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In der Schweiz ist am Donnerstag der mehrfach preisgekrönte, israelische Film „The Band’s Visit“ von Eran Kolirin angelaufen. In Deutschland wird der im Original arabisch – hebräisch – englisch gesprochene Streifen ab 31. Januar 2008 unter dem Titel „Die Band von nebenan“ zu sehen sein.

Ein aus acht in schmucke, blaue Uniformen gekleideter Männer bestehendes, ägyptisches Philharmonieorchester (das Alexandria Police Orchestra), das klassisch-arabische Musik macht, wird von einem islamischen Kulturverein zu einer Einweihung nach „Petah Tikva“ in Israel eingeladen. Doch das Empfangskomitee am Flughafen versagt und so landen die acht Musiker statt an ihrem Bestimmungsort in einem kleinen israelischen Kaff irgendwo im Nirgendwo namens „Beth HaTikva“ (Haus der Hoffnung).

In dem Ort gibt es gar keinen Kulturverein, weder einen israelischen, noch einen arabischen. Doch der letzte Bus ist bereits weg, und so wird die Band von der Besitzerin des örtlichen Restaurants und ihren Stammgästen privat untergebracht.

Beim Abendessen sitzen vier Ägypter vor einem Glas Orangensaft vier Israelis vor einem Glas Rotwein gegenüber. Aus einer angespannten Unterhaltung erwächst ein gemeinsam gesungenes misstöniges „Summertime“.

Der Film lebt denn auch von den leisen Tönen, den Details: Dem ägyptischen Trompeter, der auf unverschleierte, selbstbewusste israelische Frauen mit langen, wallenden Haaren, großen Augen und lackierten Zehennägeln steht, heimlich (als Moslem!) einen Flachmann bei sich hat und einem unbeholfenen Israeli zeigt, wie man Frauen umwirbt. Der Restaurantbesitzerin, die den verklemmt wirkenden Führungsoffizier, Sänger und Dirigenten des Orchesters, von den Israelis scherzhaft „der General“ genannt, umwirbt und ihm seine menschliche Seite wieder bewusst macht.

Alles in allem keine große Story, kein offenes, politisches Manifest und dennoch voller Botschaft – ein sehr schöner Film!

[youtube bR2fub8w4ZE nolink]

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5 KOMMENTARE

  1. Ein schöner Trailer. Wenn alle Menschen nur Menschen wären. Frei, von Hass fordernden Ideologien, wäre die Welt ein Stück besser. Leider wird dem Hass in unserem Land eingeräumt, Tempel zu bauen, weil die angeblich das Nichthassen fördern.

  2. Rührend.
    So menschlich kann der Mohamedanismus sein, wenn man ihn einfach ignoriert.
    Merke: ein Mohammedaner ist immer dann menschlich, wenn er (wie jeder andere normale Mensch) sich einen Dreck um sein Reglement kümmert
    (denn mit welchem Recht hält sich denn ein Mohammedaner in Israel, einem Judenstaat auf, ohne Juden zu ermorden? Mit welchem Recht sitzt er mit Andersdenkenden zusammen, ohne sie zu ermorden? Mit welchem Recht macht ein Mohammedaner Musik? Mit welchem Recht duldet ein Mohammedaner unverschleierte Frauen in seiner Nähe? Mit einem Recht: daß er sein Reglement nicht befolgt).

  3. Danke für den Filmtip!! Gut, daß auch mal postive Meldungen zwischendurch bei PI drin sind – Futter für die geschundene Seele!

  4. Wahnsinn….,
    Summertime,; – ..SUMMERTIME…!
    Eben nichts anderes kommt in Frage , denn bei all der Unruhe da unten vergisst man immer, dass dort ständig schönes Wetter herrscht. Da ist immer Summertime – für alle .
    Hatte mir mal eine Veranstaltung mit
    Götz Alsmann angesehen, irgendwann im Sommer,
    und bevor es losging spielten die NUR
    Summertime in jeweils verschiedenen Versionen.
    Das hat mir gut gefallen. Naja und wer weiss, vielleicht wird das Lied, eben wegen der grtossen, verbindenden Gemeinsamkaeit da unten die „Internationalhymne“ des jetzt sich neu gründenden Mittelmeerbundes , dieses Sarkozy-Dingens, – also sowas Ähnliches wie „Freude schöner Götterfunke“ mal für Europa war.
    Summertime, …..ja Summertime…!

  5. Übrigens der Film wäre als erster israelischer Film aller Zeiten bei einem arabischen Filmfestival in Abu-Dhabi im Oktober eingeladen gewesen. Die agyptische Schauspielergewerkschaft hat aber mit dem Rückzug aller agyptischen Beiträge gedroht. Der Film wurde daraufhin wieder ausgeladen.
    Gibt es eigentlich nicht einen Friedensvertrag zwischen Israel und Agypten?

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