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Ziviler Ungehorsam in Teheran

In Teheran ist es am vergangenen Samstag zu Zusammenstößen zwischen aufgebrachten Bürgern, der Polizei und „Revolutionswächtern“ gekommen. Als eine Iranerin auf offener Straße wegen Verstoßes gegen die islamische Kleiderordnung festgenommen und misshandelt wurde, solidarisierten sich zahlreiche Bürger mit der bedrängten Frau. Es kam zu Handgreiflichkeiten und regimekritischen Sprechchören. Müllcontainer wurden in Brand gesetzt. Bürger filmten die Ereignisse mit Handys und veröffentlichten die Dokumente auf Youtube.

Wie die israelische Zeitung Ynetnews berichtet, waren die Frau und ein ihr zu Hilfe eilender Passant von den Polizisten blutig geschlagen worden, als diese sich weigerte, ins Polizeiauto einzusteigen. Daraufhin bildete sich eine Menschenmenge mit Rufen wie: „Polizeistaat“ und „Schluss mit dem islamischen Regime“. Auch Präsident Ahmadinedjad wurde verbal angegriffen. Auf Youtube erschien das folgende Handyvideo:

Ein weiteres Video von den Ereignissen ist hier zu sehen.

Ebenfalls in Teheran wurde jetzt ein 70-jähriger Mann zu vier Monaten Gefängnis und 30 Peitschenhieben verurteilt, weil er seinen Hund ausgeführt hatte. Hunde sind in der Öffentlichkeit im Iran verboten, weil sie nach muslimischem Aberglauben als unrein gelten. Viele Hundebesitzer setzen sich über das Verbot hinweg und verstehen den Ausgang mit Hund als ein Zeichen des Protestes gegen das Regime.

Wie schon zu Mohammeds Zeiten, gelten auch im Iran für die Herrscher andere Regeln als fürs Volk. Diktator Ahmadinedjad ist seit neuestem selber Besitzer von vier Hunden, die er zum Stückpreis von 110.000 Euro in Deutschland erworben hat. In diesem Falle gilt das islamische Hundeverbot allerdings nicht, beschlossen die Mullahs, da die Hunde ausschließlich der Sicherheit des obersten Halsabschneiders dienen.

(Spürnasen: Scotti, Aki)