DemokratieManche Wahrheit zum Islam wird selbst von als konservativ geltenden Medien nur sehr vorsichtig geäußert und dann meist zwischen die berühmten Zeilen verpackt. So lässt denn auch ein Kommentar von Wolfgang Günter Lerch in der Ausgabe der FAZ vom 11.12.2007 aufhorchen. Lerch beurteilt die derzeitige Situation im Nahen Osten, insbesondere mit Blick auf den Irakkrieg und den islamischen Terrorismus.

Er kommt zu dem Fazit:

Gemessen an der Absicht, die Dschihadisten zu vernichten, war dieser Krieg ein Fehler.

Ungeachtet einer Beurteilung dieses Einschätzung – man muss es Lerch hoch anrechnen, dass er sich der üblichen einseitigen USA-feindlichen Schuldzuweisungen entzieht, indem er richtig die Wurzeln des islamischen Terrorismus im Islam selbst und sein Erstarken in einer Zeit verdeutlicht, in der es weder Israel noch das moderne Amerika gab. Lerch:

Dies alles macht deutlich, dass die mit dem „11. September“ verbundene Eskalation von Terror und Krieg nur zu einem Teil mit einer falschen Politik des Westens, insbesondere der Amerikaner zu „erklären“ ist.

Über die Zukunft des Nahen Ostens stellt Lerch dann treffend und zugleich desillusioniert fest:

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Orient doch der Orient bleibt und der Islam der Islam. Bis heute ist nicht überall begriffen worden, dass es sich hier um eine religiös inspirierte Vision der Welt handelt […].

Hinsichtlich der Situation des Westens, kritisiert Lerch, dieser habe jedes Recht, an die Überlegenheit der Demokratie zu glauben und die Geltung der individuellen Menschenrechte auch im Islam zu wünschen. Er habe auch das Recht, in diesem Sinne politisch und zivilgesellschaftlich dafür zu werben, auf friedliche Weise. Auch das er, wie alle, seine Interessen vertrete, sei nicht zu beanstanden. Er habe aber nicht das Recht, die kulturellen Kontexte mit Gewalt zu verändern, in denen sich Entwicklung und Geschichte in islamischen Ländern vollziehen. Man mag Lerch hier durchaus Recht geben, obgleich man dem auch entgegnen kann, dass der Westen eine ähnliche Erkenntnis schon lange gefunden hat.

Gleichwohl bietet Lerch hier einen Ansatz, der eine umgekehrte Argumentation zulässt. Hier lässt sich trefflich ein Bogen spannen, nämlich von der historischen und heutigen Situation der Ursprungsländer des Islam zu den sich durch die islamischen Einwanderer verändernden Gesellschaften des Westens.

Gilt nicht gerade auch für unsere deutsche Gesellschaft, in denen der Islam einen immer größeren politischen und gesellschaftlichen Einfluss für seine wachsende Bevölkerung beansprucht; und vor dem Hintergrund zahlreicher fehlgeschlagener einseitiger Integrationsbemühungen der öffentlichen Institutionen und einer mittlerweile nur noch krampfhaft konservierten Multikulti-Sichtweise von großen Teilen der deutschen Politik- und Medienelite: Orient bleibt Orient und Islam bleibt Islam.

Wenn Lerch also dem Westen gegenüber den islamischen Ländern nur noch eine Art „Werberecht“ für das demokratische Gesellschaftsmodell einräumt, fremde „Kulturkontexte“ in den islamischen Ländern damit als unbedingt gleichwertig zu unserem demokratischen System – mit seinem höchsten Verständnis für den Schutz des menschlichen Lebens und der größtmöglichen Freiheit des Individuums – herausstellt, dann greift Lerch gefährlich kurz, wenn er nicht gleichzeitig auch den folgerichtigen Umkehrschluss zieht.

Dieser nämlich lautet: Die westlichen Länder müssen ihr demokratisches Gesellschaftsbild nach innen konsequent gegen islamisch geprägte antiwestliche Bestrebungen verteidigen! Sonst dürfte dem Westen die gesellschaftlichen Prozesse – nach außen wie nach innen – bald schon in einem ungeahnten Ausmaß entgleiten. Nach außen, weil die islamischen Länder einen in sich selbst nicht mehr gefestigten Westen kaum mehr ernst nehmen würden und nach innen, weil der sich hier entwickelnde Islam sonst immer größere Ansprüche, bald schon in einem höchst demokratieschädlichen Ausmaß stellen wird.

In der Konsequenz bedeutet dies für alle muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass deren staatsbürgerliche Anerkennung von der Akzeptierung einer grundsätzlichen Prämisse bedingt sein muss: Das deutsche Grundgesetz und sein Fundament, das Christentum, haben in Deutschland und Europa Vorrang. Das mag in der Deutlichkeit der Formulierung für deutsche Politiker ungewohnt sein. Gemessen an der bereits jetzt schwierigen gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland drängt diese Deutlichkeit auf das Schärfste.

(Gastbeitrag von Thorsten)

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13 KOMMENTARE

  1. „Gilt nicht gerade auch für unsere deutsche Gesellschaft, in denen der Islam einen immer größeren politischen und gesellschaftlichen Einfluss für seine wachsende Bevölkerung beansprucht; und vor dem Hintergrund zahlreicher fehlgeschlagener einseitiger Integrationsbemühungen der öffentlichen Institutionen und einer mittlerweile nur noch krampfhaft konservierten Multikulti-Sichtweise von großen Teilen der deutschen Politik- und Medienelite: Orient bleibt Orient und Islam bleibt Islam.“

    Gut gesagt.

  2. „Bis heute ist nicht überall begriffen worden,dass es sich hier um eine religiös inspirierte Vision der Welt handelt“

    Ich bin eher der Auffassung:
    „Das(deren)Weltbild ist total verschoben u. realitätsfern“

  3. @Schweinsohr
    Das nenne ich doch mal eine gute Erziehung,
    werden nicht nur immer dreister sondern auch immer jünger.
    Tolle Aussichten.

  4. Sehr guter Beitrag, vielen Dank.

    Islam im Land, Krieg im Land.

    Bleibt ihr in eurem Land, wir bleiben in unserem Land. = Kurzrechtfertigung des Nationalstaats.

    Jeder, den wir hier reinlassen, hat ein Bekenntnis zu unseren westlichen Werten verbindlich zu unterschreiben, bei Zuwiderhandlung Verlust des Aufenthaltsrechts.

    So muß man es handhaben.

  5. Im Prinzip nichts Neues. Wovor manche von uns schon seit Jahren warnen, nun öfter mal sogar in der FAZ.
    Konsequenzen – für die „Analytiker“ nicht aufzeigbar.
    Strategien – noch nicht einmal erkenbar.

    Schön dass er sich äußern durfte.

  6. Die Frage muss völlig anders gestellt werden:

    „Hat sich die Demokratie, so wie sie und vorgelebt und praktiziert wird (Rede- und Denkverbote, Zensur, Unterdrückung der Meinungsfreiheit u.s.w.)als das geeignete System erwiesen?

    Ich sage NEIN.

    Wir brauchen eine Präsidealdemokratie und ein System aus zwei Parteien. Dann wird es schin werden.

  7. Von einer gewichtigen konservativen Zeitung erwarte ich, dass sie sich für die Verteidigung westlicher Werte einsetzt und Demokratie- und Menschenrechtsfeinde benennt.
    Die FAZ ist seit Neugestaltung des Layouts nur noch ein leichtes Blättchen, eine konservative Zeitung ist sie nicht mehr.

  8. „Gemessen an der Absicht, die Dschihadisten zu vernichten, war dieser Krieg ein Fehler.“

    Dass war nicht nur ein Fehler. Das war Versagen der allerschlimmsten Art!

    Dümmer als die Koalition der Gutwilligen Amerikaner und Engländer hätte es niemand anstellen können.

    Ich war immer und bin immer noch gegen diesen blödsinnigen Irakkrieg!

    (Was nicht heißt, dass ich gegen El Presidente Bush bin!)

    Mit Saddam wäre der Irak immer noch ein – im Vergleich zu heute – befriedetes Land, in dem Frauen Nachts um zwölf ohne Kopftuch durch Bagdad gehen könnten und nicht wie heute zu Hause eingesperrt wären. Die Christen könnten sich frei bewegen und würden nicht einem Genozid anheim fallen.

    Irakkrieg = DUMM!!!

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