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Die Tricks der Islam-Lobby

Seit dem 11. September 2001 hat kein übergesellschaftliches Thema die öffentliche Diskussion mehr beherrscht als der Islam. Wenngleich Angela Merkel unlängst das Klimaproblem für die weitere Zukunft als „Deutschlands größte Herausforderung im 21. Jahrhundert“ herausstellte, so drängt sich doch vermehrt der Eindruck auf, dass den Menschen „draußen im Lande“ das Hemd näher ist als der Rock, die Moschee näher als der Monsun.

(Beitrag des Orientalisten Hans-Peter Raddatz, Foto)

In der pluralen Gesellschaft haben beide – Klimaforscher und Islamvertreter – ihre etablierten Lobbys, die um Aufmerksamkeit der Wirtschaft, Verwaltung und Medien ringen, womit sich vor allem auch die begehrten Fördergelder verbinden.

Der professionelle „Dialog mit dem Islam“, der neben den führenden Muslimen die lokalen „Islam-Referenten“ in den diversen Institutionen – Parteien, Stiftungen, Kirchen etc. – umfasst, macht von dieser Regel keine Ausnahme und hat sich mittlerweile zu einem ansehnlichen Industriezweig mit wachsenden Umsätzen ausgeweitet.

Um den Dialog zu stärken, bieten ZDF („Forum am Freitag“) und SWR („Islamisches Wort“) seit einigen Monaten Internet-Plattformen an, auf denen die Muslime ihre Weltdeutungen vor dem deutschen TV-Publikum „authentisch“ (SWR) ausbreiten sollen. Allerdings haben sich die anfänglich hohen Click-Zahlen inzwischen halbiert.

Ist mit diesem Dialog nun alles geregelt, ist der Islam damit also kein „Problem“ mehr?

Natürlich rechtfertigen die Terror-Ereignisse der letzten Jahre und die Fast-Anschläge in Deutschland keinen „Generalverdacht“, aber ob sie wirklich nur „Missbrauch“ des Glaubens bedeuten, wie die proislamische Medien-Lobby unermüdlich betont, sei dahingestellt. Immerhin gilt auch für gläubige Muslime die alte Jesuitenregel, der zufolge der Zweck die Mittel heiligt und im „Dialog“ das gezielte Tricksen und Täuschen erlaubt, um die eigene Sache und damit die Integration der Ungläubigen zu fördern, die ohnehin auf dem demographisch absteigenden Ast sind.

Aus dieser Sicht ist das kombinierte „Wort am Freitag“ als Experimentierfeld durchaus willkommen, wobei das Engagement des Generalsekretärs des Zentralrats der Muslime besonders beeindruckte. Er verkündete, dass es „keinen Zwang im Glauben“ gebe, und der Islam seinen Anhängern „anti-inquisitorisch“ die freie Wahl der Religion überlasse. Und indem er zudem kürzlich in einer anderen TV-Sendung sagte, dass die Scharia kein Thema sei, lehnte er sich offenbar weit aus dem Fenster. Denn natürlich bestätigen alle Autoritäten des Weltislam – Azhar-Universität Kairo, Medina-Moschee, TV-Imamat Qatar – dass jeder islamische Staat den abtrünnigen Muslim verfolgen muss.

Nach ihnen kommt auch die Leugnung der Scharia dem strafbaren Abfall vom Glauben gleich – es sei denn, sie nützt der langfristigen Ausbreitung des Islam in den Westen, insbesondere durch ständige Medienpräsenz. Inzwischen spielt der Generalsekretär auf diesem Täuschungsklavier nahezu virtuos.

Wesentlich unbeholfener hatte er noch vor wenigen Jahren auf einem Podium zugegeben, dass man bei der „Charta“ des Zentralrats „vergessen habe, hineinzuschreiben, dass man den Islam nicht verlassen kann“ (Hanns-Seidel-Stiftung, Berlin, 5.3.02).

Religionsfreiheit, Gewaltmonopol, Frauenrechte bilden die Tabu-Dreiheit des „Dialogs“. Nach dessen Sprachregelung muss jeder, der authentische Kenntnisse anstrebt – zum Beispiel vom Koran-Gesetz islamischer Dominanz über nichtislamische Demut – als von „Islamophobie“ befallen gelten. Damit nicht genug, soll diese Krankheit sogar mit Antisemitismus zu vergleichen sein, so dass die Muslime dreist behaupten, zu den neuen Juden des Medienzeitalters zu werden.

Im Bereich des Moscheebaus hat sich ein besonderes Schema entwickelt: Unter dem Kombidruck der lokalen Politik, weiten Teilen der Presse und Muslimselbstdarstellung läuft seit vielen Jahren eine deckungsgleiche Routine ab, an deren Ende die Moschee steht, die unabhängig davon, welche „Argumente“ vorgetragen wurden. Scheinbar stört es auch nicht, dass diese Moscheen meistens mit Namen und Symbolen der historischen Islam-Eroberungen ausgestattet werden.

Die Islam-Lobby weiß, dass sie die zentralen Rollen, die Moschee und Scharia in ihrer politischen Religion tatsächlich spielen, indem sie jede Integration enorm erschweren, aus der öffentlichen Diskussion heraushalten muss. Diese Regel bildet inzwischen die Richtschnur der „Referenten“ in den Institutionen der „Dialog“-Industrie, die für Prestige und Fortkommen entsprechend unverzichtbar wird und sie zur Vorform eines kommenden Westislam machen könnte.

Wird die von uns praktizierte Minderheits-Toleranz einst in eine „Kolonisierung“ der Mehrheit übergehen?

Beitrag erschienen in der Frankfurter Neuen Presse.

Neuestes Buch von Hans-Peter Raddatz: Allah und die Juden