Josef WürgesIn einem Interview mit der FAZ vom 20. Februar 2007 (S. 3) zum Moscheebau in Köln bezog der SPD-Bezirksvorsteher des Stadtbezirks Ehrenfeld, Josef Wirges (Foto, Quelle: Stadt Köln), deutlich Stellung. Die Argumente, die er dabei nutzt, zeigen nach einem kurzen Blick in die städtische Statistik vor allem eins: Sie sind grundlegend falsch!

Die FAZ schreibt:

Auch Bezirksbürgermeister Wirges will das nicht so recht gefallen. Er glaubt trotzdem, dass sein Stadtteil mit der Moschee die Integration schaffen kann. „Irgendwann werden fünfzig Prozent der Ehrenfelder Menschen mit Migrationshintergrund sein“, sagt er. Bei den Kindern und Jugendlichen sei es schon fast so weit. 45 Prozent kämen aus Einwandererfamilien, die größte Gruppe stellten die Türken. „Die können wir nicht einfach ignorieren“, sagt Wirges. Die Menschen müssten sich zu Hause fühlen, damit Integration gelinge. Die alte Frau, die sich in ihrem Stadtteil nicht mehr zurechtfinde, die habe es schon immer gegeben. „Die Welt ändert sich, das kann man nicht aufhalten.“

„Irgendwann werden 50% der Ehrenfelder Menschen mit Migrationshintergrund in Ehrenfeld sein“

Falsch! Richtig ist: Der Anteil ausländischer Mitbürger im Stadtbezirk Ehrenfeld beträgt zur Zeit ca. 19,8 %. Selbst wenn sich die persönliche Prognose der SPD bewahrheiten sollte – bis also 50% aller Ehrenfelder Menschen mit Migrationshintergrund sind, dürfte es noch eine Weile dauern, zumindest wird diese Entwicklung nicht mehr in die Amtszeit des SPD-Bezirksvorstehers fallen. [Nur Stadtteil Ehrenfeld: Anteil ausländischer Mitbürger – 23,9%]

„Die größte Gruppe stellten die Türken.“

Falsch! Richtig ist: Tatsächlich leben im Stadtbezirk Ehrenfeld 20.331 Menschen mit Migrationshintergrund. Davon stammen insgesamt 58% aus der Europäischen Union (30%) oder gehören sonstigen Nationalitäten an (28%). [Nur Stadtteil Ehrenfeld: 8.397 ausländische Mitbürger (23,9%) – davon 5.185 (62%) Europa und sonstige Nationalitäten]

„Bei den Kindern und Jugendlichen sei es schon fast soweit. 45 Prozent kämen aus Einwandererfamilien.“

Falsch! Richtig ist: 13.216 Kindern (79%) zwischen 0-18 Jahren deutscher Herkunft, stehen gerade einmal 3.522 Kinder (21%) aus Familien mit Migrationshintergrund gegenüber. [Nur Stadtteil Ehrenfeld: 2918 (71%) Kinder deutscher Herkunft – 1.183 Kinder von ausländischen Mitbürgern (29%)].

Die Junge Union Ehrenfeld, die sich im Gegensatz zur Kölner CDU klar gegen den Bau der Großmoschee positioniert hat, forderte den Bezirksvorsteher auf, seine unrichtigen Aussagen klar zu stellen. Solche Aussagen sind grundsätzlich keine geeigneten Argumente im Rahmen der Diskussion um den Bau einer Moschee. Oder kann man Migration gleichsetzen mit einer bestimmten Religionszugehörigkeit?

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