Die UN ist immer wieder für überaus unschöne Überraschungen gut. So, wie man vor ein paar Jahren den üblen Menschenrechtsverletzer Muammer el Gaddafi den Vorsitz der UN-Menschenrechtskommission übernehmen ließ, so leistete man sich jetzt einen neuen makabren Schildbürgerstreich: Simbabwe, dessen Präsident Robert Mugabe (Foto) einer der schlimmsten Diktatoren Afrikas ist, der das ehemalige Rhodesien, die Kornkammer Afrikas, in ein hungerndes Armenhaus verwandelte und politische Gegner foltern und ermorden lässt, erhielt jetzt den Vorsitz der UN-Kommission zur Armutsbekämpfung.

Nicht reiner Sachverstand, sondern ineffektiver Proporz ist oft ausschlaggebend bei der Vergabe von Ämtern der Vereinten Nationen. Trotz großer Widerstände übernimmt nun ausgerechnt Simbabwe den Vorsitz für eine Kommission zur Armutsbekämpfung.

Es gibt wichtigere Organisationen als die UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD) in New York. Doch dass Francis Nhema, der Umwelt- und Tourismusminister Simbabwes, am Wochenende den CSD-Vorsitz antreten durfte, wird ihren Einfluss weiter schmälern. Es beweist einmal mehr, dass auf der internationalen Bühne vielfach nicht Sacherwägungen, sondern der Konflikt zwischen armen und reichen Ländern das Handeln bestimmen. (…) Die Wahl gehörte zum Abschlussprogramm einer zweiwöchigen Konferenz in New York, die am Wochenende mit einem Eklat zu Ende gegangen war. Umweltminister Sigmar Gabriel verweigerte als Vertreter der EU-Ratspräsidentschaft seine Unterschrift unter der Abschlusserklärung. „Die EU könne den neu gewählten Vorsitzenden aus Simbabwe wegen der verhängten Sanktionen gegen das Land nicht einmal einladen“, erklärte Gabriel seine Enthaltung. Doch der Einwand hatte nicht den gewünschten Effekt: Simbabwe setzte sich durch.

Aufgabe der CSD ist nach eigener Darstellung die Integration von sozialen, ökonomischen und ökologischen Kriterien bei der weltweiten Armutsbekämpfung.

Die Armutsrate in Simbabwe liegt bei 80%. Da hat man ja in der Bekämpfung eine Menge Erfahrung. Die Erfolgsbilanz des Landes sieht so aus:

Simbabwe, einst die Kornkammer des südlichen Afrika, hat seine Ernten in sieben Jahren halbiert, die Zahl der Hungernden auf Millionenhöhe hochgetrieben und die Inflation mit 2200 Prozent auf Weltrekordniveau gebracht. Die Regierung unter Robert Mugabe drangsaliert Oppositionelle. Sie ließ die Landreform in ein gewalttätiges Chaos ausarten und die Armutsrate auf über 80 Prozent der Bevölkerung ansteigen. Ihr Sicherheitsapparat missachtet die Menschenrechte. Zucker und Brot sind unerschwinglich für die meisten Simbabwer. Der Preis für das Grundnahrungsmittel Maismehl stieg am 1. Mai um 580 Prozent.
Nun soll Simbabwe der Welt den Weg zu nachhaltiger Entwicklung aufzeigen. Vor allem bei westlichen Diplomaten, aber auch innerhalb der Vereinten Nationen stößt diese Entscheidung auf massive Kritik. „Die Wahl Simbabwes wird von Millionen Menschen, die mit Hilfe der Vereinten Nationen der Armut entkommen wollen, als Skandal angesehen werden“, gab der britische Umweltminister Ian Pearson zu Protokoll. Simbabwes UN-Botschafter, Boniface Chidyausiku nannte die Kritik eine „Beleidigung unserer Intelligenz“.

Nun ja, all zu viel scheint ja nicht da zu sein, was beleidigt werden könnte.

Und es ist ja nicht „nur“ die Armut, die Mugabe und seinem Tyrannen-Clan angelastet werden muss. Menschenrechte werden in dem afrikanischen Land mit Füßen getreten, die Exzesse gegen Oppositionelle immer blutiger, was auch schon Proteste der UNO auslöste. Australiens Ministerpräsident John Howard verglich mit Blick auf Berichte über Folter, Misshandlungen und Einschüchterungsversuche durch die Geheimpolizei das Vorgehen der Regierung gegen Oppositionelle mit den Nationalsozialisten.

Die UNO ist einfach nur lächerlich und peinlich. Wer sollte diese Ansammlung von korrupten und inkompetenten Hampelmännern noch Ernst nehmen?

(Spürnase: spital8katz)

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24 KOMMENTARE

  1. Warum hat man denn Saddam nicht den Vorsitz für das Kinderhilfswerk gegeben? Es wäre eine Maßnahme zur Resozialisierung gewesen. Die Prognosen standen günstig. Stattdessen werden Diktatoren in einem Klima der Hexenverfolgung bestraft.

    Die Amis wissen schon, warum sie diesen Drecksladen am liebsten aus New York rausschmeißen würden.
    Die UNO gehört nach Nordkorea, Cuba oder Venezuela oder nach Syrien.

    http://countrystore.blogspot.com/images/UN_sale.jpg

  2. Der nächste afrikanische Staat, der den Weg Simbabwes gehen wird, ist Namibia. Der Anfang ist schon gemacht.

    Und dann bleibt da noch Südafrika…

  3. >> Die UNO ist einfach nur lächerlich und peinlich. Wer sollte diese Ansammlung von korrupten und inkompetenten Hampelmännern noch Ernst nehmen?

    Natürlich sollte niemand. Hätte die Frage jedoch geheißen: „Wer nimmt diese Ansammlung von korrupten und inkompetenten Hampelmännern noch Ernst?“, dann hätte die Antwort – wie auf so viele Fragen – geheißen: Linke, Gutmenschen und Dummköpfe.

  4. Die UN ist mittlerweile nicht mal mehr als Debatierclub ernstzunehmen. Auf der anderen Seite ist die Wahl Simbabwes nur konsequent, wenn man sich andere UN Organisationen anschaut.
    Erbärmlich!

  5. Jawoll, so sieht sie aus, die „UN 2010“:

    Simbabwe: Wirtschaftsressort
    Iran: Beauftragter für Religionsfreiheit
    China: Gesundheit und Transplantationswesen
    Somalia: Internationale Sicherheitsfragen
    Nordkorea: Atomenergie und Forschung

    Aber das wäre jetzt ja rassistisch, wenn ich sagen würde, daß die „Dritte Welt“ für viele Mißstände SELBST verantwortlich ist, und nicht nur die bösen Ex-Kolonialisten…

  6. Wie kann man überhaupt Armut „bekämpfen“?
    Armut bedeutet den Mangel an Gütern. Etwas zu bekämpfen beutet letztlich es zu zerstören.
    Wie kann man einen Mangel zerstören?

  7. Die UNO ist seit einigen Jahren ein korrupter und rassistischer Haufen. Daher auch die endlosen Resolutionen GEGEN Israel.

    Bütikofer und auch Trittin (heute Grüne) waren früher „Führer“ des KBW. Sie haben in den 70er Jahren für Mugabe 1 Million!! DM gesammelt. Das Geld haben sie ihm dann persönlich übergeben.

  8. Kaum wird mal ein Posten mit dem richtigen Mann besetzt, habt Ihr trotzdem was zu meckern. Unfaßbar.

  9. Es werden sich genug Linke finden lassen die allen Ernstes behaupten dass nicht Mugabe sondern jüdisches Grosskapital und das internationale Finanzjudentum für die Misere in Zimbabwe verantwortlich sind.

    Oder sieht einer noch Unterschiede zwischen Rot- und Braunsozialismus ?

  10. Tja, auch diese Leuchte der Menschheit wird von den ca 170 Mio Euro UN Beitrag von Deutschland bezahlt. Als Dank dafür ist Deutschland noch immer „Feindstaat“.
    Irgendwie bekomme ich von Tag zu Tag immer mehr Verständnis für die USA, die diesem Deppenverein mit Namen UN nicht mehr unbegrenzt Geld in den Rachen werfen wollen.

  11. # 9
    „Die UNO ist seit einigen Jahren ein korrupter und rassistischer Haufen. Daher auch die endlosen Resolutionen GEGEN Israel.“

    Das lässt sich gut nachlesen in:
    Pedro A. Sanjuan
    „Die UN-Gang“ -Über Korruption, Spionage, Antisemitismus, Inkompetenz und islamischen Extremismus in der Zentrale der Vereinten Nationen
    Erfahrungsbericht eines Insiders

    Das ist das Desillusionierendste über die UNO, das jemals berichtet wurde!
    Da muss man sich heute über nichts mehr wundern. Dieser Verein gehört publizistisch bekämpft – und zwar auf allen Ebenen!!

  12. # 9 Medea

    „Bütikofer und auch Trittin (heute Grüne) waren früher „Führer“ des KBW. Sie haben in den 70er Jahren für Mugabe 1 Million!! DM gesammelt. Das Geld haben sie ihm dann persönlich übergeben.“

    Ich bitte dringend um eine Quelle!!

  13. Mugabe hält Adolf Hitler für einen großen Mann. Kein Wunder das sein Land ins Elend fällt. Es gibt nun mal Gerechte und Frevler. Mugabe gehört zu den Letzteren. Selbst viele Unverständige wissen, dass es dem Frevler schlecht ergeht. Das war immer so und wird immer so bleiben.

  14. @argonnenveteran & alle
    Lest mal das Buch von David Landes:
    Wohlstand und Armut der Nationen. Warum die einen reich und die anderen arm sind
    Eine durchweg gelungene Lektüre für alle an der Wahrheit interessierten Geister.

  15. Ist mit der UNO wie mit einem Teil unserer Gutmenschen: Irgendwo muessen sie einen Job bekommen, und wo lebt es sich leichter als in einer buerokratischen Hilfsorganisation.

    Ausserdem hat man immer Recht! Und wenns dann wie auf dem Balkan nicht so richtig wuppt, dann warens die Amis, der Westen oder sonst irgendwelche Boesewichter.

  16. Wie krieg ICH mal in dem Saftladen nen Job? Schlecht bezahlt isses wohl nich…

  17. @15 Ulrich
    Das Ganze liegt ja 30 Jahre zurück. Damals stand es zum einen in der eigenen Zeitung des KBW, außerdem sammelten sie öffentlich Geld für Zimbabwe. Und es stand seinerzeit ebenfalls in der KBW eigenen Zeitung, daß sie das Geld persönlich Mugabe übergeben haben.

    In den 80er Jahren spaltete sich der KBW und ging dann auch bald unter. Daher gibt es sicher heute (nach 30 Jahren) auch keine nachweisbaren Belege mehr dafür.

  18. Eine Bekannte von mir hat mal bei der UN in NY ein Praktikum gemacht, sollte über 3 Monate gehen, nach 3 Wochen ist (und wurde) sie gegangen, da sie wohl nur noch gekotzt hat.
    Man muss anscheinend wirklich bösartig sein, um Politiker/Lobbyist zu werden.
    Gutmenschen sind die Totengräber der Vernunft.
    Jeder der mal die Wahrheit sagt, wird gnadenlos gejagt, sieht man ja auch im kleinen Rahmen (BRD) mit dem Staatsanwalt Reusch.

    Die UN ist genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich sein sollte.

  19. Ja, der gute Mann trägt seinen
    Teil dazu bei, nicht arbeitslos zu werden.
    Erst Armut und Elend schaffen, rassistisch gegen weiße Landsleute vorgehen, zwangsenteignen und den Mist auch noch als Erfolg verkaufen.

    Dann ab nach New York und im Namen
    der Armen dieser Welt Kohle scheffeln
    und heiße Luft ablassen.

    Meister Mugabe, bitte den Bart ein klein wenig breiter wachsen lassen, Perücke und einen Scheidel auf´s Haupt ziehen.

  20. @Medea #20
    „Das Ganze liegt ja 30 Jahre zurück. Damals stand es zum einen in der eigenen Zeitung des KBW, außerdem sammelten sie öffentlich Geld für Zimbabwe. Und es stand seinerzeit ebenfalls in der KBW eigenen Zeitung, daß sie das Geld persönlich Mugabe übergeben haben.

    In den 80er Jahren spaltete sich der KBW und ging dann auch bald unter. Daher gibt es sicher heute (nach 30 Jahren) auch keine nachweisbaren Belege mehr dafür.“

    Es wäre sehr wichtig, Belege dafür zu finden: Lässt sich die KBW-Zeitung nicht auftreiben?
    Ich habe an Trittins Büro geschrieben. Auf meine mail kam folgende Antwort:
    „Sehr geehrter Herr Affeld,
    Ich habe Ihre e-mail Herrn Trittin vorgelegt und antworte Ihnen in
    seinem Namen. Herr Trittin hat nach seinen Errinnerungen niemals Geld
    für Robert Mugabe gesammelt. Falls Sie weitere Fragen oder Anmerkungen
    zu diesem oder anderen Themenkomplexen haben, können Sie sich gerne an
    mich wenden.

    Mit freundlichen Grüßen
    i.A.
    David Gerl“

    Hier wäre es interessant, Trittin zu überführen – und zwar öffentlich über diesen Blog hinaus!

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