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Berlin: 18-jähriger gesteht Doppel-„Ehren“-Mord

Ehren-DoppelmordDer grausige Doppelmord an einem Rentnerehepaar in Berlin-Rudow ist aufgeklärt. Wie von Anfang an befürchtet, hat die multikulturelle Bereicherung auch diesmal wieder ihre blutigen Spuren hinterlassen. Der 18-jährige Enkel der Ermordeten gestand, die schwer gehbehinderte 74-Jährige und ihren zehn Jahre jüngeren Mann erstochen zu haben. Das Motiv: Verletzte Ehre des türkischen Vaters, den seine Frau verlassen hatte.

Dafür mussten ihre Eltern nun mit dem Leben bezahlen:

Von Beginn an hatten die Ermittler als Tatmotiv neben Raub und „Abrechnung“ durch frühere Geschäftspartner von Heribert R. familiäre Hintergründe in Betracht gezogen. Anlass gaben vor allem Drohungen des ehemaligen Ehemanns der Tochter, Sahin Ö. Der eifersüchtige 45-Jährige habe die Trennung nicht verwunden und sich dadurch in seiner Ehre verletzt gesehen, sagte Claudias Bruder Uwe. Nachdem die Ehe in die Brüche gegangen war, habe der Türke angefangen, die gesamte Familie und den neuen Freund seiner Ex-Frau zu bedrohen.

Nachbarn in der Druckerkehre berichten, dass Hobby-Handwerker Heribert R. ihnen öfter von Morddrohungen berichtet habe. „Als er bei mir einen Hängeschrank anbaute, sagte er noch, man müsse etwas dagegen unternehmen“, so eine Nachbarin. Tatsächlich hat die Familie wenig später Anzeige gegen Sahin Ö. erstattet. Vor kurzem erst wurde das Auto der Schwiegereltern von Unbekannten in Brand gesteckt.

Zur Tatzeit saß Sahin Ö., Vater des mutmaßlichen zweifachen Mörders Erdal, allerdings wegen gefährlicher Körperverletzung in Berlin-Moabit in Untersuchungshaft. Der 45-Jährige hatte Mitte Januar Claudias neuen Freund angegriffen und ihn mit einem Messer verletzt. Sein Sohn Erdal soll das Opfer mit einem Baseballschläger traktiert haben. Während Sahin Ö. kurze Zeit später gefasst und ein Haftbefehl gegen ihn vollstreckt wurde, konnte Erdal wochenlang untertauchen.

Hätte das Kapitalverbrechen von Rudow verhindert werden können, wenn die Polizei den mit Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung gesuchten 18-Jährigen früher gefasst hätte? Polizeisprecher Frank Millert: „Es gab keinerlei Erkenntnisse auf eine offene Bedrohung und keine Anzeichen dafür, dass der Enkel aktiv werden könnte.“

Natürlich nicht, nein. Er hatte ja nur zuvor bereits den neuen Freund mit einem Baseballschläger attackiert.

Claudia S. hatte sich zur Tatzeit in ein Frauenhaus geflüchtet. Die Adresse der schützenden Einrichtung war für niemanden zu ermitteln. Nicht auszuschließen, dass ihr dadurch ein ähnliches Schicksal wie das ihrer Eltern erspart geblieben ist. Bei den Morden könnte eine besondere Rolle gespielt haben, dass Claudias Mutter die Trennung ihrer Tochter von Sahin Ö. befürwortet hatte.

Womit wir denn die mildernden Umstände auch schon parat hätten.

(Spürnase: cafe-racer)