Ausgerechnet in der linken taz fanden wir heute einen Artikel, der, ja … wir trauen es uns fast nicht zu sagen … ähm … das in Deutschland seit Jahren vorherrschende … ähm … Bush-Bashing … ähm … kritisiert. Ja, Sie haben richtig gelesen: kritisiert! In Zeiten, in denen das tägliche mediale Verhauen des US-Präsidenten hierzulande zum absoluten Mainstream geworden ist, die einst amerika-freundliche Springer-Zeitung Die Welt mit seinen Bush-Bashing-Spezies Torsten Krauel und Uwe Schmitt sogar das SED-Kampfblatt Neues Deutschland blass

aussehen lässt und Bush-Anhänger eh eine unterdrückte Minderheit darstellen, ist es den taz-lern wahrscheinlich viel zu langweilig und unrevolutionär geworden unter all den gleichgeschalteten Gleichgesinnten.

Heraus kommt dann sowas:

Das hätten wir auch nie gedacht, das wir eines Tages einmal den 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, George Walker Bush, verteidigen würden. Aber es geht nicht mehr anders. Zwar weiß jeder vernünftige Mensch, dass George W. Bush ein kompletter Volltrottel und dass seine Politik verlogen und erbärmlich ist. Dass neuerdings aber immer mehr öffentliche Figuren, sobald sie nur ein Mikrofon und eine Kamera sehen, ein negatives Urteil über den US-Präsidenten glauben abgeben zu müssen, das ist noch viel unerträglicher als Bush selbst. Vor allem Künstler reiten gerade auf der Welle des Bush-Bashings, allein um sich Vorteile in der Publikumsgunst zu verschaffen. Ob bei der Oscar-Verleihung oder irgendeiner anderen Veranstaltung – plötzlich haben sie es alle immer schon gewusst! Dabei zeigen diese Aufspringer und Wellenreiter keinen wirklichen Mut, da sie niemals Gegenwind verspürt haben, sondern lediglich ihr Fähnchen in den modischen Wind drehen. Solche Gestalten sind tatsächlich noch widerlicher als alles, was die inzwischen lahme Ente Bush verbrochen hat.

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27 KOMMENTARE

  1. Ich komme überhaupt kaum noch nach mit Staunen. ARD und WDR bringen zur besten Sendezeit Filme, die einem ein treffendes Bild über den angeblich friedlichen Islam vermitteln, jetzt die taz, dann gibt es Kirchenfürsten wie den Peter Steinacker, die endlich raffen, was Sache ist mit ihrem Dialüg und dem gemeinsamen Beten, vom Benedikt gar nicht zu reden, der im September die Richtung der katholischen Kirche neu definiert. Ich hab’s insgeheim immer geglaubt, daß es nicht so weitergeht mit der Blödheit, aber jetzt überrollt es einen ja beinahe …

  2. Lang ist’s her, dass die Linken noch wirklich „alternativ“ waren… Willkommen im Mainstream.

  3. >> Dabei zeigen diese Aufspringer und Wellenreiter keinen wirklichen Mut, da sie niemals Gegenwind verspürt haben, sondern lediglich ihr Fähnchen in den modischen Wind drehen.

    Wie wahr, wie wahr. Trotzdem könnte ich auf derartige gnädige und gleichzeitig abfällige „Verteidigung“ verzichten.

  4. Sorry, aber das ist kein Zurückrudern. Das ist Rechthaberei, nach dem Motto: Wir von der TAZ waren immer schon gegen Bush, jetzt springen die opportunistischen Künstler auf den Zug auf.

    Hat die taz ein positives Wort über Bush verloren?

    Außerdem, die amerikanische Politik über die Person Bush zu definieren ist sowieso ein Blödsinn.

  5. es ist trotzdem so, wie die PI schreibt. Immer mehr Linke suchen nach Neuorientierung und landen dabei gerade in die Ecke, die sie noch vor einem halben Jahr als mega-rechts empfanden.
    Ich habe vor einer Weile ein szozialistisches Forum auf meinen Blog präsentiert, das gerade den Film über den palästinensischen Terroristen kritisierte. Und heute hatte ich einen recht sozialistischen Blog gefunden, wo Islamkritik vom Feinsten betrieben wird:

    http://parteigruendung.myblog.de/parteigruendung/art/109320380/_h3_Die_Nachfolger_der_68er_entdecken_fur_sie_die_Islamkritik_h3_#comm

    Es ist so, wie Gudrun auch schreibt: man kommt aus dem Wundern nicht mehr raus.

  6. #5 egon

    solange sie sich unseren positionen annähern, ist es mir egal, ob sie glauben schon immer recht gehabt zu haben. Rechthaberei erleichtert manchmal die Einsicht. Um Inkonsistenzen kann man sich dann später noch Gedanken machen 😉

  7. Hm, besteht das linke Projekt im Allgemeinen nicht schon immer darin, das Projekt Aufklärung zur Vollendung zu treiben und die Menschheit vom Joch auch der Religionen zu befreien? Die Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit zur Freiheit zu geleiten?

    Frage 1. Ist daran etwas Schlechtes?
    Frage 2. Hält hier irgendjemand etwa fälschlicherweise Stalinisten, Maoisten und ähnliche autoritäre Charakterwürmer für links im Sinne obiger Definition?

    Allerdings weiß auch ich nicht, was heutzutage noch als links gelten kann: Linkspartei, attac, Grüne/GAL, RAF etc. sind allesamt als Bündnisgenossen gegen den Islam untauglich und arbeiten sich – ganz ‚pro-arabisch‘ (noch so ein Euphemismus) – lieber an Israel ab als an den Feinden des Fortschritts und der Emanzipation des Menschen.

  8. @#8 8nt3k

    zu 1)Ja. Diese ist die beste aller möglichen Welten, weswegen wir gerne auch Stagnation als Fortschritt bezeichnen.

    zu 2)Ja, wir halten ja auch Chorknaben fi**ende Gottesdiener für lupenreine Christen.

    Den Leuten von LINKs sind die Proletarier abhanden gekommen. Die gibt es zwar noch aber die begreifen sich nicht mehr als solche. Also hat sich LINKs Ersatz gesucht, der sich selbst als unterdrückt und verfolgt definiert. Und der nicht nur herumgreint, sondern auch mal einen Schulbus sprengt. Das ist wahrer Klassenkampf!

    Ja, ja die Bush-Basher. Kritik darf zwar erlaubt sein aber nicht am US-Präsidenten.

    Ich weiss nicht, was Dieter Bohlen beim Casting „Die Erde sucht den Superstaatsmann“ zu ihm sagen würde.

    Im Übrigen würde ich die TAZ, die Terroristenversteherzeitung nicht über den grünen Klee loben.

  9. Meines Wissens ist die taz-Kolumne „Wahrheit“, wo dieser Artikel abgedruckt ist, normalerweise eine Satire-Kolumne!
    Seid ihr nicht von lauter Freude über 2-3 positive Beiträge in der letzten Woche in den Guti-Medien gegenüber diesen Grünen von der taz zu gutgläubig?!

  10. Irgendwie bin ich doch erleichtert – die TAZ hat sich nicht verändert! Hatte schon befürchtet, die könnten evt. doch zumindest auf niedrigstem Niveau lernfähig sein…. alles wie gehabt:

    „Zwar weiß jeder vernünftige Mensch, dass George W. Bush ein kompletter Volltrottel und dass seine Politik verlogen und erbärmlich ist…“

    So liebe ich unsere Linken und Pseudolinken! Dabei würden doch die verwendeten Attribute auch ganz wundervoll auf so manchen von TAZ gehätschelten „Politstar“ zutreffen 🙂 aber Selbstironie geht dort natürlich überhauptnicht.

  11. die taz hat diesen artikel auf ihrer seite ‚die wahrheit‘ gedruckt. das ist eine humoristische seite der taz auf der sie versucht mit dem wahrheitsgehalt der bildzeitung zu berichten.
    der artikel auf dieser seite bedeutet also wahrscheinlich, dass der autor genau die gegenteilige ueberzeugung hat, also dass es immer noch mutig ist, sich gegen bush auszusprechen und das es noch viel zu wenige tun.

  12. Die Wortwahl der taz passt zu diesen langhaarigen Bombenlegern. Mal sehn wann sie meckern, dass zuviele mit der RAF sympathisieren.

  13. telepolis ist echt ekelhaft, ich kann diese Ökofritzen in der Redaktion förmlich vor mir sehen wie sie geifernd ihre Artikelchen verfassen.

  14. Der TAZ-Artikel stellt in meinen Augen keine Aufforderung zur Einstellung des Bush-Bashings dar, sondern die Sicherung des Exklusivrechts darauf. Wo kämen wir in den Augen der TAZ hin, wenn jeder Dummbatz Bush kritisieren dürfte?

  15. Geheime Studie: TAZ verliert massenweise Leser/Abonnenten an den BERLINER TAGESSPIEGEL!

    Begründung: Auch TAZ-Leser wollen endlich mal die Wahrheit lesen!

  16. Vielleicht hat die Redaktion der FAZ nun endlich erkannt, dass es die (böse) Bush-Administration war, welche vor langer Zeit erkannt hat, dass nur ein Demokratisierungsprozess von Innen heraus, durch das Volk eines jeweiligen Landes den Islamisten und deren Propaganda den Wind aus den Segeln nimmt. Die Islamischen Staaten haben es nicht geschafft trotz des riesigen Ölreichtums Veränderungen zugunsten der breiten Bevölkerung zu initiieren. Das die Todesideologie Islam nicht zur geistigen Entwicklung beiträgt wissen wir, jedoch haben hier auch skrupellose Machthaschereien (Iraq) oder die Unfähigkeit der Regime eine grosse Rolle gespielt.

    Bush Bashing ist leicht. Verfehlt jedoch die wahren Probleme völlig und spielt der Islamisten Propaganda in die Hände.

    Thank you Mr. President!

  17. @ #8 8nt3k:

    1) Ja. Das Problem liegt in den Worten „befreien“ und „geleiten“ umd darin, wie man mit denen umgeht die weder befreit noch geleitet werden wollen.

    Man könnte es auch so formulieren: Derjenige, der „befreien“ und „geleiten“ will, erhebt sich schon weit über die Objekte seiner Befreiungs,- und Leitungssehnsüchte.

    Im Fall der Linken sogar meilenweit, weil das Ziel der linken Befreiung ein metaphysisch überhöhtes Paradies auf Erden ist. Natürlich wirkt aus derartiger Vogelperspektive der Einzelne klein und sein Leben zählt nur wenig im Verhältnis zum allgemeinen Glück für Milliarden samt aller künftigen Generationen.

    2) Klar war Stalin links. Lies mal seine Schriften (die sind nicht zahlreich und nicht dick) und du wirst feststellen, daß sich sein ganzes Repressionssystem absolut folgerichtig aus diesem Befreiungs,- und natürlich Leitungssanspruch herleitete. Dasselbe findet sich auch bei Lenin, der aus nicht verständlichen Gründen heute allgemein für stubenreiner gilt als sein Nachfolger.

    Der rote Terror war kein Betriebsunfall bei der Errichtung des Sozialismus, sondern dessen notwendiger Bestandteil.

    Hier geht’s auch nicht um die Verfehlungen Einzelner wie bei den Priestern und ihren Chorknaben, sondern um einen Grundfehler der Linken, die mit schlafwandlerischer Sicherheit stets repressive Systeme errichten, wenn sie das können.

    Bei Sozialdemokraten & Consorten ist das ganze zum Drang nach freundlich-schulmeisterlicher Bevormundung mutiert. Übriggeblieben ist aber die tiefsitzende Überzeugung, besser als der Einzelne zu wissen, was diesem guttut.

    Die Neocons – in der US-Originalversion überwiegend ehemalige Linke – kriegen gerade mit voller Wucht das in den beiden ersten Absätzen unter 1) geschilderte Problem ab.

  18. Das die linke taz darauf besteht mit dem Bush-bashing aufzuhören, hat wohl auch damit zu tun daß der unkorrekte Mob (wir) solange den Bush unterstützt haben und nun merken das dieser Mann (und sein team) einen Holzkopf hat, und wir gar nicht mehr so überzeugt sind…
    das allerdings, ist gefundenes Fressen für die Linke, die generell das Gegenteil empfehlen von unseren Überzeugungen…
    Ich werde solche Neuigkeiten mit Vorsicht geniessen – nicht vergessen, die Linke ist ganz schön link!

  19. Für mich sind alle Links oder linksliberal die sich für mehr Gleicheit einsetzen, und wollen das die Grenzen nach und nach für alle Menschen geöffnet werden, egal ob die Einheimischen es wollen oder nicht. Linke finden es in Ordnung wenn nichtwestliche Staaten Atomwaffen bauen oder ökonomisch aufholen, denn dadurch wird der Westen schächer. Linke sind gegen Kolonialismus, wenn schon dann für Nationbuilding, und für die Souveränität aller Staaten, ausser reiche Staaten wollen ihre Interressen schützen, dann sind sie dagegen, und manche sind für Interventionen wenn Menschenrechte in Gefahr sind. Europäische Nationen darf es nicht geben, wir haben schliesslich viel Unheil über die Welt gebracht, wir haben kein Recht Einwanderung zu begrenzen, vor allem nicht die Siedlerstaaten ausserhalb Europas. Letzlich wollen sie eine Weltregierung von Menschen gemischter Herkunft mit gleichen Rechten und einem hohen Mass an weltweiter sozialer Gleichheit.

  20. Die taz hat überhaupt nicht aufgehört mit dem Bush-Bashing. Der Artikel ist voll davon und sie gehen in ihrer blinden Überheblichkeit sogar so weit, vorauszusetzen, dass „jeder vernünftige Mensch“ wisse, dass Bush „ein Volltrottel“ sei und verunglimpfen damit jeden, der das nicht „weiß“ als unvernünftig.

    Ich glaube, hier geht’s um was anderes. Wenn man in Amerikahasser-Blogs und -Foren liest, fällt auf, dass die dort versammelten Bush-Basher sich als mutige kleine Minderheit empfinden, die tapfer gegen einen übermächtigen Mainstream kämpft, der blind Bush-hörig ist. Sie geben manchmal auch der Befürchtung Ausdruck, sie würden demnächst für ihr Bush-Bashing von der Staatsmacht verfolgt 😉

    Das brauchen die zum Selbstbild! Schließlich sind sie die Linken, die Guten, die Intellektuellen, diejenigen, die im Gegensatz zum Blödvolk nachdenken können. In den Blogs und Foren sind sie noch glückliche Deppen, weil sie das wirklich glauben.

    Bei der taz ist man offenbar etwas klüger. Die haben gemerkt, dass sie sich voll und ganz im Mainstream befinden, dass Bush-Bashing ein Volkssport geworden ist. Das passt denen nicht, wenn jedes Blondchen in der Talkshow sagt: „Ich finde Bush furchtbar dumm und einen Kriegstreiber.“

    DAS IST IHR TEXT! Und der wurde jetzt von Leuten geklaut, über die man eigentlich lieber die Nase rümpfen will als Linksintellektueller.

    Damit ist das tolle Gefühl, ein tapferer Revolutionär gegen die tumbe reaktionäre Masse zu sein, weg. Das ist Scheiße. Darüber ärgert man sich bei der taz.

  21. Tja, man ist halt nicht mehr intellektuelle Avantgarde sondern mittlerweile Mainstream, liebe Taz.
    Vielleicht dämmert es noch einigen weiteren Medienschaffenden, daß sie die nächste Generation von Mitläufern großziehen.

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