Antisemitismus beim Eurovision Song Contest

Beliebtes Opfer der gutmenschlichen Gesinnungspolizei ist Israel. Da man das Land nicht vom Grand Prix disqualifizieren will, einfach nur, weil es sich um Israel handelt, stürzt man sich eben auf dessen musikalischen Beitrag. Der – gesungen von der Gruppe Teapacks (Foto) – kann wegen angeblicher «unpassender» politischer Botschaften im Text leider zum diesjährigen Eurovision Song Contest nicht zugelassen werden.

Das „Verbrechen“ der Gruppe? Keine Kritik am eigenen Land oder den USA sondern angeblich an Irans Präsidenten. Das muss natürlich unverzüglich gemaßregelt werden!

Politische Botschaften sind beim Eurovision Song Contest nicht erwünscht: Die Gruppe Teapacks sollte Israel beim diesjährigen Sanges-Wettbewerb (der ehemals Grand Prix hieß) vertreten, jetzt droht dem Beitrag des Quartetts die Disqualifizierung. Im englischsprachigen Text des Liedes mit Namen «Red Button», der beim Halbfinale am 10. Mai in Helsinki vorgetragen werden soll, taucht unter anderem folgende Zeile auf:

«The world is full of terror, if someone makes an error, he’s gonna blow us up» (Die Welt ist voller Terror, wenn jemand einen Fehler macht, jagt er uns in die Luft). Hinter diesen Worten werden Anspielungen auf Atompläne des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vermutet, berichten israelische Rundfunksender.

Die Organisatoren bezeichneten die Botschaft als «unpassend», für die Teapacks könnte das eine Disqualifizierung bedeuten.

Weiter heißt es in «Red Button»: «There are some crazy rulers, they hide and try to fool us, with demonic, technologic willingness to harm» (Da sind einige verrückte Führer, die halten uns zum Narren und verbergen ihre dämonische, technologische Bereitschaft, uns zu schaden).

Der Frontmann der Band, Koby Oz, sagte, hinsichtlich seiner Texte auf den Iran und seinen Führer zu schließen, sei eine «Missdeutung». Die Gruppe aus der südisraelischen Stadt Sderot an der Grenze zum Gaza-Streifen genießt in ihrer Heimat große Beliebtheit.

Sderot werde beinahe täglich von palästinensischen Raketen getroffen, Teapacks Textzeile «Missiles are flying and falling on me» (Raketen fliegen und fallen auf mich) könne darauf Bezug nehmen, wurde weiter vermutet.

Spürnase Jack meint: Wäre die Kritik an die Adresse der USA, die eigene israelische Politik oder den ,,Westen“ allgemein gegangen, hätten alle geklatscht.

Hier das Video zum Song:

» Outcut: Zu heiss für die Tuntenparty?

(Spürnasen: 8nt3k, Jack und Fuller)




Pax Christi kritisiert „Bedrohungsszenario“ der USA gegen Iran

pax_christi.jpgEin Paradebeispiel politischer Einseitigkeit liefert eine Presseerklärung der katholischen Friedensbewegung Pax Christi, die von der Bundesregierung verlangt, sich vom “Bedrohungsszenario“ der USA gegen den Iran abzusetzen. Es müssten alle diplomatischen Mittel ergriffen werden, um eine Eskalation der Gewalt im Nahen Osten zu verhindern. Verhandlungen seien nötig mit dem Ziel einer atomwaffenfreien Zone, die Abrüstung von israelischen Atomwaffen und ein Rückzug der US-Truppen aus der Region. Krieg werde nur eine weitere Radikalisierung im Islam bringen.

Und so beginnt die Presserklärung:

Im Januar 2007 haben sich die Hinweise verdichtet, dass die US-Regierung sehr konkrete kriegerische Angriffe auf den Iran plant. Die Neokonservativen um Präsident George W. Bush versuchen offenbar dessen restliche Amtszeit zu nutzen, den Konflikt um das iranische Atomprogramm weiter zu eskalieren und den wachsenden iranischen Einfluss im Nahen Osten zu brechen. Diese Machtpolitik der USA kommt den Interessen der israelischen Regierung entgegen, die ihrerseits den Iran und Syrien als Bedrohung betrachtet und gegen sie rüstet.

Wow… Also erstmal aussortieren: die böse US-Regierung plant Angriffe auf den Iran. Hat man bei Pax Christi auch schon mal den Namen Mahmoud Ahmadinedschad und von dessen Drohungen gegen Israel gehört, vom iranischen Nuklearprogamm und vom UN-Sicherheitsrat, das dieses verurteilt? Keine einzige Silbe kommt den Schreiberlingen von Pax Christi dazu aus dem Füller, stattdessen sind es die Neokonservativen um G.W. Bush, die an einer Eskalation schuld sind, schuld waren, schuld sein werden.

Der neue US-Verteidigungsminister Robert Gates verteidigte bei seinem Antrittsbesuch in der Brüsseler NATO-Zentrale die Stationierung von „Patriot“-Abwehrraketen in der Golfregion und die Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers mit „der Bedeutung dieser Region für die USA“. Da diese Waffensysteme nicht für den Bodenkrieg im Irak geeignet sind, muss davon ausgegangen werden, dass sie Vorbereitungen für eine Kriegsführung gegen den Iran bzw. Syrien sind. Gleichzeitig drohte Präsident Bush in seiner Rede für eine neue Irak-Strategie damit, „Angriffe aus dem Iran und Syrien gegen US-Truppen zu unterbinden“ und „Waffenlieferungen aus diesen Ländern zu stoppen“. Seriöse wissenschaftliche und journalistische US-Beobachter und Kenner der Regierungspläne verweisen darauf, dass die US-Administration unter George W. Bush für den Fall eines Angriffs auf iranische Atomanlagen weit mehr als begrenzte Militärschläge plant, ja sogar einen neuen Krieg riskiert, um eine Vormachtstellung des Iran im Nahen Osten zu verhindern. Die Strategie des iranischen Präsidenten seinerseits im Kampf um die Einfluss-Sphäre Golfregion ist innerhalb der Führung des Landes umstritten. Es gibt durchaus Signale, aus der Eskalationsspirale heraus- und in Verhandlungen einzutreten – im Interesse einer größeren eigenen Sicherheit angesichts der Präsenz von US-Truppen in Afghanistan, im Irak und in der übrigen Region.

Yep, kritisiert wird durch Pax Christi die Entsendung von Patriot-Abwehrraketen und ebenfalls, dass Bush einen neuen Krieg riskiert – über den eigentlichen Auslöser des Konflikts und dessen Strategie wird nur und wie nebenbei erwähnt, dass es ‘durchaus Signale zur Deeskalation gäbe’. Nein, liebe Friedensfreunde, die gibt es nicht. Und wenn Bush Waffenlieferungen und Angriffe aus Syrien und dem Iran stoppen will, ist dies auch nicht in Ordnung, oder? Ist er wieder der Böse? Wie dumm und verbohrt muss man denn sein, um einen solchen Artikel zu schreiben? Aber es kommt noch besser:

Entgegen den Ratschlägen der Baker-Hamilton-Kommission setzt die US-Regierung statt auf Gespräche auf verstärkte Konfrontation; sie bereitet trotz aller Dementis gegenwärtig das Szenario für eine regionale Eskalation und Kriegsführung gegen den Iran vor. Offenbar scheut die Mehrheit der oppositio-nellen Demokraten im US-Kongress eine zu starke Konfrontation mit der US-Regierung, um nicht für deren offensichtliches Scheitern im Irak verantwortlich gemacht zu werden. Aber sie erhebt deutlich ihre Stimme gegen eine weitere Truppen-Verstärkung im Irak und für eine Wende.

Hat man bei Pax Christi im letzten Jahr Nachrichten mitbekommen? Es ist nicht die US-Regierung, die auf ‘verstärkte Konfrontation’ setzt und ‘trotz aller Dementis’ das Szenario für eine Eskalation vorbereitet – es ist die iranische Regierung, die alle Unterhändler, UN-Kommissionen und Räte an der Nase herumführt, bedroht, beschmeichelt, hinhält … mit dem einzigen Ziel: einen Krieg im Nahen Osten zu starten und – dass hat der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad mehrmals gesagt – ISRAEL ZU VERNICHTEN!

Liebe „Friedensfreunde“, ihr macht euch lächerlich und unglaubwürdig, wenn ihr eure Stellungnahmen bei irgendwelchen Antifagruppen oder der Jungen Welt abschreibt.

Pax Christi ist äußerst besorgt über die erneuten Vorbereitungen eines Angriffskrieges gegen ein weiteres Land im Nahen Osten. Wir fordern die Bundesregierung eindringlich auf, sich deutlich und öffentlich von diesem US-Bedrohungsszenario gegen den Iran abzusetzen, solange es noch Zeit ist. Es müssen alle diplomatischen Mittel ergriffen werden, um eine Eskalation der Gewalt im Nahen Osten zu verhindern. Dazu gehört auch ein Festhalten am Verhandlungsweg der EU, ohne sich von den USA in ein Bedrohungsszenario einbeziehen zu lassen, das unweigerlich in einen Angriffskrieg gegen ein Land und Volk münden könnte. Auch sollten die Signale aus dem Iran aufgegriffen werden, die Bewegung in Richtung Verhandlungsbereitschaft zeigen.

Hier fehlt eine Aufforderung an die Bundesregierung, alles zu tun, sich deutlich und öffentlich vom IRANISCHEN Bedrohungsszenario gegen Israel abzusetzen und gleichzeitig, aus deutscher Verantwortung heraus, unseren Freunden in Israel unsere uneingeschränkte Solidarität auszusprechen. Der Verhandlungsweg der EU … well, dazu könnte man einiges sagen. Pax Christi sollte sich zu allererst erkundigen, welche Länder die größten wirtschaftlichen Interessen im Iran haben und wird dann erstaunt feststellen, dass dies Russland, Deutschland und Frankreich sind. Und ja, richtig Pax Christi: hier könnte man doch deutliche Forderungen stellen. Oder?

Pax Christi hält Verhandlungen mit dem Ziel von Nichtangriffsgarantien und einer Atomwaffenfreien Zone im Nahen Osten für notwendig, um dort einen wirklichen Frieden zu erreichen. Dazu gehören auch die Abrüstung von israelischen Atomwaffen und ein Rückzug der US-Truppen aus der Region. Krieg ist, wie man im Irak sehen kann, kein geeignetes Mittel um Frieden zu erreichen. Er wird nur eine weitere Radikalisierung im Islam bringen.

Dazu fällt uns nur folgendes ein: wenn die Araber ihre Waffen ablegen, wird es Frieden geben. Wenn Israel dies tut, wird es kein Israel mehr geben.

Und hier noch eine Meldung von gestern:

Eklat bei der Sicherheitskonferenz in München: Irans Chefunterhändler im Atomstreit, Ali Laridschani, hat die Existenz des Holocaust als „offene Frage“ bezeichnet. Zugleich beteuerte er, das Atomprogramm seines Landes richte sich nicht gegen Israel.

Glaubt ihr im Ernst, dass man mit solchen Leuten ohne die Androhung von Gewalt erfolgreich verhandeln kann?

» an Pax Christi

(Spürnasen: Alex & Jan)




Ahmadinedschad: „USA und Israel werden bald zerstört“

Die Drohungen des iranischen Präsidenten gegenüber dem Westen werden immer aggressiver: Während eines Treffens mit dem syrischen Außenminister Wailed Mualem am vergangenen Dienstag sagte Ahmadinedschad: „Seid versichert, dass die USA und Israel bald nicht mehr existieren werden.“ Inzwischen wurde bekannt, dass die Iraner mithilfe Nordkorea hart an der Vorbereitung eines eigenen unterirdischen Atomtests arbeiten, woraufhin die sogenannte „Doomsday Clock“ (Bild) – die symbolisch die verbleibende Zeit bis zum Jüngsten Tag (doomsday) anzeigt – auf fünf vor zwölf vorgestellt wurde. So nah am Weltuntergang stand der Zeiger seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr.

Ynews.com berichtet:

Israel und die Vereinigten Staaten werden bald zerstört werden, so der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad laut einem Bericht der Islamic Republic of Iran Broadcasting (IRIB) am Dienstag während eines Treffens mit dem Außenminister Syriens.
„Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadineschad… versicherte, dass die Vereingten Staaten und das zionistische Regime Israels bald zum Ende ihrer Existenz kommen werden”, wurde er zitiert. „Das Säen von Zwietracht unter Moslems, besonders zwischen den Schiiten und den Sunniten, ist ein Komplott, ausgedacht von den Zionisten und der USA, um die regionalen Nationen zu dominieren und deren Bodenschätze auszuplündern”, fügte Ahmadineschad entsprechend dem Bericht hinzu.Der iranische Präsident stellte einen direkten Zusammenhang mit den Ereignissen im Libanon und einem umfangreicheren Plan, Israel zu zerstören, her. Er rief die ‘regionalen Länder’ zur Unterstützung des islamischen Widerstandes des libanesischen Volkes auf und bemühte sich um die Solidarität und Einheit unter den verschiedenen palästinensischen Gruppierungen, um somit die Voraussetzungen für die Zerstörung des zionistischen Regimes zu schaffen, die unmittelbar bevorstehe.

Ahmadinejad hat in den vergangenen Monaten mehrfach gedroht, den Staat Israel zu zerstören. Kürzlich hat er noch die USA und Großbritannien in die Liste der zu zerstörenden Länder aufgenommen. Der syrische Aussenminister Wailed Mualem beschuldigte die USA, ein ‘Massaker an Moslems’ zu versuchen und ‘Zwietracht unter den islamischen Glaubensrichtungen der Region zu säen”. Mualem rief die regionalen Staaten dazu auf, das Fundament für Frieden und Wohlstand in der Region zu schaffen … „und gleichzeitig einen weiteren Völkermord an Moslems zu verhinden”.

» Wichtiger denn je: Demonstration gegen Adolfinedschad in Berlin am 28.1.07




„Kulturelle Eliten haben Bevölkerung mit ihrem Weltbild infiziert“

Eine feine Kolumne – wie immer – haben Michael Miersch und Dirk Maxeiner heute in der Welt geschrieben. Sie zeigen auf, wie sich das verquere Weltbild unserer Eliten in den Gehirnen der Bevölkerung festgesetzt hat, was dazu führt, dass westliche Freiheiten spießig und verpönt sind und die Symbole von Islamisten und Kommunisten Kultstatus erlangt haben (Foto: Restaurant „Mao“ in München-Schwabing).

Ein schickes Münchner Restaurant heißt „Hitler“, ein Modefriseur taufte seinen Salon „Mussolini“, und eine Szenebar wurde mit Pinochet-Porträts dekoriert. Ist nur ein Scherz. Wäre es wahr, hätte im Münchner Stadtrat längst ein Aufstand der Anständigen stattgefunden. Wackere Bürger würden sich an den Türen der Etablissements anketten.

Wahr ist allerdings, dass das Restaurant „Mao“ heißt, der Coiffeur „Molotow“ und Bilder von Fidel Castro in der besagten Bar hängen. Im „Mao“ lächelt der Dicke mit der Warze von der Wand, und in der Speisekarte erfährt man, dass der Namenspatron viel für die Bildung tat und ein „fortschrittliches Steuersystem etablierte“. Das „Mao“ wird nicht von ergrauten Altkadern geführt, sondern von trendigen jungen Leuten, in diesem Fall sogar asiatischer Herkunft. Auch in London und Paris gehören Che Guevaras Konterfei, Hammer und Sichel oder die Aufschrift CCCP zu den geläufigen Designelementen im Straßenbild. Das Hisbollah-Logo und Halbmond mit Stern sind schwer im Kommen.

Die geistigen Moden in den Uni-Vierteln lösen sich in schneller Folge ab. Konstant ist nur die antiwestliche Haltung. Egal, ob gerade Maoismus, Poststrukturalismus oder Gendertheorie angesagt ist – Hauptsache, schon die Erstsemester lernen, Demokratie und Markt zu verachten. Die offene Gesellschaft ist nicht cool. Oder hat schon mal jemand ein Karl-Popper-Basecap gesehen oder ein Handtäschchen mit George Orwell drauf?

Bisher blieben solche Ideologieattitüden auf Hörsäle, Bühnen und Designercafés beschränkt. In der weniger exaltierten Welt arbeitender Familienväter und -mütter hatten Marktwirtschaft und westliche Werte einen festen Platz. Doch falls einige aktuelle Umfragen einen Trend ausdrücken, ist auch das nicht mehr sicher. Zwei Beispiele: Eine knappe Mehrheit der Deutschen erklärte ihre grundsätzliche Unzufriedenheit mit der Demokratie, und die Mehrzahl der Briten fand Bush bedrohlicher als Ahmadinedschad.

Das Ansehen der Freiheit scheint ziemlich heruntergekommen zu sein. Warum gerade jetzt? Heute gibt es in fast zwei Dritteln aller 192 Staaten gewählte Regierungen, in über 80 Ländern existieren sogar echte liberale Demokratien mit allen Grundfreiheiten, die dazu gehören. Eigentlich wäre das doch ein Grund, ein wenig stolz zu sein auf die Erfolge der Demokratie. Stattdessen breiten sich kommunistische und islamistische Symbole als Designelemente in der Jugendkultur aus, mal ironisch getragen, mal als rebellische Geste. Bürgerliche Rechte werden als langweilige Selbstverständlichkeiten wahrgenommen, jeder Anflug von Freiheitspathos wird zur Peinlichkeit erklärt. Die kulturellen Eliten haben die Mehrheit der Bevölkerung erfolgreich mit ihrem Weltbild infiziert. Der öffentliche Blick fixiert nur die Fehler, Widersprüche, Unzulänglichkeiten. Unentwegt tönt das Mantra vom oberflächlichen, entfremdeten, verlogenen, unerträglichen westlichen Lebensstil.

Das Resultat ist ein genereller Relativismus, der die Biertischweisheit von der Politik als „schmutzigem Geschäft“ für den Gipfel der Erkenntnis hält. Und die talkenden Klassen fühlen sich offenbar außerstande, dem entgegenzutreten. Sie sondern lieber die gleichen wohlfeilen Sprechblasen ab, womit das Ganze sich zu einem munter sich selbst antreibenden Meinungskarussell entwickelt. Wenn alles gleich schlecht und verkommen ist, kann man es auch lustig finden, Lokale nach Massenmördern zu benennen. Die haben doch wenigstens noch an was geglaubt. Mal sehen, wann das erste „Osama“ aufmacht, vielleicht mit Sprengstoffgürtel-Bauchtanz. Wäre echt cool. Wer sich darüber aufregt, ist doch voll der Spießer.




Morris: „Der zweite Holocaust wird vollkommen anders sein“

benny_morris.jpgEine düstere Vorhersage konnte man gestern in der Literarischen Welt lesen. Benny Morris, der als einer der einflussreichsten israelischen Historiker gilt, erklärt darin, warum der Iran Israel vernichten wird. Er prophezeit einen zweiten Holocaust, der ganz anders sein wird als der erste. „Nachdem der Iran sich die Bombe beschafft hat, werden die Mullahs sich in Qom zu einer Geheimsitzung treffen, unter einem Porträt des stählern dreinblickenden Ajatollah Khomeini, und sie werden Präsident Ahmadinedschad, der dann in seiner zweiten oder dritten Amtszeit sein wird, ihr Placet geben.“

Auszüge aus Morris‘ Text:

Gewiss, die Nazis haben den Massenmord industrialisiert. Trotzdem standen sie ihren Opfern Auge in Auge gegenüber, waren manchmal auf Tuchfühlung mit ihnen. Die Deutschen zusammen mit ihren Helfern aus anderen Nationen mussten die Männer, Frauen und Kinder belagern, sie aus ihren Häusern zerren, die Straßen hinunterprügeln, in nahe gelegenen Wäldern niedermähen, sie in die Viehwaggons verladen und in die Lager transportieren, wo „Arbeit macht frei“ über dem Tor stand. Sie mussten die körperlich Fitten von den Nutzlosen trennen und sie in „Duschräume“ locken und das Gas über ihnen ausschütten und dann die Leichen entfernen oder dies wenigstens überwachen und die „Duschen“ für die Nachfolger vorbereiten.

Der zweite Holocaust wird vollkommen anders sein. Eines schönen Morgens in fünf oder zehn Jahren – vielleicht während einer Krise in der Region, vielleicht aus heiterem Himmel -, einen Tag oder ein Jahr oder fünf Jahre, nachdem der Iran sich die Bombe beschafft hat, werden die Mullahs sich in Qom zu einer Geheimsitzung treffen, unter einem Porträt des stählern dreinblickenden Ajatollah Khomeini, und sie werden Präsident Ahmadinedschad, der dann in seiner zweiten oder dritten Amtszeit sein wird, ihr Placet geben. Die nötigen Befehle werden erteilt werden, und die Shihab-III oder IV-Raketen werden abheben in Richtung Tel Aviv, Beer Scheba, Haifa und Jerusalem und womöglich einiger militärischer Ziele, eingeschlossen das halbe Dutzend Militärflughäfen und der bekannten nuklearen Abschussrampen. Einige der Shihabs werden atomare Sprengköpfe tragen, vielleicht sogar Mehrfachsprengköpfe. Andere werden zur Ablenkung dienen und nur mit chemischen oder biologischen Kampfstoffen oder alten Zeitungen geladen sein, um die israelischen Antiraketen-Raketen und Heimatschutzverbände in die Irre zu führen.

Bei einem Land von der Größe und Gestalt Israels (8000 in die Länge gezogene Quadratmeilen) werden vermutlich vier oder fünf Treffer genügen: Kein Israel mehr. Eine Million Israelis in Tel Aviv, Haifa, Jerusalem und dem Umfeld dieser Städte, vielleicht sogar mehr, wird auf der Stelle tot sein. Zusätzliche Millionen werden ernsthaft radioaktiv verstrahlt werden. Israel hat ungefähr sieben Millionen Einwohner. Kein Iraner wird auch nur einen davon sehen oder berühren. Es wird völlig unpersönlich sein. (…) Ahmadinedschads ständige Verweise auf die Notwendigkeit, Israel zu zerstören, und seine Leugnung des ersten Holocaust lassen darauf schließen, dass dieser Mann besessen ist. Das hat er mit den Mullahs gemeinsam. Sie alle sind mit den Lehren von Khomeini aufgewachsen, einem äußerst produktiven Antisemiten, der oft gegen den „kleinen Satan“ Israel schäumte. Ahmadinedschad ist gewillt, vieles aufs Spiel zu setzen – die Zukunft des Iran oder sogar des gesamten muslimischen Nahen Osten als Einsatz für die Zerstörung Israels. (…) So wie dem ersten wird auch dem zweiten Holocaust ein Jahrzehnt vorangegangen sein, in dem die Herzen und Hirne auf ihn vorbereitet wurden. Verschiedene Botschaften haben verschiedene Publikumskreise erreicht, aber alle haben nur einem Ziel gedient, der Dämonisierung Israels. Muslimen auf der ganzen Welt wurde beigebracht, dass „Israel vernichtet werden“ muss. Die Leute im Westen wurden auf subtilere Art belehrt: „Israel ist ein rassistischer Unterdrückerstaat“ und „Israel ist im Zeitalter des Multikulturalismus ein überflüssiger Anachronismus“. Generationen von Muslimen und zumindest eine Generation von Leuten im Westen wurden nach solchen Glaubenssätzen erzogen.

Im Vorfeld des zweiten Holocaust (der übrigens wahrscheinlich ungefähr dieselbe Zahl von Menschenleben kosten wird wie der erste) zersplitterte die internationale Gemeinschaft, denn sie wurde von verschiedenartigem selbstsüchtigem Appetit motiviert. Russland und China hungerten nach muslimischen Märkten, Frankreich hungerte nach dem arabischen Öl – und die Vereinigten Staaten wurden von dem Debakel im Irak in einen tiefen Isolationismus getrieben. Der Iran war also frei, seiner nuklearen Bestimmung entgegenzugehen, und Israel sah sich der Bedrohung ganz allein gegenüber. Aber ein isoliertes Israel wird sich der Aufgabe so wenig gewachsen zeigen wie ein Kaninchen, das vom Scheinwerferlicht eines entgegenkommenden Autos geblendet wird. (…) die Iraner werden von einer höheren Logik getrieben. Und sie werden ihre Raketen zünden. Und wie im ersten Holocaust wird die internationale Gemeinschaft nichts tun. Für Israel wird alles in ein paar Minuten vorbei sein. Wenn die Shihabs gefallen sind, wird die Welt Rettungsschiffe und medizinische Hilfe für die nur leicht Verbrannten schicken. Sie wird den Iran nicht nuklear auslöschen. Zu welchem Zweck denn und um welchen Preis? Eine nukleare Antwort der Amerikaner würde den Krieg der Kulturen noch schlimmer und umfassender machen. Und sie würde natürlich Israel nicht zurückbringen.

Und doch: Der zweite Holocaust wird in dem Sinne anders sein, dass Ahmadinedschad jene, die er sich so sehr tot wünscht, nicht wirklich sehen oder anfassen kann. Es wird keine Szenen wie die folgende geben, die sich in Bolechow in Polen im September 1942 zutrug (beschrieben wird sie in Daniel Mendelsohns jüngst erschienenem Buch „Die Verlorenen“): „Eine schreckliche Episode ereignete sich mit Frau Grynberg. Die Ukrainer und Deutschen, die in ihr Haus eingebrochen waren, fanden sie vor, als sie gerade gebar. Die Tränen und Bitten der Anwesenden halfen nicht, und sie wurde im Nachthemd aus ihrem Haus auf den Platz vor dem Rathaus gezerrt. Von dort wurde sie auf einen Schuttabladeplatz im Inneren des Rathauses gezogen, und um sie herum stand eine Menge von Ukrainern, die Witze machten und sie verhöhnten, während sie die Schmerzen der Geburt verfolgten, und so gebar sie ein Kind. Das Kind wurde sofort aus ihren Armen gerissen – zusammen mit seiner Nabelschnur – und in die Luft geworfen. Es wurde von der Menge zertrampelt, und man stellte sie auf die Füße, während das Blut aus ihr herausströmte und blutige Teile aus ihr heraushingen, und so stand sie ein paar Stunden lang an der Mauer des Rathauses. Danach ging sie mit all den anderen zum Bahnhof, wo sie in einen Waggon im Zug nach Belzec geladen wurde.“

Solche Nähe zum Opfer wird den iranischen Mördern erspart bleiben. Sie töten anonym …

» Fakten & Fiktionen: Israels Ende

(Spürnasen: Rainer Sch. und Hojojutsu)




Ahmadinedschad droht mit „historischem Schlag ins Gesicht“

Der iranische Präsident lacht dem Westen wieder einmal unverschämt ins Gesicht. Diesmal droht er, jenen Staaten einen „historischen Schlag ins Gesicht zu verpassen„, die schon im iranisch-irakischen Krieg auf der „falschen Seite“ gestanden hätten. Gerade Washington habe man schon oft gedemütigt und werde dies auch zukünftig tun.

Die iranische Nation werde sich wehren, wenn sich jene Staaten erneut gegen Iran wenden, die schon im iranisch-irakischen Krieg (1980-1988) auf der anderen Seite gestanden hätten. Das Land verteidige sein Atomprogramm und werde dies auch künftig tun.

Ahmadinedschad hat weiter die vom Weltsicherheitsrat verhängten Sanktionen als Teil psychologischer Kriegsführung gegen Teheran bezeichnet.

Strafmassnahmen erneut zurück, hinter denen seiner Ansicht die USA stehen. Der Iran habe Washington allerdings «schon oft erniedrigt, und wir werden euch auch in Zukunft erniedrigen», erklärte Ahmadinedschad.

Der UN-Sicherheitsrat hat am 23. Dezember eine Resolution verabschiedet, die den Export von Gütern und Technik untersagt, die das iranische Nuklear- oder Raketenprogramm stützen könnten. Zudem soll das Vermögen einer Reihe von Unternehmen und Einzelpersonen mit Bezug zum iranischen Atomprogramm eingefroren werden. Vor allem die USA vermuten, dass der Iran nach Atomwaffen strebt. Teheran betont dagegen, sein Nuklearprogramm diene lediglich zivilen Zwecken.

„Bösewicht“ USA vermutet, dass Iran nach der Bombe strebt. Aber die haben sich ja schon oft genug geirrt – siehe Irak. Und bei Iran weiß doch schließlich jeder, dass der die Atomkraft nur friedlich nutzen will. Er gebärdet sich ja auch sonst sehr friedlich …

(Spürnase: Kreuzritter)




Dialogvorschläge der Baker-Kommission sind unrealistisch

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Assad (l.) und Ahmadinedschad: Garanten für Frieden im Irak?

In der letzten Woche empfahl die Baker-Kommission den schrittweisen Rückzug der US-Army aus dem Irak und – ganz trendy – Dialoge mit Iran und Syrien. In der Welt von heute setzt Jeffrey Gedmin sich damit auseinander, wie realistisch Forderungen sind, die Präsidenten Irans und Syriens, Achmadinedschad und Assad, in den „Friedensprozess im Irak“ einzubeziehen.

Schon Laurent Murawiec hatte sich vor einigen Tagen seine Gedanken zu den „Lasst-uns-miteinander-reden“-Ideen gemacht. Wie soll das gehen, fragte er sich zurecht und ließ uns über Iran und Syrien wissen:

Die Kommission will vor allem Bedingungen für einen Rückzug aus dem Irak formulieren: Man müsse den Iran und Syrien einbeziehen, um die Gewalt im Irak einzudämmen, die Unterstützung der saudischen Königsfamilie erlangen und den bereits hirntoten „Friedensprozess“ zwischen Israelis und Palästinensern wiederbeleben. Syrien und den Iran einbeziehen? Syrien hat den irakischen Aufstand mit entfacht und am Lodern gehalten, ebenso wie es die Hisbollah unterstützt. Als Zentrum der „Ablehnungsfront“ gewährt Syrien auch der Hamas-Bewegung Unterschlupf, Material und Rückendeckung und heizt seit Jahrzehnten den Krieg der Palästinenser gegen Israel an. Zusammen mit dem Iran ist Syrien der größte Einzelfaktor, der zur Destabilisierung des Nahen Ostens beiträgt. (…) Das beklagenswerte Spiel, das Teheran mit den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde, UN-Vertretern und westlichen Diplomaten spielt, hat das Vertrauen der arabischen Welt in die Fähigkeit der „internationalen Gemeinschaft“, Irans Atomambitionen Einhalt zu gebieten, schweren Schaden zugefügt. Ahmadinedschads Drohungen, Israel von der Landkarte zu tilgen und so einen „echten Holocaust“ zu veranstalten, offenbaren Absicht und Strategie des Regimes.

Ähnlich äußert sich heute Gedmin:

Es überrascht nicht, dass die Veröffentlichung des Berichts der Iraq Study Group, die vom ehemaligen Außenminister James Baker geleitet wurde, die Anhänger einer interessengeleiteten Realpolitik begeistert – anscheinend sowohl auf der Linken als auch auf der Rechten. Wir stimmen alle überein, dass Syrien und Iran den Terror im Irak vorantreiben. Wir können uns darauf einigen, dass es keine unvernünftige Sache ist, mit dem Gegner zu reden. Wir haben auch mit der Sowjetunion geredet.

Was mir bei den so genannten Realisten hierzulande immer noch fehlt, ist ein kleines bisschen Realismus. Was wollen wir? Stabilität im Irak, eine gemäßigte Regierung in Bagdad und ein Land, das friedlich mit seinen Nachbarn lebt – auch mit Israel. Was wollen Syrien und Iran? Die Syrer wollen a) das Ende der UN-Untersuchung zum Mord des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri b) eine politische Einflusssphäre im Libanon c) keine weitere Einmischung in Menschenrechtsfragen d) kein Theater mehr wegen der Unterstützung von Hamas und Hisbollah und e) Israels Rückzug von den Golanhöhen. Was will Iran? a) Anerkennung seines Rechts auf Atomwaffen b) eine politische Einflusssphäre im Irak c) keine weitere Einmischung in Menschenrechtsfragen d) kein Theater mehr wegen Teherans Unterstützung von Terrorismus und e) die Tilgung Israels von der Landkarte.(…) Jeder räumt ein, dass eine iranische Atombombe zumindest mehr Terrorismus provozieren, einen gefährlichen Rüstungswettlauf in Gang setzen und den Ölpreis durch die Decke treiben würde. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad droht regelmäßig mit einer drastischen Erhöhung der Ölpreise. Nehmen wir an, wir erreichen tatsächlich eine Art von Übereinkunft in anderen Fragen. Wie würden wir dieses Regime jemals dazu bringen, sich an die Abmachungen zu halten?

Ein Freund von mir hat vor kurzem eine Gerichtsverhandlung in Syrien besucht. Die Behörden erlauben das anscheinend, um der Welt zu zeigen, dass Damaskus im Krieg gegen den Terror ein Verbündeter ist. Mitten im Verfahren allerdings verlor der Angeklagte die Kontrolle und schrie den Richter an: „Wie können Sie mich des Terrorismus verdächtigen? Ich bin von unseren Leuten trainiert worden, in syrischen Ausbildungslagern!“ Die Syrer und Iraner lügen und betrügen eben ein kleines bisschen.

Die Amerikaner haben den Kampf im Irak verloren. Es ist nicht möglich, in diesen mittalalterlichen islamischen Ländern eine Demokratie zwangsweise einzuführen. Das haben wir alle gelernt. Es ist auch verständlich, dass die Amerikaner angesichts der Ausweglosigkeit der Lage ihre Soldaten heimholen wollen. Was aber soll ein Dialog mit denen bringen, die alles darangesetzt haben, den jetzigen Zustand herbeizuführen und aufrechtzuerhalten? Aber mit Hitler hat man ja auch geredet. Schließlich sind wir zivilisierte Menschen …