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Muhabbet: PI sprach mit BILD und E. Schapira

BILD  Muhabbet GewinnerAm vergangenen Samstag kritisierte PI die BILD-Zeitung für die Bewerbung der CD des umstrittenen türkischen Sängers Muhabbet. Die Kritik und die darauf folgenden Zuschriften unserer Leser wurden von BILD aufmerksam wahrgenommen. Heute nachmittag meldete sich telefonisch das Büro von Chefredakteur Kai Diekmann, um die Motivation des kritisierten Artikels gegenüber PI zu erläutern. Wir sprachen anschließend mit Esther Schapira, der Journalistin, die die Affaire um Muhabbet vor einem Monat ins Rollen gebracht hatte.

BILD beruft sich vor allem auf dieses Kurz-Interview, das die Zeitung am 14.11. mit dem Sänger geführt hatte. Darin hatte Muhabbet erklärt, es sei nichts an den Vorwürfen der Journalistin dran. Außerdem würde hier Aussage gegen Aussage stehen. Die Zeitung habe daher kein Problem mehr gesehen, Muhabbets CD zu bewerben.

Ganz anders bewertet die Journalistin Esther Schapira, mit der wir anschließend sprachen, den Fall. Sie erklärte gegenüber PI:

„Ich bin erstaunt, dass die BILD-Zeitung sich so eindeutig auf die Seite von Muhabbet schlägt, wenn sie selbst davon ausgehen, dass es offenkundig zumindest eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit gibt, dass der junge Mann eben doch noch eine ganz andere Seite hat. Hinzu kommt, dass ich ja damals nicht allein war (Anm. von PI: Ihr Kollege Kamil Taylan ist Zeuge des Gesprächs), als Muhabbet sich derartig in den Worten vergriff. Wenn die BILD Muhabbet jetzt als ‚Anti-Rassismus-Rapper‘ darstellt, dann blendet sie außerdem alles aus, was wir inzwischen erfahren haben. Alleine schon einige der Songs, die er früher mit seinem Bruder gesungen hat (Anm. von PI: Gemeint sind ‚Im Westen‘, ‚der Wolfzug‘ oder ‚Das Turm‘) widersprechen dem doch klar. Vermutlich geht es BILD wie vielen anderen auch: Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass Menschen ambivalent sind, dass etwa jemand in der Öffentlichkeit liebevoll zu seiner Frau sein kann und sie dennoch zuhause furchtbar verprügelt.“

Eine Interview-Anfrage von Seiten der BILD-Zeitung an Esther Schapira, so die Journalistin weiter, habe es im übrigen nie gegeben.