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Wer gewinnt die Midterm-Elections?

Die Midterm-Elections stellen die Weichen für die letzten beiden Jahre der Amtsperiode von US-Präsident George W. Bush. Rund 200 Millionen US-Bürger sind heute aufgerufen, 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 33 der 100 Mandate im Senat neu zu bestimmen. Geht es nach den deutschen Medien, besteht überhaupt kein Zweifel, dass die Republikaner wegen des Irak-Kriegs sowohl im Kongress als auch im Repräsentantenhaus ihre Mehrheit an die Demokraten verlieren werden.

Doch schon bei den Präsidentschaftswahlen 2004 hatten Spiegel, Focus & Co. US-Präsident Bush im Vorfeld abgeschrieben und den Demokraten John Kerry bereits als seinen Nachfolger auserkoren. Am Ende siegte George W. Bush haushoch gegen seinen Konkurrenten, der sich vor ein paar Tagen mit der beleidigenden Aussage „Bildet Euch oder ihr endet im Irak“ selbst ins Abseits stellte. Auch diesmal ist laut Bush noch nichts entschieden: „Ein paar Leute in Washington denken, sie kennen das Wahlergebnis jetzt schon“, spielte Bush auf die für die Republikaner schlechten Prognosen der Meinungsforscher an. „Ich glaube, dass wir das Haus und den Senat halten werden“, ist der Präsident siegessicher. Um die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu erringen, müssen die Demokraten den Republikanern mindestens 15 Sitze abnehmen. Im Senat verfügen die Republikaner derzeit über 55 Sitze, die Demokraten über 44. Schon die ersten Ergebnisse könnten in der Nacht zum Mittwoch zeigen, in welche Richtung die Kongresswahlen in den USA gehen.