Am Wilhelmsruher Damm in Berlin passierte der Vorfall.

Mietwagen vs. Berliner

Geistig verwirrter Freitagsfahrer™ rast auch in Berlin auf Passanten zu

Von MAX THOMA | Warum sollte unsere bunte Bundeshauptstadt hinter den Banlieus von Blagnac zurückstehen? Auch an einer Berliner Bushaltestelle ist am Freitagabend ein Kulturanreicherer mit einem Mietwagen auf eine Menschengruppe auf dem Fußweg zugerast. Die anvisierten Passanten konnten sich jedoch alle durch einen waghalsigen Sprung zur Seite retten. So wäre es am Freitag im Stadtteil Reinickendorf laut BILD „fast zu einer Katastrophe“ gekommen.

Ja ist denn heut schon Weihnachtsmarkt?

Die Breitscheidplatz-erfahrenen Hauptstädter sind nach einigen tödlichen Zwischenfällen mit motorisierten „geistig Verwirrten“ auf der Hut – vor allem Freitags.

Aufmerksame Zeugen haben bei dem Tötungsversuch das Kennzeichen notiert. Daraufhin wurde sogar noch in der selben Nacht die Wohnung des Fahrzeugmieters von der Berliner Polizei durchsucht, der allerdings ausgeflogen war. Die Beamten stellten dabei Beweismittel sicher. Die Polizei gehe derzeit von einem „Verkehrsunfall mit Fahrerflucht“ aus. Erkenntnisse zur Motivation des noch flüchtigen „Geflüchteten“ lägen noch nicht vor, sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel, SPD. Vielleicht habe er auch nur zur falschen Zeit das falsche Buch gelesen.

Geisel: Eher kein Terror!

Bei dem Anmieter des Fahrzeugs, einem marokkanisch-stämmigen Berliner Neu-Bürger, lag zunächst der Verdacht bei der Freitags-Tat™ nahe, dass es sich „um einen versuchten Terroranschlag handeln könnte“, sagte Geisel. „Aber wenn man sich den Ablauf anschaue, spreche inzwischen nicht viel dafür:

Der Marokkaner fuhr in Reinickendorf im Bereich eines U-Bahnhofs mit erhöhter Geschwindigkeit zunächst über den Gehweg, wo mehrere Menschen standen. Dann habe er den Erkenntnissen zufolge den Gehweg wieder verlassen wollen, sei einem Lastwagen ausgewichen und habe dabei wohl auch weitere Passanten in Gefahr gebracht.

Der Staatsschutz ermittelt trotzdem „in alle Richtungen“, da es sich um einen „sonderbaren und außergewöhnlichen“ Zwischenfall handele, so eine Sprecherin der Clan-verseuchten Berliner Polizei.




Frankreich: Freitagsfahrer™ rast mit PKW in Menschenmenge

Von DAVID DEIMER | In der Banlieu von Toulouse ist am Freitagnachmittag kurz vor 16 Uhr ein 28-jähriger Autofahrer in eine Gruppe von chinesischen Passanten gerast. Mehrere Menschen wurden verletzt. Der Täter hatte offenbar „psychische Probleme“. Es war Freitag.

Drei Chinesen auf dem Boulevard …

Ein Autofahrer hat in Blangnac, Midi-Pyrénées im Südwesten Frankreichs, seinen Wagen vor der privaten Wirtschaftshochschule IGS in eine Gruppe von Passanten gesteuert. Drei chinesische Studenten sind dabei teilweise schwer verletzt worden: Eine 23-jährige Studentin kämpft derzeit auf der Intensivstation Toulouse-Purpan ums Überleben. Laut Staatsanwaltschaft gab der Festgenommene an, dass seit etwa einem Monat der „Wille in ihm herangereift sei, in Menschen zu rasen“. Der flüchtende Fahrer wurde nach französischen Presseberichten nach der Tat von der Polizei gestoppt.

Renault-Fahrer diagnostiziert sich als schizophren

Der Renault Clio-Fahrer bezeichnete sich bei seiner Festnahme in einer ersten Eigendiagnose als schizophren und wies sich ebenfalls ins Krankenhaus ein. Der Toulouser Staatsanwalt Couilleau sagte dem Sender BFMTV, der Fahrer sei von den Behörden aber nicht in der Datenbank möglicher Gefährder – fiché S – für die Staatssicherheit geführt worden.

Darin werden etwa Menschen aufgelistet, denen terroristische Absichten zugetraut werden.

Fahrer wurde bereits zehnmal verurteilt – frei auf Bewährung

Der Festgenommene sei der Justiz aber bekannt, weil er bereits zehnmal verurteilt worden sei. Aktuell sei er im Rahmen einer Bewährungsstrafe verpflichtet, sich behandeln zu lassen. [..]

Die Hintergründe sind noch unklar, die Behörden sprachen aber von einem „psychiatrischen Profil“. [..]

Diese Angaben seien aber alle noch „im Konditionell“, so der Ermittler.

Innenminister Gérard Collomb bekundete den Verletzten seine Unterstützung und lobte eine schnelle Reaktion der Polizei.

Die Ermittlungen sollten nun den Hintergrund der Tat klären, twitterte er.

Möglicherweise habe der Toulouser „L’agresseur“ auch „das falsche Buch am falschen Tag“ gelesen. Im Laufe des Abends wurde die Wohnung des Täters im neu gebauten Sozialbrennpunkt „Andromède de Blagnac“ durchsucht, wo er mit seiner Mutter und zwei Cousinen lebte. Nachbarn beschrieben den Mann als still, aber eher „furchteinflößend“.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Terroranschlägen, darunter auch „islamisch-inspirierten Attacken mittels Fahrzeugen“, die auch normalen Verrückten zunehmend als Tatvorbild dienen.