con-quichotte_200.jpgDie Rede war so peinlich, dass selbst der nicht gerade für geistreichen Humor bekannte Spiegel sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Anlässlich der Verleihung der Jakob-Grimme-Preises offenbart der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen, Frank Schirrmacher, ein Unwissen über die Entwicklung der Welt seit 1980, die man sonst bestenfalls bei deutschen Politikern anzutreffen gewohnt ist. Das Internet als Schlangengrube von Pornografie und Gewalt. Und als das Ende des Qualitätsjournalismus. Ob mit letzterem auch FAZ-Artikel des „Medienjournalisten“ Stefan Niggemeier gemeint sind, bleibt offen.

Die Rede, die man in längeren Auszügen in der Süddeutschen nachlesen kann, erinnert an Diskussionen der frühen 80er, als zunächst Computer und später das Internet noch von grünen Wahrsagern als Ausgeburt des Bösen und Vernichter zwischenmenschlicher Kommunikation verteufelt wurden, was nicht unwesentlich dazu beigetragen hat, dass Deutschland den Anschluss an die Informationstechnologie damals weitgehend verlor, und von den wirtschaftlichen Erträgen der bedeutsamsten technologischen Entwicklung des 20. Jahrhunderts nur am Rande profitieren konnte.

Dass ausgerechnet einer, der sich als Vertreter eines mittlerweile mit guten Gründen in Zweifel gezogenen „Qualitätsjournalismus“ präsentieren will, offenkundig nicht weiß, wovon er spricht, dabei aber beansprucht, es besser zu wissen, als alle anderen, verleiht dem Auftritt eine tragische Komik. Zumal der peinliche Geehrte der Generation der knapp 50-jährigen angehört, und damit in jedem anderen Job als dem des Zeitungsherausgebers mit größter Selbstverständlichkeit mit Computer und Internet umgehen können müsste.

Uns veranlasst das Armutszeugnis zur Frage, mit welchen Angeboten des Internet man selbst einen Schirrmacher überzeugen könnte, dass das Gute im Menschen letzlich auch im World Wide Web obsiegt. Welche Webseiten im Internet, einmal abgesehen von PI, schätzen unsere Leser und können sie weiterempfehlen?

Hier ist mein persönlicher Favorit:

Timms, das ständig wachsende Internetangebot der Tübinger Universität, das Videoaufzeichnungen kompletter Vorlesungsreihen aus dem laufenden Lehrbetrieb unterschiedlichster Fakultäten der Öffentlichkeit zu Verfügung stellt. Eine Fundgrube für alle, die gerne dazu lernen und sich über den Tellerand des eigenen Faches hinaus informieren wollen. Wir sind sicher, da draußen gibt es noch viel mehr Interessantes und sind gespannt auf Ihre Favoriten!

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49 KOMMENTARE

  1. Das MIT veröffentlicht ebenfalls ganze Vorlesungen als Videos mit dazugehörigen Notizen und sonstigen Texten als .pdfs
    Gute Sache.

  2. Obwohl ich eigentlich mit dem Internet mein Geld verdiene, ist mir erst in den letzten Tagen bewusst geworden, wie sehr das Internet unsere Welt verändert (hat). Wer heute am Arsch der Welt lebt und einen Internetanschluss besitzt, hat kein Problem mehr damit zu jedem erdenklichen Thema detaillierte Informationen zu bekommen und Kontakt zu gleichgesinnten zu knüpfen. Das kann in einzelnen Fällen ein Problem sein (siehe Kannibale von Rotenburg), in den meisten Fällen (z.B. bei nicht alltäglichen Hobbies, Informationen zu aktuellen Ereignissen, Hintergrundinformationen) ist es einfach super. Der Informationshorizont wird nun nicht mehr durch die FAZ, die Lokalzeitung und das einzige zum Thema verfügbare, 20 Jahre alte Buch der Dorfbücherei definiert.

    Und zum Journalismus muss man sagen, dass vielleicht die alten, trägen Zeitungen leiden, man aber plötzlich tausende neuer Informationsquellen hat, so dass man sich seinen Qualitätsjournalismus aus verschiedenen Quellen selbst zusammenbauen kann. Das ist sehr schön, denn dadurch ist man nicht von den Vorkauern und Meinungsdikatoren abhängig. Ich denke das ist es, was Schirrmacher meint, und was ihn stört. Mich stört es nicht, und der Demokratie dürfte es auch nicht schaden.

  3. „Fast alles, was im Netz auf Dauer ernst genommen wird, hat seine Urquelle in den Zeitungen.“ (Schirrmmacher)
    Hahaha… selten so gelacht! Das ist das Pfeifen im Walde einer Medienelite, die entsetzt erkennen muss, dass ihr langsam aber die sicher die Felle wegschwimmen und sie die Deutungshoheit über wichtige soziale und politische Phänomene verliert. So ein Dummbeutel!

  4. Ich denke das ist es, was Schirrmacher meint, und was ihn stört. Mich stört es nicht, und der Demokratie dürfte es auch nicht schaden.

    Genauso ist es, es ist ungleich schwerer für die Mediendiktatur geworden, qualitativ hochwertigen Journalismus zu betreiben, da die Informationsquellen schier unendlich zu sein scheinen und nicht nur der PC dienen.
    Wie dem auch sei, das Internet hat mit Sicherheitheit seine Schattenseiten, aber zu Recherchezwecken ist es durch nichts zu ersetzen, dank Google&Co.
    Die Ergebnisse einer Recherche zu nutzen ist somit auch sehr vielen anderen Menschen möglich und das schmerzt sehr, nicht wahr Herr Schirrmacher und daran werde auch die Plattitüden eines Herrn Niggemeier nichts ändern……

  5. Ein Aufmerksamer Leser der Sueddeutschen Zeitung, in der Schirrmacher’s Rede abgedruckt wurde bemerkte ganz richtig folgendes:

    Es bedarf schon der Qualität eines Herrn Schirrmacher, um in den ersten beiden Absätzen gleich zwei Fehler unterzubringen.

    Erstens ist die Autorin Joanne Rowling nicht die reichste Frau Englands, sie steht nur auf Platz 13. (Siehe http://www.timesonline.co.uk/richlist/fullSearch/0,,2007-5-0,00.htm )
    Zweitens tauchte „das Wort“ (!) „World Wide Web“ bereits im Jahr 1990 auf, nicht 1994. (Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/WorldWideWeb )

    Dieser Leser hat absolut recht – sehr peinlich Herr Schirrmacher-„Qualitätsjournalist…

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  6. Vor Jahren war in der Anderen Bibliothek eine Schirrmachersche Literaturgeschichte der Bundesrepublik angekündigt. Gerüchten zu Folge hat Enzensberger ihm damals sein Manuskript zweimal um die Ohren gehauen, seitdem verlegt sich der Mann auf Alte, Schwache und Methusaleme.

  7. Vor Jahren sagte man doch, dass pdfs und e-books Gedrucktes ablösen werden. Tja, das war vor vielen, vielen Jahren, aber… Bücher verkaufen sich nach wie vor bestens.

  8. Kommt bald die Einschränkung des Meinungsaustausch im Internet im Namen des Klimaschutzes? Könnte doch sein, daß der Klimaschutz nicht nur bestimmt, wie wir unsere Häuser und Autos zu bauen haben, sondern auch, welche Bereiche im Internet erlaubt werden. Es gibt anscheinend erste Versuche zum Beispiel die Benutzung von Google wegen der Klimawirkung zu verteufeln. Zum Glück sind es zur Zeit nur durchgeknallte Aktivisten, aber vielleicht kommt der ein oder andere Staat auf die Idee, klimafreundliche Alternativen zu Google zur Verfügung zu stellen. Schlechtes Gewissen gekoppelt mit Subventionen/Sanktionen könnte sogar ohne große Verbote wirken.

    http://www.tagesschau.de/inland/energieverbrauch2.html

  9. Also ich kann nur sagen, dass ich durch das Internet besser informiert bin als vorher. Ich lese auch viel mehr, da ich die Empfehlungen in Blogs (z. B. in diesem) gleich bei Amazon recherchiere und ggf. kaufe. Ich schlage viel bei Wikipedia nach und nutze zum Erlernen von Sprachen Leo (www.leo.org). Als ich vor Jahren angewidert mein Fernseh- und mein Radiogerät verschenkt habe, hatte ich mich praktisch aus der gesellschaftlichen Wirklichkeit zurückgezogen. Jetzt nehme ich, auch dank dieser Seite hier, wieder aktiv teil und engagiere mich. Dass das Internet wie das Leben seine dunklen Seiten hat ist klar, aber die weis ich ja auch im realen Leben zu meiden. Ich denke, Herrn Schirrmacher passt es nicht, dass wir uns eine eigene Meinung bilden, statt seine zu übernehmen. So. Und empfehlen kann ich

    1. http://www.librivox.org
    wo engagierte Laien Literatur, die nicht mehr dem Copy Right unterliegt, vorlesen – und das meistenteils sehr gut. Die meisten Titel sind allerdings in Englisch. Fördert aber das Listening Understanding

    2. http://www.vorleser.net
    auch hier werden freie Texte vorgelesen, diesmal deutsche Texte. Allerdings ist die Auswahl noch nicht so groß

    3. http://www.gutenberg.org
    wo Freiwillige freie Texte einskannen und als Files zum Download/Onlinelesen anbieten.

    Das ist es vor allem, was Internet für mich ausmacht: Aus Interesse am Thema und Begeisterung für die Sache opfern Menschen Ihre Freizeit, um kulturelle Werte zu bewahren und/oder andere Menschen zu erfreuen, zu unterhalten und aufzuklären.

  10. erinnert an Diskussionen der frühen 80er, als zunächst Computer und später das Internet noch von grünen Wahrsagern als Ausgeburt des Bösen und Vernichter zwischenmenschlicher Kommunikation verteufelt wurden,

    richtig GW, dass wissen nämlich viele nicht, was für Deppen die Grünen sind und schon immer waren.

    Später dann mit der peinlichen Greencard versucht Computerinder ins Land zu locken. Gekommen sind aber nur die Messer-Inder von Müggeln (und jede Menge muslimische Legehennen)

  11. Ja, der Spiegel hat’s gemerkt, was für einen peinliche Torschlusspanik der Schirrmacher da an den Tag gelegt hat. Beim Spiegel möchte man das nicht so plump.

    Aber was auch dort die Journalisten für ihre Aufgabe halten, kommt doch raus:

    Tatsächlich ist es in einer Zeit des wachsenden Informations- und Unterhaltungsangebots wichtiger denn je, dass besonnene Menschen Nachrichten sortieren, auswählen, Entwicklungen mit Bedacht analysieren und kommentieren.

    Sie sind die Volkserzieher, die besonnen und mit Bedacht auswählen, was man dem Volk zumuten kann und was es nur unnötig „aufhetzt“.

    Tja, aber auch das, lieber Spiegel, ist dank Internet im Eimer.

  12. Internet-Tips:

    Benutzerfreundliche Bibel:
    http://www.bibel-online.net/

    Aufklärung darüber wie Statistiken missbracht werden:
    http://www.klein-singen.de/statistik/

    Literaturliste für alle, die sich ein wenige Ahnung von Kriegen und Strategie anlesen möchten:
    http://www.army.mil/cmh-pg/reference/CSAList/CSAList.htm

    Bund der Steuerzahler – die Organisation gegen die Verschwendung von unserem Geld (wir alle zahlen zumindest Mehrwertsteuer – Nichtsteuerzahler gibt es nicht):
    http://www.steuerzahler.de/webcom/show_softlink.php/_c-33/i.html

    Flashvideos speichern, bevor sie gelöscht werden:
    http://keepvid.com/

    Internetseiten speichern lassen, bevor er gelöscht wird, oder nach gespeicherten Inhalten suchen:
    http://www.archive-it.org/

    WayBackMachine, archiviert regelmäßig das Internet:
    http://www.archive.org/web/web.php

    Politik jenseits des Tellerands:
    http://www.weltpolitik.net/

    Ein unverfälschtes Bild von islamischen „Widerstandskämpfern“ durch ihre eigenen Videos:
    http://www.freewebs.com/drsporn/schwertdesislam.htm

    Wer sich entspannen will, findet lustige Dinge auf der „offiziellen Homepage des Propheten“:
    http://www.laughingatislam.com/

  13. Ich sehe allerdings auch Gefahr für die freien Blogs: Die Politkaste braucht die gleichgeschalteten Altmedien zum Überleben, und diese die Politiker. Das ist ein altes, abgefeimtes Spiel, läuft wie geschmiert. Nun droht den Altmedien ökonomischer Niedergang, und den Politikern – noch schlimmer – die Aufdeckung ihrer Lügen und ihres Volksverrates. Sie werden mit allen Mitteln die kritischen Blogs angreifen und mundtot machen wollen. Ich sehe schon Gesetze „gegen Pornographie, Gewalt, Hass- und Schmuddelblogs“ (alles diffamatorisch zusammengerührt) kommen, die die Altmedien natürlich begeistert feiern werden. Hier müsen wir gewappnet sein!

  14. #11 pmziegler

    richtig GW, dass wissen nämlich viele nicht, was für Deppen die Grünen sind und schon immer waren.

    Hatten die nicht auch so tolle Ideen wie das Duschen zu verbieten und die Toilettenspülung nur nach „großem Geschäft“ zu betätigen? So von wegen Dürre in der Sahelzone und den armen Menschen da unten helfen…?

  15. FAZ und Süddeutsche sind immer noch die besten Tageszeitungen Deutschlands. Die Artikel in PI sind oft ein notwendiges Korrektiv, nicht mehr aber auch nicht weniger.
    Natürlich gibt es auch an FAZ und SZ manches zu kritisieren. Der Herr Niggemeier als Autor der FAZ/FAS ist für mich schon eine Zumutung. Aber auch manche Kommentare hier erfordern einen erweiterten Toleranzbegriff.
    Da PI aber kein spezielles FAZ- oder SZ-Forum ist, weise ich auf fazLESER.de und szLESER.de hin.

  16. offenbart der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen, Frank Schirrmacher, ein Unwissen über die Entwicklung der Welt seit 1980, die man sonst bestenfalls bei deutschen Politikern anzutreffen gewohnt ist. Das Internet als Schlangengrube von Pornografie und Gewalt.

    GW, das ist leider völlig an der Sache vorbei, denn die Rede Schirrmachers ist sehr wohl differenziert. Man sollte sie mal richtig lesen.

    So warnt Frank Schirrmacher vor den GEFAHREN des Internets – und hat absolut damit recht: Nie gab es so viel Süchtige (Onlinesucht, Sexsucht) mit den bekannten Folgen der Vereinsamung wie heute…

    Natürlich läßt sich die Zeit nicht zurückdrehen, aber es ist richtig, den ganzen Porno-Müll und die Gewaltfilmchen und die freie Verfügbarkeit und Austauschbarkeit dieses Mülls begrenzen. Schirrmacher hat auch recht, wenn auch das Fernsehen in diese Richtung geht und nur noch auf Quote schielt.

    Schirrmacher wirft damit keine „Internet“- sondern eine Wertediskussion auf.

    Was ist los, mit euch bei PI?

    Diese Warnungen Schirrmachers kann man nur unterstützen – er hat RECHT:

    Jetzt aber verändern sich die Gehirne. In welchem Ausmaß das geschieht, ist selbst der Forschung noch nicht klar: Fest steht, dass der ikonographische Extremismus, dem die Jungen und Jüngsten im Internet ausgesetzt sind, wie eine Körperverletzung wirkt.

    Die Welt, die gerade nachwächst, wird schon Bilder und Filme gesehen haben, von denen wir uns keine Vorstellung machen. Mag sein, dass die Warnung vor jugendgefährdenden Schriften und Filmen in der Vergangenheit oft prüde und unrealistisch war. Doch was Kinder und Teenager heute unkontrolliert sehen können, ist pornographischer und gewalttätiger Extremismus, wie ihm niemals zuvor eine Generation ausgesetzt war, und gegen den man sich, zumindest als Jugendlicher, nicht immunisieren kann.

    Seelischer Extremismus

    Die Sprache dieser ersten Internetgeneration ist beängstigend roh, sie kommt aus den Bildern und handelt von den Praktiken, die diese Protagonisten in irgendwelchen Nischen gesehen haben. Bilder, die jeder, der sie gesehen hat, nie wieder vergessen kann, es sei denn um den Preis vollständiger Abstumpfung.

    PI sollte sich auf seine Kernkompetenzen beschränken, bevor es Dinge unnötig kritisiert, die schlichtweg stimmen.

    LG Jörg

  17. #19 paul[us]

    Zumindest die Süddeutsche ist oft unter jeder Qualität, mit verdrehter Wahrheitswahrnehmung und antisemitischen („israelkritischen“) Tendenzen.

    Die Süddeutsche gehört für mich im Moment nicht zu den seriösen Tageszeitungen, wie ich auch die TAZ kaum noch ernst nehmen kann.

  18. „Google „hat auch ein Projekt in Arbeit um ein Abbild des kompletten Internets mit dafür notwendiger gigantischer Speicherkapazität zu erstellen,was weit über den Google Cache hinausgeht.
    Im Krisenfall,also Ausfall ganzer Serverfarmen können die dann wieder ein Backup verkaufen.

  19. Der Qualitätsjournalismus wird hier bei PI geleistet und nicht bei Süddeutsche, FAZ oder Spiegel. Hier wird wertneutral berichtet. Ein Mongole bleibt ein Mongole. Was die so genannten Großen machen ist Boulevardjournalismus: Es wird das gedruckt, was sich die rot-grüne Dressurelite wünscht.

  20. Das Internet ist für unsere Dressurelite genauso gefährlich, wie die Erfindung des Buchdrucks vor ca. 500 Jahren für die katholische Kirche, nicht war.
    Morgen ist Reformationstag!!!!

  21. Oh mein Gott. Was für Aussagen, aber vom Spiegel doch gut dargestellt.

    Jo, Internet ist ein Medium, was in steigendem Maße Nicht- oder Fastnichtmehrlesen ermöglicht. Das kann ich persönlich wiederlegen. Denn seit es das Internet(z) (Paul Panzer!) gibt, lese ich viel mehr als vorher.

    Sehr schön ist das hier:

    „dass die Zeitung „das verzögernde Moment in der gesellschaftlichen Kommunikation“ darstelle.“ Wie Recht der Mann doch hat. Das, was morgens in der gedruckten Zeitung steht, entspricht schon lange nicht mehr dem aktuellen Stand der Dinge.

    Und ja, ich gestehe, auch ich habe mir damals „Gesichter des Todes“ angeschaut. Allerdings muß ich dazu sagen, daß es für mich mehr eine Warnung als eine Nachahmung Wert war.

    „Jeder Journalist tut gut daran, sich mit dem auseinanderzusetzen, worüber die neue Öffentlichkeit da draußen so redet. Sich zum Beispiel für die wachsende Menge von Experten-Blogs zu interessieren, geschrieben von Menschen, die über ihr Thema viel besser Bescheid wissen, als es die meisten Journalisten jemals werden.
    Zwei sehr schöne Sätze – besser hätte man es nicht sagen können.

  22. Nicht der C02-Ausstoß von Fabriken, Flugzeugen oder Autos, „Das Internet ist der wahre Klimakiller“ titelte „Die Welt“.
    Das Internet gehört demzufolge ab sofort verboten!
    Wir benutzen wieder die Buschtrommel.

  23. #24 Rucki (30. Okt 2007 19:35)

    Das Internet ist für unsere Dressurelite genauso gefährlich, wie die Erfindung des Buchdrucks vor ca. 500 Jahren für die katholische Kirche, nicht war.
    Morgen ist Reformationstag!!!!

    Und was ist noch???

    Es wäre angemessen, dem Anlass entsprechende Kleidung zu tragen. Auch wäre es gut, wenn jeder eine Kerze oder Blume dabei hätte, die vor Ort abgestellt werden können.

  24. Tja, wie ärgerlich, auch die, die im Internet lesen, können lesen. Nur eben auch Dinge, die Herrn Schirrmacher nicht in sein Weltbild passen.
    Eventuell kommen sie ja dahinter, dass Herrn Schirrmachers Produkt nicht eben lesenswert ist

    Hartz IV droht.

  25. @Jörg: Gewalt und Pornographie im Internet ist der Köder, mit dem sie anständige Menschen wie Dich dazu bringen, Zensurbemühungen zu akzeptieren. Wer wagt schon zu sagen: „Ist mir doch egal, wenn die Kiddies sich Pornos und Slashervideos angucken“.Und damit haben sie den Fuß in der Tür und irgendwann trifft es PI und ähnliche Blogs.

    Und für Dich vielleicht interessant: „Gefährlichen christlichen Fundamentalismus“.

    Der andere Köder für Zustimmung zu Internetzensur ist der Terrorismus.

  26. #32 Eisvogel

    Hallo, Eisvogel,

    wir sollten Kinderschutz und Meinungsfreiheit unterscheiden. Ein Verbot von harten Pornos und Gewalt ist nicht gleichbedeutend mit dem Verschwinden von Blogs wie PI.

    Im Internet kann man sich doch ALLES frei ansehen, und das ist doch die Gefahr. Wer will das bestreiten? Und es wird doch auch immer schlimmer. Aber das Fernsehen zähle ich auch dazu.

    PI sollten sich natürlich ALLE INTERNET-NUTZER ansehen, damit sie aus der Gefahr der Dummheit herauskommen und endlich kapieren, daß Gefahren vom Islam ausgehen. Ich halte das für die Kernaussagen von PI.

    Daß andere Gefahren für Menschen in psychischer Weise vom Netz ausgehen, spricht eher dafür, daß PI auch gegen den Gewaltmüll sich wenden sollte und nicht einfach so tut, als gäbe es dies alles nicht…

    LG Jörg

  27. >Welche Webseiten im Internet, einmal abgesehen >von PI, schätzen unsere Leser und können sie >weiterempfehlen?

    Youporn.com

  28. #33 Jörg

    Ein Verbot von harten Pornos und Gewalt ist nicht gleichbedeutend mit dem Verschwinden von Blogs wie PI.

    Ich wette mit Dir, daß PI eher verboten wird als YouPorn. Die Dressurelite spürt mittlerweile den Schmerz, der von PI ausgeht.

  29. Ich fand Schirrmachers Rede insoweit interessant, als daß sie in einem gewissen Widerspruch zu der Haltung der FAZ zu einem anderen Thema zu stehen scheint, nämlich dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖR).

    Um kurz auszuholen: Ziel des ÖR ist nach Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die Sicherung der Meinungsvielfalt. Dieses Ziel kann auf zwei Wegen verfolgt werden: Entweder kann jedem eine Äußerungsmöglichkeit gegeben werden („Außenpluralismus“) oder auf zentralen Foren sind alle Meinungen sozusagen „fair and balanced“ darzustellen („Binnenpluralismus“).

    Man hat sich hier für den letzteren Weg entschlossen, und die Vielfalt dadurch herzustellen gesucht, daß die Fernsehmedien mit zahllosen Interessenvertretern beschickt werden (schaut einfach mal, wer bei den Landesmedienanstalten sitzt). Mit bekanntem Erfolg.
    Schirrmacher feuert nun gegen diesen binnenpluralistischen Ansatz des ÖR, mit dem Hintergedanken, daß die vornehmsten Träger des Außenpluralismus die Zeitungen seien.
    Pustekuchen.
    Das Internet ist die ultimative Form des Außenpluralismus. Natürlich, diese extreme Freiheit der Meinungen ist teils nicht schön. Dafür kann sich jeder auch die Gegenansicht im Netz heraussuchen, wer das unterläßt, ist selbst schuld. Gut, mögen muß man das nicht, viel Freiheit bedingt viel Verantwortung.
    Aber eine gewisse Konsequenz in seinen Ansichten sollte man von einem FAZ-Herausgeber doch erwarten.

    Mit Links halte ich mich aus Haftungsgründen zurück. Daher nur: http://wikitruth.info/

  30. Und Herr Niggemeier ist Medienjournalist?
    (gibt es auch Nichtmedienjournalisten?)
    Ich glaub ich leg mir auch ein Titelchen zu.
    Politikerin, Wunderheilerin, Dramaturgin (so nennt sich Fatima, welche meines Wissens ihr Studium der Theaterwissenschaften nach zwei Semestern abbrach), Schriftsdtellerin- im Spielzeugparadies Deutschland kann sich jeder ein Titelchen aussuchen das ihm gefällt- ne, wie is das schön!

  31. @PI schreibt:

    “ … zunächst Computer und später das Internet noch von grünen Wahrsagern als Ausgeburt des Bösen und Vernichter zwischenmenschlicher Kommunikation verteufelt wurden, was nicht unwesentlich dazu beigetragen hat, dass Deutschland den Anschluss an die Informationstechnologie damals weitgehend verlor, und von den wirtschaftlichen Erträgen der bedeutsamsten technologischen Entwicklung des 20. Jahrhunderts nur am Rande profitieren konnte.“

    Traurig, weil unser Landsmann, der Deutsche Konrad Zuse, den Computer erfunden hat!
    btw: Buchdruck, Automobil, Faxgerät uswusw., … ohne Deutschen Erfindergeist sähe die Welt ärmlich aus.
    C. Benedikta Roth wird uns erklären können, welche Segnungen wir dem türkisch-osmanischen „Geist“ zu verdanken haben. 🙂

  32. #19 paul[us] behauptet allen ernstes:

    „FAZ und Süddeutsche sind immer noch die besten Tageszeitungen Deutschlands.

    Falsch. Die WELT ist nach wie vor Klassen besser als die SZ. Guckst du hier:

    http://welt.de

  33. Sie sind die Volkserzieher, die besonnen und mit Bedacht auswählen, was man dem Volk zumuten kann und was es nur unnötig “aufhetzt”.

    Die Schweinepresse will die Masse manipulieren und so langsam kommen sie darauf, dass das nicht funktioniert.

    Wen interessiert die Meinung EINES Schreiberlings, der nur das schreiben darf, was sein Chef erlaubt.

    Um das an Informationen zu recherchieren, was hier bei PI erscheint, müssten die 12000 Mitarbeiter haben, die rund um die Uhr arbeiten.

    Hamse aber nich 😉 und Ende.

  34. Unlängst las ich eine Story wonach der Bürgermeister von New York die Bürger der Stadt aufforderte, Bilder von Missständen in New York mit dem Fotohandy fest zu halten und an die Stadtverwaltung zu schicken.

    Tausende von New Yorkern beteiligten sich.

    Der Bürgermeister bedankte sich und sagte, dass die Angestellten der Stadt keine Möglichkeit hätten, so umfangreich Informationen zu sammeln, gleichgültig ob es um überflüssige Verkehrsschilder ging, um ungepflegte Spielplätze oder Strassen oder sonstige Dinge, die die Bürger störten.

    Das ist die schnelle Kooperation MIT den Bürgern.

    Nicht wie bei uns, die „ELITE“ 🙂 gegen die Bürger.

  35. wir sollten Kinderschutz und Meinungsfreiheit unterscheiden.

    Wir sind aber nicht diejenigen, die dann mit gierigen Zensurfingern im Internet rumgrapschen. Die Übersexualisierung ist erwünscht, da wird nichts zensiert, das dient nur als Aufhänger.

    Übersexualisierte Menschen sind leicht lenkbar, weil sie leicht der Meinung sind, Freiheit bestünde nur aus sexueller Freiheit. Die Verbreitung dieser Ansicht kann man jetzt schon beobachten, z.B. auch bei der Islamkritik.

    Frag doch einmal 100 Leute (am besten Jugendliche), was sie am Islam „Scheiße“ finden. Wetten, dass ihnen fast nur Dinge einfallen, die mit sexueller Beschränkung zu tun haben?

    Freiheit gibt es leider nicht umsonst. Das Internet ist ein Medium, das uns Informationsfreiheit liefert. Dass dabei auch Müll verbreitet wird, gehört leider dazu. Ohne Erfindung des Buchdrucks würd’s auch keine Pornoheftchen geben. Kinder davor zu schützen, ist Aufgabe der Eltern – nicht eines Überwachungsstaates, der damit andere Ziele verfolgt.

  36. Standartbookmarks auf allen Rechnern an denen ich arbeite:

    Eine besondere Art „Lexikon“
    http://www.howstuffworks.com/

    Was zum Thema Internetsicherheit, meist benutze ich die Proxys dort wenn mir mal jemand vorschreiben will welche Seiten ich besuchen darf und welche nicht:
    sharjeelsayed.blogspot.com/

    Wegwerf Telefonnummern erzeugen:
    http://www.einmalnummer.de/

    Wegwerf Mailadressen:
    http://www.mailinator.com/

    Schaut selbst:
    blog.modernmechanix.com/
    und mein Favorit dort
    blog.modernmechanix.com/2007/05/05/dime-put-in-slot-rings-doorbell/

    Web Apps:
    http://www.webapplist.com/

    Portable Apps:
    Portableapps.com

    Viel Spass damit 😉

  37. #46 Eisvogel
    Chapeau! Sie sagen es; viel eher werden so böse wie schlecht kontrollierte Blogs wie dieser hier zensiert bzw. verboten als daß sich jemand ernsthaft die gezielte Massenverblödung durch flächendeckendes Dauerporno zur Brust nimmt.

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