräch habe man ihm sogar angedeutet, seinen Vertrag auslaufen zu lassen.

Unangenehme Hintergrundinformationen im Buch mit Sprengkraft

Juan Moreno, der seinerzeit wie beschrieben „nur“ als freier Mitarbeiter für den SPIEGEL schrieb, hat seine gesamten Erlebnisse in einem mutigen Buch dokumentiert, das auf nicht wenigen Seiten mit ordentlich Sprengkraft beladen ist und besonders diversen einflussreichen Entscheidern beim SPIEGEL ganz und gar nicht gefallen dürfte.

Denn, die damals erhoffte Bewältigung des schwerwiegenden Fälschungsskandals, beispielsweise mit der vom SPIEGEL selbst eingesetzten Aufklärungskommission zum Fall Relotius, wurde mit dem 17-seitigen Abschlussbericht alles andere als gänzlich vollzogen.

Ein entscheidender Satz des für den SPIEGEL in unzähligen Bereichen selbst schon hochbrisanten Abschlussberichts der Aufklärungskommission lautet:

„Es wurden keine Hinweise darauf gefunden, dass jemand im Haus von den Fälschungen wusste, sie deckte oder gar an ihnen beteiligt war.“

Wer das Buch gelesen hat, dem dürften nicht nur bei obigem Satz so einige Zweifel aufkommen…

Bestellinformation:

» Juan Moreno: Tausend Zeilen Lügen, 288 Seiten, 18,00 Euro – hier bestellen!




Höcke entlarvt GEZ-Auftragstäter

“Skandal” kreischen heute die Schlagzeilen im Mainstream-Blätterwald der Republik. Björn Höcke, der “Teufel der AfD”, die Reinkarnation des Bösen, habe wieder mal zugeschlagen: sich erdreistet ein Interview mit den öffentlich-rechtlichen Gralshütern der Wahrheit einfach abzubrechen, die Journalisten gar übel zu bedrohen. Die Wahrheit könnte nicht weiter entfernt liegen. Lügenpresse bleibt eben Lügenpresse.

Was war geschehen? Das ZDF-Politmagazin “Berlin direkt” hatte ein Interview bei Björn Höcke zum Start des Thüringen-Wahlkampfs und dessen bundespolitischer Bedeutung angefragt. Die voraussichtliche Gesamtdauer des Interviews sollte zehn bis 15 Minuten dauern. Heraus kam ein zwölfminütiger Tribunal-Versuch, in dem es ausschließlich um einige aus dem Kontext gerissene Zitate aus dem Höcke-Buch “Niemals zweimal im selben Fluss” ging. Mithilfe dieser Zitate – mit einer für heutige Politiker zugegebenermaßen ungewöhnlichen Sprache – sollte Höcke dann vom ZDF-Reporter David Gebhard auf schäbigste Art und Weise in eine direkte Traditionslinie zur Sprache des Nationalsozialismus und Adolf Hitler höchstpersönlich gebracht werden. Vom “großen Teufel” zum “kleinen Teufel” sozusagen.

Mal wieder zwangsgebührenfinanziertes Schmierentheater vom Feinsten also, das mit Blick auf sonst übliche Interviewformate mit Politikern der Kartellparteien in “Berlin direkt” völlig aus dem Rahmen fiel. Weshalb Höcke-Sprecher Günther Lachmann, seines Zeichens selbst ehemals leitender WELT-Journalist, nach 12 Minuten dazwischen ging und die gebrochenen Vorabsprachen rügte. Nach einer kurzen Diskussion zwischen David Gebhard, Lachmann und Höcke beendete letzterer dann schließlich die Verhörsituation mit der “unglaublichen Drohung”, dass er künftig für solche ZDF-Interviews nicht mehr zur Verfügung stehen werde, auch wenn er mal eine “interessante politische Persönlichkeit” sei. Er, Höcke, sei schließlich auch nur ein Mensch.

Im Interview selbst hat sich Höcke trotz des unredlichen Verhaltens des ZDF-Reporters äußerst souverän und klug verhalten. Präzise Rhetorik weitab von plumpen Wahlkampfparolen und intellektueller Tiefgang statt der immer gleichen öden und glattpolierten 08/15-Politikersprechblasen. Höcke zeigte sich einmal mehr als unorthodoxer Politiker, dem man seinen Idealismus und seine tiefe Überzeugung abnimmt und der im persönlichen Gespräch selbst in einer solch feindseligen Stresssituation noch sympathisch und menschlich rüber kommt.

Deshalb lautet die einzige Manöverkritik auch, dass der durch den Höcke-Sprecher initiierte Abbruch des Interviews eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Schließlich hat Höcke durch seine souveränen Antworten die Machenschaften des politisch motivierten GEZ-Staatsfernsehens weitaus mehr “entlarvt” als umgekehrt. Was natürlich auch der Grund dafür ist, warum Höcke das größte Feindbild des politisch-medialen Establishments ist und auf absehbare Zeit bleiben wird. Denn Politiker wie Höcke sind wirklich eine Gefahr für die derzeit Herrschenden, die unser demokratisches System pervertiert und das eigene Volk verraten haben.

Kontakt:

» David Gebhard: gebhard.d@zdf.de oder Tel.: 030-2099-1140


P.S.: Wer Höcke und andere AfD-Hochkaräter wie Alexander Gauland und Gottfried Curio nicht nur im Fernsehen, sondern auch mal live erleben will, kann das am Mittwoch um 18 Uhr in Arnstadt tun. Für alle, die nicht selbst vor Ort sein können, wird PI-NEWS den Livestream in einem Extra-Artikel übertragen.




Eine Massenbewerbung der besonderen Art…

Von PETER BARTELS | Es geschieht Seltsames in Deutschland. Da ist eine einst sehr große Zeitung, die „gestern“ noch über fünf Millionen Käufer am Tag hatte … Die heute mit weniger als einer Million längst den Ereignishorizont des Schwarzen Lochs erreicht hat. Und weil sie weiß, dass sie der Singularität dieses „Horrorzonts“ nicht mehr entkommen kann, startet sie die größte Massenbewerbung ever: 26 Redakteure schreiben eine Art Curriculum BILD, den Lehrplan ihrer sterbenden Zeitung: „Das ist BILD, das sind wir“ …

Fischkopf first: Julian Reichelt (40), Chefredakteur, former Front-Fußballer für Kinder, die den Gasbomben von Syrien-Schlächter Assad gerade eben entkommen waren. Ansonsten erfahrener Tee-Trinker unter den Arkaden von Damaskus mit Donnergrollen in weiter Ferne. Besondere Blattmacher-Leistung: Er hat die Auflage in nur zwei Jahren um 700.000 Käufer von knapp zwei Millionen auf “offiziell” 1,3 Millionen niedergemacht. Die von BZ und ONLINE bereinigte Papier-Wahrheit beträgt weniger als eine Million.

Also ideale Bewerbungs-Voraussetzung für Nullblätter wie taz (Auflage 42.454), NEUES DEUTSCHLAND (Auflage 19.732 von 1,3 Mio), Frankfurter Rundschau (früher über 230.000, heute „Beilage“ der FAZ). Aber der Julian trägt zu gerne rote Socken und ruht in der Redaktion auf seinem nagelneuen Feldbett aus seinem Feldzug für die linke Wahrheit in Syrien …

Bewerbungs-Profil für die 26 Redakteure, mit denen er das Blatt in den Mahlstrom des Ewigen Schwarzen Lochs führte: “Unser Anspruch bei BILD ist es, ganz genau hinzugucken, alles zu hinterfragen, jede Lüge zu entlarven, jeden Missstand aufzudecken … Wir berichten, was euch bewegt: vor der eigenen Haustür, in der weiten Welt … 26 Reporter, warum sie für BILD brennen. Was sie antreibt …”

Und so lügt Julian los…

Elegisch: “Während ich diese Zeilen schreibe, blicke ich auf die herzzerreißenden Bilder vom brennenden Regenwald in Brasilien. Die Feuer sind so gewaltig, dass man sie aus dem Weltall sehen kann. Der Amazonas verschlungen von Flammen … Feuer zerfrisst die Lunge unserer Erde … Ohne BILD könnten die Mächtigen ignorieren, was man aus dem Weltall sehen kann.”

Pathetisch: “BILD ist immer da, wo unsere Zukunft entschieden wird. Das kann auf den Straßen unserer Städte, auf Bahnhofsplätzen und in Freibädern sein … Wo Menschen ermordet werden, die Politik in beschämender Bequemlichkeit wegsieht. BILD beschreibt die Welt nicht, wie wir sie gern hätten, sondern so, wie sie ist.“

Heuchlerisch: “Unsere Reporter erspüren, was Deutschland bewegt. Sie machen sich jeden Tag zu Zeugen. Wo es Zeugen gibt, kann niemand leugnen. Solange es Reporter gibt, kann niemand wegsehen … Wir sind stolz darauf, ein Haus der Reporter zu sein. Reporter sagen nicht, was sie denken, sondern was sie sehen. Ohne Reporter wäre die Welt blind. Ohne Reporter würden die Brände unserer Zeit nicht gelöscht. Ohne Reporter hätte die Welt kein Gedächtnis. Das ist BILD, das sind wir.”

Wer jetzt noch nicht über der Schüssel hängt, hat lange nichts gegessen…

BILD und die Welt atmen mit der Lunge des Regenwaldes? Und BILD weiß nicht, dass die Amazonas-Lunge gerade eben für seine eigene Flora, Fauna und Ur-Einwohner reicht; die wirkliche Lunge der Welt das schöne blaue, graue, grüne Meer ist? Was jeder halbwegs gelernte (nicht gelenkte) Klimaforscher in der Klippschule der Wissenschaft lernt? BILD weiß offenbar nicht mal, dass der Regenwald seit Millionen Jahren jeden Sommer brennt…

BILD ist da, wo unsere Zukunft entschieden wird… Auf den Straßen, wo nackte Afrikaner auf fahrende Kühlerhauben knüppeln? … Auf den Bahnhofsvorplätzen, wo arabische Horden „ungläubige“ Blondinen vergewaltigen? … In den Freibädern, wo 17-jährige Macker und Knacker mit Vollbart Kinder bis in die Umkleidekabinen zuonanieren?… Im Park, wo Joggerinnen in die Büsche gezerrt werden, und – wenn sie Glück haben – wieder lebend rauskommen? … Auf dem Weihnachtsmarkt, wo der Moslem-LKW 12 Menschen mit Allahs Sense in den Tod mäht … Merkel und Meute bis heute Nägel kauend schweigen oder schwurbeln? Führer*In, wir folgen dir …

BILD “gesteht”, dass sich seine Reporter jeden Tag zu ZEUGEN machen. Aber NICHT erspüren, was Deutschland bewegt … Nicht sagen, was sie sehen, nur was sie denken sollen. Zum Glück sind Leser weder taub noch blind … Und so haben in der Shoah von Totengräber Kai Diekmann drei Millionen den Exodus gemacht, unter Julian Reichelt noch mal 700.000 (“offiziell”) obendrauf. ”Ohne Reporter hätte die Welt kein Gedächtnis”? Ohne die AfD hätte Deutschland längst Alzheimer …

BILD hilft … rechnen

Noch 25 weitere Redakteure müssen sich für BILD und den Chefredakteur auf den Marktplatz seiner Eitelkeiten stellen. Natürlich auch sein bester Freund Paul Ronzheimer, sein Ersatz-Teetrinker für Syrien. Seit der “Schlächter” kaum noch Kinder vergast, muss Rotzheimer mit Steckblick den Amazonas abglasen, aufpassen, dass keine Funken das Gestrüpp am Kinn entzünden, während er sich todesmutig mit verständnislosen halbnackten Indios vor verkohlten Bäumchen für die BILD-Wahrheit knipsen läßt … Tapferkeitsmedaille? Jau: Stellvertretender Chefredakteur mit 34…

Anzeige.

Oder … Chefreporterin Karina Mößbauer (ein Hundsfott, wer jetzt an Diekmann denkt …). Sie knallt mit Platzpatronen: “Die Panzer mögen Schrott sein, unsere Soldaten sind es nicht!” Oder … Stefanie May, Leben und Wissen. Sie schafft “mit BILD, was für einen Arzt unmöglich ist” … und bringt mit BILD die besten Ärzte zu den Menschen! Und lügt, dass BILD täglich mehr als zwölf Millionen Menschen erreicht.
 
Seufzer-Pause: Trotz Claudia Roth hat sich die neue gefühlte GRÜNE Mathematik offenbar doch nicht ganz rumgesprochen: 2,4 ist immer noch der Auflagen-Multiplikator… Also selbst bei der “offiziellen” Auflage von 1,3 Millionen Käufern, ergibt das eine „Reichweite“ von 3,12 Millionen. 12 Millionen war gestern bei Rambo & Django. Und die verkauften täglich über fünf Millionen, nicht nur 1,3 Millionen …

BILD und … der Gesunde Menschenverstand

Oder … ENRICO AHLIG, REDAKTEUR UNTERHALTUNG: “BILD ist laut, wild, immer volle Pulle. Wir hören trotzdem hin: ‚Mein Körper ist definierter als der von Auschwitz-Insassen‘ – Song von Kollegah und Farid Bang, Rapper. ECHO der Schande. Wenige Wochen später war der ECHO Geschichte. Abgeschafft … Wir bei BILD werden weiter hinhören. Kunst sollte niemals Hass, Beleidigungen, Ausgrenzung sein. Das lassen wir nicht zu.“ Nur bei Erdowahn, Böhmermanns “Ziegenficker”, schwurbelte BILD mit klammheimlicher Freude, gelle?!

Oder … MOHAMMED RABIE, REDAKTEUR NACHRICHTEN: „Ich kam als Flüchtling … Bei BILD hat jeder die Möglichkeit, alles zu werden … Ich bin dankbar, dass BILD es mir ermöglicht hat, Redakteur zu werden“ … Natürlich ahnt jetzt keiner, warum arabische Macheten-Metzger in BILD nur eine „südländische Erscheinung“ sind, die in der Klapsmühle beschützt werden müssen … Warum afrikanische Vergewaltiger zwar einen dunklen Teint, aber sonst keine ethnischen Merkmale haben …

Und dann ist da noch … RALF SCHULER, Parlamentsbüro-Chef. Auch er mußte die Schaufensterpuppe für BILD machen. Der V-Mann des Gesunden Menschenverstands von “Chesterton” Matussek schaffte es tatsächlich zu dieser Überschrift: “Wir sind für Europa, aber lassen uns nicht tEUschen“ … Seine schriftliche Bewerbung für die unvermeidliche Zeit nach BILD hätte eigentlich einen Komplettabdruck verdient … Vielleicht morgen, junger Mann!

Leider gibt es die Zeitung nicht mehr, die Schuler verdient – als BILD noch die deutsche Eiche war, an der sich Gott und die Welt kratzen konnte. Die wurde vor langer Zeit von Diekmann, Reichelt und Konsorten gefällt …


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (hier bestellen!) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor; inzwischen mehr als 4 Mio. Bartels ist zu erreichen über FB und seinen Blog bartels-news.de.




Manipulation und Anti-AfD-Propaganda im heute-Journal

Von SARAH GOLDMANN | Im Grunde ist das ganze heute-Journal von vorne bis hinten beste Merkelsche Staats- bzw. Regierungs-Propaganda. Wie immer mit einer gehörigen Portion Anti-Trump und Pro-Obama, wenn es um die USA geht (0:40-0:55 min). Und wie immer mit einem mehr oder weniger großen Pflichtteil gegen die AfD. Am Sonntag war das mal wieder die volle Breitseite. Karl Eduard von Schnitzler und Josef Goebbels wären blass vor Neid geworden, angesichts der heutigen Möglichkeiten von Meinungs-Manipulation.

Marietta Slomka, in schwarzes Moralin gekleidet, haute die Karten auf den Tisch (ab Minute 3:16). Den äußeren Anlass bzw. Rahmen für die ZDF-Hetze bildete der Jahrestag der ersten Tagung des deutschen Nachkriegsparlamentes in Bonn im Jahre 1949. Geht da was gegen die AfD? Und wie, O-Ton Slomka:

„In Berlin stand heute ein Jubilar im Mittelpunkt, der Bundestag feiert seinen 70. Am 7. September 1949 wurde die erste Bundestagssitzung in Bonn abgehalten. In einem Parlament, das besser gegen die Feinde der Demokratie geschützt werden sollte als sein Weimarer Vorgänger. Wie wenig selbstverständlich dieser stabile Parlamentarismus ist, ist aktuell ja sehr viel spürbarer als in vergangenen Jahrzehnten. Angesichts populistischer Strömungen, die nicht nur den Wert von Parlamenten in Frage stellen. Dazu gleich ein Gespräch mit Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Doch zunächst ein Bericht von Florian Neuhann.“

Ein Vorbericht, dem „zunächst“ und „gleich“ erst einmal etwas anderes folgen soll. Das war jetzt – was? Es ist der Rahmen, der Kontext für das, was Slomkas Kollege gleich berichten wird. Der Zuschauer soll im Hinterkopf haben, dass es „aktuell“ „Strömungen“ gibt, die den Wert des Parlamentarismus in Frage stellen. Und wer ist das? Die Linke, die Gesetze nur akzeptiert, wenn sie ihr in den Kram passen (ab 1:55)? Die den Anspruch auf eine außerstaatliche Schlägertruppe erhebt, die SAntifa, die nicht Gesetzen unterliegt, sondern linke Positionen „durchsetzen“ soll? Slomka sagt nicht, wer da „nicht nur den Wert von Parlamenten“ in Frage stellt und darüber hinaus offensichtlich noch mehr. Was da Schlimmeres geplant wird, vor allem durch wen, wird vorerst der durch das ZDF geschulten Phantasie des Zuschauers überlassen.

Dann kommt der Bericht von Florian Neuhann. Neuhann fährt einen Topos auf, der von Linken gerne genutzt wird, genutzt durchaus im Sinne von „ausgenutzt“: Verfolgte der Nazi-Diktatur, idealerweise ehemalige KZ-Insassen, kehren als alte Menschen nach Deutschland zurück, um das gnadenlose Unrecht aufzuarbeiten, das ihnen hier widerfahren ist, um so mit ihrer Vergangenheit abzuschließen. Wenn sie dann Vorträge halten oder über ihre Erfahrungen berichten, ist ihnen Aufmerksamkeit und Respekt sicher. Zu Recht. Von denen gibt es allerdings nicht mehr viele, die man jetzt so gut gebrauchen könnte im Kampf gegen…

Doch es gibt eine andere Möglichkeit, erfunden hat sie Florian Neuhann: Wenn man die gewünschten Opfer schon nicht mehr kriegen kann, dann kann man sie zumindest  inszenieren. Und das tat Neuhann: Eine ältere Dame kehrt nach Jahrzehnten aus Amerika nach Deutschland zurück, in Begleitung ihres amerikanischen Mannes. Mit zittriger Stimme und einem durch das Alter bedingten schon etwas unsicheren Gang geht sie in den Reichstag, in den sie als Ehrengast eingeladen wurde. Ihr Statement (04:39 min), als sie das Auto verlässt, zeigt, wer in der Anmoderation von Slomka gemeint war und weswegen sie vom ZDF begleitet wurde:

„Ich hoffe nur, dass AfD nicht schafft [?]. Ick möchte nicht wieder Hitler-Zeiten erleben.“

Nur: Viel „Hitler-Zeiten“ hat sie nicht gerade erlebt. Mareile Van der Wyst wurde im September 1944 im Luftschutzbunker des Reichstages geboren, so legt es der Bericht nahe, hat also die Nazizeit nur als Säugling „erlebt“, bewusst überhaupt nicht. Es gibt sicher viele, die wie sie in dieser Zeit geboren wurden, und nicht mehr über sie sagen können als jene, die sie aus den Geschichtsbüchern kennen. Es sei denn, man inszeniert sie im deutschen Propagandafernsehen, wie in diesem Beispiel gezeigt. Die Aussage von Van der Wyst bekommt so den gewünschten Spin des Nazi-Opfers und dient als Aufhänger für die nächsten Fragestellungen, die mit dem ursprünglichen „Aufmacher“, dem „Jubilar Bundestag“ nicht mehr viel zu tun haben, sondern sich weiter der Hetze gegen die AfD widmen.

Neuhann: „Wie umgehen mit einer AfD, die immer radikaler und immer erfolgreicher wird?“

Die Antwort erfolgt von einer, die als Bundestagspräsidentin Recht gebeugt hat, indem sie z.B. wider besseres Wissen die nicht gegebene Beschlussfähigkeit des Bundestages kraft ihrer Macht feststellte und eine illegale Abstimmung so „zu Recht“ bog.

Gerade diese Claudia Roth will „deutlich […] machen, was eine starke, eine bunte Demokratie und ein Rechtsstaat bedeutet.“

Und Neuhann warnt anschließend, neben den anderen Vertretern der Nationalen Front, dass die AfD in der anstehenden Generaldebatte die „Gelegenheit zur Provokation“ erhalte und dass sich die Demokratie jetzt „gerade besonders bewähren“ müsse. Hier hat der ZDF-Propagandist Johann Neuhann, ohne es allerdings zu verstehen, sogar Recht.

 




Bis dass der Tod sie endgültig scheidet…

Von PETER BARTELS | „Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus…“ So etwa schrie Herbert Zimmermann im Sommer 1954 ins Mikrofon. Deutschland war Fußballweltmeister. Millionen „trugen“ Fritz Walter jubelnd auf den Schultern. Und über eine Million von ihnen kauften Axel Springers BILD.

3:2, das Wunder von Bern… Das Wunder BILD sollte über fünf Millionen groß werden. Jetzt ist es kleiner als eine Million… Und diesmal raunen sie eigentlich nur noch auf den Springer-Fluren: „Aus! Aus! Aus! Jeder Fünfte muß raus…“

“Es wird Heulen und Zähneklappern sein”, schrieb Johannes in seiner Apokalypse über die Endzeit. Der heilige Mann sagte, was bei BILD und WELT längst jeder weiß: Jeder Fünfte soll/muss raus.

Auf die Frage von unsereinem an einen, der schon etwas länger da ist, ob wenigstens er in Sicherheit sei, kam die tapfere Antwort: “Das weiß man nie. Aber wenn die mich weghaben wollen, wird’s immerhin sehr teuer!” Die Hoffnung stirbt zuletzt…

Gestern (Freitag) kam das Schreiben der Springer-Pharisäer (liegt unsereinem und PI-NEWS im Original vor):

Klarstellung zur Berichterstattung von heute morgen: Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute Morgen wurde im Hamburger Abendblatt und in der Berliner Morgenpost über Axel Springer berichtet. Das wurde zunächst von Turi und nun auch von anderen Medien aufgegriffen. Von einem möglicherweise geplanten Personalabbau ist die Rede, insbesondere in der BILD-Redaktion. Ausdrücklich genannt wird eine angebliche ‚Schließung aller Außenbüros mit Ausnahme von Hamburg, Essen und München‘. Darüber hinaus wird ein möglicher Wegfall von Werktagsausgaben der WELT angesprochen…

Nach einem verständnisvollen Halbsatz zum Schock der 883 Redakteure, Reporter plus 200 Fotografen (Stand 2012!!):“Wir können uns vorstellen, dass Sie sich nach diesen Berichten Gedanken machen” … Wie die 231 WELT-Redakteure/Autoren sicher auch, die immer noch siegesgewiß, aber alphabetisch auf Google das Lächeln der unfehlbaren, weil meist linken Mainstream-Meute lächeln – von A wie Aust, bis Y wie Yücel und Z wie Zwick. Dann kamen die Herr*Innen zur Sache:

Mit voller Wucht in die Wolken

Richtig ist … wir arbeiten intensiv an der Zukunftsstrategie von BILD und WELT und der zugehörigen Verlagsbereiche. Diese Strategie beinhaltet Investitionen in Wachstumsfelder und gleichzeitig Umbau- und Kostenmaßnahmen in Bereichen, die nicht mehr wachsen. Momentan befinden wir uns aber noch im Planungsstadium. Details und konkrete Maßnahmen können wir noch nicht nennen, vieles ist noch gar nicht beschlossen.

Falsch ist … dass eine Schließung redaktioneller Außenstandorte bei BILD geplant ist. Das ist definitiv keine Option. Wir dementieren das aktuell bei allen Medienanfragen. Darüber hinaus haben wir bereits vor einigen Wochen klargestellt, dass die WELT, inklusive der Print-Ausgabe, fester Bestandteil unserer Zukunftsstrategie ist.

Sobald wir … unsere Überlegungen abgeschlossen haben, setzen wir uns mit den Betriebsräten zusammen und werden natürlich auch unsere Vorstellungen an Sie kommunizieren. Bis dahin brauchen wir aber noch ein paar Wochen.

Viele Grüße, Stephanie Caspar, Julian Reichelt, Ulf Poschardt, Christian Nienhaus, Stefan Betzold, Samir Fadlallah und Carsten Schwecke

Es kommt halt meistens anders als man lenkt… 

Ausgerechnet das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost hatten als Erste vom Anfang des Endes im Springer-Verlag berichtet. Ausgerechnet zwei der Leib- und Magenblätter von Axel Springer. CEO (BILD-Deutsch: Vorstandsvorsitzender) Mathias Döpfner hatte sie mit anderen Lieblings-Latifundien von Axel Springer auf Sylt, in Schleswig Holstein oder Berlin verhökert, um mit dem Tafelsilber die Bilanz schön zu säuseln, Friede beim Klavier zu begöschern: “Wir machen aus Geist Geld!” Jetzt die Scheidung über den Tod hinaus. Endgültig.

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Denn es war ja alles nix. Die Preise für seine Blätter stiegen immer höher, die Auflagen sanken immer tiefer. Gleichzeitig traten seine Redakteure den Verbliebenen, noch nicht Vertriebenen immer ungenierter mit links in den vermeintlich rechten Arsch; erst ein paar Tage her, dass Julian Reichelt (40), der „Daniel Kübelböck“ des Boulevards und die zweitgrößte Pfeife (das jus primae noctis gehört Kaischi Diekmann) der BILD-Geschichte, prahlte: „BILD ist die einzige Marke, in der man kein AfD-Interview finden wird … Ich möchte diesen Leuten keine Plattform geben.“

Musst Du auch nicht, junger Mann: Diese „Leute“ und ihre Wähler fühlen sich längst auf Social Media wohl – bei PI-NEWS, JOUWATCH, ACHGUT, TICHYs, KOPP oder MATTHIAS MATUSSEK auf YouTube. Alles „Leute“ vom und mit Gesundem Menschenverstand. Alles ehemalige BILD- und WELT-Leser, CDU-, CSU-, SPD- und FDP-Wähler. Dafür haben BILD und WELT jetzt die Leser von taz (Auflage etwas über 40.000) und NEUES DEUTSCHLAND (Auflage etwas über 20.000)… Je nun, die Deutschland-Hasser der taz hatten nie viel mehr. Die BRD-Verteufeler vom NEUEN DEUTSCHLAND dagegen sogar mal 1,3 Millionen. Aber das war, als die SED noch Bilanzen und Wahlen fälschen durfte…  Die WELT dagegen hatte mal über 200.000 (heute etwas über 60.000), BILD sogar über fünf Millionen, heute mit Ach und ONLINE-Krach weniger als eine Million…

t-online zitiert:

Die ‚Berliner Morgenpost‘ hatte berichtet, dass der Springer-Vorstand um Konzernchef Mathias Döpfner wohl noch im Herbst, frühestens Ende September, über Pläne zum Abbau von Personal entscheiden solle. Offenbar seien vor allem ‚Bild‘, ‚Welt‘ sowie der Werbevermarkter AS Media Impact betroffen. Bei ‚Bild‘ werde diskutiert, die Redaktion um bis zu 20 Prozent zu verkleinern, schrieb der Medienjournalist Kai-Hinrich Renner in einer Kolumne.

 Ein bißchen Häme darf schon sein …

COMPACT konnte sich’s verständlicherweise nicht verkneifen, den Nagel auf den Kopf zu treffen:

Vorbei die Zeit der Volkserzieher, die sich die Deutungshoheit über das unter den Nagel rissen, was die Untertanen zu denken, zu fühlen, zu glauben haben. Die Hybris, mit der sie sich über den Intellekt ihrer Leserschaft erhoben, sich zu Hohepriestern der Meinung aufschwangen, zu Agitatoren und Propagandisten im Dienst der vom Parteienkartell verordneten Marschrichtung von Verblödung…

Ob BILD, ARD & ZDF, Süddeutsche, Spiegel oder WELT – alle berichten nicht objektiv, lassen Fakten weg oder lügen wie gedruckt … Spätestens seit der Eskalation der Merkel gemachten Flüchtlingskrise im Sommer 2015 ebbt der Protest nicht mehr ab. Schnell fand der Volksmund das richtige Wort:  ‚Lügenpresse‘…

Dessen grünrote Gesinnungsethik, die insbesondere bei den dem Volk auf der Seele brennenden Themen wie Masseninvasion von Kulturfremden, Hofierung von Muslimen, Islamisierung, AfD-Bashing oder Klimahysterie und Dieselsünde im Gleichschritt mit allen anderen Mainstreamern marschiert, wurde nicht nur vom Leser entsprechend quittiert. Nun bekommen sie selbst vom Arbeitgeber den berühmten Tritt in den Hintern…

Wie recht COMPACT hat… Nur eine kleine Ergänzung, Kollegen: Auch alle anderen werden sich demnächst für den (vielleicht) goldenen Arschtritt bücken müssen…  Und dann mit dem Bus zum Arbeitsamt fahren… Natürlich mit dem E-Bus!


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (hier bestellen!) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor; inzwischen mehr als 4 Mio. Bartels ist zu erreichen über FB und seinen Blog bartels-news.de.




Simon Strauß und das Lob der Spaltung

Von PETER M. MESSER | Der AfD wird gerade wieder besonders stark vorgeworfen, dass sie „das Land spalte“. Feuilleton-Redakteur Simon Strauß hat dazu am 3. September einen noch in seinen Widersprüchen erkenntnisstarken Text in der FAZ veröffentlicht (hinter Bezahlschranke), der nähere Betrachtung verdient.

Die goldene Durchblickermedaille mit Geistesblitzen am Band verdient er für folgende Erkenntnis zur Wiedervereinigung:

Vielleicht kann man sagen, dass die ostdeutsche Mentalität damals zwischen die Räder zweier paradoxer, sich eigentlich ausschließender Integrationsbewegungen kam: die der bundesrepublikanischen Einheit auf der einen und die der gleichzeitig betriebenen Integration Deutschlands in die Europäische Union auf der anderen Seite. Während die eine Tendenz auf die Schaffung eines nationalen Staates abzielte, stellte die andere ebenjenen in Frage. Die Paradoxie besteht bis heute.

Exakt. Schön, dass es mal einer merkt. Und diese „Paradoxie“ reicht bis in Adenauers Zeit zurück. Floskeln wie „ein vereintes Deutschland in einem vereinten Europa“ waren immer politisch unsinnig, weil man in einem vereinten Europa kein vereintes Deutschland mehr braucht. Und der Spruch von Franz Josef Strauß „Bayern ist meine Heimat, Deutschland ist mein Vaterland, Europa ist meine Zukunft“ hieß letztlich, ganz wörtlich genommen, dass Heimat und Vaterland keine Zukunft mehr haben, und so kommt es ja auch gerade.

Mit dieser Erkenntnis entzieht Simon Strauß aber seiner Hauptthese die Grundlage: Er fordert, gegen die AfD den nationalen Gedanken und den Begriff „Deutschland“ in Stellung zu bringen, weil die AfD wieder spalte in Ost und West, wobei es sich nicht mehr um geografische Kategorien handele:

Ost steht für ein kritisches Bewusstsein gegenüber Politik und Medien, West für den verblendeten Zusammenhang zwischen Wirtschaftstreue und Doppelmoral. So hätten sie es gerne, die Damen und Herren von der antideutschen Alternative.

Aber so ist es halt.

Doch wie soll denn ein nationaler Gedanke von und mit denen gelebt werden, die die Nation überwinden wollen, die ihre persönliche Identität gerade gegen ein Deutschsein bestimmen, ja oft sogar gegen Europa und den Westen? Die Wiedervereinigung und die Erinnerung daran könnten nur dann einen nationalen Sinn haben, wenn es darum gegangen wäre, zusammen etwas anders als andere zu machen. Wenn es darum gegangen wäre, einen Zusammenhang aus Menschen, Raum, politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Kapital eigenständig und eigenwillig zu gestalten, was auch heißt: ihn vor dem Zugriff anderer zu schützen – durch Abgrenzung. So wie Kohl und seine Nachfolger die Wiedervereinigung vollzogen haben, war sie nur Teil des globalistischen Prozesses, der Auflösung Deutschlands erst in Europa, dann in der Welt.

Es gibt also weder ein gespaltenes Land noch ein gespaltenes Volk. Es gibt Deutsche, die ihr Land und ihr Volk als etwas Konkretes und Besonderes erhalten wollen, und es gibt schon länger hier Lebende, die das gerade nicht wollen. Letztere haben schon lange begriffen, dass es hier keine vereinigende Synthese geben kann, und erstere darum als Feind rücksichtslos bekämpft.  Die AfD ist erst dabei, hier gleichzuziehen, und dass man ihr „Spaltung“ vorwirft, zeigt nur, dass sie Wirkung erzielt und auf dem richtigen Weg ist.

Dieser Weg muss notwendig auf eine dritte Gruppe zielen: Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft, die sich zwischen diesen beiden Gruppen entscheiden müssen, und das setzt zuerst die Erkenntnis der Notwendigkeit dieser Entscheidung voraus. Das größte Hindernis sind hierfür nicht die Linken, sondern diffuse Begriffe und Schlagworte, in denen sich weitere lähmende Paradoxien verbergen, wie der angebliche Gleichlauf von deutscher und europäischer Einigung. Dazu zählen Schlagworte wie „bürgerlich“, die keinen konkreten Gehalt haben als den, ja nie eine entschiedene Position zu beziehen. Dazu gehört die Bereitschaft, in jedem nur leicht von der CDU-Parteilinie abweichenden Politiker wie Friedrich Merz oder Michael Kretschmer den Ausdruck einer eigentlich konservativen CDU zu sehen, als ob die heutigen Verhältnisse nicht über Jahrzehnte von den Christdemokraten herbeigeführt worden wären, und zwar als bewusste, auf ihren politischen Grundentscheidungen beruhende Politik. Man kann eben nicht darauf verzichten, die Christdemokratie als Christdemokratie (und nicht als bloßen Unterfall des Liberalismus) metapolitisch  zu erfassen und zu entlarven, und weil dies bisher kaum geschehen ist, kommt man bei jeder Diskussion um eine angebliche Radikalisierung der AfD ins Schwimmen, weil das Phantom einer eigentlich anständigen und eigentlich konservativen CDU immer noch als Maßstab im Raume steht.

Die Bereitschaft zu Abgrenzung und Grenzziehung, die Menschen wie Simon Strauß der AfD vorwerfen, müsste letztlich bejaht und als Teil des Kerns des eigenen Politikverständnisses begriffen werden. Und zwar nicht nur bei der Verteidigung von Nation und Volk, sondern als notwendige Voraussetzung von Politik überhaupt, weil nur so die Konturen des Projektes überhaupt deutlich werden können, das verwirklicht werden soll. Es dürfte vielleicht kein Zufall sein, dass in den Bereichen Infrastruktur, Bildung, Verteidigung und vielen anderen Politikfeldern nichts mehr gelingen will und gleichzeitig alle mit dem Begriff der Grenze verbundene Vorstellungen so verteufelt werden.




BILD-Chef Reichelt: Bei uns gibt es keine Interviews mit AfD-Politikern

Von PETER BARTELS | Wenn der Chefredakteur gestern dem Verlagsleiter einen „Quartals-Einbruch“ um 50.000, von 5,3 auf 5,25 Millionen begründen mußte, hatte er in der Nacht vorher Albträume. Zum Glück fiel ihm immer rechtzeitig das „Schnee-Chaooos“ ein. Oder der zu trockene vice versa zu nasse Sommer ein. Der „Scheiß Streik“ war auch eine gute Ausrede für das schlechte Blatt, das er offenbar die letzten drei Monate gemacht hatte…

Wenn heute der Chefredakteur ein ganzes Quartal täglich 160.000 Käufer verloren, mit Ach und Krach weniger als erbärmliche eine Million statt über fünf Millionen für die Bilanzbuchhalter der Auflagen-Stasi IVW zusammen gekratzt hat, sagt er seinem CEO (ordinär: Vorstandsvorsitzender) trotzig: Die Leser sind von Social Media versaut worden… Sie glauben einem nicht mehr… Sie gehorchen und kaufen das Blatt ums Verrecken nicht mehr… Aber wir haben Kurs gegen die AfD gehalten. An Nazis verkaufen wir nicht… Klingt irgendwie nach: Kauft nicht bei Juden? Je nun, Schmuel, weise Juden wissen doch: Wenn ein Narr auf den Markt geht, freuen sich die Krämer…

Der lange CEO in den schicken Slippern ohne Socken jedenfalls wird jovial lächeln: Gemach, junger Mann … Wie Herr Diekmann, Ihr weiser Lehrer, schon sagte: Springer lebt nicht mehr vom Brot der Bäume in Norwegen allein … Und vom Schatz, den er für mich nach einem Jahr Forschungs-Ferien in Silicon Valley ausbuddelte, leben wir heute noch ganz gut und gern in Berlin… Von Anzeigen wie „Nagellack gegen Nagelpilz“ … „Gelenkschmerzen“ … „Erektionsstörungen“ … Aber auch vom großen Aldi-Emoji … der Yellow week von Netto … der bunten Lidl-Küche … und natürlich von der Qualität und Frische aus erster EDEKA-Hand …

Wer wird denn weinen, wenn der letzte Leser geht…

… wenn an der nächsten Ecke schon der Mesut steht. Und so ist es dann auch nur konsequent, wenn Julian Reichelt (40), Chefredakteur der zum „NEUEN DEUTSCHLAND für Arme“ (Jouwatch) umgebauten BILD, im Hamburger Abendblatt tönt, dem früheren Flaggschiff Axel Springers, das längst unter fremder Fahne in den Untergang segelt: „Ich kann durchaus sagen, dass ich die politische Führung der AfD verachte. Wenn Björn Höcke auftritt, schafft er es, in Habitus und Mimik an das Dritte Reich zu erinnern. Das ist ein Spiel, das mich abstößt.“ Seufz: Auch Julian Reichelt wußte schon 35 Jahre vor seiner Geburt, also als er noch als Quark im Schaufenster auf den Klapperstorch wartete, wie und warum die Nazis an die Macht kamen. Tibetanische Totenbücher haben also Recht mit Wiedergeburt und Seelenwanderung.

Mit energischem Glöckner von Notre Dame-Blick keucht er dann in den Saal: „BILD ist die einzige Marke, in der man keine AfD-Interviews finden wird” … Und total auf Schickdeutsch nachschiebt: Er finde es „absurd“, wieviel „Air-time die Partei in deutschen Talkshows“ bekomme. Denn: Die „AfD hat doch alles verlassen, was es in Deutschland an gesellschaftlichem Konsens gibt“ …

Und wenn schon lügeln, dann richtig lügen: “Zudem realisieren Politiker immer mehr, dass soziale Medien ihnen die Möglichkeit geben, an traditionellen Medien vorbei zu kommunizieren. Klammheimlich freuen sie sich darüber sogar. Sie sehen nicht, dass wir Journalisten das Fundament bilden, auf dem Demokratie funktioniert. Eine Übernahme der Medienlandschaft durch soziale Medien würde die Demokratie nicht überstehen.“

Die Irrtümer des Idioten Julian Reichelt

  • Zu viel „Air-time“ für die AfD, drittstärkste Partei im Bundestag? Seltener als die Freien Wähler. Und wenn, von der rotgrünen Kumpanei an den Nazi-Pranger gegeißelt…
  • Die AfD hat den gesellschaftlichen Konsens verlassen? Die ehemaligen CDU-, SPD- und FDP-Wähler wollen eben nicht mehr mit den Konsens-Schranzen von Merkel untergehen. Und BILD hat längst seine Leser verlassen …
  • Journalisten sind das Fundament der Demokratie? Nur der Beton der Betonköpfe und Wendehälse von Merkels Demokratur. Immer vorneweg BILD, „Spiegel“ und Alpenprawda …
  • Medienlandschaft und soziale Medien? Nur das Ende von Merkels Schranzen- und Konsens-Demokratur! Aber der Anfang der Demokratie: PI-NEWS, Jouwatch, Achgut, Tichys, KOPP, Vera Lengsfeld und Matussek-Blog sind die Glorreichen Sieben an den deutschen Thermopylen zwischen Tiber und Themse, Seine und Oder…

Weiter Fährmann Charon, immer weiter, der Hades ist schon so nah … Jouwatch: “Der Rest von Julian Reichelt im Abendblatt besteht aus Jammern über die brutale Realität im welken Blätterwald: Konkurrenten, die sich im Netz im Gegensatz zu BILD ONLINE kostenlos verbreiten, nennt er Organisierte Kriminalität beim Thema geistiges Eigentum“. Uuund: “Viele Wähler haben die Schnauze davon voll, dass die Themen, die sie bewegen, von den Volksparteien nicht angenommen werden“… Uuund: „Ich bin radikal freiheitlich und radikal an Fakten orientiert. Und in den Konsequenzen, die sich daraus ergeben, bin ich vermutlich sehr radikal.“ Uuund: “Ich habe im vergangenen Jahr viel Zeit mit der „Bild-Zeitung“ auf Papier verbracht, weil ich das Gefühl hatte, BILD ist nicht mehr „the peoples paper“ …

  • Richtig ist: Fast alle Leser haben die Schnauze voll. Von BILD. Von der Merkel-Republik
  • Richtig ist: BILD ist an seinem ideologischen Gefühl “orientiert”, nicht an Fakten
  • Richtig ist: BILD ist längst nicht mehr die Eiche der Deutschen, wird es nie mehr sein.

Nach den Königen kamen die Schranzen

BILD hatte schon immer geniale bis verrückte Chefredakteure. Einer hieß Peter Boenisch. Er wickelte das Brandenburger Tor in Stacheldraht, machte den Mond zum Ami und kaufte sich für 5000 Mark die erste Quarzarmbanduhr, die es später für 49 Mark gab … Ein anderer hieß Günter Prinz. Er zockte BILD auf acht Millionen Käufer am Tag und machte später den Einschleicher Wallraff platt … Andere hießen „Rambo“ Hans-Hermann Tiedje & „Django“ Nobody. Sie kippten mit Rudi Augstein, den Ungarn und Millionen Ossis die Mauer um … „Rambo“ später sogar ganz alleine den Schwarzen Riesen Kohl …

Aber dann kamen die Tage der Schranzen: Kai Diekmann schleimte sich 15 Jahre zu Merkel, der Mutter allen Übels rauf … Und BILD und Deutschland runter … Tanit Koch, seine hübsche Vorzimmerdame und Thronfolgerin, verließ nach einem Jahr am Ruder das sinkende Schiff … Worauf Julian Reichelt längst gelauert hatte. Er war rechtzeitig mit seinem Feldbett aus den syrischen Gaswolken, in denen er mit den von Monster Assad gequälten Kids fröhlich Fussball kickte, von der Front heimgekehrt, die er doch so tapfer in der Tagesschau gesehen hatte.

Und der große CEO (2,02 m) Mathias Oliver Christian Döpfner (56) sagte: Reichelt, übernehmen Sie! Retten Sie BILD, hat er offenbar nicht gesagt … Womit hätte der Julian denn auch noch „was“ retten sollen? Nein, nein, der CEO hätte BILD wenigstens vor Reichelt retten müssen… Dann wäre auch Deutschland im Westen heute noch nicht ganz verloren … Jouwatch: Und Axel Springer könnte aufhören, sich im Grabe umzudrehen!!


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (hier bestellen!) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor; inzwischen mehr als 4 Mio. Bartels ist zu erreichen über FB und seinen Blog bartels-news.de.




Hat die ARD Angst vor blauen Rundfunkräten?

Von MARKUS GÄRTNER | Die ZEIT erhebt schwere Vorwürfe gegen Kollegen im GEZ-TV. Die seien bei dem Versuch gescheitert, „journalistisch angemessen über die AfD zu berichten“. Eine Anschuldigung, die schwer wiegt, vor allem innerhalb eines medialen Meinungskartells, das die AfD in die braune Ecke verdammt hat. Das Ziel der Kritik in der ZEIT ist die Sendung der ARD am Wahlabend, die ohnehin wegen dem Auftritt der MDR-Moderatorin Wiebke Binder enorme Aufmerksamkeit bekam (siehe vorheriges Video).

Die ZEIT ist mit ihrer herben Kritik jedoch nicht allein. „Haben ARD und ZDF den Erfolg der AfD herbeigesendet?“, fragt zum Beispiel der Tagesspiegel. Der Blogger Hadmut Danisch wittert gar eine „Fernsehwende aus blanker Angst„. Seine – durchaus nachvollziehbare – Vermutung: in den Funkhäusern könnte angesichts der Erfolge der AfD in Sachsen und Brandenburg bereits die Angst vor „blauen“ Rundfunkräten grassieren.

Auch in manchen Print-Publikationen wird die bislang meist stramme Anti-AfD-Linie etwas aufgeweicht. Im Handelsblatt lesen wir, dass die wenigsten AfD-Wähler „kahlrasierte Bomberjackenträger“ seien. Mit der AfD selbst würden durch Abschottung und Dauer-Empörung auch deren Wähler ausgegrenzt. Hier herrscht wohl eher die Angst, der schon länger zu beobachtende Publikumsschwund könne noch eine ganze Weile anhalten, angesichts der Tatsache, dass die AfD in den beiden Ländern jede vierte Stimme auf sich gezogen hat.

Die Frage, die hier nicht offen ausgesprochen wird, lautet: ab welcher Größe für die AfD dürfen wir noch andauernd auf die blaue Partei eindreschen, ohne mit deren Wählern auch eine größere Zahl von Lesern zu verprellen?

Ob hinter den genannten Schlagzeilen eine Kehrtwende im Mainstream steckt oder lauert, oder ob es sich hier um wenige Ausnahmen handelt, kann vielleicht erst nach der Landtagswahl in Thüringen beantwortet werden. Bis dahin sind mehr als sieben Millionen Stimmen ausgezählt worden, wenn man Brandenburg und Sachsen mitzählt.

Und so viele Wähler lassen sich dann doch nicht mehr ohne weiteres ignorieren. Irgendwann wird die Angst vor dem medialen Untergang im deutschen Blätterwald größer sein als die Angst, zum Nazi gestempelt zu werden. Diesem Punkt scheinen wir uns jetzt zu nähern.


(Der Volkswirt Markus Gärtner, Autor von „Das Ende der Herrlichkeit“ und „Lügenpresse“, war 27 Jahre Wirtschaftsjournalist für die ARD und veröffentlicht jetzt regelmäßig Videokommentare für das Magazin „Privatinvestor Politik Spezial“)




AfD-Wähler als abgehalfterter Plattenbaubewohner - FAZ-Karikatur vom 4.9.2019 auf S. 4.

FAZ-Karikatur: Menschen- und demokratieverachtend

Von WOLFGANG HÜBNER | Die Wahlergebnisse in Sachsen und Brandenburg mit den großen Erfolgen der neuen bürgerlichen Partei sind offenbar völlig unverträglich für jene, die Bürgerlichkeit trotz aller längst erwiesenen eigenen Unbürgerlichkeit allein beanspruchen. Das beweist auf kaum zu übertreffend widerliche Weise eine Karikatur vom 4. September 2019 auf Seite 4 der FAZ.

Dort ist über der Unterschrift „Die AfD mobilisiert die Nichtwähler“ ein extrem hässlicher, verwahrlost wirkender Mann vor dem Hintergrund trostloser Plattenbauten zu sehen, der gerade ein Wahllokal besucht hat. In der Sprechblase des Mannes ist zu lesen: „Das Schönste an der Wahl war für mich, dass ich nach so vielen Jahren endlich mal wieder an der frischen Luft war“.

Die Karikatur stammt von dem Duo Greser & Lenz. Obwohl die beiden in ihrer Branche als Spitzenkräfte gelten, liegt die Verantwortung für die Veröffentlichung einer solch offensichtlich menschen- und demokratieverachtenden Karikatur, von der zum Ausdruck gebrachten vulgär-primitiven AfD-Feindlichkeit mal ganz abgesehen, allein in der Verantwortung der Redaktion der FAZ, genauer gesagt der Leitung der Redaktion.

Sie hat also nichts dagegen, dass Menschen, die zur Wahl gehen, aber die „Falschen“ wählen, als Asoziale diskriminiert werden. Das wird man sich gut merken müssen, wenn tagtäglich über Verletzung der Menschenrechte in Russland, China und sonst wo in dieser Zeitung gejammert wird.

Wir wissen jetzt auch besser als bislang schon, wie viel angenehmer den „Bürgerlichen“ ein dumpf Bier vorm Bildschirm trinkender Ossi oder Wessi in den Kram passt als ein Nichtwähler, der endlich wählen geht, weil es etwas zu wählen gibt. Und wir wissen dazu, wie sich die Redaktionsleitung der FAZ Wähler der AfD vorstellt: Menschen im gesellschaftlichen Abseits.

Greser & Lenz hatten die Karikatur in leicht modifizierter Form schon mal 2016 an den Focus verkauft.

Wenn der vielmissbrauchte Kampfbegriff „Rassismus“ überhaupt sinnvoll anzuwenden ist, dann in diesem Fall eines unverblümten Sozialrassismus. Denn der Mann in der Karikatur stellt selbstverständlich einen Hartz IV-Bezieher dar, also einer ganz fern von Geld- und Politikmacht, ganz fern dem FAZ-Universum.
 
Die Herren Greser und Lenz wollen keinesfalls in solch sozialer Trübnis enden. Deswegen verkaufen sie nicht nur ihr Talent, sondern auch ihren Charakter an jene, die dafür sehr gut bezahlen. Denn was ist schon alles schöngeistige Geschwätz im Leitartikel oder im Feuilleton der FAZ gegen eine Karikatur, die in bemerkenswert konzentrierter Weise alle Verachtung, alle Vorurteile und allen Ekel gegenüber denen zum Ausdruck bringt, die das Volk sind, das die Kreise und Pläne des politisch-medialen Machtkomplexes ungebührlich stört.

Das publizistische Zentralorgan dieses Machtkomplexes lässt schon mal deutlich zeigen, wie man mit dem Volk umzugehen imstande sein wird, wenn es sich immer störrischer zeigen sollte. Es gibt in der jüngeren Geschichte genügend Beispiele von Karikaturen, die ganz reale Menschenverachtung und Menschenvernichtung vorweggenommen oder begleitet haben. Die FAZ und ihr Duo Greser & Lenz sind in der allerschlechtesten Gesellschaft.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.




Ein falsches Wort – und raus bist Du!

Von MARKUS GÄRTNER | Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Die ARD-Moderatorin Wiebke Binder spricht am Wahlabend im GEZ-Fernsehen von einer möglichen Kooperation zwischen CDU und AfD und verwendet dabei den Begriff „bürgerliche Koalition“. Der Shitstorm, der noch während der laufenden Sendung losbrach, hat sich bis jetzt nicht beruhigt. Wie kann man nur so eklatant die Stallorder beim Sprachgebrauch des GEZ-TV verletzten?, lautet der zentrale Vorwurf zwischen den Zeilen.

Der Haussender von Frau Binder, der MDR, entschuldigte sich inzwischen. Doch wofür? Laut Wikipedia werden als bürgerliche Parteien bei uns solche bezeichnet, die „eine im Bürgertum fußende Ausrichtung der Politik vertreten“. Wird der AfD nicht stets „Populismus“ vorgeworfen, eine Politik, die sich am Populus, dem Wahlvolk, ausrichtet?

Hat die AfD nicht in Sachsen und Brandenburg jede vierte Stimme bekommen? Aus dem Bürgertum der Wähler? Hat sie nicht addiert mehr Zweitstimmen in den beiden Ländern auf sich gezogen als die CDU? Und hat sie nicht mehr als zwei Millionen Wähler von den etablierten Parteien abgezogen?

Wenn das keine bürgerliche Partei ist, welche dann? Die absterbende SPD? Die siechende CDU vielleicht? Irgend ein PR-Genie muss den Berliner Parteien eingeblasen haben, dass sie auch begrifflich die sogenannte Mitte der Gesellschaft besetzen müssen, das Bürgertum, wenn sie jemals einen Teil der an die AfD verlorenen Wähler zurück gewinnen wollen. Anders sind das Gegröle und die Empörung im deutschen Blätterwald nicht zu verstehen.

Nun straft sich der Medien-Mainstream nach Kräften selber Lügen. Denn stets wird behauptet: Nein, eine Stallorder, einen sprachlichen und inhaltlichen Marschbefehl, den gibt es bei uns nicht! Und jetzt so etwas. – Wir haben den ganzen Betrieb gerade wieder beim Lügen erwischt …


(Der Volkswirt Markus Gärtner, Autor von „Das Ende der Herrlichkeit“ und „Lügenpresse“, war 27 Jahre Wirtschaftsjournalist für die ARD und veröffentlicht jetzt regelmäßig Videokommentare für das Magazin „Privatinvestor Politik Spezial“)




Video: ZDF zoom über „Fake-News-Macher“ Michael Stürzenberger

Von MICHAEL STÜRZENBERGER | Das ZDF stellt heute die These auf, dass insbesondere vor Wahlen „Rechte Stimmungsmacher“ im Netz unter dem Schutz der Anonymität „Fake News“ verbreiten würden. Manche agierten aber auch mit Klarnamen, wobei ich als Beispiel genannt werde. Die Aufmerksamkeit der GEZ-Funker habe ich mit meiner Rede bei einer Demo in Lenggries im vergangene August erregt, als dort auf Initiative von AfD-Mitgliedern ein Protest gegen das Speed-Dating zwischen einheimischen Mädchen und jungen „Flüchtlingen“ veranstaltet wurde.

Eine unverantwortliche Aktion, da diese „Flüchtlinge“ aus fundamental-islamischen Ländern wie Afghanistan, Syrien und Eritrea kamen. Und das Beispiel Mia aus Kandel zeigte schließlich wenige Monate zuvor, was passieren kann, wenn eine Beziehung mit einem gläubigen Moslem in die Hose geht – da steht nicht weniger als das eigene Leben auf dem Spiel.

Ein Produktionsteam im Auftrag des ZDF besuchte im Juni eine Aufklärungsveranstaltung der Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) in Mönchengladbach und nahm dort ein ausführliches Interview mit mir auf. Teile daraus werden heute Abend in der Sendung „ZDFzoom“ ab 22:45 Uhr ausgestrahlt. Auch Sven Liebich soll in der 45-minütigen Dokumentation vorkommen. #

Bereits am Mittwoch Mittag behandelte die ZDF-Drehscheibe das Thema in einem Kurzbeitrag (von Minute 12:45 bis 16:20) und stellt mich dabei als „rechten Islamkritiker“ dar, wogegen nichts einzuwenden ist. Die Sendung „ZDFzoom“ heute Abend ab 22:45 Uhr wird wie folgt angekündigt:

Manche Meinungsmacher hinter den Desinformations-Kampagnen arbeiten aus der Anonymität heraus, andere betreiben ihre Blogs oder Webseiten ganz öffentlich, so wie Sven Liebich oder Michael Stürzenberger. Sie verbreiten ihre „News“ online, auf ihren Blogs, ihren YouTube-Kanälen und über soziale Medien wie Facebook. Stürzenberger und Liebich werden wegen ihrer Aktionen seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Ihre Lügenkampagnen sind nicht illegal, sondern durch die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit gedeckt.

Das Problem: Meinungsmanipulation im Internet wirkt in die Realität hinein, sei es diffus durch die Verschiebung politischer Meinungen oder durch konkrete Aktionen. In der bayerischen Gemeinde Lenggries wurde zum Beispiel eine Integrationsveranstaltung im Jugendtreff abgesagt, weil Michael Stürzenberger mithilfe der bayerischen AfD massiv für eine Demo gegen das Kennlernen von deutschen und ausländischen Jugendlichen warb.

Aus guten Gründen, denn das Frauenbild im fundamentalen Islam ist ganz einfach für eine moderne westliche Frau lebensbedrohlich. So stellte ich es auch in dem PI-NEWS-Artikel damals dar:

Kandel ist überall: Nach der „erfolgreichen“ Verkupplung von Mia an einen afghanischen „Flüchtling“, was ihr junges Leben im zarten Alter von 15 Jahren nach mehreren Messerstichen abrupt beendete, möchte nun auch das oberbayerische Lenggries nachziehen. Die personifizierte hochgradig naive Gutmenschlichkeit trägt dort den Namen Annette Ehrhart, fungiert seit Januar 2016 als „Ehrenamts-Koordinatorin“ und ist von Anfang an im dortigen „Helferkreis“ aktiv. Nachdem sich die in die beschauliche Gemeinde „Geflüchteten“ nun aus naheliegenden (Triebabbau)-Gründen mehr Kontakt zu den „einheimischen Jugendlichen“ wünschen, koordiniert diese mit großer Wahrscheinlickeit linksgrün-ideologisch komplett verseuchte Traumtänzerin in einer geradezu brandgefährlichen Schnapsidee nun ein „Speed-Dating“.

Diese Fleischbeschau für junge, kraft- und samenstrotzende Mohammedaner aus Syrien, Eritrea und Afghanistan findet heute Abend ab 20 Uhr statt. Der Münchner Merkur verpackt diesen Versuch, zusammenzubringen, was aus Überlebensgründen nicht zusammengehört, auch noch in blumige Formulierungen.

Den Satz mit der Fleischbeschau hielt mir der ZDF-Redakteur vor, und man kann hierbei freilich über die Formulierung „samenstrotzende“ streiten. Und es ist auch sicher nicht so, dass alle Moslems ihre Religions-Ideologie verinnerlicht haben. Aber die Wahrscheinlichkeit ist eben groß, wenn man in Afghanistan, Irak, Syrien, Eritrea oder einem anderen fundamental-islamischen Land aufgewachsen und geprägt worden ist. Damals war die drastische Formulierung auch als Warnung notwendig, denn wir wollten keinen zweiten Fall Mia erleben müssen. Und so wurde das Speed-Dating dann auch aufgrund unseres massiven Protestes abgesagt.

Hier das komplette Interview, das das ZDF in Mönchengladbach mit mir führte. Ab Minute 4:50 geht es um das hochproblematische Frauenbild im Islam und das Speed-Dating in Lengrries:

Wir werden ab 22:45 Uhr sehen, was das ZDF daraus machte. Heute Abend bringt übrigens auch ntv ein Bashing gegen „Rechts“. Von 22:10 bis 23 Uhr geht es um „Moderne Nazis – Der Aufstieg der neuen Rechten“. In der Woche vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg soll die Propaganda-Maschinerie gegen rechtskonservative Patrioten wohl nochmal kräftig hochgefahren werden.


Michael Stürzenberger
Michael Stürzenberger
PI-NEWS-Autor Michael Stürzenberger arbeitete als Journalist u.a. für das Bayern Journal, dessen Chef Ralph Burkei beim islamischen Terroranschlag in Mumbai starb. 2003/2004 war er Pressesprecher der CSU München bei der Franz Josef Strauß-Tochter Monika Hohlmeier und von 2014 bis 2016 Bundesvorsitzender der Partei „Die Freiheit“. Seine fundamentale Islamkritik muss er seit 2013 in vielen Prozessen vor Gericht verteidigen. Unterstützung hierfür ist über diese Bankverbindung möglich: Michael Stürzenberger, IBAN: CZ5406000000000216176056, BIC: AGBACZPP. Oder bei Patreon.