marovitch.jpgDer Botschafter des Vatikans in Istanbul, Monsignore Georges Marovitch (Foto), hat nach dem grausamen Mord an den drei Mitarbeitern eines christlichen Bibelverlags in der ostanatolischen Stadt Malatya eine Erklärung abgegeben, die an Kaltschnäuzigkeit kaum zu überbieten sein dürfte. In einem Interview mit der italienischen Corriere della Sera sagte er: „Wie es scheint, handelte es sich um eine jener Gruppierungen, welche die Bibel in Gegenden propagieren, wo es keine Christen gibt. Sie bieten den Moslems Evangelien an und provozieren ihre Reaktion. Es bräuchte viel mehr Besonnenheit.“

Und weiter:

„Wir benehmen uns nicht wie sie. Wie die Orthodoxen oder die historischen protestantischen Kirchen gehen wir nicht unter die Moslems, um dort eine Propagandatätigkeit zu entfalten. Wir arbeiten vielmehr mit der kleinen christlichen Minderheit. Bei den anderen machen wir uns durch unsere Schulen und karitativen Zentren bekannt – nicht mit Auftritten auf der Straße.“

Wie war das nochmal mit der Aufforderung Jesu?

”Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen“ (Mk 16, 15).

Marovitch fiel bereits im Februar 2006 nach dem Mord am katholischen Priester Andrea Santoro negativ auf, als er den westlichen Medien die alleinige Schuld am Tod Santoros gab und den Islam als Religion der Liebe darstellte. Der Vatikan sollte sich wirklich reiflich überlegen, ob Leute wie Marovitch noch weiterhin geeignete Vertreter der Kirche sein können.

(Spürnase: tape)

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36 KOMMENTARE

  1. Was will man vom Vatikan auch anderes erwarten. Die sind doch seit jeher bekannt für Boshaftigkeit und Zynismus.

  2. Wenn eine Person seinen Glauben friedlich äussert und anderen diesen Glauben darstellt, dann kann dies niemals ein Grund sein, ihn umzubringen.

    Das verschweigt Herr Marovitch. Er verschweigt auch, dass es eine unglaublich ungerechte Tat war.

    Dass man Muslime aber durch allerlei provozieren kann, das ist richtig.

    Dass die katholische Kirche nicht missioniert, das ist eine Schande.

  3. Was für ein Trottel…

    Überhaupt spricht er wohl kaum für die ganze katholische Kirche. Es gibt zahlreiche katholische Vereine, die die Missionierung v.a. im arabischen Raum vorantreiben, Bibeln verteilen und Seminare abhalten. Neben den Evangelikalen sind die Katholiken die aktivsten Missionare.

  4. Marovitch erscheint mir als ganz grosser Heuchler. Ich weiss nicht, wie man ihn zu einem Pfarrer berufen konnte.

    Benedikt sollte ihn sich einmal ganz genau ansehen.

  5. Der Islam, die Religion der Liebe, der Liebe zum Tod, diesen Halbsatz hat der gute Mann wohl vergessen.

  6. „..Marovitch fiel bereits im Februar 2006 nach dem Mord am katholischen Priester
    Andrea Santoro negativ auf..“

    Auch der dezente Hinweis auf ein katholisches Opfer, ändert nichts an
    der Tatsache, dass von der katholischen Kirche in Bezug auf Protestanten
    grundsätzlich nichts anderes zu erwarten ist.
    Ich erinnere an den Umstand, dass wir etwa ein Drittel Deutschlands als
    Einflussgebiet für die katholische Kirche abtreten mussten.

  7. @ Misteredd
    @ Daniel

    Letztlich verbietet sich die katholische Kirche selbst die Mission unter den Moslems, oder wie ist diese Stellungnahme des II. Vaticanums anders zu verstehen:

    „3. Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten. Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.“

    (http://www.stjosef.at/konzil/NA.htm)

    Von Mission ist da jedenfalls nicht die Rede …

  8. Wenn ich ihn richtig verstehe:

    „Wir benehmen uns nicht wie sie. Wie die Orthodoxen oder die historischen protestantischen Kirchen gehen wir nicht unter die Moslems, um dort eine Propagandatätigkeit zu entfalten. Wir arbeiten vielmehr mit der kleinen christlichen Minderheit. Bei den anderen machen wir uns durch unsere Schulen und karitativen Zentren bekannt – nicht mit Auftritten auf der Straße.“

    dann darf ich nun also alles Moslems, die in Deutschland nicht so leben wie wir, mit 150 Messerstichen quälen und umbringen?

    Das leuchtet ja sogar mir ein. Ich bin dann mal draußen…

  9. Tja, immer diese Provokateure. Da lugt doch schon wieder die Inquisition um die Ecke, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

  10. nein, nein, Marovic ist weder Trottel, noch ein Heuchler. Er kommt aus Kroatien (Rijeka) und ist repräsentativ für den kroatischen Klerus und allgemein für kroatischen Klerofaschismus. Für ihren rabiaten völkischen Nazismus wurden die Kroaten nie bestraft , sondern belohnt. So why changing anything? Dises Land ist voll von Typen , die so denken und reden wie Marovic, sie sind keinesfalls beschränkt auf Klerus. Dafür haben sie in den letzten 15 Jahren nur Lob und Annerkennung vom Westen bekommen. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass der kroatische Klerus (Gottseidank) nicht für alle Katholiken spricht. Unter Wojtila ging es ihnen sehr gut, er war auch ein fanatischer Hasser von Ortodoxen. Ich hoffe, dass der Benedikt XVI, der die Nähe zu den Ortodoxen sucht und Solidarität mit Christen im Mittleren Osten gezeigt hat, eine Wende einleitet und die Marovic und Co ausmistet.

  11. #4: „Benedikt sollte ihn sich einmal ganz genau ansehen.“…

    …Und ihn möglichst in den Gaza-Streifen zwangsversetzen!

  12. Genaugenommen hat Papst Johannes Paul II das Attentat auf seine Person 1981 ebenfalls provoziert.

  13. Vermutlich hätte Monsignore Georges Marovitch damals vor etwa 2.000 Jahren sehr gut den Judas-Job (Verrat Jesu mittels eines Kusses) oder den Petrus-Job (dreimaliges Leugnen Jesu, bevor der Hahn kräht) übernehmen können.

    Es ist halt so eine Sache mit dem Glauben und der eigenen Überzeugung.

  14. Ich bin bloß froh das ich kein Katholik bin und auch keiner sein werde.
    Wenn wir früher auf das Appeasement-Geschwaffel des katholischen Klerus gehört hätten, stünde die Mauer immer noch.

  15. Ich schäme mich als praktizierender Katholik für diesen Nuntius, der so kaltschnäuzig über Menschen herzieht, die diesen Blinden das Licht des christlichen Glaubens bringen wollten und ihr Leben dabei gelassen haben. Dieser Mann redet solch ein Blech, so dass ich hoffe, dass dieser Sesselfurzer dort bald abgezogen wird und nach Papua Neuginea bzw. Samoa geschickt wird. Wir sollten aber bedenekn, dass er nur das macht und vielleicht tollpatschig ausplaudert, was derzeit römische Linie ist. Wenn selbst der Papst Benedikt XVI., der religiöse Führer von 1,2 Mrd. Katholiken, in der Türkei sein Brustkreuz verbirgt und sich in einer Moschee vorführen lässt, dann braucht man sich über solche Subalternen nicht zu wundern.

  16. Vollkommen unabhängig von etwaigen Glaubensdifferenzen, hat mich einfach diese abnorme, unmenschliche Reaktion entsetzt, mit der er auf die drei grausam gefolterten Opfer reagiert hat:

    diese selbstverliebte, arrogante „selbst schuld“, als ob einen Bibelverlag zu betreiben ein schweres Kapitalverbrechen darstellt.

  17. noch zu #14

    und selbst wenn es ein Kapitalverbrechen wäre, kann man doch von einem normalsozialisierten Menschen etwas Empathie erwarten.

  18. Antrophologen sein, – Nazismus, Klerofaschismus wie in den 30-er Jahren ist dort endemisch und noch unverfälscht. Das einzige was mich ein wenig gewundert hat, ist dass er aus Rijeka (in Istrien, dort werden die Menschen relativ normal sozialisiert) und nicht aus Siroki Brijeg (in Herzegovina, Heimat von Ante Pavelic, wo er immer noch als Held gilt und verehrt wird)kommt. Ich habe auf Siroki Brijeg getippt als ich den Beitrag gelesen habe, ohne jemals zuvor von diesem Marovic gehört zu haben.

  19. ups, die Hälfte meines Beitrags wurde gelöscht

    Ich schrieb:

    Klerofaschisten werden aber nicht normal sozialisiert. Marovic und seine Heimat ist eine Fundgrube für Antrophologoen – usw.

  20. Gibt es eine vatikanische E-Mail-Addy, wo man die Ablösung dieses Schleimers und Verräters fordern kann (in verbindlichen Worten, versteht sich)?

    Derartige Stellungnahmen hoher katholischer Kleriker machen mch zunehmend geneigt, aus der kath. Kirche auszutreten.

  21. Wurde Jesus nicht auch gefoltert und ermordet für das, wofür er stand?

    Diese Parallele ist sogar mir aufgefallen, obwohl ich nicht, wie diese Betschwuchtel, täglich Bibel lese.

    Ich folgere aus diesem ärmlichen Statement: Jesus war auch selber schuld. Er hätte ja nicht so laut predigen müssen.

  22. Etwas Offtopic aber:

    Ich seh grad den Kabel1-Text-Ted…mit der Frage:

    „Politische Lage immer unsicherer – Ist die Türkei reif für diue EU?

    Derzeit:
    Ja:889
    Nein:177

    Na dann mal ran an die Telefone, offensichtlich (wenn nicht getürkt:)
    ist die Gegenseite eifrig beim Telefonieren

  23. Etwas Offtopic aber:

    Ich seh grad den Kabel1-Text-Ted…mit der Frage:

    „Politische Lage immer unsicherer – Ist die Türkei reif für diue EU?

    Derzeit:
    Ja:889
    Nein:177

    Na dann mal ran an die Telefone, offensichtlich (wenn nicht getürkt:)
    ist die Gegenseite eifrig beim Telefonieren

  24. Ist doch Konsenz: Opfer sind Täter, denn sie haben die Tat provoziert.

    Hätten sie nicht:

    – in die Augen geblickt,
    – deutsch gesprochen,
    – einen Davidstern getragen,
    – eine schöne Schweinemett gegessen,
    – das Haar unbedeckt gelassen,
    – darauf bestanden, das Grundgesetz zu wahren,
    – von der Pressefreiheit Gebrauch zu machen,
    – Armenien erwähnt,
    – den Papst gelobt,
    – das Pluszeichen verwendet
    – darauf bestanden, dass Stolz aus Leistung erwächst

    ja dann hätte sich der multireligiös Bereichernde nicht provoziert gefühlt.

    Selbst schuld. Ätsch!

  25. Ich fand das nicht so schlimm, was Monsignore Marovitch da von sich gab.
    Zwar sagt die Ehefrau des deutschen Opfers, dass sie in der Stadt respektiert worden sind, aber es ist doch klar, dass man einem Moslem nie trauen darf.
    Wenn man in ein islamisches Land oder ein Gebiet fährt, wo es keine Christen gibt und dort eine christliche Gemeinde gründen will, dann ist es nicht weiter erstaunlich, wenn man einen Kopf kürzer gemacht wird.
    Damit will ich nicht die Moslems in Schutz nehmen, im Gegenteil, ich will damit sagen, dass wir uns von dem Islam fernhalten müssen, bzw. den Islam von uns fernhalten müssen.

  26. Religiöser Wahn tritt überall auf. Der Pfaffe ist wohl davon befallen.

    Aber andererseits……………..

    ……………eigentlich hat er Recht: Vergewaltigte Frauen provozieren ja auch die Männer, wenn sie ohne schützendes Kopftuch herumlaufen!

  27. Die 3 toten Christen sind im Sinne des Wort Gottes (gemeint ist Bibel/Neues Testament) Märtyrer, da sie für Christus gestorben sind.

    Bei solchen Aparatschicks aus den „Amtskirchen“ habe ich das Gefühl, die hätten nie wirklich in ihre heiligen Schriften geschaut, wahrscheinlich machen sie ihren Job auch nur wegen den Messdienern (Selbstzensur) …

  28. 1. Mai 2007, 09.48 Uhr

    Türkischer Pastor nach den Christenmorden in der Türkei hilflos

    Leiter der protestantischen Kirche in Diyarbakir erhält viele Drohungen gegen seine Person

    Istanbul/Türkei (Institut für Islamfragen, mk, 01.05.2007) Ahmet Güvener, Leiter der protestantischen Kirche in Diyarbakir erhielt schon viele Morddrohungen. Der Generalstab der türkischen Armee benutzt seit drei Jahren eine Informations-CD, die er neuen Rekruten zeigt. Auf der CD wird vor drei Gefahren für die Türkei gewarnt: die PKK, die Hizbullah und die christliche Missionsarbeit. Selbst Güveners Foto erscheint im Abschnitt über die Missionsarbeit, die als feindlich dargestellt wird. (…)

    Güvener spricht von einer Zunahme der Drohungen gegen seine junge Kirche und gegen seine eigene Person innerhalb des letzten Jahres. Die meisten Drohungen kommen per Post, sogar eine aus Deutschland. Vor einigen Monaten kam eine Person zur Kirche und fragte, ob er wirklich Ahmet heiße. Als Ahmet das bestätigte sagte Betreffender: „Warum änderst Du nicht Deinen Namen? Wenn Du ihn nicht änderst, dann mache ich Dich einen Kopf kürzer.“ (Da es sich um einen muslimischen Name handelt.)

    Link

  29. @ Romulus: genau so geht es mir auch.
    Kleine Korrektur:
    Es handelt sich nicht um den Nuntius sondern um den Pressesprecher der türkischen katholischen Bischöfe.
    Der Apostolische Nuntius in Ankara ist seit 2005 Erzbischof Antonio Lucibello, aber der redet genau so daher, wie am 20.04. hier zu lesen war.
    Ich hoffe nur, dass immer mehr Katholiken so etwas nicht durchgehen lassen.
    @ 21 Israel_Hands:
    Die einzige E-Mailadresse, die ich im Vatikan kenne ist: benediktxvi@vatican.va

  30. #21 Israel_Hands

    Bring’s hinter Dich! Jeder Cent für solche Gewaltversteher ist zuviel!

  31. Was verlangt ihr von einer „Religion“ die sagt, dass sie den selben Gott wie die Kulturbereicherer anbeten?

  32. da soll er doch gleich zum Dekret erheben, dass Christen nicht missionieren, anstatt verächtlich von Propagandatätigkeit zu reden.

  33. Bei Kirche in Not/Ostpriesterhilfe gibts ein „Special“ zur Türkei, naja, nicht so ganz aktuell, ist aber wieder auf der Hauptseite verlinkt, wurde glaube ich anlässlich des Papstbesuches und den Morden an Priestern erstellt: http://www.kirche-in-not.de/03_wiewir/laenderberichte_tuerkei.php

    Soweit ich weiß, ist Nostra aetate aber nicht direkt verbindlich. Will sagen: als Katholikin darf ich da durchaus auch anderer Meinung sein. Übrigens sollte sich Nostra aetate eigentlich nur mit dem Christlich-jüdischen Verhältnis beschäftigen…hier mal der Artikel von wikipdedia (ich weiß,ich weiß….nicht die beste aller Quellen…):(http://de.wikipedia.org/wiki/Nostra_Aetate)

    Nostra Aetate (lat. für In unserer Zeit) ist der Titel der Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die nicht-christlichen Religionen. Es wurde auf Anregung von Prälat Johannes Oesterreicher am 28. Oktober 1965 verabschiedet und öffentlich verkündet.

    Ursprünglich als Erklärung über das belastete Verhältnis zwischen Kirche und Judentum gedacht, weitete sich der Inhalt immer mehr zu einer Rundumschau auf alle Weltreligionen aus. Dabei strich es vor allem verbindende Elemente heraus, ohne dabei allerdings vom Absolutheitsanspruch abzurücken. Als Kernsatz ist anzusehen: „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist.“

    In Bezug auf Judentum und Islam (siehe auch: Allah und das Christentum) fordert die Erklärung dazu auf, gegenseitige Missverständnisse auszuräumen, und beruft sich wörtlich auf das „gemeinsame Erbe“ dieser Religionen und des Christentums. Dieses Versöhnungsangebot an das Judentum wurde von den Zeitgenossen als zentrale Aussage von Nostra Aetate und als revolutionärer Schritt der katholischen Kirche aufgefasst. Zudem verurteilt die Erklärung ausdrücklich alle Formen des Antisemitismus.

    Die Erklärung schließt mit einem Verweis auf die Menschenwürde: „So wird also jeder Theorie oder Praxis das Fundament entzogen, die zwischen Mensch und Mensch, zwischen Volk und Volk bezüglich der Menschenwürde und der daraus fließenden Rechte einen Unterschied macht.“ Dieser Hinweis wird verständlich im Lichte der damals noch gegenwärtigeren Erfahrungen des Holocausts.

    Der Text gilt als Grundlage für das von Papst Johannes Paul II. initiierte Weltgebetstreffen der Weltreligionen in Assisi 1986.

    Entstehung

    Bereits 1960 beauftragte Papst Johannes XXIII. den deutschen Kardinal Augustin Bea, eine Erklärung über das Verhältnis der katholischen Kirche zu den Juden vorzubereiten. Er wurde auch kirchenpolitisch aktiv, um die neue Auffassung in der katholischen Hierarchie durchzusetzen. Der neue Papst Paul VI., der im Januar 1964 auch Israel als Staat anerkannte, unterstützte Bea dabei. Ein junger deutscher Theologe arbeitete an der Erklärung mit: Joseph Ratzinger, der derzeitige Papst Benedikt XVI.. Dennoch gab es Widerstand aus verschiedenen kirchlichen Institutionen sowie aus arabischen Staaten, die für den Fall einer offiziellen Erklärung im Sinn Beas Repressionen gegen die katholische Kirche androhten.

    Diese Widerstände hatten unter anderem zur Folge, dass sich die endgültige Version von Nostra Aetate nicht allein auf das Judentum, sondern auf alle nicht-christlichen Religionen bezog.

    Ich verstehe das so, daß als positiv anerkannt wird, daß Muslime Monotheisten sind und sich teilweise auf die gleichen Wurzeln beziehen. Aber auch an allen anderen Religionen wird ja geschätzt was an wahrem und gutem enthalten ist, wie viel oder wenig das jeweils sein mag. Nur weil da keine explizite Kritik steht, heißt das nicht, daß man im Vatikan vom Islam hellauf begeistert wäre. Eher im Gegenteil- das Gedächtnis der heiligen Mutter Kirche geht weit, weit zurück, nur gibts leider auch im Vatikan Guties, und dann ist man auch sehr zurückhaltend, um nicht permanent tote Christen diverser Konfessionen zu produzieren, weil die Muslime wieder meinen, auf Worte mit Gewalt reagieren zu müssen (und dann nicht mal in der Lage sein, Pfingstler, Katholiken und Orthodoxe auseinanderzuhalten…). Ein paar Leute werden immer mal vorgeschickt, und es wird ansonsten erstmal Ruhe bewahrt. Aber glaubt nicht, daß diese Ruhe auch tatsächlich herrscht. Es gibt kirchliche Organisationen, die da außerordentlich aktiv sind, wenn wir Priester in Nordkorea mit Bibeln so weiter versorgen können, dann könnt ihr aber einen drauf lassen, daß in islamischen Ländern unter der Hand noch sehr viel mehr läuft. Man redet halt nicht viel drüber. Würde man drüber reden, wären die Leute eher heute als morgen mausetot.

    Nee, es gibt überall Idioten, und der hier zitierte gehört offensichtlich dazu, aber die Kirche wird im Zweifelsfall noch eine wichtige Rolle spielen. Auch unter dem Gesichtspunkt sehe ich das Aufeinanderzugehen von Katholiken und Orthodoxie sehr, sehr positiv.

  34. Verfassungsschutz registriert Israel-kritische Äußerungen deutscher Bischöfe in der Fachkategorie Rechtsextremismus
    München. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat die Kritik deutscher Bischöfe am Umgang Israels mit Palästinensern in der Fachkategorie Rechtsextremismus erfasst. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS. Mehrere Zeitungsartikel über den Besuch des Ständigen Rats der Deutschen Bischofskonferenz Anfang März in Israel seien einer Fachabteilung zugeleitet worden, die antisemitische Äußerungen auswerte. Einige Bischofskommentare seien in Hintergrundakten abgeheftet worden, sagte ein Verfassungsschützer FOCUS. Eine Sprecherin des Amtes lehnte eine Stellungnahme ab.
    Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hatte angesichts der israelischen Zaun-Anlage in Bethlehem an die Berliner Mauer erinnert und die schlechten Lebensbedingungen der Palästinenser kritisiert. Der Augsburger Bischof Walter Mixa sprach von Rassismus. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria hatte die Situation in Ramallah mit Bildern aus dem Warschauer Getto verglichen.

    http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-_aid_54789.html

    Kein wunder, das der Rechtsextremismus so gewaltig zunimmt, man muss nur richtig zählen.

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