GaddafiAcht Jahre lang haben fünf bulgarische Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt, der unterdessen die bulgarische Staatsbürgerschaft erhalten hat (womöglich ein Christ?), unschuldig in libyschen Kerkern gesessen. Zum Tode verurteilt, weil sie im Krankenhaus von Bengasi angeblich 426 libysche Kinder gegen Bezahlung absichtlich mit Aids infiziert haben sollen.

Alle Welt wusste, dass der abstruse Vorwurf erlogen und erstunken war und der Prozess vor drei Jahren die reinste Farce. Libyens Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi (Foto oben) brauchte Sündenböcke. Denn schuld an der Aids-Epidemie waren miese, typisch nordafrikanische Hygiene-Zustände in dem Krankenhaus in Bengasi. Tatsächlich waren die Kinder schon vor Ankunft der Bulgarinnen mit Aids infiziert, wissen unabhängige Experten. Nur, wenn Gaddafi das seinen Landsleuten hätte gestehen müssen, hätte er den unvermeidlichen Aufruhr nicht überlebt. Die Bulgarinnen mussten in den Kerker und um’s Haar an den Strick – um Gaddafi zu retten, aus sonst keinem anderen Grund.

Soweit, so normal in Libyen. Am schlimmsten aber ist: Europa schaut zu und tut nichts, überhaupt nichts, acht Jahre lang. Dabei waren die Bulgarinnen schon halbe EU-Bürger. Aber die EU läßt Bürger eines Landes, das seit Ende der 90er Jahre assoziierter Beitrittskandidat und seit einem halben Jahr Vollmitglied ist, in Gaddafis Kerkern foltern und verrotten – und belohnt jetzt den libyschen Ober-Terroristen noch dafür.

426 Millionen Dollar erhalten die Familien der infizierten Kinder, eine Million für jedes Kind. „Bei den Familien hat das große Geldzählen begonnen“, berichtet ein bulgarischer Fernsehsender. Besser als wenn man die Kinder mit Sprengstoffgürtel losschickt, werden sich viele libysche Eltern in dem über-kinderreichen Wüstenstaat denken (Geburtenrate: 3,21!) Wenn er die Bulgarinnen endlich ziehen lässt, winkt die nächste Belohnung: Ein Besuch von Président Sarkozy und das Ende der Krise.

Die Europäer haben vergessen, mit wem sie es in Libyen zu tun haben: Über 300 Jahre lang, vom 16. bis ins 19. Jahrhundert hinein, haben mohammedanische Korsaren aus Libyen und den westlichen Nachbarstaaten – Barbaresken-Staaten hieß man sie damals – Jahr um Jahr die europäischen Mittelmeerküsten heimgesucht und verheert. Über eine Million Christen haben sie in die Sklaverei verschleppt, aus purem Rassismus und mohammedanischem Herrenmenschenwahn. Italien litt besonders. Oriana Fallaci hat davon geschrieben. Ganze Dorf- und Stadtbevölkerungen wurden verschleppt. Libyer, Tunesier, Algerier, Marokkaner waren die Pest des Mittelmeers und weit darüber hinaus (sogar aus der Themse-Mündung und aus Island entführten die Barabresken-Piraten Hunderte von Christen auf Nimmerwiedersehen) – bis die Europäer Nordafrika kolonisierten und dem Horror ein Ende bereiteten. Jedenfalls in Nordafrika war der europäische Kolonialismus eine Segen und eine Wohltat – und eine echte Zivilisationschance für die Araber.

Was Gaddafi mit den bulgarischen Krankenschwestern getan hat, war ein typisch libysches Barabresken-Piratenstück: Entführung, Geiselnahme, Lösegeld kassieren. Wie vor 300 Jahren. Die Libyer haben sich nicht verändert, aber wir. Brüssel zahlt und belohnt die Piraten in Tripolis – und ist dann auch noch erleichtert und froh, dass die Krise vorüber ist.

Wenn die Europäer einen Funken Ehre im Leib gehabt hätten – und ein Funken Mitgefühl mit den Bulgarinnen – dann hätten sie die Tornados geschickt, Tripolis ordentlich bombardiert und ein Ultimatum hinterlassen: „Entweder ihr gebt die Krankenschwestern innerhalb von drei Stunden frei, oder wir kommen morgen wieder und schließen Euren elenden Laden komplett!“ Wofür haben wir denn die teuren Tornados? Die sich sogar gegenseitig in der Luft betanken können und für eine Mission über das Mittelmeer herüber top geeignet sind!

Aber wir spielen lieber die Waschlappen und freuen uns, dass wir zahlen dürfen. Kein Wunder, dass die Araber uns verachten – und nur auf die nächste Gelegenheit warten. Unsere Feigheit wird uns noch teuer zu stehen kommen. Ich schäme mich, ein EU-Bürger zu sein. Und ich weiß, was ich als EU-Bürger im Notfall und in Bedrängnis aus Brüssel zu erwarten habe – NICHTS!

(Gastbeitrag von Mtz)

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