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Der Mann mit dem Kreuz

HajoDer 11. September 2007 in Brüssel hat viele bizarre Geschichten geschrieben. Was Zivilcourage angeht, sticht die Aktion von PI-Leser Hajo F. am Place du Luxembourg jedoch deutlich heraus. Um kurz vor 12 Uhr entschloss er sich, sein mitgebrachtes Holzkreuz zum Gedächtnis an die 9/11-Opfer und als Zeichen gegen die drohende, schleichende Islamisierung Europas hoch zu halten. Kurze Zeit später war Hajo F. umzingelt von einer großen Menge internationaler Journalisten und stand ihnen auf Französisch, Englisch und Deutsch Rede und Antwort. Nicht zuletzt deswegen stieß „der Mann mit dem Kreuz“ bei der Brüsseler Polizei mehr und mehr auf Unbehagen…

Was dann geschah, berichtet Hajo F. selbst:

Ich kam am 11. September 2007 um halb 12 Uhr am Place du Luxembourg an. Dort war viel Polizei inkl. Polizeipanzern. Ich traf einen Bekannten mit zwei Gleichgesinnten an einem Café. Es war ja nur ein reines „Touristentreffen“ vereinbart und man wollte keine gemeinsamen Aktionen machen. So ging ich dann an eine andere Stelle des Platzes. Stephen
Gash von SIOE gab, ruhig in einem Café sitzend – also nicht demonstrierend – viele Interviews.

Kurze Zeit später wurden mehrere Personen in einen Gefängnis-LKW verfrachtet, ohne dass erkennbar gewesen wäre, dass sie „demonstriert“ oder sonst irgendetwas getan (diese Aussage sollte mir später immer wieder begegnen) hätten. Es war kurz vor 12. Ein Raunen ging durch die Menge, man müsse etwas tun, jetzt wäre ja die Gedächtnisminute für die 9/11-Terroropfer in den USA.

Ich entschloss mich spontan, mein mitgebrachtes Holzkreuz zum Einsatz zu bringen und – jeglicher, ungewisser Gefahr trotzend – es hoch zu halten. Als Gedächtnis für die Opfer, als Zeichen gegen die drohende, schleichende Islamisierung Europas, die mangelnde Gegenwehr und das wachsende Appeasement. Und natürlich als Spontanprotest gegen das ungerechte Demonstrationsverbot von Brüssels Bürgermeister Thielemans, verbunden mit einem Gebet und in Erinnerung an viele katholische Heilige, die ebendieser Gefahr des Islam schon vor Jahrhunderten trotzten: Es sei nur erinnert an den Heiligen Marco d´Aviano, Kapuzinerpater, der am 12.9.1683 die Truppen bei der Schlacht vor Wien gegen die anstürmenden mohammedanischen Horden des osmanischen Sultans unterstützte.

Hajo F.

Es handelte sich um eine private Einzelaktion, um Ausübung der Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 GG, Art. 11 Europäische Menschenrechtscharta (welche in Deutschland übrigens nicht einmal anmelde-, geschweige erlaubnispflichtig ist). Meine Aktion war nur: Holzkreuz hochhalten, still beten und ca. 50 Journalisten in Englisch, Französisch und Deutsch laufend Antworten geben.

Um 13 Uhr wurde ich schließlich von der Brüsseler Polizei festgenommen, gewaltsam verfrachtet in einen LKW mit dem Kennzeichen „NNN 148“ und einem innen angebrachten, von außen zu sehendem Schild „Charly 2“. Die Polizisten waren, wie dann später auch die meisten, von der Polizeizone 5339 (= eine von sechs Zonen in Brüssel).
Verbracht wurde ich in den Justizpalast, Place Poelaert, Tel.: 02/508-6656. Dort kam ich in einen hohen Raum in dem schon viele andere Personen warteten. Es wurden immer mehr
Inhaftierte, auch die Leiter von Vlaams Belang, Filip Dewinter und Bart Debie. Letzterer – übrigens ein ehemaliger Polizist – sagte mir, dass man uns maximal 12 Stunden ohne Grund festhalten dürfe. Üblicherweise käme man danach frei ohne weitere Folgen. Die deutsche Botschaft müsse ich nicht informieren, könne es aber wegen der politischen Wirkung.

Nach ca. einer Stunde wurden wir in kleine Zellen gebracht, die nur ein dickes grünes Gitter und eine Bank beinhalteten. Zuerst war ich mit sechs anderen Personen, dann allein, ganz am Ende mit drei Mitgliedern vom Vlaams Belang inhaftiert. WC-Zugang wurde einem einzeln gewährt, am Abend gab es eine Waffel. Ich konnte nach draußen mit dem Handy telefonieren und erreichte einen deutschen Rechtsanwalt und die deutsche Botschaft. Letztere gab mir die Auskunft, dass kein Fall des „diplomatischen Schutzes“ bestünde, da Belgien ja ein Rechtsstaat sei und ich bei einer Vernehmung die Möglichkeit, einen Anwalt zu nehmen, bekommen würde. So fügte ich mich in mein Schicksal.

Im großen, fünf Stockwerke hohen Zellentrakt ? ca. 20 Zellen, die fast alle gefüllt waren (in der Presse hieß es 154 Festnahmen an dem Tag), ging es hoch und laut her. Am besten gefiel mir die Parole, die ich lauthals unterstützte: „Islamisten – Terroristen“, was in Kürze auch den Kern unseres Anliegens ausdrückte. Ein Ortsvorsitzender des VB erzählte mir, wie schlimm seine Partei angegriffen werde beim Plakatieren, dass die Polizei nicht komme bei Notfällen und dass seine Partei eben die einzige sei, die auf die Gefahren der Islamisierung hinweise.

Um 19.30 Uhr wurde ich wieder entlassen, nach einer nur oberflächlichen Sachaufnahme-Prozedur. Mir wurde nichts abgenommen, nur kurzzeitig der Tascheninhalt in eine Plastiktüte gesteckt und dann alles zurückgegeben. Einen schriftlichen Nachweis der Haft bekam ich trotz Nachfrage nicht.

Wenn man sich vorstellt, dass auf dem Königsplatz in Brüssel die Statue des ersten Königs von Jerusalem, Gottfried von Bouillon steht, der beim ersten Kreuzzug am 17.07.1100 in Palästina starb, kann ich nur sagen: Armes Belgien – wie weit bist Du von Deinen Grundwerten und Traditionen abgekommen…

Anmerkung von PI: PI-Leser Urs Schmidlin weist in einer Mail zurecht darauf hin, dass der von Hajo genannte Gottfried von Bouillon keineswegs der erste König von Jerusalem war. Urs nennt statt dessen Saul und David. Weitere Bibelforschungen haben ergeben, dass Saul zwar der erste König der Israeliten war, aber nicht in Jerusalem. Der tatsächlich erste König von Jerusalem war daher König David.

Urs weitere Bemerkung, dass die Kreuzzüge keine friedliche Angelegenheit waren und dabei auch viele Juden getötet wurden, ist zutreffend.

» Brussels Journal: Capital of the EUSSR 7: The Man With the Cross