Nach der Pleite ist vor der Pleite …

1. Abpfiff: Die Post feuert Jogi Löw – zu teuer!

Von PETER BARTELS | Was ist der Unterschied zwischen Beckenbauer & Löw? Der Kaiser konnte Fußball u n d Trainer … Löw konnte nicht mal richtig Fußball, nur in der 2. Liga in Freiburg … Franzl bayerte vor jedem „nächsten Spiel“ schlitzohrig: „Schaun mer mal … Und wurde Weltmeister …“ Löw badenselt nach jedem „letzten Spiel“ gravitätisch: „Sagen mer ma sooo … Oder: Ich sach ma so … Und wurde in Russland aus dem Turnier gefegt …“

Nach dem 1:1 gegen den „Weltmeister“ Frankreich muckte er, die elendste WM aller Zeiten gerade hinter sich, schon fast wieder arrogant: „Wir waren besser als das Ergebnis …“ Jetzt, nach der 0:3-Klatsche gegen „Holll- llland“ (eher „europäische Mittelklasse“, so der ZDF-Reporter Oliver Schmidt) philosophierte er etwas leiser unterm Pony: „Hätten wir gleich ein Tor geschossen, wären wir wohl am Ende nicht so eingebrochen“ …

Hätte … hätte … der liebe Gott laut Bibel nicht irgendwann die Lebenszeit der Menschen auf 120 Jahre begrenzt, könnte Herberger noch heute das „Wunder von Bern“ wiederholen … „Boss“ Rahn mit „Bomber“ Müller und „Uns Uwe“ Tore mit rechts oder links „schießen“, oder einfach mit Bauch, Arsch oder Hinterkopf „machen“… „Dribbelkönig“ Fritz Walter mit „Libero“ Franz Beckenbauer und Günter Netzer „aus der Tiefe des Raumes kommen“, egal, wie „kapott“ der Blonde mit den langen Haaren nach jedem Slalom mit abschließendem „Jahrhunderttor“ wäre … Zur Not gäbe es ja noch den „Stan“ Libuda, den Flankengott … Und hinten „Katsche“ Schwarzenbeck, „Eisenfuß“ Höttges und Sepp, der Depp mit Pepp und den großen Handschuhen …

Hätte, hätte, Fahrradkette … Die Götter sind nicht mehr – die Zeit der Könige ist vorbei. Heute walten die Wächter der Wattebäuschchen ihr spanisches “Tiki Taka“… Heute guckt einer wie Boateng leidend, der mit 30 immer mehr Fehler macht, weil er seit zwei Jahren „muskuläre Probleme“ hat, wie der junge Herr Schmidt (47) vom ZDF ellenlang diagnostiziert. Schließlich geht Boateng nur noch „zu Fuß“ über den Rasen; Boahhh, der Jogi hat leider gerade die letzten beiden Ersatzspieler eingewechselt. Und der „Nachbar“ hat leider zu spät angefangen auf den „bösen“ Oberschenkel zu gucken …

Aber der nette Werner aus Leipzig wuselt wie immer … Kimmich wütet wie immer … Kroos schießt Ecken wie immer … Müller klagt schreiend, sterbend jeden Gegenspieler wegen Majestätsbeleidigung an, der es wagt, ihm einfach den Ball abzujagen, wie immer … Draxler spielt das ewige Schleimer-Talent wie immer … Der hübsche Sané darf auch mal rein, wie immer … Ein Türke namens Emre Can denkt bei der Hymne an „seinen Präsidenten Erdowan“, wie Özil … Und hinten hechtet ein Elefantenbaby namens Neuer den alten Zeiten bei Schalleke hinterher, wie auch immer öfter …

Hinterher, am ZDF-Mikro, schiessen sie alle verschwitzt aber empört, schon mal vorsorglich „zurück“. Wie Matts Hummels, wörtlich: „Wir haben 3:0 verloren, in einem Spiel, das wir meiner Meinung nach gewinnen müssen. Wir bekommen jetzt wieder auf die Fresse, aber heute haben wir uns nichts vorzuwerfen.“

Natürloch nicht … Neiaaan, Matts, nie nich. Die Scheiß Matjes-Macker waren Schuld, diese Edamer-Ekel … Bei denen singen sogar die Neger aus voller Kehle die Hymne mit, pumpen sich mit Adrenalin voll: „Für Holll-llland!“ … Sogar in einer Sprache, die nach Halskrankheit klingt … Und dann schiessen sie auch auch Tore! Unverschämt!! Warum können die nicht anständig und „weltoffen“ verlieren? Schließlich waren WIR doch gerade noch Weltmeister … Und diese bunten Fischköppe noch nie …

Ja, ja, Fußball ist schon ein Scheiß Spiel. Früher dauerte es laut Gary Lineker immer 90 Minuten und am Ende gewannen immer die Deutschen. Dummerweise gewinnen auch heute nur die Besseren. Oder die mit „Holll-llland im Herzen“. Nein, Hummels, heb Dir die Hummeln im Arsch für Frankreich auf, die SIND Weltmeister. Wir haben ja längst alle „verstanden“: Mit Millionen Geldscheinen in den güldenen Schühchen läuft’s sich nicht so behende. Besonders, wenn man in die Fußballer-Jahre kommt. Aber Fritz Walter spielte doch auch noch mit 38 eine Weltmeisterschaft gegen ganz Heja-Sverige? Schlag nach bei Lineker …

Nun ja, vielleicht ist Eure Villa Kunterbunt doch noch nicht ganz verloren. Die BamS meldet auf einer ganze Seite vielleicht die Lösung aller Probleme: Die “Post spart sich Jogi!“ Auf Deutsch (ohne Wattebäuschchen): Die Post feuert Jogi Löw! Er und der ganze DFB-Fußball ist dem Großsponsoren Deutsche Post zu teuer geworden. Die Millionen sollen stattdessen in Arbeitsplätze gesteckt werden. Immerhin müssen laut BamS „so oder so“ 1400 schon ab 55 in den Vorruhestand geschickt werden …

Und Jogi Löws DFB kassiert schließlich jährlich einen „zweistelligen Millionenbetrag“ allein für die MANNSCHAFT und den DFB-Pokal. Dazu die horrenden Kosten für Transport der „MANNSCHAFTS“-Ausrüstung bei Turnieren. Also: „Abfiff für Jogi!“, wie ein Lars Petersen heute im BamS-Wirtschaftsteil (die haben sowas wirklich!) pfiffig schreibt.

In der Tat: Die Millionen für den DFB haben sich in den Jahren geläppert. Und nichts gebracht. Ob die Millionen Sonderbriefmarken von „Dinner for One“ da helfen werden, die sich die Postillone als neues „Notopfer Buntland Berlin“ bei Miss Sophies Champagner ausgedacht haben mögen, steht dahin. Allein Jogi kassiert 3 Millionen jedes Jahr. Ob er von diesem DFB quasi als „Schmerzensgeld“eine Gehaltserhöhung bei der Vertragsverlängerung nach der Putin-Pleite erhielt, ist möglich, wenn auch sinnlos … So „traut“ sich heute sogar BILD-ONLINE nach der Holland-„Klatsche“ zu schreiben: „Note 6 für Jogi!“ Und: „Der Glaube an Löw schwindet“.

„Ja, ist denn schon Weihnachten?“ Ja, Franzl, bald. Und vielleicht sogar endlich ein Ende mit Jogi Löw …


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Unter ihm erreichte das Blatt eine Auflage von 5 Millionen. In seinem Buch „Bild: Ex-Chefredakteur enthüllt die Wahrheit über den Niedergang einer einst großen Zeitung“, beschreibt er, warum das einst stolze Blatt in den vergangenen Jahren rund 3,5 Millionen seiner Käufer verlor. Zu erreichen ist Bartels über seine Facebook-Seite!




Guckst Du, Jogi: Fünf zu Null – sooo schlägt man Arabien!

Von PETER BARTELS | Nein, die Russen haben nicht wie ein Weltmeister gespielt. Aber sie haben wie ein Weltmeister gewonnen. Und sie haben dem Weltmeister Deutschland gezeigt, wie man die Saudis schlägt – mit Toren. Fünf auf einen Streich: 5:O für Russ-ssi-aaa! Nicht nur das Stadion in Russland jubelte …

Wenn man an den kläglichen Kick von Jogi Löws “Buben” gegen Saudi-Arabien am 8. Juni in Leverkusen denkt, an das ärmlich bis erbärmliche Ergebnis: Saudis zwei Tore, die bunte Löw-“Mannschaft” ein Tor; trotzdem gewonnen, weil die Wüstensöhne sich selbst ein Ei ins Nest legten. Jedenfalls kann man sich vorstellen, dass es auch Jogis Weicheiern blümerant ums Popöchen wurde nach dem grandiosen russischen Sieg Abendland vs. Morgenland. Har! Har! Mann darf sich ja schon lange nix mehr gönnen, Merkels Moralapostel lauern hinter jedem Block…

Die Zuschauer wurden auch gleich dialektisch vom DDR-Fernsehen eingenordet. Ein Reporter namens Tom räsonierte zum wunderschönen, kurzen Auftakt im Stadion (der Ball wurde von der russischen Raumstation MIR ausgeklinkt, zur Erde, schließlich ins herrliche Stadion in Moskau gelenkt). Der DDR (ARD)-Reporter haute gleich mit voller Wucht in die Wolken: Die FIFA sorgt hier für „wohlige Atmosphäre.“ Neiiiin, politically correct-Menschi, natürlich n i c h t Russland, n i c h t die Zuschauer, ja nicht Putin, der Schröder-Freund. Aber DDR-Tom ging gönnerhaft auf Nummer sicher: “Wir freuen uns zwar auf die Spiele, werden uns aber nicht blenden lassen…”

Wovon? Von den russischen Mädchen, die sich da wunderschön durchs Stadion strahlten? … Von der noch schöneren russischen Sopranistin (Wiener Staatsoper) im Duett mit dem etwas in die Jahre gegrauten Briten Robbie Williams? … Dann aber beschwichtigte der gute Mensch von Sezuan doch: “Man will ja fair umgehen mit ihnen … im Fußball haben die Russen ja noch kein Doping, dafür haben sie einfach zu oft verloren … Unserem Hajo Seppelt haben sie trotzdem die Einreise verweigert”.

Nach Lüge die verkniffene Drohung: ”… aber dazu gibt’s ja Sonntag in der Sportschau neue Erkenntnisse!” Aaahaaa, jetzt weiß auch der letzte Seher von Merkels Staats-Fernsehen, warum das Kerlchen Seppelt, das so aussieht, wie es heißt, nicht doch auf Gebührenzahler Kosten zur WM nach Russland flog: Er will Sonntag in der SPORTSCHAU Putin eine neue Stinkbombe ins Stadion werfen. Wie seinerzeit bei den olympischen Spielen. Dabei hatte der lupenreine Homophobe dem Depperl Sepperl doch gerade die Einreise erlaubt, das Persona-non-grata-Verdikt aufheben lassen, weil Merkel so drängelte. Sogar Tagesschau und Heute meldeten danach triumphierend den Sieg über Putin…

Doch unmittelbar vor dem Flug ins Reich des Bösen, Seppelts Rückzieher: „Lieber nicht …“ Jetzt wissen wir, warum – Stinkbombe am Sonntag. Und da wäre der Seppelt IN Russland doch etwas nah am Staatsanwalt gewesen, gell tapferer Bomber?! Und so log der blonde Onkel Tom von DDR/ARD bei der Einweihungsfeier beiläufig: Er durfte nicht einreisen …

Der kleine Putin begrüßte trotzdem die große Fußball-Familie, den „grandiosen Fußball, der seit 1897“ durch Russland rollt. Und der Fifa-Präsident Infantino war sicher: Der Fußball wird wieder Russland und die ganze Welt erobern … Dann schmetterten die Wüstensöhne ihre Hymne “Lang lebe der König”, und der malerisch gewandete Kronzprinz lächelte huldvoll… Bei der Russen-Hymne sang nicht jeder mit, aber dafür bebte das ganze Stadion Weiss-Blau-Rot mit. Wahrscheinlich sogar etwas Wodka-blau …

Beim 3:0 hielt der schöne, große Wüstensohn dem kleinen Putin die offenen Handflächen hin: Inschallah!! Und der kleine Russen-Zare hielt ihm auch seine Handflächen hin: Kann se maken nix …

Dann gibt Onkel Tom denen, die schon lange „hier leben“, etwas Ramadan – Nachhilfe: Nichts essen von 7 Uhr in der Früh bis zum Sonnenuntergang, auch wenn der Magen knurrt; für Fußballspieler gibt’s natürlich Mampf-Ausnahmen… Schließlich die Nachspielzeit, das vierte Tor der Russen – mit Links, Aussenriss, Schlenzer. Weltklasse. Das letzte Tor, Sekunden später, ein Freistoß, den kein Beckham der Welt schöner gekonnt hätte. ARD-Tom verschlug es fast die Sprache: “5:0” hauchte er fast tonlos …

Die Bommes und der Opdenhövel haben hinterher gackernd natürlich alles vorher gewußt. Sogar der alte ZDF-Gockel mit steil zum Kamm gegeltem Resthaar preßte in den Heute-Nachrichten raus: Ein Auftakt nach Maß!! Schnitt: Jogi Löw, seine “Mannschaft” beim Training – Tony Kroos, Boateng. Von den Türken Özil und Gündowahn weit und breit nichts zu sehen …


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Unter ihm erreichte das Blatt eine Auflage von 5 Millionen. In seinem Buch „Bild: Ex-Chefredakteur enthüllt die Wahrheit über den Niedergang einer einst großen Zeitung“, beschreibt er, warum das einst stolze Blatt in den vergangenen Jahren rund 3,5 Millionen seiner Käufer verlor. Zu erreichen ist Bartels über seine Facebook-Seite!




Löw und die Döner-Connection

Von LUPO | Vor knapp einer Woche leisteten sich die passdeutschen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan eine freche Wahlkampfhilfe für den türkischen Despoten Recep Erdogan.

Auch viele PI-NEWS-Leser fragten sich entgeistert, warum Bundestrainer Joachim Löw die beiden Stars nicht hochkant aus dem Kader für die WM in Russland warf, sondern „keine Sekunde“ daran zweifelte, die beiden Fremdgänger aufzustellen. Eine Spurensuche, die mögliche Antworten gibt.

Die Fäden laufen bei zwei Firmen zusammen, der Spielerberater-Firma ARP Sportmarketing GmbH in Hannover und ihrer Kooperationsfirma Family & Football. Die ARP betreut Özil und Gündogan. Und Bundestrainer Löw ist eine Art Aushängeschild für die ARP.

Auf der ARP-Website posiert Löw an prominenter Stelle mit Firmen-Geschäftsführer Harun Arslan samt Fußball-Weltpokal. Dem Firmenchef ist Löw seit vielen Jahren verbunden, als dieser ihn als Trainer nach Istanbul vermittelte.

Auf der Website spricht der Bundestrainer sogar selbst ein Loblied auf Arslan und dessen Unternehmen auf. Er sagt wörtlich:

„Wenn sich im Fußball zwei Spieler blind verstehen, dann wissen sie genau, was der andere macht, wie er läuft und wie er reagiert. Und so ist es bei mir und dem ARP-Team genauso. Seit fast 20 Jahren arbeite ich nun mit dem Harun Arslan zusammen. Genauso professionell wie auch vertrauensvoll. Und ich schätze es sehr, wenn ich mich auf jemanden zu hundert Prozent verlassen kann. Und das war bisher in den 20 Jahren immer der Fall und ich bin mir sicher, dass das auch in Zukunft immer so bleiben wird.“

Der von Löw so hoch geschätzte Harun Arslan und seine Kooperationsfirma betreuen u.a. Mesut Özil und Ilkay Gündogan, die beide zusammen einen Marktwert von 80 Mio Euro haben.

In Arslans Firma arbeiten zudem der Onkel Gündogans, Ilhan Gündogan. Auch der Bruder Mesut Özils, Mutlu Özil. Sie sind auf den Websites der Firmen entsprechend als Mitarbeiter ausgewiesen. Als betreuter Trainer wird bei Family & Football in Kooperation mit der ARP Bundestrainer Joachim Löw genannt.

Für das ARP-„Team Germany“ zuständig – der Onkel von Ilkay Gündogan, Ilhan Gündogan (Screenshot der ARP-Website).

Es gibt mit dem Rechtsanwalt Erkut Sögüt eine weitere Querverbindung, der ein Mitarbeiter Arslans ist und bei Family & Football agiert. Wie die Frankfurter Allgemeine berichtet, hat sie aus Kreisen der Londoner Veranstalter erfahren, dass der gemeinsame Berater, der Nationalspieler Erkut Sögüt, die treibende Kraft hinter der Aktion „Erdogan“ gewesen sein könnte. Er vertritt zugleich die Mesut Özil Marketing GmbH in Ratingen, über die Werbeverträge laufen sollen.

Löws vorgenannte Partner sind in Deckung gegangen. Mehrere Kontaktversuche der FAZ zu Erkut Sögüt blieben erfolglos. Auch Arslan antwortete nicht auf Anfragen. Ebenso erging es der Stuttgarter Zeitung, die vergebens Harun Arslan um Stellungnahme bat.

Ein Schelm, der sich Böses dabei denkt. Jedenfalls dürften nach Bekanntwerden der Verbindungen zur „Döner-Connection“ die Beteuerungen von Özil und Gündogan, sie hätten „aus Naivität“ gehandelt, in sich zusammenbrechen. Auch die eiligen Relativierungen von Bierhoff und Löw stehen nunmehr in einem neuen fadenscheinigen Licht. Die Frage ist jetzt, wie lange der DFB noch seine schützende Hand über Löw und die nationalen Fremdgänger halten will.




Eilt: Jogi Löw nominiert Erdogan-Verehrer Özil und Gündogan

Von LUPO | Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat die türkischstämmigen deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan für den WM-Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nominiert und lässt deren „osmanisches Foul“ ungeahndet. Damit hat sich die Affäre Özil/Gündogan zur veritablen DFB-Affäre ausgeweitet.

Man muss davon ausgehen, dass Löw nach intensiver Rücksprache und im Einvernehmen mit DFB-Chef Reinhard Grindel (56) gehandelt hat. Beide Entscheidungsträger haben mit der Nominierung der nationalen Foulspieler Özil und Gündogan ein fatales Signal ausgesandt: Seht her, mit der Ehre und dem Stolz, das deutsche Trikot tragen zu dürfen, ist es nicht weit her. Man darf als hochbezahlter Fußballprofi bequem die Gefühle einer Fußballnation verletzen, man darf ungestraft mit Loyalitäten jonglieren, ohne dass dies Konsequenzen hätte. Das Geschäft und die sportliche Gier zählen mehr als nationale Loyalität und Anstand.

Wie berichtet haben die England-Legionäre Özil und Gündogan dem türkischen Präsidenten Recep Erdogan in London schmachvolle Wahlkampfhilfe geleistet, als sie vergangenen Sonntag stiekum mit dem Despoten posierten und Trikots als Besuchergeschenke übergaben. Gündogan signierte seines sogar mit den Worten: „Mit großem Respekt für meinen Präsidenten – hochachtungsvoll“. Man darf, nein, man muss davon ausgehen, dass die Propaganda-Show für Erdogan inszeniert wurde.

Damit haben die beiden pass-deutschen Fußballprofis gezeigt, wo wirklich ihr Herz schlägt: offenbar auf Seiten des türkischen Präsidenten Recep Erdogan. Nun ist es nicht so, dass es sich bei Özil und Gündogan um heurige Hasen aus der Kreisklasse handelt. Sie spielten und spielen vielfach in der deutschen Nationalmannschaft. Schon in der Bundesliga und insbesondere Nationalteam erfuhren die Profis Schliff und Benimm, um auf internationalem Parkett nicht anzuecken. Beide haben darüber hinaus persönliche Berater. Dass sich die beiden der Symbolik und Bedeutung des Fotos mit Erdogan nicht bewusst waren, wie DFB-Teammanager Oliver Bierhoff schon abwiegelt, ist Schmarrn. Das glaubt er selber nicht.

Die beiden wussten, was sie tun, und sie taten es mit kühlem Kalkül sogar kurz vor der WM-Nominierung. Als fix-gesetzte Spieler trauten sie es sich zu, gegen absolute NoGos zu verstoßen. Dies unterstreicht die Schwäche des DFB wie es gleichzeitig die sich auflösenden Gewissheiten in „unserer“ bunten Republik widerspiegelt. Dazu reiht sich das feige Wegducken der deutschen Regierungspolitik, die das politisch geprägte „osmanische Foul“ bemüht eine sportliche Angelegenheit lassen will.

Das Verhalten der deutsch-türkischen Fußballstars musste Konsequenzen haben. Das Statement von DFB-Präsident Grindel, der die Aktion der Nationalspieler verurteilte, reicht bei weitem nicht. Er schrieb laut Bild bei Twitter: „Es ist nicht gut, dass sich unsere Nationalspieler für seine Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen. Der Integrationsarbeit des DFB haben unsere beiden Spieler mit dieser Aktion sicher nicht geholfen.“

Mit Verlaub, Herr DFB-Präsident, ihre moderaten Worte sind kalter Kaffee. Sie verniedlichen schwere Verfehlungen, wenn Sie sagen, „Menschen können Fehler machen und man müsse das Maß wahren“. Wie wollen Sie ihre Projekte gegen Gewalt und Rassismus und für Integration noch rechtfertigen, wenn sich zwei ihrer Vorbildspieler mit einem Diktator gemein tun, der die Ideale, für die der Deutsche Fußballbund eintritt, mit Füßen tritt? Sie bezeichnen eine gelingende Integration selbst als Schlüsselfrage und akzeptieren trotzdem, wenn Spieler sich nicht für das Gemeinsame, sondern für das Trennende positionieren.

Nebenbei bemerkt: Haben Sie berücksichtigt, ob zwischen den von Özil und Gündogan kontrollierten Beraterfirmen ein Interessenskonflikt mit Bundestrainer Löw besteht, der in die Firmen involviert sein soll? Das würde auf die Nominierung ein ganz neues Licht werfen.

Ihr Gespür für die deutsche Fußballseele hat Sie im Stich gelassen, denn sonst hätte Ihre und Löws Entscheidung lauten müssen, Özil und Gündogan für diese WM aus dem deutschen Kader zu nehmen. Die beiden haben sich vorsätzlich selbst ins Abseits gestellt und mussten zwangsläufig die rote Karte bekommen.

Ihnen aber ging es offenbar nur ums Geschäft. Zum Beispiel um die Werbeverträge, die bei einer sportlichen Schwächung Gefahr laufen, notleidend zu werden. Der Fußball weltweit in allen Ländern lebt aber von dem stolzen Gefühl, ein Spiel siegreich für die eigene Mannschaft, den eigenen Verein, für das eigene Land zu bestreiten. Man kann diese Loyalität nicht beliebig teilen. „Elf Freunde müsst ihr sein“, wusste schon Sammy Drechsel. Deutschland war immer stark im Fußball, wenn das Nationalteam als eine verschworene Gemeinschaft auftrat. Teamgeist gehört zu den Hauptassoziationen im Fußball.

Özil und Gündogan haben diesen Zauber gebrochen. Der DFB hat deshalb mit ihrer Nominierung die falsche Entscheidung getroffen. Ob er damit sportlichen Erfolg haben wird, ist zu bezweifeln, denn die verlorene Loyalität wird wie ein schwarzer Schatten über dem deutschen Fußball-WM-Kader hängen.




Jogi, der Weltmeister der Diplomatie

Von HAGEN | Unser Bundes-Jogi (Löw), er ist nicht nur auf dem grünen Rasen ein Weltmeister. Er ist auch ein Meister der Diplomatie. Auf die Fangfrage der „Bild“, ob der Fußball-Bundestrainer Bedenken habe, bei einer WM in knapp 100 Tagen in Russland anzutreten, die natürlich auch zu einer Putin-Propaganda-Show verkommen dürfte, antwortete Jogi, als wäre er beim künftigen Hauptdiplomaten Heiko Maas in die Lehre gegangen: „An einer WM teilzunehmen, bedeutet ja nicht, dass wir uns mit einem System, Regime oder Machthaber gemein machen.“

Die „Bild“ wollte wohl austesten, ob ein WM-Boykott wegen Russlands Bomben auf Syrien gehypt werden kann und dribbelte sich scheinheilig an Jogi Löw mit der Behauptung heran, dass „Präsident Wladimir Putin (65) in Syrien Bomben auf Kinder werfen lässt, in der Ost-Ukraine einen verdeckten Krieg führt und im Sport weitreichendes Doping zu verantworten hat“.

Aber so schnell lässt sich Jogi, der Scheinheilige, nicht tunneln und blieb cool wie Boateng vor dem Elfmeterschuss: „Wir lassen uns nicht instrumentalisieren – egal, wo wir spielen, stehen wir immer für unsere Werte ein. Werte wie Vielfalt, Offenheit, Toleranz.“ Um dann noch den argumentativen Kinder-Jumper zu ziehen: „Mir fällt es unendlich schwer, täglich diese schrecklichen Bilder aus Syrien sehen zu müssen, besonders wenn Kinder betroffen sind. Daher wünsche ich mir, dass die Politik über die Diplomatie eine friedliche Lösung findet.“

Das zappelte als Antwort wie der Ball im Netz: Toleranz, keine Instrumentalisierung, schreckliche Bilder, Kinder, Politik ist schuld – bei diesen unschlagbaren Schlagworten gibt sich selbst die „Bild“ geschlagen.

1:0 für Dich, Jogi, aber wie wär`s, wenn Du einfach mit dem Herzen Klartext reden würdest? So zum Beispiel: Die Fußball-WM ist eine sagenhafte Goldgrube und eine einmalige Chance für alle Spieler, die an ihr teilnehmen. Die grätschen mich an, wenn ich ihnen das Spiel verderbe. Zweitens: die Deutschen freuen sich darauf, nach dem elendig langen politischen Gezerre in Berlin wieder spannende Fußballkämpfe zu sehen. Und drittens: was hat Syrien mit der WM in Russland zu tun? Wenn es danach geht, dürfte Deutschland schon deshalb nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen, weil nicht auszuschließen ist, dass deutsche Waffen in Syrien zum Einsatz gekommen sind. Außerdem schweigen in Syrien weitgehend die Waffen, wie jüngst AfD-Abgeordnete festgestellt haben.