Autor von "Das Heerlager der Heiligen" wurde 94 Jahre alt

Jean Raspail ist tot

Von GÖTZ KUBITSCHEK (Antaios-Verlag) | Am Freitag ist der französische Schriftsteller, weltreisende Entdecker und Generalkonsul von Patagonien, Jean Raspail, im Alter von 94 Jahren verstorben.

Antaios pflegt sein Werk seit sieben Jahren, und bevor wir in den kommenden Tagen Würdigungen aus den Federn seiner Übersetzer veröffentlichen (die ihn besser kennen als ich), will ich als Verleger einige Stationen notieren:

Ich las Raspail, bevor ich ihn als den kennenlernte, der er für unsere Sache als Autor ist. Sie waren die Ersten lautet der Titel eines vergriffenen Buches, das Raspail über seine Fahrt zu den Alakalouf, den ebenso unansehnlichen wie unvorstellbar abgehärteten Feuerlandindianern schrieb.

Diese Reise und der Bericht über einen Franzosen, der sich zum König von Patagonien ausrief, begründete jenes „Anderland“, zu dem sich hingezogen fühlt, wer etwas für Kämpfe auf verlorenen Posten übrig hat. Raspail trat dieses Erbe aus Traum, Lächerlichkeit und heiligem Ernst an, und ich habe von ihm vor drei Jahren endlich meine zweite Staatsbürgerschaft anerkannt bekommen …

Konrad Weiß hat für unsere Zeitschrift über dieses königliche Spiel des „Patagonismus“ einen feinsinnigen und umfassenden Aufsatz geschrieben – man kann ihn hier lesen.

Jedenfalls fiel mir diese frühe Raspail-Laktüre erst wieder ein, als mich ein begeisterter Leser davon überzeugte, die von ihm nach Feierabend mit großer Sorgfalt und sprachlicher Kraft fertiggestellte Übersetzung des Romans Sieben Reiter verließen die Stadt zu veröffentlichen. Dieses Buch ist insofern typisch für Raspails Werk, als in ihm ein bestimmter Typ Mann in aussichtsloser Mission Haltung bewahrt bis zum bitteren, aber außerordentlich verblüffenden Ende.

Es geht darin um ein Fürstentum, dessen Bewohner (vor allem die jungen Leute) von einer unerklärlichen Raserei befallen worden sind und die Ordnung zerstört haben. Der Fürst schickt nun die letzten sieben Reiter seiner Garde ins Land. Sie sollen ergründen, was geschah und wie es geschehen konnte:

Wir werden suchen müssen, jenseits dessen, was wir kennen und dessen, was wir nicht kennen. Zuerst innerhalb unseres eigenen Landes und dann auch außerhalb der Grenzen. Was geschieht um uns herum? Was ist die Bedeutung von alledem? Es wäre dieser Stadt nicht würdig, das Ende untätig abzuwarten, ohne nach einem Ausweg zu suchen. Das ist der Befehl, den ich Ihnen gebe.

Die Sieben Reiter liegen mittlerweile in der dritten Auflage vor und haben zusammen mit Joachim Fernaus Hauptmann Pax die „edition nordost“ innerhalb von Antaios begründet. In dieser Reihe veröffentlichen wir literarische Werke, die wir entweder künstlerisch illustrieren lassen oder mit Fotos bebildern. Im Falle der Sieben Reiter ging die russische Künstlerin Kristina Zieber ans Werk, und mir wurde berichtet, daß Raspail zunächst skeptisch, nach Begutachtung aber sehr zufrieden mit Ziebers kosakischem Stil war.

Ebenfalls in der „edition nordost“ ist vor zwei Jahren Raspails Roman Die blaue Insel in deutscher Übersetzung erschienen. Darin sind die für Frankreich katastrophalen und demütigenden Wochen im Mai und Juni 1940 geschildert, in denen die deutsche Wehrmacht das französische Heer niederwarf. Raspail stellt seinen Landsleuten kein gutes Zeugnis aus, stellt mangelnde Haltung und Verfeinerungen von Ausrede und Verweigerung heraus – und findet in einem widerständigen, tapferen Knaben und Träumer wiederum die für ihn typische Haupt- und Hoffnungsfigur.

Der Sechzehnjährige mit dem Karabiner trifft auf den Panzer eines Leutnants v. Pickendorff, jenes von Raspail erschaffenen ostelbischen Adels, dessen Angehörige sich durch sein Werk ziehen. Der Leutnant aus der Blauen Insel muss ein Nachfahre des Obersten v. Pickendorff sein, der die Sieben Reiter anführte…

Für wen sind solche Bücher geschrieben? Jedenfalls für Männer, denn auch die Hauptfiguren, die Helden sind immer Männer – stets gebildet, stets vornehm, stets nicht Masse, stets vorbereitet für die paar Augenblicke oder Szenen, in denen sie ihren Text aufsagen und ihre Rolle spielen sollen. Manchmal stehen sie einander feindlich gegenüber, aber sie erkennen dabei eine tiefere Form der Verbundenheit: So sein kann man nie allein.

Es lag vor dieser Grundstimmung auf der Hand, die kleine Textsammlung aus Gesprächen und Aufsätzen, die in der Reihe kaplaken erschienen ist, Der letzte Franzose zu nennen. Soviel Abbruch, soviel Desillusion, soviel Wahrnehmung von großartiger Verborgenheit wie in der Person Raspail und in seinen Stellungnahmen ist kaum ein zweites Mal möglich. Aus seinem Text über „Die Tyrannei des Duzens“ leiteten jedenfalls Ellen Kositza und ich zunächst spielerisch, mittlerweile ernst und fremd das „Sie“ füreinander ab.

Mit in Raspails kaplaken aufgenommen ist der umfangreiche Essay „Big Other“. Raspail stellte ihn einer Neuausgabe seines ohne Zweifel berühmtesten und berüchtigten Werks voran: Das Heerlager der Heiligen liegt seit 2015 in der vollständigen und autorisierten Übersetzung vor. Martin Lichtmesz hat sie besorgt und im Arbeitsprozeß festgestellt, daß die erste deutsche Ausgabe aus den früheren Achtzigern auf eine entlarvende Art und Weise unvollständig war: Was weggelassen wurde, damals, nahm dem Buch seine Differenziertheit und den kritischen Blick auf die Dekadenz und Daseinsverfehlung jenes liberalen Westens, der die Auflösung aller Dinge für Fortschritt hält.

Fast jeder, der uns kennt, kennt dieses Buch, dessen Handlung darin besteht, daß eine Million Inder auf klapprige Kähne steigen, das Kap der guten Hoffnung umfahren und an der französischen Mittelmeerküste anlanden. Raspail schrieb diesen Roman 1973. Der Jargon der Zivilgesellschaft von heute, die den ungebremsten Zustrom nach Europa in den Medien, Parlamenten, Kirchen und Schulen beklatscht und moralisch verkauft, ist unfassbar hellsichtig vorweggenommen – aber nicht einmal karikiert.

Jedenfalls kam unsere neue, vollständige Ausgabe nur ein paar Monate vor Merkels Grenzöffnung in die Buchläden: Das Heerlager der Heiligen wurde als Buch zur Stunde wahrgenommen und ist nach Rolf Peter Sieferles kaplaken Finis Germania der bestverkaufte Titel von Antaios. Dieser Erfolg gipfelte in einer Theaterinszenierung, zu der Lichtmesz, Kositza und ich nach Recklinghausen fuhren (ich habe hier darüber berichtet).

Im Zusammenhang mit dem Heerlager muss nun noch ein verborgenes Spiel ans Licht, das ich trieb: Raspail schrieb mir seine Briefe natürlich auf Französisch, und weil ich kein Wort davon kann, übersetzte mir stets Benedikt Kaiser Raspails Zeilen ins Deutsche und meine Antworten ins Französische. Ich schrieb sie mit Füller auf gutes Papier und schickte sie nach Paris. Raspail lobte zwei, drei Mal meine vorzüglichen Sprachkenntnisse und lud mich eines Tages zu sich ein, weil er mir eine französische Erstausgabe des Heerlagers mit handschriftlichen Anmerkungen übergeben wollte.

Ich fuhr nicht, sondern sandte eine der Töchter, die, der Sprache mächtig, meine dringenden Hinderungsgründe vortrug und das Spiel fortsetzte. Ich bekam drei Tage später einen sehr vorwurfsvollen Brief, in dem Raspail mich fragte, wie ich dazu käme, eine Nachfahrin der v. Pickendorffs alleine durch Paris zu schicken, noch dazu mit einem so schweren Rucksack und ohne ein Zimmer in einem angemessenen Hotel. Er persönlich habe eines ausgesucht und die junge Dame mit dem Wagen dorthin gefahren.

Ich sandte ihm ein Original der Zeichnungen zu den Sieben Reitern und bat förmlich um Entschuldigung für die Hemdsärmeligkeit Ostelbiens – das Ganze natürlich handschriftlich und in meinem feinsten Französisch …

Was bleibt? Der Ring des Fischers, neben den Sieben Reitern mein liebstes Buch aus der Feder Raspails. Dieser Titel ist vor unseren Lesern seltsam verborgen geblieben – aber wer zugriff, hat Zugang gefunden zu dem, was den eigenwilligen Autor auch als Gläubigen umtrieb: dass das, was wir an gefallener Würde und Institution vor allem dadurch bewahren können, dass wir es aus dem „Reich der ungelebten Möglichkeiten“ herüberziehen in eine Geschichte, einen Roman.

Was also wäre, wenn die Avignon-Päpste eine geheime Linie ausgebildet hätten, wahrhaftig und ohne Prunk, eine Benedikt-Linie bis in unsere Tage? Der Gedanke, dass unter uns Gläubige leben und wanderten, die einander an Zeichen hinter Efeu und über Türen erkennten: Was für ein Trost!

Dass Antaios der Verlag werden konnte, der Raspails Werk in Deutschland maßgeblich pflegt, ist eine großartige Sache, und Raspail war immer sehr zufrieden mit der Gestaltung seiner deutschen Bücher. Bald ist die Übersetzung eines neuen Titels abgeschlossen. Er wird nun postum erscheinen.

Bestellmöglichkeiten:

» Sieben Reiter verließen die Stadt. Roman, 248 Seiten. Übersetzt von Horst Föhl – hier bestellen
» Die blaue Insel. Frankreich 1940. Roman, 264 Seiten. Übersetzt von Konrad Hermann Weiß – hier bestellen
» Der letzte Franzose. kaplaken 41, 96 Seiten. Übersetzt von Benedikt Kaiser und Martin Lichtmesz – hier bestellen
» Das Heerlager der Heiligen. Roman, 416 Seiten. Übersetzt von Martin Lichtmesz – hier bestellen
» Der Ring des Fischers. Roman, 352 Seiten. Übersetzt von Joachim Volkmann und Horst Föhl – hier bestellen




Meinungsfreiheit im linken Kulturbetrieb?

Die Lust am Kulturbetrieb hat man schon lange verloren. Linke Propaganda-Romane, grüne Ideologien, subventionierte Phantasten – wo bleibt anständige Kultur und Schriftstellerei? Es gibt sie! Uwe Tellkamp beispielsweise. Er kommt aus Dresden, hat mit „Der Turm“ den Bestseller-Roman der deutsch-deutschen Geschichte geschrieben.

Nun wollte er aus seinem neuen Roman lesen. In Dresden, seiner Heimatstadt, die so viel Leid durch Rote aller Art erleben musste. Aber: Die Lesung wurde abgesagt. Nicht, weil Tellkamp krank wurde. Nicht, weil es zu wenig Interessenten gab, nein. Abgesagt wurde – erneut! – eine Tellkamp-Lesung, weil Linksextreme Druck auf den Vermieter ausübten.

Es reicht bereits aus, dass Tellkamp kein Linker ist! Mehr kann man ihm schlichtweg nicht vorwerfen. Wird aber dennoch getan. Ein „Pegida-Versteher“ sei er, ein „Patriot“, ja sogar ein Gegner offener Grenzen.

Die Meinungsfreiheit ist nichts mehr wert, wenn kein Vermieter sich trauen kann, abweichenden Meinungen ein Podium zu bieten, ohne dass dann Antifa-Journalisten und Antifa-Gewalttäter aktiv werden.

Unter anderem über diese Verengung des Meinungskorridors, der nur noch linksgrün gepolt ist, spricht Tellkamp in der neuen, der 93. Ausgabe der freiheitlich-konservativen Zeitschrift Sezession.

Wie Tellkamp selbst über aktuelle Entwicklungen in Deutschland denkt, verrät er darin. Denn die Mainstream-Presse fragt ihn ja nicht, sie schreibt lieber über ihn. Gut, dass Götz Kubitscheks Zeitschrift hier ausbricht und sagt: Wir geben denen das Wort, die in einer GEZ-basierten und rotgrün indoktrinierten Medienwelt ausgegrenzt werden.

Ausgrenzer, das können viele sein. Journalisten, Gewerkschafter, linke Kirchen, aber auch Politiker. Im vorliegenden Heft der Sezession nimmt sich die Publizistin Ellen Kositza einen besonderen SPD-Polterer vor. Nein, nicht Ralf Stegner, der ja nach dem letzten SPD-Parteitag eh keine Rolle mehr spielt. Johannes Kahrs ist ihr Objekt der Kritik, den sie klug und schlagend zerlegt. So und nicht anders muss man diese Politikerkaste anpacken!

Ohnehin ist diese Ausgabe der Sezession wieder lesenswert: Sie bietet ein reiches Panorama konservativer Publizistik. Götz Kubitschek beleuchtet die Debatte um den „umstrittenen“ Nobelpreisträger Peter Handke, der Anglist Till Kinzel plädiert leidenschaftlich für die Wiedererlangung von vollständiger Meinungs- und Forschungsfreiheit an deutschen Universitäten und Caroline Sommerfeld setzt sich mit dem ganzen Irrsinn der Klima-Sekten, wie sie auch alle heißen, auseinander. Dazu gibt es weitere Grundlagenbeiträge, Kurztexte, Rezensionen, spannende Interviews.

Wer das Heft 93 der Sezession erwerben möchte, greift hier zu. Wer erstmal mehr wissen möchte, schaut sich die Heft-Vorstellung von Chefredakteur Götz Kubitschek und seinem Mitarbeiter Benedikt Kaiser auf Youtube an. Film ab!

 




Prima Klima in Schnellroda

Von RICHARD RATGEB | Der Besuch von Alice Weidel im sachsen-anhaltinischen Dörfchen Schnellroda am 20. September 2019 war mit Spannung erwartet worden. Denn die promovierte Volkswirtin und Fraktionsvorsitzende im Bundestag trat dort bei ihrem Auftritt im Festsaal der Dorfgastwirtschaft nicht nur vor ein ungewohnt junges Publikum, sondern begegnete in Schnellroda auch Götz Kubitschek, seit vielen Jahren Vordenker, Verleger und Mobilisator der deutschen Neuen Rechten. Weidel war der Einladung Kubitscheks gefolgt, am Eröffnungstag der 20. Sommerakademie des Instituts für Staatpolitik eine Rede zum Thema „Politik in Berlin“ zu halten.

Als die bekannteste AfD-Politikerin mit erheblicher Verspätung am frühen Abend endlich am Veranstaltungsort eintraf, hatten zahlreiche Vertreter der Medien schon lange auf diesen Moment gewartet, bekamen Weidel aber kaum zu Gesicht und auch keinen Kommentar von ihr. In Begleitung von Mitarbeitern und streng um sich schauenden Personenschützern betrat sie den bäuerlich geschmückten Saal mit der Wandchronik einer tausendjährigen Dorfgeschichte. Es war leicht zu erkennen, wie sie zuerst noch damit fremdelte, nun im gar nicht mehr so heimlichen geistigen Zentrum der Neuen Rechten zu sein. Denn Kubitschek wohnt mit seiner zahlreichen Familie gleich um die Ecke auf dem inzwischen schon legendären, wenngleich wenig prunkvollen Rittergut Schnellroda, auf dem sich auch sein Verlag Antaios befindet.

Fast ausnahmslos jüngere Generation im Publikum

Die Gesichter, in die Weidel vom Rednerpult aus blickte, gehörten fast ausnahmslos der jüngeren Generation an. Männer waren in der klaren Mehrzahl, doch waren genug junge Frauen im Publikum, um die wachsende Zahl der Sympathisanten der Neuen Rechten nicht nur im maskulinen Bereich zu verorten. Und es waren intelligente, wache, kritische Gesichter, die sich erwartungsvoll auf die wie immer sehr gepflegt, stets etwas kühl wirkende Politikerin richteten. Dabei hatte Alice Weidel einen harten Tag in Berlin hinter sich, wo sie noch die Ergebnisse des sogenannten „Klimagipfels“ analysieren und kommentieren musste.

Ihre Rede vor der Sommerakademie in Schnellroda hatte Weidel gut vorbereitet. Sie wollte die Gelegenheit, wie sie sagte, keinesfalls damit vertun, irgendwelche Anekdoten aus der politischen Blase der Hauptstadt zu erzählen. Gleich zu Anfang machte sie deutlich, mit allen Strömungen in der AfD in Kontakt kommen zu wollen. Denn auch wenn die von Kubitschek repräsentierte geistige Neue Rechte keine innerparteiliche Strömung ist, übt sie doch großen Einfluss auf viele Politiker und Mitglieder der stärksten Oppositionskraft im Bundestag aus.

Die Nähe Kubitscheks zu Weidels Mitfraktionsvorsitzenden Alexander Gauland, aber auch zu Björn Höcke sowie dem in Schnellroda anwesenden brandenburgischen Wahlsieger Andreas Kalbitz ist kein Geheimnis. Doch gerade der Thüringer AfD-Vorsitzende gehört bekanntlich nicht zu Weidels liebsten Parteifreunden. In dem mit rund 200 Akademieteilnehmern vollbesetzten Saal waren jedoch gewiss nicht wenige Höcke-Anhänger.

Fand die richtigen Worte – Alice Weidel bei ihrer Rede in Schnellroda.

Weidel missbilligt ZDF-Interview mit Höcke

Weidel hatte wohl diese im Blick, als sie die streng parlamentarische Ausrichtung der AfD im Bundestag klarlegte, eine eindrucksvolle Bilanz der bislang zweijährigen Arbeit dort präsentierte und betonte: “Krawallschlagen führt zu nichts“. Allerdings machte die Fraktionsvorsitzende auch deutlich, wie sehr die AfD im Bundestag benachteiligt und diffamiert wird. In diesem Teil der Rede war zu spüren, wie sehr die hochintelligente Bildungsbürgerin das dumpfe Niedrigniveau der politischen Gegner und Feinde in Berlin verachtet. Daran jedoch, behauptete sie nicht ganz überzeugend, habe sie sich inzwischen ebenso gewöhnt wie an die Missachtung durch die Medien.

Sehr nachdrücklich missbilligte Weidel die provokative Machart des ZDF-Interviews mit Höcke, das dieser vor einigen Tagen schließlich abgebrochen hatte. Solche Solidarität mit dem Intimfeind kam in Schnellroda gut an. Eher irritierend war für viele Zuhörer Weidels Distanzierung von Straßenaktionen wie zum Beispiel der Demonstration in Chemnitz, an der auch ranghohe AfD-Politiker teilgenommen hatten. Die Gefahr von ungebetenen Teilnehmern aus dem extremistischen Bereich sei zu groß, gab Weidel zu bedenken. Diese recht grundsätzlich zu verstehende Absage an außerparlamentarische Aktivitäten und Aktionsformen wurde in der anschließenden leider viel zu kurzen Diskussion mit dem Publikum erstaunlicher Weise selbst von Kubitschek nicht problematisiert.

Das Buch von Alice Weidel „Widerworte: Gedanken über Deutschland“ fand reissenden Absatz.

Spätestens nach der ersten Hälfte ihrer knapp einstündigen Rede hatte Weidel wohl gespürt, vor einem ihr durchaus wohlgesinnten Publikum jüngerer Rechten ganz ohne Springerstiefel und Chaplin-Bärtchen zu stehen. Das machte ihren Vortrag immer lockerer, sie wich jetzt auch manchmal vom Redemanuskript ab. Als sie auf das Konzert von Herbert Grönemeyer in Wien und dessen hetzerischen Äußerungen dort zu sprechen kam, bekannte Weidel, dessen Lieder immer schon „Scheiße“ gefunden zu haben. Das blieb allerdings die einzige kleine Rohheit in einer Rede, die Formulierungsperlen wie den Ausdruck „moralische Überdüngung“ im Hinblick auf die offizielle deutsche Politik aufwies.

Weidel/Kubitschek – Beginn einer langen Freundschaft?

Aufrichtig entsetzt zeigte sich die Politikerin von den Klima-Kundgebungen des Tages, nach ihrer Auffassung auch Ergebnis „kumulierter Dummheit“. Sie habe, erzählte Weidel, sechs Jahre in der Volksrepublik China gelebt, aber sich nie vorstellen können, mit einer solchen Massenhysterie in Deutschland konfrontiert zu werden wie am 20. September in Berlin und anderswo. Sie warnte deshalb eindringlich vor einem „Faschismus von links“. Das hätte den vom Institut für Staatspolitik bei dieser Veranstaltung nicht zugelassenen Lückenmedien bestimmt weniger gefallen.

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel fühlte sich sichtlich wohl in Schnellroda (hinten l. Hausherr Götz Kubitschek).

Diese Lückenmedien wären jedoch an der überraschend präzisen Antwort Weidels auf die Frage eines Veranstaltungsteilnehmers sehr interessiert gewesen: Ja, sie werde demnächst für den Bundesvorstand der AfD kandidieren; nein, sie werde sich nicht als Bundessprecherin der Partei bewerben. Nach der heftig beklatschten Rede stand eine lange Reihe junger Frauen und Männer geduldig an, um sich von der Politikerin deren Buch „Widerworte“ persönlich signieren zu lassen.

Für Alice Weidel war der Auftritt in Schnellroda ebenso ein Erfolg wie für Götz Kubitschek und das Institut für Staatspolitik. Vielleicht war es sogar der Beginn einer langen, bislang eher unerwarteten Freundschaft. In der Politik, insbesondere in dem „gärigen Haufen“ AfD, sollte aber niemand dessen so ganz sicher sein. In Schnellroda war es Nacht geworden, die kleine Antifa-Truppe mit dem Lautsprecherwagen aus Leipzig war längst abgezogen, die vom vergeblichen Warten frustrierten Medienvertreter ebenso. Wer sich von den Besuchern später auf den Weg in die Unterkünfte im Umkreis des Dorfes machte, konnte sich noch an dem wundervoll klaren Sternenhimmel über „Dunkeldeutschland“ erfreuen.




Video: Martin Sellner ruft zur Solidarität mit Götz Kubitschek auf

Nach dem Tabubruch von CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der forderte, Andersdenkenden die Grundrechte zu entziehen, stiegen andere politische „Schwergewichter“ bereitwillig auf die Forderung ein. Horst Seehofer will die Möglichkeit, missliebigen Bürgern die Grundrechte zu entziehen „ernsthaft prüfen“ und auch die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, lässt sich am Sonntag bei der Talk-Runde von Anne Will gegen AfD und Co. nicht lumpen und geht noch einen weiteren Schritt vorwärts: Sie fordert Hausdurchsuchungen bei dem „geistigen Brandstifter“ Götz Kubitschek in Schnellroda.

Wie man den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke für die Verfolgung und Einschüchterung von Oppositionellen eiskalt für seine Zwecke nutzen kann, machen gerade deutsche Politiker parteiübergreifend vor. Schon die Forderung, Artikel 18 im hysterischen „Kampf gegen rechts“ und somit gegen Andersdenkende anzuwenden, ist in Deutschland ein noch nie dagewesener Vorgang. Immerhin bedeutet der Entzug der Bürgerrechte für denjenigen nicht nur das Verbot der freien Meinungsäußerung, es geht auch um die Pressefreiheit, die Lehrfreiheit, die Versammlungsfreiheit, das Recht auf Eigentum oder auch das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis, das der Betroffene verwirkt, der diese Grundrechte „zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung missbraucht“.

Die Grundrechte können nur durch das Bundesverfassungsgericht entzogen werden. Das hat in der Geschichte der Bundesrepublik – bisher – noch nie ein solches Urteil gefällt. Doch das könnte sich bei der herrschenden Stimmung schnell ändern.

Göring-Eckart jedenfalls will den Verfassungsschutz „neu aufstellen“ und wer da ins Visier gerät, erklärt sie auch schon ganz deutlich: „Wir haben sowas wie die Identitäre Bewegung, wir haben die geistigen Väter… In Schnellroda sitzt der Herr Kubitschek. Ist da jemals eine große Untersuchung, Durchsuchung gemacht worden? Was ist da eigentlich los in unserem Land, dass wir an dieser Stelle sowenig tun, ich versteh das nicht“, fragt sich die grüne Gutmenschin und erntet Applaus vom Publikum.

Sigmar Gabriel steuerte seinen Teil zur „geistigen Brandstiftung“ bereits am vergangenen Freitag bei: Das Attentat zeige, „dass der braune Sumpf von Reichsbürgern, Identitären, rechten Schulungszentren und Ideologen bis tief hinein in die AfD ein Klima erzeugt hat, in dem jetzt gezielt die Vertreter der Demokratie die Opfer werden“, so der „Nazi-Jäger“ gegenüber dem Spiegel. Wann würden „die Schulungszentren in den Herrenhäusern ausgehoben, in denen die Ideologen sich als geistige Brandstifter aufführen?“, erklärt Gabriel weiter und es ist völlig klar, wer mit den Schulungszentren und Herrenhäusern gemeint ist: Kein Geringerer als der „Vordenker der Neuen Rechten“ – Götz Kubitschek.

Hausdurchsuchungen und Verfolgung von Menschen, deren einziges Vergehen ist, die Regierungsmeinung nicht zu teilen und die keine Straftat begangen haben – das kennzeichnet Diktaturen und den Alltag in islamischen Staaten – doch Deutschland rast ungebremst und jubelnd genau in diese Richtung.

Jedes Mittel im Kampf gegen rechts scheint seit dem – bisher noch nicht aufgeklärten – Mord an Lübcke erlaubt. Es macht sich das Gefühl breit, dass er einigen Protagonisten recht kommt, um mal so richtig aufzuräumen. Im Angesicht der für die Demokratie wirklich brandgefährlichen Situation, meldet sich der „Sumpf-Bewohner“ Martin Sellner zu Wort, der gerade in Österreich am eigenen Leib erfahren darf, wie es sich anfühlt, wegen friedlicher Aktionen, Kritik an Masseneinwanderung und Islamisierung bevorzugtes Objekt von Staatsanwaltschaft, Polizei und Medien zu sein. Ergebnis: Sellner wird permanent mit Hausdurchsuchungen überzogen und Anklagen überzogen, weil ihm eine direkte Verbindung mit dem Christchurch-Attentäter unterstellt wird.

Die staatliche Repressionsschlinge zieht sich in Deutschland gleichermaßen wie in Österreich immer weiter zu und so beklagt Sellner auch zu Recht den fehlenden Zusammenhalt im rechten Lager: „Ich rufe auf zur vollen Solidarität mit Götz Kubitschek und Schnellroda“, so der 30-Jährige auf seinem Youtube-Kanal.

„Leute, die meinen, Woche um Woche ihre Hauptbeschäftigung darin sehen zu müssen, Götz Kubitschek und andere zu kritisieren, sie als Nazis zu beschimpfen, zu sagen, sie wären zu rechts, zu extrem, diesen Leuten sage ich: Der Raum des Sagbaren, der immer enger wird, juristisch und medial, der wird nicht größer, indem ihr andere raustretet und versucht, euch auf Kosten anderer zu profilieren. Ich hoffe, dass spätestens jetzt jeder kapiert, dass hier volle Solidarität angesagt ist“, so Sellner in Richtung der Verfasser und Unterzeichner der vorangegangenen Erklärung der Freien Medien zum Mordfall Lübcke, die seit kurzem für heftige Auseinandersetzungen innerhalb des „rechten“ Lagers sorgt.

Medien und Politik würden versuchen, mit Kubitschek dasselbe zu machen, wie mit ihm: Beide sollen als sogenannte „geistige Brandstifter“ für alle möglichen rechten Terrorakte herhalten, so Martin Sellner in seinem jüngsten Video.


(Im Original erschienen bei Jouwatch)




Götz Kubitschek: Schlüsse ziehen aus der AfD-Medienkonferenz

Von GÖTZ KUBITSCHEK | Ellen Kositza und ich waren in Berlin, um an der 1. Medienkonferenz der AfD teilzunehmen. Wir betraten um 9 Uhr das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

Und vielleicht ist der Eintritt in dieses Gebäude und die Beschreibung der Anlage sehr dafür geeignet, etwas über die Atmosphäre zu sagen, über die wir uns auf der frühen Rückfahrt Klarheit verschaffen wollten. (Wir blieben nicht bis zum Schluß und waren daher auch nicht am Jubel über den Stargast aus den USA, Milo Yiannopoulos, beteiligt, der nach dem offiziellen Ende der Konferenz noch seinen Auftritt hatte.) Wir diskutierten stattdessen auf einer von schwerem Regen verlangsamten Rückfahrt über das Angekommensein im Bundestag, das atmosphärisch vorgegeben war.

Das atmosphärisch Vorgegebene: dieses Marie-Elisabeth-Lüders-Haus direkt am Reichstagsufer, das wir durch Sicherheitsschleusen betraten, das zu groß, zu perfekt ist mit seinem einem antiken Theater nachempfundenen Foyer. Durch zwei riesige, kreisrunde Fenster hat man Teile des Regierungsviertels im Blick, und sofort lag architektonisch das Wort „Blase“ nahe – ein vermeintliches dem vorbeijoggenden, vorbeischippernden, vorbeiflanierenden Volke Nahesein, aber trotzdem ganz Woanderssein, nämlich hinter Sicherheitsschleusen und hinter dickem Glas und nacktem Beton in Räumen, die sieben, zehn, fünfzehn Meter hoch sind – moderne Selbstfeier Angekommener.

Das alles ist gar nicht volksnah oder demokratisch oder für „erste Diener des Staates“ gebaut.

Und weil das so ist, blieb mir das nicht erhalten, dieses zunächst, also für anderthalb Stunden konservierbare gute Gefühl, an dieser Medienkonferenz teilnehmen zu können, selbstverständlich, verdientermaßen. Dem Bau, den riesigen Fenstern, dem ganzen abgeschotteten Gehabe – allem fehlen die Demut und der ständige Hinweis daran, daß man sich nicht in Räumen bewegt, die man sich selbst gebaut hat, sondern daß einem dies vom Volk hingestellt worden ist.

Wer sind wir denn, daß uns dies „angemessen“ vorkommen dürfte? Was lernt man, wenn man lernt, sich in solchen Gebäuden, solchen Umgebungen zu bewegen, mit großer Selbstverständlichkeit und – das macht die Frage absurd – vielleicht sogar in der grünen, linken, Überzeugung, daß dieses Volk, das diese Gebäude hingestellt, aufgebaut, bezahlt hat, eine zufällig zusammengewürfelte Angelegenheit sei, die man ebenso zufällig neu zusammenwürfeln und austauschen dürfe.

Abschweifung, gut, aber so etwas kann man schon denken, während man hinter den riesengroßen Rundfenstern steht und von draußen nichts, gar nichts mehr hört. Und darum ist es vielleicht doch kein Abschweifen, dieses Fragen nach dem Eindruck, den das Angekommensein in eine solche Architektur auf das Reden und Aussprechen und Ausrufen macht.

Hundert Blogger, Youtuber, Facebooker, Publizisten, Macher, Verleger (Kositza und ich kannten vielleicht die Hälfte), ein knappes Dutzend MdB der AfD-Fraktion im Bundestag, Bystron, Schulz, Hemmelgarn, Höchst, Spaniel, Hartwig, später noch Müller, Braun, Weyel, Böhringer und Jongen, im Fraktionsbesprechungsraum, einem großen, runden Saal mit Tischen in zwei ineinanderliegenden Kreisen und einer Halbtribüne.

Beginn der Medienkonferenz: Die Auftaktrede von Martin Renner war gut, wirklich gut. Er sprach von der „bewußten Gesellschaftsumgestaltung“, die vom politischen Establishment (also dem Gegner) vorgenommen würde, und dieser Gegner setze dabei natürlich bei der Umgestaltung des Menschen an, denn mit dem alten Schlage sei keine neue Gesellschaft möglich.

Dieser Prozeß laufe von oben nach unten ab, keineswegs also demokratisch, sondern mittels ausgeübter Herrschaft, und wenn es bisher die Aufgabe der Medien gewesen sei, solche Vorgänge transparent zu machen und für Klarheit zu sorgen, sei diese vierte Gewalt längst vom Kontrolleur zum Herold geworden, zur Gouvernante. Besser als der Begriff Lügenpresse sei daher der Begriff Erziehungspresse, und die Aufgabe der versammelten „freien Medien“ müsse es zweifelsohne sein, die freigewordene Position des Kontrolleurs einzunehmen.

Das ist eine Kernaufgabe, zweifelsohne, und ihre Beschreibung führte zu einer Kernfrage, die unausgesprochen über der Konferenz hing: Wie mächtig sind die freien Medien eigentlich, wie weit über die eigenen Resonanzräume hinaus werden sie wahrgenommen, oder anders: Inwiefern findet eine spürbare und gegen die Erziehungsmedien wirkmächtige Ausweitung der Resonanzzone statt?

An diesem Punkt kam es zu einem einleuchtenden Vorschlag, einer im Verlauf der Konferenz sogar mehrere Male halb ärgerlich und mit Nachdruck vorgetragenen Forderung: Wenn nun erklärtermaßen den „alternativen Medien“ die Rolle der medialen Gegenmacht zugewiesen werde, müsse sich dies in Exklusivität niederschlagen, und dies könne es nur dann, wenn die AfD besondere Meldungen, Mitteilungen, Hintergrundinformationen nicht mehr über die Medien des Establishments spiele, sondern über das alternative Spektrum. Nur dies nämlich garantiere hohe Klickraten und damit Möglichkeiten der Gegenfinanzierung.

Die Macht der noch immer Übermächtigen durch konsequenten Ausschluß von exklusiver Information dazu zu zwingen, sich bei den Alternativen zu bedienen und ihnen dadurch hinterherlaufen zu müssen – das könnte in der Tat ein Strategiewechsel sein. Unterfüttert wurde das durch eine kurze Ausführung zur Wirkmächtigkeit Teilvorgängen in sozialen Netzwerken: Für die rasende Verbreitung eines Welt-Artikels etwa waren ganze fünf AfD-Abgeordnete zuständig – sie schaufelten 30 Prozent der späteren Leser auf die Seite dieser natürlich immer noch dem Establishment zugeordneten Zeitung.

Was da zwischen den Zeilen anklang: Der Idealismus und der stille redaktionelle Alltag der „Alternativen“ zahlt sich noch nicht aus – es sind Rentner oder Privatiers oder Freizeittäter, die das Netzwerk der AfD-nahen Blogger und Youtuber knüpfen. Dazu kommen ein paar professionelle Zeitungen, Zeitschriften und Verlage, die vom Gedruckten leben und davon ins Netz investieren.

Eine der wichtigsten Wortmeldungen aber machte deutlich, wie rasch der Idealismus an seine materiellen Grenzen kommt. Nach dem Vortrag des Medienanwalts Höcker kam für ein paar Minuten die Sprache auf das eklatante Mißverhältnis zwischen dem Stundensatz eines idealistischen, politisch aber wirkungsvollen Bloggers auf der einen und einem Anwalt auf der anderen Seite, der vom Blogger beauftragt werden muß, Verleumdungskampagnen oder Unterlassungsforderungen des politischen Gegners abzuwehren, notfalls vor Gericht.

Die Summen, die da für einen einzigen Schriftsatz zu Buche schlagen können, für eine Vorbeurteilung eines Falls, für eine Telefonberatung und dann vor allem für Gerichtstage, sind für Idealisten astronomisch und hängen als Verhängnis über der täglichen Arbeit.

Man diskutierte einen Fond an, den man gemeinsam würde ausstatten können, also eine Art Streikkasse, eine solidarische Finanzierungsstelle für in Not geratene politische Opfer, sozusagen eine „Alternative Hilfe“. Das ist keine schlechte Idee, und EinProzent beispielsweise hat hier und da im Rahmen des Möglichen schon Hilfe leisten können.

Aber immer war dabei eines klar, und das müßte einmal grundsätzlich geklärt werden, bevor man über EinProzent so einen Fond aufsattelte: Sprechen wir von einer lückenlosen „idealistischen Kette“ oder nicht? Man kann es drehen und wenden, wie man will: Es ist die idealistische Kette der Linken, die an dieser Stelle als Vorbild herangezogen werden muß. Dort gibt es Anwälte, die sich ehrenamtlich neben ihrer Brotarbeit um Aktivisten kümmern, die Rechtsbeistand benötigen, ganze Netzwerke solcher Anwälte; und es gibt Ärzte, die Illegale behandeln, ohne Krankenschein, ohne Chipkarte, ohne Abrechnungsmöglichkeit. So etwas ist ebenso idealistisch wie solidarisch, und es macht die idealistischen Kette lückenlos, denn eine Demonstration anzumelden oder zu bloggen oder Gesicht zu zeigen – das kann riskant sein, und es gibt dafür kein Geld oder jedenfalls nicht viel.

Es darf eben am Ende der „idealistischen Kette“ nicht jemand sitzen, der den in Not geratenen Idealisten behandelt wie jeden anderen Mandanten oder Patienten. Am Ende dieser Kette könnte auch jemand sitzen, der vielleicht mit fünftausend Euro im Monat nach Hause geht (wer von den „Alternativen“ verdient Fünftausend im Monat?), und nicht mit dem drei-, vier-, fünffachen.

Über dies einmal offen und deutlich zu sprechen, ist kein Sozialneid. Vielmehr ist dies ein lagegemäßes Nachdenken über unterschiedliche Wahrnehmungen: Ist der Kampf um eine Alternative in unserem Land eine innere Notwendigkeit oder ein Geschäftsfeld?

(Weiterlesen auf sezession.de)




Überfall auf Kubitschek und Kositza in Frankfurt hat viele Mittäter

Von WOLFGANG HÜBNER | Götz Kubitschek, seine Frau Ellen Kositza und ein Mitarbeiter des bekanntesten deutschen rechtsintellektuellen Paars, sind am Samstagabend im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen von drei vermummten Personen, die aller Wahrscheinlichkeit nach aus der linksextremen Szene stammen, überfallen und erheblich verletzt worden. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Körperverletzung. Die näheren Umstände der Tat sind noch zu klären, ebenso die Identität der Vermummten.

Schon jetzt aber steht fest, dass dieser feige und gezielte Angriff nicht nur von drei, sondern von vielen Mittätern verschuldet wurde. Denn diese terroristische Aktion ist das Resultat einer sich immer mehr steigernden Hetze gegen alles, was als „rechts“ bzw. „rechtspopulistisch“ ausgegrenzt werden soll. Kubitschek und Kositza waren in Frankfurt wegen der Buchmesse, wo sie einiges Aufsehen wegen des Verkaufs ihres Antaios-Verlags erregten. Innerhalb der Buchmessehallen waren beide noch recht gut geschützt von einer starken Polizeipräsenz.

Doch schon vor dem Messeingang wurde lautstark verkündet: „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“. Da in der irren Welt der Linksextremen sowie unzähliger „Gutmenschen“ Patrioten wie Kubitschek, Kositza oder auch die gesamte AfD „Nazis“ und „Faschisten“ sind, gibt es in diesen Kreisen längst keine Hemmungen mehr, auch gewaltsam gegen Patrioten vorzugehen.

Ermuntert werden sie dazu nicht zuletzt von einer Messeleitung, die „rechte“ Verlage in die hintersten Ecken verbannt, von einem Frankfurter Oberbürgermeister, der SPD, den Grünen, Linken und selbst der CDU im Römer, die „Rechten“ die Existenzberechtigung in der Stadt bestreiten. Und ermuntert werden sie auch von den Hetzern der Frankfurter Rundschau und des rotgrün dominierten Hessischen Rundfunks und Fernsehens. Sie alle haben das Verbrechen vom Samstagabend geistig begünstigt und befördert. Und etliche unter ihnen werden sich eher mehr als weniger klammheimlich über die Nachricht vom Überfall in der „toleranten, weltoffenen“ Stadt am Main freuen.

Alle anderen aber wünschen an dieser Stelle den verletzten Patrioten, dass sie schnell genesen und den Schock dieser bösen Tat möglichst gut überstehen. Wir brauchen sie mehr denn je.


Wolfgang Hübner.
Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.




Ganz Dunkeldeutschland lacht über Kubitscheks Coup

Von WOLFGANG HÜBNER | Wer sich einer feindlichen Übermacht gegenüber sieht, kann entweder kapitulieren, kämpfend untergehen oder seine Lage bejammern. Es gibt aber noch einen anderen Weg, sich dieser Übermacht zu erwehren: Nämlich mit jener List, die schon dem antiken Troja zum Verhängnis wurde. Folglich schmuggelt man sich mit einem raffinierten Manöver genau dorthin, wo der Feind mitnichten eine Attacke des weit Unterlegenen erwartet. Genau das ist auf der Frankfurter Buchmesse dem bisherigen Antaios-Verleger Götz Kubitschek hervorragend gelungen.

Denn mit einem atemberaubenden, noch keineswegs ganz durchschaubaren Manöver hat der in Linkskreisen meistgefürchtete Vordenker und Antreiber der „Neuen Rechten“ das vermieden, was dem Verlag der „Jungen Freiheit“ von der Frankfurter Buchmesseleitung zynisch beschieden wurde: die Verbannung in den hintersten Winkel einer publikumsfernen Sackgasse in Halle 4. Vielmehr sitzen Kubitschek, seine Frau Ellen Kositza sowie auch Autoren des Antaios-Verlagen nun vergnügt am gut platzierten Stand des neuen Loci-Verlages, der Antaios gekauft hat (oder gekauft haben soll?)

Den Loci-Verlag hatten die verachtenswerten Verächter der Meinungs- und Publikationsfreiheit in der Buchmesseleitung offenbar überhaupt nicht auf ihrer Diskriminierungsliste. Wären sie nur etwas gebildeter gewesen, was früher in der Buchbranche noch durchaus üblich war, hätten sie schon beim dem Namen des bislang absolut unbekannten Verlages eines lesenden Zahnarztes ins Grübeln kommen müssen: Denn LoKi ist in der germanischen Mythologie der Gott der List, der schlaue Spötter unter all den Gottheiten des Nordens.

Doch da germanische Mythologie für geistig zwergenwüchsige Funktionäre von Buchmesse und Buchhandel gewiss auch „Nazi“ ist, Loki mit c aber irgendwie migrantisch, also divers und gut klingt, hatten diese angstvollen Hüter der „politischen Korrektheit“ keine Chance, Kubitscheks modernes trojanisches Pferd zu verhindern. Immerhin können sie sich in all ihrer blamierten Tölpelhaftigkeit trösten, dass auch der bienenfleißige AfD-Chefermittler der FAZ, Justus Bender, ganz schön dumm aus seiner „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“-Wäsche schaut. Denn Bender hatte so stolz wie übereifrig exklusiv gemeldet, Kubitschek habe Antaios verkauft, allerdings ohne die Hintergründe, geschweige denn die List zu durchschauen.

Nun wird es an den Besuchstagen der Messe noch richtig spannend werden. Denn selbstverständlich hat die linke und linksextreme Szene nun auch begriffen, was in Halle 4 der Buchmesse vor sich geht und wo der Loci-Verlag seinen Standort hat. Da diese Szene bekanntlich ein ganz eigenes Verständnis von Meinungs- und Publikationsfreiheit weitab des Grundgesetzes pflegt und praktiziert, kann es wiederum recht turbulent in Frankfurt zugehen. Lassen wir uns also überraschen. Aber herzlich lachen über Kubitscheks Coup können wir Dunkeldeutschen schon jetzt!


Wolfgang Hübner.
Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.




Götz Kubitschek: Heiko Maas, „Feine Sahne Fischfilet“ und der Verfassungsschutz

Von GÖTZ KUBITSCHEK | Heiko Maas ist Bundesjustizminister, „Feine Sahne Fischfilet“ ist eine Punkband, beide sind eine Zumutung für unser Land. Die Punkband wurde jahrelang im Verfassungsschutzbericht aufgeführt, gewaltverherrlichender, gewaltfordernder, gewalttätiger Texte, Veröffentlichungen und Handlungen wegen. Heiko Maas hat diese Band nun öffentlich gelobt für ihren Auftritt in Anklam im Rahmen eines Konzerts gegen rechts. Man ist ja geduldig jenen Zwergen gegenüber geworden, die in der Abenddämmerung unseres schönen Landes endlich auch lange Schatten werfen können – aber irgendwann ist gut.

Ich will den Anlauf noch ein bißchen verlängern: Gestern Abend strahlte das ZDF einen Film aus, der unter der Regie von Halim Hosny im letzten halben Jahr entstanden ist und mit Martin Sellner, Hans-Thomas Tillschneider, Ellen Kositza und mir ein kreatives Quartett des länderübergreifenden Widerstands gegen den „Großen Austausch“ porträtiert.

Man kann sich diesen Film hier anschauen [bzw. oben auf Youtube] und sollte dabei auf den Versuch der Macher achten, über den „Experten“ Armin Pfahl-Traughber und den „Mann vom Dienst“ Stefan Kramer die Beobachtung unserer Aktivitäten durch den Verfassungsschutz plausibel zu machen.

Der ein oder andere Groupie unserer Arbeit wäre sicherlich selbst gern zu Wort gekommen, denn jeder, der seine Existenz nur aus der Kommentierung der Kommentare anderer ableitet, bekommt Atemnot, wenn er nicht berücksichtigt wird. Aber auch an jene Tertiär-Publizisten ergeht folgende Aufforderung, die sich natürlich zuallererst an Heiko Maas, Stefan Kramer und Armin Pfahl-Traughber richtet:

Ich möchte nun kein Gestopsel und Geraune mehr darüber hören, welche Sorgen sich „die Bürger“ aufgrund unserer angeblichen Hetzreden, unserer schlimmen Handlungen oder unserer Gesinnung machen sollten. Ich möchte nicht mehr hören, wie sich jemand fühlt, wenn er uns wahrnimmt, und damit meine ich nicht die selbstreferentiellen twitter-Seiten unserer Stalker. Ich akzeptiere auch keine „Verdachtsmomente“ mehr, denn der Verdacht ist keine Kategorie, mit der man die Keule der amtlichen Beobachtung rechtfertigen könnte.

Ich fordere hiermit Heiko Maas, Stefan Kramer und Armin Pfahl-Traughber auf, mir und den anderen porträtierten Publizisten und Aktivisten unserer Projekte an unseren Texten, Reden und Handlungen aufzuzeigen, wo wir die Verfaßtheit dieses Staates gefährdeten oder wo wir in irgendeiner Weise zu etwas aufgerufen hätten, das dieses bedrohliche Gerede von einer möglichen VS-Beobachtung rechtfertigen könnte.

Dies hat bitte im Abgleich mit folgenden Tatbeständen zu erfolgen:

„Deutschland verrecke, das wäre wunderbar (…) Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck! Gib mir ein ‚like’ gegen Deutschland / Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck!“ (Textpassage aus einem Lied von „Feine Sahne Fischfilet“)

Auf der Internetseite dieser Band fand sich – nach Angaben des Verfassungsschutzes – eine Bauanleitung für Molotow-Cocktails, verbunden mit dem Hinweis „Für den Widerstand auf der Straße“. Mehrere Bandmitglieder sollen außerdem zum Teil schwere Straftaten begangen haben. „Die Tatvorwürfe reichen von Bedrohung, Nötigung, Landfriedensbrüchen (zum Teil in besonders schweren Fällen) bis hin zu gefährlicher Körperverletzung“, heißt es im Verfassungsschutzbericht Mecklenburg-Vorpommerns aus dem Jahr 2012.

Heiko Maas hat diese Band also gestern nun für ihr „Tolles Zeichen gg Fremdenhass und Rassismus“ gelobt, und er wird sich – wie immer lässig – mit dem Hinweis aus der Affäre ziehen, daß die Band 2016 nicht mehr erwähnt würde. Heiko Maas hat erst im Februar diesen Jahres die Beobachtung der AfD durch den VS gefordert und diese Forderung später wiederholt. Wie kann so jemand eigentlich auch nur eine Stunde länger im Amt bleiben?

(Fortsetzung bei sezession.de)