Auf N 24 nahm heute Michael Miersch zur „gesünderen“ Bio-Nahrung Stellung, und wie immer lieferte er Informationen, die man politisch korrekt normalerweise nie bekommt. Zum Beispiel belastet der Anbau von Bioprodukten die Umwelt stärker als die konventionelle Art. Denn Bio-Getreide braucht für dieselbe Ausbeute ein Drittel bis die Hälfte mehr Fläche. Würde man die gesamte Landwirtschaft auf Bio umstellen, müssten zwangsläufig Nationalparks geschlossen, Wälder gerodet und Feuchtgebiete trockengelegt werden. Demnach wäre generalisierter Biolandbau eine Katastrophe für Natur und Umwelt. Michael Miersch findet es zurecht fragwürdig, dass uns vor der „normalen“ Nahrung und den konventionellen Landwirten Angst gemacht wird und wir durch diese Angst dazu gebracht werden, für die gleichen Lebensmittel das Doppelte zu zahlen.

Hier ein Auszug des Interviews:

Literatur zum Thema:

» Maxeiner & Miersch: Lexikon der Öko-Irrtümer. Fakten statt Umweltmythen.
» Maxeiner & Miersch: Die Zukunft und ihre Feinde. Wie Fortschrittspessimisten unsere Gesellschaft lähmen
» Maxeiner & Miersch: Öko-Optimismus
» Heinz Hug: Die Angsttrompeter
» Heinz Hug: Der tägliche Ökohorror. So werden wir manipuliert

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16 KOMMENTARE

  1. Es werden Feindbilder und „Probleme“ konstruiert, mit denen sich die Bevölkerung beschäftigen darf und soll. Das ist doch ein altbekanntes Muster. Und genug Gut- und sonst naive Menschen fallen ja auch darauf hinein.

  2. Die Landwirtschaftslobby hat den Öko Sektor erfunden, da mit herkömmlichen Produkten kein Gewinn mehr erzielt werden kann. Und die Ökofreaks glauben alles.

  3. Manchmal essen auch Libertäre. Dabei unterwerfen wir uns nicht einem zeitgeistgemäßen Ökowahn oder einem Biodiktat. Wir verwenden mit Genuss auch genmanipulierte Tomaten, bedienen uns aus der Tiefkühltruhe, verzichten auf Sojasteaks und halten schädlingsresistenten Reis für eine Möglichkeit weltweiten Hunger zu bekämpfen. Sie müssen unsere Essenseinladungen ja nicht annehmen…

  4. Mmmmmh, Frankenfood….

    Wir hatten Frankengans mit Frankenkartoffelknödeln und Frankengemüse…im Bier war auch irgend ein Frankending drin… habe ich aber nach dem 6ten Glas nicht mehr gemerkt.

    Morgen gibts Frankennudeln aus Frankengetreide mit Frankentomatensosse…

    May I should move to Oberf
    ranken?

  5. „Wir verwenden mit Genuss auch genmanipulierte Tomaten,“

    Ich bin fuer ein saubere Kennzeichnung von Genfood –
    dann finde ich die gesuenderen und billigeren Produkte im Supermarkt schneller.

    Und die gruene Gentechnik wuerde sicher davon profitieren, denn gekauft wird nach Geldbeutel.

  6. Erst einmal, was ist normale Nahrung und wer hat Angst davor? Mit dem Ende des Öls wird, so habe ich orakeln hören, wenn nicht das Ende der konventionellen Landwirtschaft aber zumindest der Irrsinn des Herumkutschierens kommen. Bayrische Butter nach Mecklenburg und Mecklenburgische Milch nach Bayern. Und ob dann noch die grossen Chemiebuden laufen können, die unser Essen mit lecker Geschmacksverstärkern und Farbstoffen anreichern, wer weiss. Kommt Zeit, kommt Ölknappheit und damit wird das Essen wieder natürlicher. Vielleicht gibt es dann aber auch nur noch Soilent Green? Da muss nun gar keiner Angst vor haben.

  7. Wer selber einen Garten hat, weiß, dass selbstangebautes Obst und Gemüse, ohne Kunstdünger usw. um Klassen besser schmeckt, als das Zeug aus dem Supermarkt.

  8. Aber es hat nicht jeder einen Garten. Letztes Jahr soll die wohlschmeckendste Apfelernte gewesen sein, sagt Mutter, leider hab ich die nur gepflückt, nicht gekostet. Die sahen so natürlich aus. Nicht so herrlich glänzend wie die aus Neuseeland.

  9. Du musst mal einen Apfel aus meinem Garten essen. Die sind zwar alle unterschiedlich groß und haben manchmal braune flecken oder einen kleinen Wurm, aber sie schmeeeecken! Richtig nach Apfel.

  10. @ Willy

    Da kann ich nur zustimmen. Ein paar Verwandte von mir haben noch Äcker mit Äpfeln, Birnen, Kastanien, Walnüssen. Bei letzteren merkt man’s natürlich natürlich so, aber bei Obst sind es teilweise Welten, die dazwischenliegen.

    Man sollte nicht quasi aus Trotz einfach die entgegengesetzte Ideologie annehmen.

  11. #8 D.N. Reb (05.01.07 10:25)
    > Mit dem Ende des Öls wird, so habe ich orakeln hören, wenn nicht das Ende der konventionellen Landwirtschaft aber zumindest der Irrsinn des Herumkutschierens kommen.

    Öl lässt sich vollständig und zu bezahlbaren Preisen ersetzen, ausserdem ist es oft energieeffizienter die Waren über lange Strecken zu transportieren anstatt sie vor Ort herzustellen z.B. wegen grösserer Betriebe oder anderem Klima. Ausserdem sind Schiffstransporte sehr sehr billig und die nutzen billigen Schiffsdiesel. Letzlich ist Energie auch nur ein Kostenfaktor.

    #9 Willy (05.01.07 13:27)
    > Wer selber einen Garten hat, weiß, dass selbstangebautes Obst und Gemüse, ohne Kunstdünger usw. um Klassen besser schmeckt, als das Zeug aus dem Supermarkt.

    Liegt oft daran, dass die Ware billig produziert wurde, weil die Deutschen zu geizig sind. Ausserdem wird oft unreif geerntet. Auf dem Markt bekommt man auch oft bessere Ware.
    Kunstdünger ist nicht schlechter als Mist, sondern genausogut und gesünder (Bakterien).

  12. „Kunstdünger ist nicht schlechter als Mist, sondern genausogut und gesünder (Bakterien).“
    European Patriot | 05.01.07 22:21

    Das sehe ich genauso.
    Nicht wenige Agrarexperten betrachten den organischen Feldbau diesbezüglich als Gefahrenquelle, da die Biolandwirtschaft auf Kunstdünger verzichtet, und stattdessen Kuhmist einsetzt, auch im Sinne einer integrierten bäuerlichen Kreislaufwirtschaft. Fäkalien aber gelten als Hauptquelle der Kolibakterien. Auch wenn der Biolandbau in aller Regel sicher wirtschaftet, etwa durch Kompostierung des Mistes. Ein Risiko bleibt: Wer garantiert, dass die Kompostierung in Einzelfällen nicht zu früh abgebrochen wird oder unterbleibt? Auch können die Wege der Kolibakterien aus dem Mist aufs Feld vielfältig sein bei Höfen, die mit Kuhmist hantieren.

    http://www.welt.de/data/2006/09/30/1055003.html

  13. Ich würde gerne ein paar Dinge zur Notwendigkeit der Umstellung der gesamten konventionellen Landwirtschaft auf ökologische Landwirtschaft vorbringen:

    1. das Sterben, Verrotten und das daraus wieder hervorgehende Leben ist ein seit Jahrmillionen natürlicher Vorgang. Die Hinterlassenschaften aller Tiere bzw. deren Kadaver (auch die von Menschenaffen) werden in ihren jeweiligen Lebensräumen von darauf spezialisierten Tieren und Lebewesen wieder zu verwertbaren Substanzen umgewandelt, die dann wiederum z.B. von Pflanzen genutzt werden können
    Wenn allerdings die Mengen zu groß werden, die natürlichen Umwandler fehlen bzw. zu wenige sind oder die Umgebungsbedingungen anaerob sind, dann kann es Probleme mit der Umwandlung in ungiftige Substanzen geben (Stichwort Pest im Mittelalter).
    Hierzu kann ich zwei Links aus einem noch online verfügbaren Buch („Die letzte Chance“ von Annie Francé-Harrar), anbieten, das die Zusammenhänge besser erläutert, auch wenn das Buch einige Rechtschreibfehler, eine etwas seltsam anmutende Sprache (Erscheinungsjahr ca. 1950 im bayerischen Landwirtschaftsverlag) und fehlende Passagen enthält, weil es wohl einfach nur ohne Überarbeitung eingescannt und ins Netz gestellt wurde:

    „Das „Allzumenschliche“
    web.archive.org/web/20050305223610/http://www.regenwurm.de/fr241.htm
    „Pest“
    http://web.archive.org/web/20050305223610/http://www.regenwurm.de/fr435.htm

    Und noch eine kurze Erläuterung zum Bodenleben, das von Raoul Heinrich Francé Anfang des 20. Jhd. entdeckt wurde:
    http://perso.orange.fr/france.pierre/bio_forscher.htm

    2. Künstliche Dünger sind im Grunde nichts anderes als Salze. Natürlich benötigt ein Boden auch davon etwas im Laufe eines Jahres. Aber garantiert nicht die Mengen, die in der konventionellen Landwirtschaft ausgebracht werden, um den Ertrag zu steigern, weil ohne, zu Recht, nichts mehr wächst. Diese ganzen Salze versalzen den Boden und zerstören das Bodenleben, das selber genügend Nährstoffe für die Pflanzen liefern könnte. In einem sehr guten Boden mit viel Humus und vielen Regenwürmern sind erstaunlich wenig pflanzlich verfügbare Mineralstoffe etc zu finden. Der künstliche Dünger könnte eigentlich auch nur von diesen Lebewesen gespeichert werden, aber da die Böden der konventionellen Landwirtschaft über die Jahre immer schlechter werden, wird das meiste des Düngers einfach aus dem Boden ausgewaschen und landet in unseren Flüssen, Seen und Meeren (Stichwort Nitrat im Trinkwasser).

    3. Die Bodenqualität wird nicht allein darin gemessen wieviel künstlicher Dünger er aufnehmen kann (Adsorptionsvermögen), sondern u.a. durch die Parameter wie Feldkapazität (d.h. Wasseraufnahmevermögen) oder Humusgehalt. Je schlechter der Boden desto schlechter kann er Wasser speichern (Stichwort „größer werdende Hochwasser“, die also nicht nur durch die Bodenversiegelung schlimmer werden)

    4. Alle fossilen Energierohstoffe (Öl, Erdgas, Kohle, und Uran) werden noch in diesem Jahrhundert an ihre Grenzen kommen. Das erste Problem entsteht durch das knapper werdende Öl. Auch Erdgas wird in ein paar Jahren knapp werden. Die USA bzw. ganz Nordamerika steht dieses Problem sogar unmittelbar bevor.
    Es wurden zwar in der Vergangenheit dort schon eine Menge Düngemittelbetriebe stillgelegt und z.B. in Qatar wieder aufgebaut, aber auch die wenigen verbliebenen werden bald ein Problem bekommen.
    Der Dünger wird zum größten Teil aus Erdgas hergestellt. D.h. die steigenden Preise für Kunstdünger spiegeln diese Abhängigkeit direkt wieder.
    Die Menschheit muß also nicht nur unabhängig vom Öl sondern auch wieder unabhängig vom Kunstdünger werden, der dem Boden sowieso nur schadet, um in Zukunft erstens überhaupt noch genügend Lebensmittel produzieren zu können und zweitens damit diese auch noch für alle Menschen bezahlbar bleiben.

    5. Es gibt inzwischen genügend Menschen, die zeigen, was man ohne Gentechnik nur mit Hilfe der Natur erreichen kann. Dies ist meistens sogar besser als das was man in den Landwirtschaftsschulen inzwischen gelernt bekommt:
    -Sepp Holzer, der Alpen- bzw. Agrar-Rebell (http://www.krameterhof.at), der in 1000-1500m Höhe in den Alpen u.a. Apfelbäume anpflanzt und auch Kiwis und sogar Zitronen erntet.
    -Jim Mollison, der Pionier der Permakultur
    -Vandana Shiva, eine promovierte Physikerin, die gegen die Agar-Konzerne wie Monsanto oder Syngenta und Bayer und gegen die Gentechnik kämpft; es gibt allein in Indien hunderte natürliche Reissorten
    -Geoff Lawton, ein weiterer Kämpfer für die Permakultur, der sogar für diese Art der Landwirtschaft ein eigenes Institut in Australien gegründet hat: Das Permaculture Research Institute of Australia ( http://permaculture.org.au )

    6. Noch ein paar Beispiele wie die konventionelle Landwirtschaft schaden und die ökologische Landwirtschaft nützen kann:
    – in Irland gab es im 19. Jhd. katastrophale Hungersnöte, die außer durch sehr schlechtes Wetter auch durch die Monokultur der Kartoffel ausgelöst wurden. Da die Bauern jahraus jahrein auf dem selben Acker immer wieder Kartoffeln anbauten, konnten sich die Kartoffelschädlinge wunderbar vermehren. Am Besten erst nach 6 Jahre baut man wieder auf dem gleichen Feld Kartoffeln an.
    – Ungarn war, was wohl nur noch wenige Menschen wissen (vor allem warum), im Mittelalter ein sehr wohlhabendes Königreich, da dieses Land quasi die Kornkammer Europas war. Aber auch hier schaffte man es durch Monkulturen, vor allem nach dem 1. Weltkrieg, von Mais und Weizen in Kombination mit wenig überlegten Flußverbauungen (Stichwort „fruchtbarer Flußschlamm“) die Böden zu ruinieren. Heute kennt man dagegen den Begriff „ungarische Steppe“ sehr gut.
    – in Jordanien begann im Sommer 2001 ein Projekt von Geoff Lawton. Er sollte mit Hilfe der Methoden der Permakultur ein versalzenes, alkalisches, trockenes (wenig Niederschlag im Jahr) Stück Wüste am Rand des Toten Meeres in einen Garten verwandeln, der dann auch ein Garten in Zukunft bleiben wird: Ein Artikel mit einem Flash- und Realmedia-Film-Link: „Greening the Desert“ http://www.abc.net.au/northcoast/stories/s727970.htm
    – und noch ein schwedisches Projekt (das erfolgreich Bäume in der Sahara pflanzt und damit den Bewohnern dort hilft, wieder selber genügend Essen zu erarbeiten) aus dem Land Niger , am Rande der Sahara, das zeigt wieviel man eigentlich in einem aussichtslos erscheinenden Kampf erreichen könnte, wenn man Geld richtig verwendet:
    http://www.eden-foundation.org/

    Für weitere Informationen stehe ich gerne Rede und Antwort:

    Stephan Becker

    SB_S (bei) gmx Punkt de

  14. Hallo

    Ich sehe es gleichsam wie Michael Miersch. Wir leben in einem Europa der Angst- und Panikmache. Unsere ach so aufgeklärte Geslelschaft wird unterwandert von esoterischen Einflüssen, die von den Grünen und vielen anderen vorbehaltlos übernommen werden und die Natur sowie auch die Tiere, sprich jedes Lebewesen mit einer Seele und einer Heiligkeit ausstatten die nicht antastbar sein darf. An diesem Punkt ist diese Geisteshaltung schonmal antiliberal und totalitär. Natürlich geht es in der Politik nicht um diese dahinter steckenden Glaubensfundamente sondern es geht um praktisches wie das verbieten von Gentechnologie, die man als Angriff auf den Glauben betrachtet sowie man alles menschengemachte als etwas böses verurteilt. Es geht längst nicht mehr um sachliche Analysen und Fragestellungen welche Auswirkungen was hat wo man jede Meinung berücksichtigt und hinterfragt. Wer für Gentechnik ist, der ist ein böser Mensch, wer dafür ist, ist ein guter Mensch. So werden die Debatten geführt. Ich bin demnach lieber ein böser Mensch anstatt eine mit Moralin aufgeblähte Standpauke anderen Menschen vorzuhalten wie sie zu leben haben und wann sie gut oder böse sind. Wer definiert das denn ? Leider ist in Europa die Medienlandschaft, so sehe ich sie, sehr im Einheitsbrei gefangen. Diejenigen die dauernd den Fortschritt kritisieren glauben immer noch, etwas besonderes zu sein obwohl gerade diejenigen die für Fortschritt sind, sehr selten dies zugeben und möglicherweise sogar eine Minderheit in Europa darstellen. Da frag ich mich aber wie dieser vergreisende Kontinent eine Überlebenschance haben will, wenn jede Lösung für ein Problem mehr Angst erzeugt als das Problem selbst. Ich glaube, viele Menschen haben Angst vor Veränderungen und ich glaube, dass wir in Europa diese Angst überwinden müssen. Eine ameirkanischere Mentalität und auch eine asiatischere würde mir sehr gefallen. Jedenfalls das was man klischeebedingt darunter versteht oder ich darunter zu verstehen glaube. Das ist allerdings das Gegenteil von dem was ich von dem was ich über Europa denke. Permanent, wenn die Wissenschaft neue Technologien entwickelt, die unser althergebrachtes anzweifeln oder darüber hinausgehen, gibt es panische Aufrufe jedwedes mal, dass man dieses und jenes nicht möchte. Das ergibt unter´m Strich, dass alles bleibt wie es ist aber darüber klagen die selben Leute dann auch. Man kann es ihnen nie recht machen. Und das ist ein Mentalitätsdilemma, dass sich auswirkt auf die Zukunftsfähigkeit dieses Kontinents. So lautet meine subjektive Analyse. Es sind imer noch diejenigen die sich für Weltverbesserer halten, die glauben, sie verbessern wirklich etwas. Subjektiv, für ihre persönlichen Ideen, vielleicht. Das kann sein. Das bedeutet aber nie, dass auch andere es genauso sehen. Und das wird es auf der Welt sowieso niemals geben. Die Esoteriker und die Grünen glauben im Kern, der Mensch habe sich Mami Natur unter zu ordnen. Und diese Ideologie hat Besitz ergriffen von politischen Kräften, die jetzt unsere Gesellschaften gestalten. Ich bin dankbür für Menschen wie Miersch die mit ihrer Art und Geisteshaltung, sich dem anzupassen widersetzen. Es darf gerne mehr Europäer wie ihm geben, sonst werde ich noch wahnsinnig in diesem Europa.

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