raf_logo.pngDarf man einen Mörder einen Mörder nennen, einen Terroristen einen Terroristen? Oder dürfen zugunsten eines ins Groteske gesteigerten Resozialisierungsgedankens sogar Dokumente der Zeitgeschichte durch Weglassungen gefälscht werden? Darüber wird allen Ernstes gestritten, und einmal mehr fühlt man sich in George Orwells Ozeanien (1984) versetzt, wo im Wahrheitministerium Zehntausende von Mitarbeitern ständig die Geschichte umschreiben.

Dieser Bericht hier des NDR-Fernsehens, der dem Geschehen durchaus positiv gegenübersteht, veranschaulicht, wie weit wir auf dem Weg schon fortgeschritten sind. Nachdem die Bild anlässlich der Freilassung von Mohnhaupt getitelt hatte: „Schlimmste Terroristin kommt frei“ und geschrieben hatte: „Es ist unfassbar, dass eine Mörderin in diesem Land die Chance hat, glücklich zu werden“, schaltete Mohnhaupt sofort ihren Anwalt Helmut Jipp ein. Der sprach angesichts der Wahrheit von „Hetze“ und „Kampagnenhaft“ und schrieb dem Springer-Verlag Aufforderungen und sogar eine Abmahnung, dass diese nicht als Mörderin oder Terroristin bezeichnet werden dürfe. Die Bild wehrt sich. Anwalt Butz Peters: „Es ist die Wahrheit über Frau Mohnhaupt. Ich verstehe nicht, warum man die Wahrheit in Deutschland nicht berichten darf.

Einen prima Terroristenversteher gibt einmal mehr Ex-Innenminister Baum. Für ihn ist Mohnhaupt heute keine Täterin mehr, denn sie hat ihre Strafe ( Beteiligung an neun Morden!) verbüßt. Heute dürfe man höchstens von einer Ex-Mörderin oder Ex-Terroristin sprechen. Meinungen der Opfer, belehrt er uns, könnten nicht Maßstab rechtsstaatlichen Handelns sein. Täter hätten ein Recht auf Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Opfer haben diese Möglichkeit leider nicht, ebenso wenig, wie es Ex-Opfer geben kann.

Mohnhaupt ist nicht die einzige: Susanne Albrecht wehrte sich erfolgreich gegen Veröffentlichung eines Fotos von ihrem Prozess in Stammheim in einem Buch über die Geschichte der RAF. Eva Haule verbot der Berliner Morgenpost, ein über 20 Jahre altes Foto auf einem Fahndungsplakat abzudrucken (Dokumente der Zeitgeschichte). Das Foto sehe ihr noch zu ähnlich und würde ihre Resozialisierung behindern, argumentierte sie, obwohl sie vor einem Jahr eine Foto-Story von sich hat machen lassen.

(Spürnasen: Alabama, Micha und Florian G.)

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23 KOMMENTARE

  1. Frau Mohnhaupt und andere RAF-Terroristen haben es doch selbst in der Macht; sie könnten öffentlich Reue zeigen, und sich für ihre wahnsinnigen Morde entschuldigen, wie es einem zur Einsicht gekommenden Menschen gut zu Gesicht stünde.

    Wer morden kann, muß sich auch entschuldigen können – ganz gleich, was der Rechtstaat verlangt, oder nicht verlangt, es ist ein Gebot der Menschlichkeit, und das Einhalten der Gebote der Menschlichkeit darf man von denjenigen Personen, die auf so widerwärtige Weise gegen diese verstießen, durchaus erwarten!

    Aber – Entschuldigungen ausbleiben zu lassen, und dann noch dreist Forderungen zu stellen, ist ungeheuerlich. Wie werden sich wohl die Hinterbliebenen der Opfer fühlen?

  2. aha! es gibt also nur noch „ex“-mörderinnen und „ex“-terroristinnen.
    dann gibt es also auch nur noch „ex“-opfer.

    *sarkasmus on*
    hallo „ex“-opfer! es ist alles vorbei! sie können jetzt wieder lebendig werden und aus den gräbern steigen!
    aber bitte vorher den uneinsichtigen täterinnen verzeihen, sonst wird das nichts mit der geschichtlichen aufarbeitung.
    *sarkasmus off*

    es ist zum kotzen! und genau dieses terroristenpack warf damals der gesellschaft vor, sich nicht mit der deutschen nazigeschichte auseinandersetzen zu wollen. und jetzt benehmen sie sich selbst wie die uneinsichtigsten paradenazis.
    unter den nazis hätten die raf-terroristen karrieren als gauleiterinnen, ss-bonzen oder kz-schergen(siehe behandlung der raf-geisel schleyer) gemacht.
    widerliches gesocks!

  3. Ich werde Frau Mohnhaupt erst dann als Ex-Mörderin bezeichnen wenn ihre Opfer auferstanden sind und mit mir auf ein Bier gehen können. Und bis dahin können mir sie, ihre Anwälte und alle sonstigen Terroristenfans gepflegt den verlängerten Rücken lecken.

    Schade, dass sich nicht die ganze Terroristenbrut selber umgebracht hat.

  4. Die Parallelen zu „1984“ sind wahrlich nicht an den Haaren herbeigezogen, in diesem Fall erstmal von Juristen, aber die Politik ist ja auch nicht abgeneigt, Geschichte jeweils richtig „anzupassen“.

    Passt auch zum Film „Brazil“, sehr empfehlenswert, sogar besser als „1984“.

  5. „Frau Mohnhaupt und andere RAF-Terroristen haben es doch selbst in der Macht; sie könnten öffentlich Reue zeigen, und sich für ihre wahnsinnigen Morde entschuldigen, wie es einem zur Einsicht gekommenden Menschen gut zu Gesicht stünde.“

    Ganz genau! Da diese Reue aber offenbar nicht vorhanden ist, verfolgen Mohnhaupt und ihre Anhänger wohl noch weiterhin ihre Ziele – mit Unterstützung von Grünen und Antifa.

  6. #1 NameNameName (06.04.07 13:10)

    „Wer morden kann, muß sich auch entschuldigen können“

    Nein. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach muß und braucht er das nicht.
    Er muß nicht mal zur Aufklärung beitragen.

    Aber bitte im Knast!
    Bis zum Exitus.

  7. Es gibt auch moderate Terroristen. Mit denen muss der Staat verhandeln. Leider ist es noch niemandem gelungen, einen moderaten Terroristen aufzuspüren.

    Am Besten, wir fragen mal Herrn Peymann. Der kennt sich damit aus.

  8. Willkommen im Land der Terroristen-Versteher (und heimlich -Gutfinder)

  9. Sie wäre eine Ex-Terroristin, wenn sie glaubhaft bereut, bei den Hinterbliebenen ung Geschädigten um Vergebung bittet und sich gegen Kommunismus und linke Ideologie engagieren würde. Sie tut nichts davon, steht zu ihren „Idealen“ und beleidigt die Opfer. Vergebung und Rehabilitation werden dadurch unmöglich. Man sollte ihr noch etwas Bedenkzeit in ihrer Zelle geben.

  10. Man muß in unserer Gesellschaft zum geistigen Abschaum gehören, um Respekt zu erlangen.

    Kein Wunder, dass uns primitive Kulturen verachten!

    Sie haben ja gar nicht so Unrecht…..

  11. Die jetzigen Mechanismen lassen sich ja logisch erklären. Die heimlichen Symphatisanten von damals sitzen in allen Schaltfunktionen des BRD-Staates.
    Der Peymann ist ja nur die sichtbare Spitze des Eisberges. Die 68er-Überzeugungstäter sind nicht besser als die Nazis

    hvl

  12. Mir tut nur die arme Sau (T`schuldigung Musels) leid, die meint sich nicht zurückhalten zu können, und mit`m Messerchen Fakten schafft.
    Dann is aber was los im Kartong!

  13. wenn ich hier jetzt meine meinung zu diesem thema kundtun würde, hätte ich morgen mehrere klagen am hals …..

  14. „Gnade“ und „Verzeihen“ sind sittliche Grundwerte, ohne die eine Gesellschaft nicht funktionieren kann. Das heisst im Umkehrschluss aber NICHT, dass automatisch JEDER Anspruch auf Gnade hat. Es gibt eine gewisse Grenze, ab der sich ein Mensch so stark von der Gesellschaft verabschiedet, dass man ihn guten Gewissens wegsperren, und den Schlüssel wegwerfen darf.
    Die führenden Köpfe des RAF-Terrorismus haben diese Grenze bewusst, freiwillig und ohne Zwang oder Not überschritten. Jetzt sollen sie auch die Konsequenzen tragen.
    Wir haben uns im Westen weitgehend dazu durchgerungen, auf die Todesstrafe zu verzichten, da der Staat nicht gezielt menschliches Leben beenden darf. Das ist ein zivilisatorischer Fortschritt, den ich begrüsse, aber dann muss unbedingt noch die Möglichkeit einer ECHTEN lebenslangen Strafe bestehen, um „ausserordentliche“ Rechtsbrecher adäquat zu bestrafen.

    Übrigens sudert H. Prantl heute in der SZ von der „fehlenden Rückfallgefahr“. Tolles Argument, weil z.B. jemand, der seine einzige Erbtante umgebracht hat, auch nicht in Gefahr ist, die Tat zu wiederholen. Aber lässt man ihn deshalb umgehend frei?

  15. „Darf man einen Mörder einen Mörder nennen, einen Terroristen einen Terroristen?“

    Die Frage stellt sich doch gar nicht. Wer will einem, oder eben mir, die Benennung verbieten? Und wann und wo. Nur im Inland oder auch im Ausland. Nur bei Tag oder auch bei Nacht. Nur im Gespräch oder auch in der Zeitung, in Büchern oder gar Lexika.

    Dieser Helmut Jipp muss eine Pfeife sein. Nein, er ist Anwalt. Und das erklärt bereits die Hälfte. Die andere Hälfte zeigt, dass er weltfremd ist. Weltfremd wie seine Mandantin. Die können verbieten was sie wollen, die Wahrheit zu unterdrücken haben doch schon ganz andere Leute versucht, Und sind kläglich gescheitert. Es beweist einmal mehr, dass die Antragsteller von Geschichte keine Ahnung haben, nicht in der Gegenwart leben und ihre Anwälte gewissenlose Absahner sind. Sonst würden sie ihren Mandanten mal zart fühlend einen Hinweis geben. Oder aber sie sind denen geistig so nahe, dass sich die Grenzen zwischen Tätern, also Mördern und ihren Steigbügelhaltern auch heute noch, so viele Jahre später verwischen.

  16. Sehr schön ich mit dieser Ansicht können wir ja endlich die deutsche Geschichte ein wenig freundlicher betrachten. Speziel die Exmassenmorde der Exnazis unter dem Exmassenmörder. Da brauchen wir uns auch nix mehr über Ex-KZ und ähnlichen anhören. Akte Ex-Drittes Reich hier mit geschlossen.

  17. Dass alle diese Mörder-Weiber wieder frei herumlaufen, beweist, dass es etwas faul ist im Staate Deutschland.

    Wer, wie die Albrecht, die Mohnhaupt, Meyer-Witt, Kröcher-Tiedemann etc ( und wie diese verworrenen Mordziegen alle heissen )erbarmungslos unschuldige Menschen gemordet hat („Bonzen“ aus Politik und Wirtschaft genauso wie kleine Leute), aus irgendwelchen konfus-verworrenen pseudo-politischen Vorstellungen, der hat das Recht auf Glück in der Gesellschaft verspielt.

    Die meisten normal-gesitteten Menschen sehen das so, die deutsche Weichpudding-Justiz und grosse Teile der Politik leider nicht……….rom

  18. Dass alle diese Mörder-Weiber wieder frei herumlaufen, beweist, dass es etwas faul ist im Staate Deutschland.

    Wer, wie die Albrecht, die Mohnhaupt, Meyer-Witt, Kröcher-Tiedemann etc ( und wie diese verworrenen Mordziegen alle heissen )erbarmungslos unschuldige Menschen gemordet hat („Bonzen“ aus Politik und Wirtschaft genauso wie kleine Leute), aus irgendwelchen konfus-verworrenen pseudo-politischen Vorstellungen, der hat das Recht auf Glück in der Gesellschaft verspielt.

    Die meisten normal-gesitteten Menschen sehen das so, die deutsche Weichpudding-Justiz und grosse Teile der Politik leider nicht……….rom

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