Castrop RauxelFoto: Altstadt von Castrop-Rauxel mit dem Förderturm der Zeche Erin

Per Zufall wurde der Presse und damit der Öffentlichkeit im vergangenen Jahr der geplante Bau einer DITIB-Moschee mit Kulturzentrum in Castrop-Rauxel (NRW) bekannt, eine Nachricht, die sowohl den Verbandsmuslimen als auch dem ersten Bürger der Stadt, Johannes Beisenherz (SPD), so gar nicht ins Konzept passte. Nun musste gehandelt werden: Die Bürger forderten konkrete Informationen über den Stand der Planungen und es war ausgerechnet die linkstreue WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung), die zu einer Informationsveranstaltung unter Polizeischutz (!) einlud.

Unter dem Motto: „Dies ist ein großer Tag für Castrop-Rauxel“ brachten die Gutmenschen spontan ihre Freude über das geplante Bauvorhaben zum Ausdruck; kritische Fragen interessierter Bürger würgte die WAZ-Moderatorin freundlich, aber bestimmt ab.

Was war noch zu bedenken, um allen Bürgern – auch den Kritikern des Projekts – Sand in die Augen zu streuen? Natürlich: Ein vom Bürgermeister der Stadt initiierter Moscheebau-Beirat unter seinem Vorsitz musste her zur kritischen Begleitung des Bauvorhabens. Die Mitglieder des Beirats – so behaupten böse Zungen – seien vom Bürgermeister persönlich per Würfel ernannt worden.

Zeitgleich gründete sich eine Bürgerinitiative, um sich jenseits des Moscheebau-Beirats kritisch mit dem Islam auseinander zu setzen. Erster Arbeitsauftrag: Ein detaillierter Fragenkatalog zum Islam, zur Verbandsstruktur von DITIB, zum konkreten Projekt vor Ort. Im Januar wurde er dem Bürgermeister als Anfrage überreicht.

Eine Antwort auf die Frage der Bürgerinitiative, ob die Sitzung des Moscheebau-Beirats öffentlich sei, war dem vorsitzenden Bürgermeister leider nicht möglich. Zuviel verlangt, die Geschäftsordnung von Beiräten im eigenen (Rat-)Haus zu kennen! Unter Verweis auf das Hausrecht der DITIB-Moscheegemeinden empfahl der Bürgermeister den Vertretern der Bürgerinitiative, sich in dieser Angelegenheit direkt an einen ihrer Vertreter zu wenden.

In der (selbstverständlich) öffentlichen Sitzung am 24.01.2008 zeigten die DITIB-Vertreter „taqiyya“ nach allen Regeln der Kunst: Plötzlich sei die Finanzierung noch offen, möglicherweise könne das gesamte Projekt mangels finanzieller Ressourcen kippen, plötzlich verfüge man über angemessene Gebetsräume in zwei Stadtteilen, reduziere das Bauvorhaben daher zunächst auf ein Kulturzentrum, in einem späteren Schritt erfolge evtl. der Bau einer Moschee… aber vor allen Dingen: Man bittet die Bevölkerung um Zeit – etwa sechs bis zwölf Monate. Ein Schelm, der jetzt Böses denkt!

BeisenherzUnd dann wolle man, so Bürgermeister Beisenherz (Foto links), „ja noch viel lernen über den Islam“. Dazu der Imam und die DITIB-Vertreter im TOP 2: „Kritische Fragen zum Islam“:

1. Lektion: Keine muslimische Frau müsse ein Kopftuch oder eine Burka tragen, der Koran sehe das nicht vor.

2. Lektion: Das Tragen des Kopftuchs zeichne die Würde der Frau aus und sei vergleichbar mit der Ordenstracht von Nonnen (keiner der anwesenden kirchlichen Würdenträger bemühte sich, die Schieflage des Vergleichs zurecht zu rücken; das erledigte ein „strammer“ Sozialdemokrat).

3. Lektion: Die muslimischen Frauen müssten sich gegen ihre Männer wehren; es liege an ihnen, welche Fortschritte sie in Sachen Emanzipation der Frau erreichen.

Zu schade nur, dass punktgenau vor Eröffnung von TOP 2 die einzige anwesende Muslimin (mit Mütze statt Kopftuch), die die Dinge aus ihrer Sicht hätte schildern können, den Rathaussaal verlassen hatte (oder zu verlassen hatte?).

Aus irgendeinem Grund müssen drei interessierte Bürger, die an der Sitzung des Moscheebau-Beirats teilgenommen haben, die Aufmerksamkeit des ein oder anderen in der Runde auf sich gezogen haben: Sei es, dass ihre Zuordnung zu einer politischen Gruppierung oder zur Bürgerinitiative unklar geblieben ist, sei es, weil sie in der Diskussion um das Kopftuch der Aussage eines türkischen Teilnehmers, es gebe keinen Zwang zum Kopftuch, widersprochen haben, was Unmut oder Ärger auf türkischer Seite ausgelöst haben mag. Wie dem auch sei. Aus der Verabredung der Bürger, die Sitzung in einem nahegelegenen Café bei einem Glas Wein Revue passieren zu lassen, wurde nichts: Denn unmittelbar nach Eintreffen im Café ließ sich eine Gruppe von vier türkischen Männern, die nicht an der Sitzung teilgenommen hatten, direkt am Nachbartisch nieder und es dauerte nicht lange, bis sie die Sitzungsteilnehmer fotografierten. Trotz frühzeitiger Begleichung der Rechnung blieb die Gruppe der Türken am Nachbartisch sitzen, hin und wieder wurde ein Foto geschossen. Als die Sitzungsteilnehmer nach etwa einer Stunde aufbrachen, verließen auch die türkischen Männer fluchtartig das Café; fluchtartig – wie sich später herausstellte – um sie aus der Tür tretend ein letztes Mal frontal fotografieren zu können und dann in einem Mercedes mit Dortmunder Kennzeichen zu verschwinden.

Gegen die unbekannten türkischen Männer ist Anzeige wegen Verfolgung erstattet worden. Was mit den Bildern geschieht? Was nutzt die Forderung ihrer Herausgabe? Die Dinge haben längst ihren Lauf genommen.

Und die Moral von der Geschicht‘? Die hat bereits George Orwell gezogen:

„Wer in Zeiten der Lüge die Wahrheit spricht, begeht einen revolutionären Akt.“

» WAZ-Kommentar zum Vortrag von Thomas Tartsch (PI berichtete)
» Email an Johannes Beisenherz: buergermeister@castrop-rauxel.de
» Email an die WAZ: redaktion.castrop-rauxel@waz.de

(Gastbeitrag von Jutta)

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