Wer sich um das Klima sorgt, könnte schon heute eine klimaschützende Vorreiterrolle vorbildlich durch Verzicht auf Strom und Heizung vorleben. Derzeit hat man noch die Chance, sich durch freiwillige Energieaskese als Ökogutmensch zu profilieren. Doch die Zeit läuft davon. In wenigen Jahren geht das Klimaheldentum des Energieabstinenzlers im Heer der zwangsweise „Stromlosen“ und „Heizungsarmen“ unter.

Wir haben uns so sehr an unseren Lebensstandard gewöhnt, an stets warmes, fließendes Wasser, ganzjährig gemäßigte subtropische Temperaturen in der Wohnung, an jederzeit zubereitbare warme Mahlzeiten, an elektrisches Licht die ganze Nacht, dass wir uns schon gar nicht mehr vorstellen können, all diese Annehmlichkeiten könnten uns wieder abhanden kommen. Doch genau das werden sie, und zwar schon in wenigen Jahren. Die Natur könnte Einzug halten in den eigenen vier Wänden, und wahrscheinlich wandelt sich so manche Klimaangst vor einem „katastrophal“ milden Januar, in eine Angst um Leben und Gesundheit, wenn man wochenlang mit der lieben Mutter Natur bei Innenraumtemperaturen um den Gefrierpunkt oder zeitweise auch mal weit darunter leben muss, wie unsere Vorfahren. Damals – als die Welt noch heil war vor der Industrialisierung, die kleine Eiszeit grade zu Ende ging, die Flüsse wochenlang zufroren, und die Menschen permanent bedroht waren von tödlicher Kälte, Missernten, Krankheiten.

„Deutschland droht Stromlücke“ – titelt das Handelsblatt. Der Grund: Vorzeitiges Abschalten von AKWs und eine immer schwerere Durchsetzbarkeit des Baus von Kohlekraftwerken. Beides ist der Ökobewegung zu verdanken. Deutschland wird, wenn sich hier die Einstellungen der Bevölkerung nicht ändern, zu Stromimporten aus dem Ausland führen. Der kommt natürlich auch aus AKWs und Kohlekraftwerken. Weniger modernen und weniger sicheren als den Anlagen, die in Deutschland in Betrieb sind. Aber darum geht es nicht – es geht um die Selbstbestätigung als Öko-Gutmensch. Und der muss „dagegen“ sein, sonst leidet sein Selbstwertgefühl und sein moralischer Überlegenheitsanspruch. Wer es ernst meint mit dem Klimaschutz, verzichtet auf gepanschten Ökostrom. Der lässt sich einheizen vom Solarpanel bei winterlichem Sonnentiefststand, minimaler Sonnenscheindauer, bei oft wochenlanger Wolkenbedeckung, und schaltet die Waschmaschine nur dann an, wenn Windstärke acht ordentlich Windstrom für ein paar Stunden liefert. Zum globalen Klimawandel muss es also gar nicht erst kommen, wenn wir das Klima in Gebäude renaturieren.

Wo es am Energiesparwillen fehlt, hilft vielleicht der Kostendruck. „Energiearmut“ – fuel poverty, greift in England um sich. Als „fuel poor“ gilt, wer mehr als 10% seines Einkommens für Energiekosten aufwenden muss. Die künstliche Verteuerung von Energie in Deutschland durch die Einspeisung hoch subventionierten Wind- und Solarstromes, die enormen Steuern auf Brennstoffe, drücken auch in Deutschland den Lebensstandard immer tiefer. Was vor allem die niedrigen Einkommen hart trifft (nicht jedoch Sozialhilfeempfänger; die Sozialämter bezahlen ganz einfach die eingereichte Rechnung).

Neben dem Preiskartell der Öl fördernden Länder, sowie der steigenden Nachfrage nach Rohstoffen in China, Indien, Lateinamerika, sind vor allem die ökopolitischen Maßnahmen der ideologisch festgefahrenen Treibhauspolitiker ein Kostentreiber.

Diese Politik der Preistreiberei für Energie reduziert mutwillig die Kaufkraft, was einmal zu einer Binnenrezession führen kann, und zugleich Arbeitsplätze kostet, weil die Industrie mit künstlich erhöhten Kosten letztendlich nicht um Pleiten und Arbeitsplatzabbau herum kommt. Folgerichtig warnt der BDI: Eine Million Jobs in Gefahr.

Dabei waren die Versprechungen der Ökologisten doch so blumig. Der Klimaschutz sollte doch nur ein Prozent des Welt-BIP kosten. Also kaum spürbar sein. Hingegen sollen die Kosten des Klimawandels ins geradezu Unermessliche steigen. Nun zeichnet sich schon jetzt ab, wo man gerade erst anfängt die Welt zu retten, dass wir uns wirtschaftlich ruinieren und dennoch das Klima sich so verhält, als gäbe es uns gar nicht. Kosten uns die Maßnahmen für den Klimaschutz etwa bald das, was der Klimawandel hätte kosten sollen? Während beim Klimawandel die Katastrophen ausbleiben (wo sind denn die versprochenen global zunehmenden Dürren, die Hurricane-Serien, die überschwemmten Städte)?

Vielleicht verstehen die deutschen Vorreiter beim Klimaschutz diese ein Prozent des globalen BIP auch als Aufforderung zum deutschen Alleingang. Für andere Länder bliebe dann fast nichts mehr übrig um das Klima zu retten. Zumindest so lange, wie Deutschland noch in der Lage ist einen ein Prozent-Beitrag zum Welt-BIP beizutragen. Dank unserer Klimaschutz-Vorreiterrolle wird das nicht mehr lange der Fall sein. Frage: Welche Narren retten dann das Weltklima? Dabei wäre Klimaschutz so einfach ohne Strom und Heizung. Nur – nicht mal die Grünen machen dabei mit. Nur anderen will man das Mitmachen aufzwingen via aufgezwungener Kosten. Es beschleicht einen das Gefühl, dass es beim Klimaschutz um das Klima ganz zuletzt geht. Eigentlich geht es um die Befriedigung von Machtgelüsten und die Erhöhung von finanziellen und bürokratischen Lasten.

» Zur Vertiefung ein Essay eines Vortrags von Dirk Maxeiner über die Irrungen und Wirrungen des Klimawandels und der Klimapolitik.

(Links teilweise von der Achse des Guten aufgespürt)

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