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Saudische Schulbücher: Hass und Höllenfeuer

saudfahne.jpgJoseph Croitoru schreibt heute in der FAZ über die Probleme des saudischen Schulsystems. Schon eigenartig, dass ein Großteil der Täter von 9/11 aus Saudi-Arabien stammten. Ob das etwas mit dem saudischen Erziehungssystem zu tun haben könnte?

Studien westlicher Orientalisten haben ergeben, dass der Schulunterricht im Königreich nicht nur sehr stark auf den Islam fixiert ist, sondern den Schülern werden auch gleich noch Hassideen und Höllenängste einjagt.

Als Feinde lernen die Schüler den Säkularismus, Existentialismus, Sozialismus, Panarabismus und „den nach Weltherrschaft strebenden“ Zionismus kennen. Die „Auserwählten“ sollten sich vom Rest der Welt abzugrenzen.

Eine amerikanische Studie aus dem vergangenen Jahr ergab, dass Feindbilder über andere Religionen in Saudi-Arabien weiter geschürt werden:

Selbst Sunniten wurden getadelt, nicht der richtigen Auslegung des Islams zu folgen. Wer nämlich nicht an die saudische Staatsauslegung des Wahhabismus glaube, deren Anhänger sich als Auserwählte und als die einzig wahren Muslime betrachten, habe nichts anderes als Hass verdient.

Die Schüler wurden also nach wie vor im missionarischen Geist erzogen: Der Islam soll verbreitet werden, wenn nötig, durch den Heiligen Krieg. 2006 wurde zudem die Ansicht vertreten, dass sich die Muslime gegen die Kreuzzüge, die noch immer andauerten, zur Wehr setzen müssten. Gewalt gegen Juden wurde weiter verherrlicht, der Inhalt der antisemitischen „Protokolle der Weisen von Zion“ galt als wahr.

Der Lohn für Treue zu Allah, ist natürlich das Paradies. Wer den Islam jedoch ablehnt, wird zu denen gehören, die nach Sure 3:85 im Jenseits „den Schaden haben“. In den Schulbüchern steht auch unmissverständlich:

„Wer die Lehre des Propheten Mohammed ablehnt, den erwartet das Höllenfeuer.“

Die Allgemeinbildung der Schüler bleibt bis in die Oberstufe sehr begrenzt. Sie lernen, dass sie außer Saudis auch noch Teil der arabischen, dann auch der islamischen Welt sind. Ähm… eine Welt darüber hinaus ist ja auch Detail oder nach gewissen Ideen vielleicht bald Vergangenheit. Was Geschichte angeht, wird ausschließlich islamische Geschichte gelehrt mit Betonung auf der Beschreibung der siegreichen Schlachten der Muslime. Das „Kreuzzüglertum“ wird als „Fortsetzung des Verrats der hinterlistigen Juden“ an Mohammed und mit dem „Weltzionismus“ assoziiert.

Das FAZit:

Im Vergleich zu früher fällt auf, dass auf jegliche Hetze gegen die muslimischen Schiiten verzichtet wird, während die Religionsgemeinschaften der Ahmadiyya und der Bahai-Sekte, die den Dschihad abschaffen wollen, noch immer als Häresien betrachtet werden. Um so mehr plädieren die neuen saudischen Lehrbücher, die nach wie vor den geschichtlich eigentlich schon überholten säkularen Panarabismus als Feind markieren, für eine globale islamische Solidarität und für die Abwehr des westlichen, heute vor allem kulturellen Imperialismus. Gegen diesen will das Königreich Saud die Muslime überall auf der Welt stärken und zur Schaffung, so wörtlich, besserer islamischer Gesellschaften beitragen – mit Hilfe der Scharia, des islamischen Religionsgesetzes. Das sollte man gerade auch im Westen ernst nehmen.

(Spürnasen: Daniela J. FvS und FreeSpeech)