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„Politischer Islam ist Ideologie mit massenmörderischer Mentalität“

Daniel GoldhagenGoldhagen: Politischer Islam ist totalitäre, aggressive Ideologie mit massenmörderischer Mentalität“Daniel Jonah Goldhagen [1] (Foto), der Soziologe aus Harvard, ist zur Zeit in Deutschland und versucht, die Menschen wach- zurütteln, indem er sie mit drastischen Worten auf die Gefahren des politischen Islam aufmerksam macht. Bekannt wurde Goldhagen hierzulande vor allem durch sein 1996 erschienenes Buch „Hitlers willige Vollstrecker [2]„. Er löste mit seiner These, der Holocaust sei ein „Produkt aus der Mitte der Gesellschaft“ gewesen, eine heftige Debatte aus. Nun warnt er uns vor den Gefahren des politischen Islam [3], für den die einzig korrekte Bezeichnung der Begriff ‚Nazismus‘ sei.

Goldhagen ist nach Berlin gekommen, um die Europäer zu warnen, das wird schnell klar. Ganz unakademisch wendet er sich an das Publikum. Er spricht möglichst einfach und allgemeinverständlich, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen: „Der politische Islam ist die gefährlichste und radikalste politische Bewegung seit dem Nationalsozialismus.“ Sein Vormarsch an den drei wichtigsten Schauplätzen der Politik, „auf den Straßen, in den Schaltzentren der Macht und an den Kriegsfronten“, zeige, dass er nun vollständig in der Offensive sei. Besänftigungspolitik würde ihn nur zusätzlich ermuntern, die dringendste Frage lautete daher: „Wie einig und entschlossen wird der Westen dem politischen Islam antworten?“

Und da hat Goldhagen so seine Zweifel. Nicht zuletzt die Idomeneo-Debatte um ein aus Sicherheitsgründen abgesetztes Theaterstück in Berlin zeige ihm Europas fehlendes Bewusstsein vom Ernst der Lage. Das Publikum wird unruhig. Doch Goldhagen, der „Genozid-Forscher“, wie er sich selbst nennt, lässt sich nicht beirren. Jahrelang habe er über den Nationalsozialismus geforscht, er sei also sehr vorsichtig, was den Umgang mit diesem Terminus angehe: „Aber Nazismus ist die korrekte Bezeichnung und der einzige Bezugsrahmen für politischen Islam.“ Es sind insbesondere zwei Merkmale, die für ihn die beiden Phänomene vergleichbar machen. Eine totalitäre und aggressive Ideologie, mehr aber noch die genozidäre, massenmörderische Mentalität der beteiligten Protagonisten. Dutzende Beispiele untermauern seine Argumentation; von der Charta der Hamas, den nuklearen Zerstörungsphantasien iranischer Mullahs und den terroristischen Wahnvorstellungen eines Osama bin Laden bis hin zu den islamistischen Gewaltprotesten gegen die dänischen Karikaturen. Mit den Anschlägen von London und Madrid sollte Europa gelernt haben, dass es nicht länger eine autonome Position einnimmt. Trotz der totalitären Bedrohung habe er jedoch die Befürchtung, Europa ließe sich lähmen, obwohl es gelte, Rückgrat zu beweisen: „Wie viele von Euch wollen auch mal über den politischen Islam schimpfen“, fragt Goldhagen rhetorisch in die Runde der rund 300 Gäste. „Und wie viele von Euch trauen sich das nicht? Wir sind jetzt alle Dänen. Wehret den Anfängen.“

Der Autor des Beitrages, Veit Medick, gibt sich wenig Mühe, sein Missfallen über Goldhagens klare Worte zu verbergen. Es ist natürlich zunächst einmal bequemer und ungefährlicher, passiv und stumm zu verharren, zu beschwichtigen und die Zeit mit sinnlosen ‚Dialogen‘ zu vertrödeln. Es ist unangenehm, mit der Wahrheit konfrontiert zu werden, dass Nichtstun und Beschwichtigen falsch und gefährlich sind, genauso falsch, wie das Appeasement der Weltgemeinschaft gegenüber Hitler falsch war. „Wir müssen Irans Atomanlagen bombardieren“, sagt Goldhagen.

Die Erfahrung mit Hitler hätte gezeigt, dass man auch Wahnsinnige beim Wort nehmen sollte und sicher seien könnte, dass sie alles daran setzen würden, um ihre Prophezeiungen und Wahnvorstellungen wahr werden zu lassen. „Das sollte besser verhindert werden.“

(Spürnase: spital8katz)

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» Fakten & Fiktionen: Goldhagen setzt Islamisten mit Nazis gleich [7]

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