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Maulkorberlass für Polizei und Staatsanwaltschaft

Das Sonntagsblatt im vestischen Kreis (Auflage 213.000) veröffentlicht heute in seiner Printausgabe zwei Leserbriefe zur Messerstecherei in Marl (PI berichtete). Ein langjähriger Polizeibeamter, der lieber anonym bleiben will, berichtet darin über einen Maulkorberlass, dem die Polizei und die Staatsanwaltschaft unterliegen.

Hier sein Leserbrief:

Ich lese Ihre Zeitung jedesmal mit großem Interesse und sehr sorgfältig. Dieses Interesse und besonders diese Sorgfältigkeit hatte ich früher bei der von mir gelesenen Tageszeitungen auch noch, was ich mir aber mit der Zeit abgewöhnt habe.

Bei Ihrer Zeitung ist dies wieder anders geworden. Die erfrischende, auf eigener Meinung und Erfahrung beruhende Meinungsäußerung des schreibenden Redakteurs ist für mich jedes Mal ein (LESE-)Erlebnis vom besonderen Wert. Weiter so!

Dazu möchte ich Ihnen meine Achtung aussprechen, dass Sie eine der wenigen Zeitungen sind, die auch Leserbriefe veröffentlichen, die eine (zumindest politisch) ungewollte Meinung veröffentlicht, z. B. über den hohen kriminellen Anteil von Personen mit Migrantenhintergrund.
Ich bin seit 34 Jahren Polizeibeamter und sehe erstmals in diesem Bereich Eure Presseveröffentlichungen, die den Tatsachen entsprechen. Mit beamtenrechtlichen Konsequenzen wird jedem Polizeibeamten (und auch Staatsanwälten) ein Maulkorb über dieses Thema umgeschnallt.

Ich bin kein „Rechter“ und möchte auch nicht in diese Ecke gezogen werden. Ich habe viele ausländische Mitbürger als Freunde und Bekannte. Aber hier wird von bestimmten Politikern gezielt auf Führungskräfte in nachgeordneten Funktionen, auf Justiz und Polizei bewusst Druckausgeübt, das nicht gesagt werden darf, was nicht sein soll.

Ich könnte hier so viel noch sagen, anführen, ganz klar beweisen… muss aber auch als Einzelverdiener (der ein Haus finanziert hat, eine Familie mit drei Kindern versorgen muss) darauf Rücksicht nehmen, das mir dann eventuelle Disziplinar-Maßnahmen drohen (Gehaltskürzungen etc.).

H.S. (Name der Red. bekannt)