BoroujerdiIn unseren Medien findet sich nichts oder nur sehr wenig über den inner-iranischen Widerstand gegen das Regime der Mullahs. Unsere Informationen erhalten wir meistens von Exiliranern. Der Widerstand gegen Mahmoud Ahmadinejad findet bei unseren Medien kaum statt. Heute allerdings dann die Meldung über den regimekritischem Ajatollah Boroujerdi (Foto) und die ihm drohende Todesstrafe auf Spon.

Boroujerdi fordert die Trennung von Religion und Politik im Iran – das muss er wahrscheinlich mit seinem Leben bezahlen. Bei einem Prozess in Teheran droht dem Geistlichen und 17 seiner Anhänger am Mittwoch die Todesstrafe.

Was wird dem Ajatollah Boroujerdi vorgeworfen? Um dies zu verstehen, sollte man einen kurzen Ausflug in die jüngere iranische Geschichte machen. Erst durch Ajatollah Chomeini wurde der im Iran vertretene schiitische Islam zu einem politischen. Bis zu dieser Zeit vertraten die schiitischen Ajatollahs (im sunnitischen Islam kennt man diesen Rang nicht) eine eher zurückhaltende Position in politischen Fragen. Das Buch „Der islamische Staat“ und die Reden des Ajatollah Chomeinis 1970 in Nadschaf stellen somit die Wandlung des schiitischen Islam zu einer politischen Religion dar.

Die Gefahr für den iranischen Staat kann somit größer nicht sein: ein Ajatollah, der nach iranisch – schiitischen Verständnis ein höchstanerkannter Gelehrter der Schriften (mehr als ein Doktor der Theologie bei uns) ist und der sich offen auf eine Rückbesinnung der Geistlichkeit auf die Religion, fort von jeglicher politischer Einflussnahme einsetzt – dies könnte das Weltbild der iranischen Hardliner zum Erschüttern bringen. Wohl auch aus diesem Grund wird Boroujderi zum Tode verurteilt werden. Er sagt, er hätte keine Angst vorm Sterben.

(Spürnasen: spital, don carlos und Alexander Wassiljewitsch Koltschak)

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