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Achtjährige „Ehefrau“ auf der Flucht

Was machen achtjährige Mädchen im freien Westen? Klavier- und Ballettunterricht nehmen, reiten gehen, mit der Freundin kichern und die Welt entdecken. In anderen Ländern, bevorzugt dort, wo die Religion des Friedens herrscht, sieht das ganz anders aus. Dort ist eine Achtjährige erwachsen, der Prophet hats vorgelebt. Im Jemen ist derzeit ein kleines Mädchen (Foto l.) auf der Flucht vor ihrem Mann (r.).

Gewitzt und über alle Maßen entschlossen sieht sie aus, die kleine Nojoud Nasser aus dem Jemen. Das Kopftuch tief in die Stirn gezogen, die schmalen Arme über dem Bauch verschränkt – so ist sie abgebildet in der „Yemen Times“: ein scheinbar ganz normales achtjähriges Mädchen, dem man die Tortur der vergangenen Monate nicht ansieht.

Aber es liegen Wochen der Qual hinter dem Kind, Wochen, in denen sie vergewaltigt, verprügelt und aufs Schwerste gedemütigt wurde. Wochen auch, in denen niemand ihren Klagen Gehör schenkte oder gar versuchte, ihr zu Hilfe zu kommen. Ein kleines Kind, der Willkür eines großen Mannes und ihrer eigenen Familie ausgeliefert.

„Immer, wenn ich im Garten spielen wollte, hat er mich geschlagen und gesagt, ich soll mit ihm ins Schlafzimmer kommen“, berichtete Nojoud der „Yemen Times“. Sie sei von einem Zimmer ins andere gerannt, um ihrem Peiniger zu entkommen. „Am Ende hat er mich immer gekriegt.“ Viele „schlechte Dinge“ habe der 30-Jährige mit ihr gemacht, sagte das Mädchen. Auf Hilfe von außen konnte sie nicht hoffen.

Das ist so schrecklich, dass man annehmen sollte, die Gutmenschen aus aller Welt würden heftig dagegen anrennen, zumal man ja weiß, dass derartige Verbrechen gegen die Menschlichkeit in islamischen Ländern nicht Ausnahme, sondern Regel sind. Aber man hört höchstens ein ganz leises Rauschen. Auch SpOn ist bemüht, den Islam aus der Sache herauszuhalten:

„Laut Scharia kann die Braut eine arrangierte Ehe zwar ablehnen – in der Praxis kommt so etwas aber so gut wie nie vor“, sagte Myria Böhmecke von „Terre de Femmes“ SPIEGEL ONLINE.

Mit anderen Worten: Die Scharia ist schon okay. Sie wird nur schlecht umgesetzt.

Die kleine Nojoud, die in jeder Beziehung ganz allein die Rolle einer Erwachsenen spielen muss und niemanden hat, der sie tröstet, hatte zumindest das Glück, einen Richter mit Herz zu finden. Wir wüschen ihr für die Zukunft alles Gute!

(Den zahlreichen Spürnasen ein herzliches Dankeschön)

» Buchtipp: Zana Muhsen: Noch einmal meine Mutter sehen / Verschleppt im Jemen: Nichts ahnend werden die in England geborenen und aufgewachsenen Schwestern Zana und Nadja für ein Brautgeld von 1300 Pfund in den Jemen verkauft, wo sie ein trostloses Leben in harter Arbeit und Isolation erwartet. Nach acht Jahren Zwangsehe gelingt Zana das scheinbar Unmögliche: die Flucht ins heimatliche England. Schweren Herzens muss sie ihren Sohn und ihre Schwester zurücklassen. Seither kämpft Zana verzweifelt darum, ihr Versprechen einzulösen: für die beiden zu kämpfen, bis auch sie ihre Freiheit zurückerhalten haben.

» Düsseldorf Blog: Zwangsverheiratete Achtjährige erkämpfte Scheidung

Update 16.04.: Achtjährige Jemenitin erkämpft Scheidung